Zweck dieser Arbeit ist es, den Zusammenhang zwischen Corporate Governance und der Vergütung des Vorstands auf Basis wissenschaftlicher Literatur zu diskutieren. Insbesondere stehen dabei folgende Fragestellungen im Vordergrund der Seminararbeit: Wie können Interessenkonvergenzen zwischen Vorstand und Eigentümern hergestellt werden? Kann mit Hilfe von aktienkursorientierter Vergütung ein Anreiz geschaffen werden und wie sollte man ein solches Anreizsystem gestalten?
Welche Anforderung und Bestandteile bestehen an ein Anreizsystem? Wie kann ein Vergütungssystem bewertet werden?
Die Arbeit gliedert sich in drei Teile. Der erste Abschnitt befasst sich mit Corporate Governance und der Prinzipal-Agenten-Theorie, die den theoretischen Bezugsrahmen dieser Arbeit stellt. Nach Definition und Abgrenzung des Corporate Governance Begriffs wird auf den Deutschen Corporate Governance Kodex eingegangen, insbesondere auf seine Rechtsnatur, seinen Beitrag zu der Vergütung des Vorstands und der Gestaltung von Vergütungssystemen. Der zweite Teil behandelt Anreiz- und Vergütungssysteme. Nachdem Anforderungen und Bestandteile erläutert werden, widmet sich die Arbeit insbesondere der Bewertung von aktienkursorientierten Vergütungssystemen, sowie speziell deren Anreizfunktion. Auch Gefahren, Schwächen und Lösungen werden erläutert. Am Ende des zweiten Abschnittes werden Aktienoptionen als spezielles Instrument näher charakterisiert. Der dritte Abschnitt behandelt ein Praxisbeispiel, in dem die aus der Arbeit gewonnenen Kenntnisse auf ein Beispiel der Realität angewendet werden und diese anhand des Vergütungssystems noch einmal dargestellt werden. Zudem wird der Bezug zum Deutsche Corporate Governance Kodex hergestellt. Das letzte Kapitel schließt mit einer Zusammenfassung der gewonnenen Kenntnisse und gibt einen Ausblick auf offene Fragestellungen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Grundlagen der Corporate Governance
2.1 Definition und Abgrenzung eines Corporate Governance Verständnisses
2.2 Prinzipal-Agenten-Theorie als theoretischer Bezugsrahmen
2.3 Der Deutsche Corporate Governance Kodex
2.3.1 Die Entstehung des Deutschen Corporate Governance Kodex
2.3.2 Rechtsnatur, Bestimmungen und Ziele
2.3.3 Aktuelle Empfehlungen und Anregungen zum Vorstand und der Vergütung im DCGK
3 Anreizsysteme in der Vorstandsvergütung
3.1 Ansprüche und Bestandteile von Anreizsystemen
3.2 Bewertung variabler und aktienkursorientierter Vergütungssysteme
3.3 Anreizfunktion und -kompatibilität aktienkursorientierter Entlohnung
3.4 Schwächen, Gefahren und mögliche Lösungen von aktienkursorientierter Vergütung
3.5 Anreizwirkung und Risikoverhalten von Aktienoptionen
4 Die Wirecard AG
5 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Corporate Governance und der Vergütung von Vorständen, um auf Basis wissenschaftlicher Literatur zu analysieren, wie Anreizsysteme gestaltet werden können, um eine Interessenkonvergenz zwischen Management und Eigentümern zu fördern.
- Theoretische Grundlagen der Corporate Governance und der Prinzipal-Agenten-Theorie.
- Analyse des Deutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) und seiner Rolle bei der Vorstandsvergütung.
- Struktur und Bewertung von variablen sowie aktienkursorientierten Vergütungssystemen.
- Untersuchung von Anreizwirkungen, Risiken und Problemen bei aktienkursorientierten Vergütungsmodellen.
- Praktische Anwendung der gewonnenen Erkenntnisse am Beispiel der Wirecard AG.
