Die Welt hat sich radikal verändert. Unternehmerisches Wirtschaften sowie
betriebliches Management vollziehen sich heute unter ganz anderen
Vorraussetzungen als noch vor wenigen Jahren. Neue Rahmenbedingungen
entscheiden über Erfolg und Misserfolg der Unternehmung. Zu diesen
Rahmenbedingungen gehören Innovationssprünge in der Informatik und
Telekommunikation, Verknappung der Ressourcen Zeit und Geld, die
interkulturelle Zusammenarbeit in einer globalisierten Ökonomie und eine
dramatische Steigerung der Komplexität.
Zukunftssichernde strategische und unternehmenspolitische Entscheidungen
werden in den kommenden Jahren vermehrt zur Verlagerung von Aufgaben und
zu neuen Schnittstellen in der Organisation führen, mitten durch die einzelnen
Betriebe bis hin zur Basis.
Jede solcher Entscheidungen bedeutet, dass Führungskräfte aller Stufen
binnen kurzer Zeit zweierlei gleichzeitig bewältigen müssen. Die Führung des
normalen Geschäfts – des Normalbetriebs – und die Umstrukturierung ihrer
Organisationseinheiten.
Die Konsequenzen für die Organisation sind klar. Der Trend führt heute in den
meisten Unternehmen weg von der klassischen Gliederung, einem hochgradig
zentralisierten und arbeitsteiligem Strukturkonzept nach dem taylorschen
Prinzip. Wer überleben will muss die Nähe zum Markt und Kunden, rasche
Reaktionsfähigkeit und hohe Flexibilität, Steigerung der Produktivität und der
Qualität und eine Reduktion und/oder Optimierung der Kosten schaffen
(Doppler 2005, S. 55,56).
Hierbei geht es nicht um kosmetische Retuschen, sondern um ein
grundsätzliches Reengineering der Geschäftsprozesse, einem zum Teil
radikalen Change Management. Unter Change Management (Veränderungsmanagement) lassen sich alle
Aufgaben, Maßnahmen und Tätigkeiten zusammenfassen, die eine
umfassende, bereichsübergreifende und inhaltlich weit reichende Veränderung
- zur Umsetzung von neuen Strategien, Strukturen, Systemen, Prozessen oder
Verhaltensweisen - in einer Organisation bewirken sollen.
Es ist offensichtlich, dass allein die Definition dieses Begriffs eine weitreichende
ist, da er für die Bewältigung unterschiedlichster Problemstellungen verwandt
wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Wandel in der Unternehmung
1.1 Change Management – Eine Definition
1.2 Ziele des Change Managements
2 Den Wandel gestalten - Instrumente
2.1 Widerstände gegen den Wandel
2.1.1 Widerstand auf der Ebene des Individuums
2.1.2 Widerstand auf Oragnisationsebene
2.2 Bewältigung des Widerstands - Instrumente
2.2.1 Charta des Managements von Veränderungen
2.2.2 Lewin 3-Phasen Modell
2.2.3 Survey-Feedback
3 Praxis am Beispiel eines Druckunternehmens
3.1 Fortschritt bedingt Veränderung
3.2 Maßnahmen im Veränderungsprozess
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Notwendigkeit und Umsetzung von Change Management in Unternehmen. Das zentrale Ziel ist es, den Wandlungsprozess in einem hochspezialisierten Druckunternehmen zu analysieren und aufzuzeigen, wie theoretische Instrumente der Organisationspsychologie erfolgreich in der Praxis angewendet werden können, um Widerstände zu überwinden.
- Grundlagen und Definitionen des Change Managements
- Psychologische Ursachen und Ebenen von Widerständen gegen Wandel
- Instrumentarien zur Gestaltung von Veränderungsprozessen
- Praktische Anwendung des 3-Phasen-Modells nach Lewin
- Fallbeispiel zur Einführung neuer Technologien in einem Druckunternehmen
- Die Bedeutung von Partizipation und Kommunikation im Veränderungsprozess
Auszug aus dem Buch
3 Praxis am Beispiel eines Druckunternehmens
Die beschriebenen Mechanismen, Entwicklungen und Instrumentarien sollen anhand eines hochspezialisierten Druckunternehmens, dessen Name ungenannt bleiben soll, aufgezeigt und demonstriert werden.
Die Firma hat seit über 175 Jahren Bestand und kann als Inhaber geführtes Druckunternehmen in der 6. Generation zwangsläufig eine bewegte Geschichte erzählen.
Groß geworden war das Unternehmen über den Buchhandel im Buchdruck, später in der Produktion technischer Diagramm-Papiere, die ihm auch ihren Namen verlieh. Bereits in diesem frühen Stadium war Präzision nicht nur ein Schlagwort, sondern ein unbedingtes Muss. Im weiteren Verlauf der Firmengeschichte führt schließlich die internationale Ausrichtung des Unternehmens sowie die Spezialisierung auf bestimmte Marktsegmente mit unterschiedlichsten Produkten zum Erfolg des Geschäfts.
Mit der zunehmenden Digitalisierung, dem Einzug digitaler Medien nahm auch die Komplexität der Markt- und Kundenanforderungen gegenüber dem Druckunternehmen zu. Durch konsequente innovative Konzepte konnte auch so das Produktportfolio des Unternehmens den Anforderungen nicht nur gerecht werden, sondern bestimmt heute sogar den technischen Fortschritt in einigen Segmenten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Wandel in der Unternehmung: Erläutert die radikalen Veränderungen des unternehmerischen Umfelds, die moderne Organisationen zu grundlegendem Reengineering und effizientem Change Management zwingen. Zudem werden Definitionen und die strategische Bedeutung von Zielen im Veränderungsprozess dargelegt.
2 Den Wandel gestalten - Instrumente: Analysiert psychologische Widerstände auf individueller und organisatorischer Ebene und stellt bewährte Managementansätze wie das 3-Phasen-Modell von Lewin und den Survey-Feedback-Ansatz zur erfolgreichen Steuerung von Wandelprozessen vor.
3 Praxis am Beispiel eines Druckunternehmens: Demonstriert anhand eines konkreten Unternehmensfalls, wie durch den Einsatz methodischer Ansätze die Einführung einer neuen Technologie und die damit verbundene notwendige Umstrukturierung erfolgreich bewältigt wurden.
Schlüsselwörter
Change Management, Organisationsentwicklung, Widerstand, 3-Phasen-Modell, Kurt Lewin, Partizipation, Prozessorientierung, Unternehmenswandel, Reengineering, Führungskräfte, Digitalisierung, Innovationsmanagement, Kommunikation, Konfrontationstreffen, Projektmanagement
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die theoretischen Grundlagen und die praktische Umsetzung von Change Management, um Unternehmen bei der Bewältigung von Wandlungsprozessen in einem komplexen Umfeld zu unterstützen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachen für Widerstand bei Veränderungen, der Darstellung von Instrumenten des Veränderungsmanagements und der Anwendung dieser Methoden auf ein spezifisches Unternehmensbeispiel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen den Wandel durch den Einsatz gezielter Instrumente effektiv gestalten können, um trotz hoher Widerstände erfolgreich zu bleiben.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit verbindet theoretische Literaturanalysen zu organisationspsychologischen Modellen mit einer Fallstudie eines spezifischen Druckunternehmens, um die Theorie in der Praxis zu demonstrieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst Widerstände auf individueller und organisatorischer Ebene analysiert, anschließend werden Instrumente wie die Charta des Managements, das 3-Phasen-Modell von Lewin und Survey-Feedback detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Change Management, Organisationsentwicklung, Widerstand, Partizipation und Prozessorientierung geprägt.
Warum wird im Buch das 3-Phasen-Modell von Lewin hervorgehoben?
Das Modell wird als eines der klassischsten Instrumente bezeichnet, da es den Wandel strukturiert in die Stufen „Auftauen“, „Bewegen“ und „Festigen“ unterteilt und somit eine klare Anleitung zur Überwindung des Status quo bietet.
Wie wurde das Druckunternehmen im Fallbeispiel bei der Veränderung unterstützt?
Das Unternehmen nutzte eine Kombination aus einem Brainstorming zur Problemanalyse und dem Lewin-Modell, um eine neue Struktur für den Projektvertrieb zu schaffen und durch partizipative Dialoge die Akzeptanz der Mitarbeiter zu sichern.
- Arbeit zitieren
- Michael Rommel (Autor:in), 2008, Change Management - Am Beispiel eines hochspezialisierten Druckunternehmens, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/93703