Auszug aus dem Buch
3.2 Bewertung variabler und aktienkursorientierter Vergütungssysteme
Variable Vergütungssystem werden im Wesentlichen durch vier Ausgestaltungsparameter definiert. Zum einen durch die Wahl der Erfolgsziele, darunter fällt die Auswahl der Kennzahlen, an die die Auszahlung des Bonus geknüpft ist. Zweitens die Wahl des Performance Standards, der zeigt wie eine Erreichung von hundert Prozent definiert wird. Drittens die Ausgestaltung der Auszahlungskurve, die zeigt, wie der Zielerreichungsgrad und die Auszahlung zusammenhängen. Sie definiert die Festlegung von Hürden und Schwellenwerten für eine minimale und maximale Auszahlung. Viertes Bewertungskriterium ist die Berücksichtigung der individuellen Leistung. Dort stellt sich die Frage, wie diese gemessen und dargestellt werden kann, sowie die Festlegung eines individuellen Leistungsmultiplikators für einen individuellen Bonus (Wolff 2019, S. 258).
Die Wahl der Erfolgsziele lässt sich in zwei Kategorien gliedern: finanzielle und nicht finanzielle Ziele. Unter die finanziellen Ziele fallen sowohl interne als auch externe Zielgrößen. Zu den internen Zielgrößen zählen beispielsweise Buchhaltungs- und Planungsgrößen, wie zum Beispiel Wachstums- (z. B. Umsatz), Profitabilitäts- (z. B. Jahresüberschuss) oder Effizienzgrößen (z. B. Free Cash Flow). Externe Zielgrößen sind kapitalmarktorientierte Zielgrößen, wie beispielsweise die Aktienrendite oder der Aktienkurs. Zu den nicht finanziellen Zielen zählen individuelle und Stakeholder Ziele. Individuelle Ziele sind qualitative Größen, die von Vorstand zu Vorstand variieren. Stakeholder Zielen werden als qualitative Größen definiert, die auf verschiedene Interessengruppen abzielen. Zum Beispiel die Zufriedenheit der Kunden, der Mitarbeiter oder die Fluktuation der Mitarbeiter (Wolff 2019, S. 259).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik der Vorstandsvergütung ein, stellt die Forschungsfrage nach der Anreizgestaltung und erläutert den Aufbau der Arbeit.
2 Grundlagen der Corporate Governance: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Corporate Governance, erläutert die Prinzipal-Agenten-Theorie und diskutiert Entstehung, Rechtsnatur und Zielsetzung des Deutschen Corporate Governance Kodex.
3 Anreizsysteme in der Vorstandsvergütung: Dieser Hauptteil analysiert die Bestandteile von Anreizsystemen, bewertet variable Vergütungselemente und untersucht kritisch die Anreizwirkungen sowie Risiken von aktienkursorientierten Modellen.
4 Die Wirecard AG: Anhand dieses Praxisbeispiels wird das in der Theorie entwickelte Vergütungssystem kritisch auf die Wirecard AG angewendet.
5 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Synthese der Ergebnisse, wobei betont wird, dass eine Interessenkonvergenz durch sorgfältig gestaltete Anreizsysteme gefördert werden kann.
Schlüsselwörter
Corporate Governance, Vorstandsvergütung, Anreizsysteme, Prinzipal-Agenten-Theorie, Deutscher Corporate Governance Kodex, Aktienoptionen, variable Vergütung, Pay-for-Performance, Wirecard AG, Interessenkonvergenz, Unternehmenskontrolle, Erfolgsziele, Vergütungssysteme, Risikoverhalten, langfristige Anreize.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der ordnungsgemäßen Führung und Überwachung von Unternehmen, wobei der Schwerpunkt auf der Gestaltung und Wirkung von Anreizsystemen für Vorstände liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen der Corporate Governance, der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) sowie die Struktur und Bewertung von variablen Vergütungssystemen.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Arbeit untersucht, wie Anreizsysteme gestaltet werden müssen, um Interessenkonvergenzen zwischen Vorstand und Eigentümern zu schaffen und eine langfristige Unternehmensentwicklung zu fördern.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine literaturbasierte Analyse, die theoretische Konzepte (insb. die Prinzipal-Agenten-Theorie) mit der praktischen Anwendung an einem Fallbeispiel (Wirecard AG) verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil behandelt die Anforderungen an Anreizsysteme, die Bewertung von Performance-Parametern, die Anreizfunktion von Aktienoptionen sowie die damit verbundenen Risiken wie Fehlsteuerungen oder Manipulationsanreize.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den zentralen Begriffen gehören Corporate Governance, Vorstandsvergütung, Anreizsysteme, Prinzipal-Agenten-Theorie und aktienkursorientierte Entlohnung.
Welche Rolle spielt der Deutsche Corporate Governance Kodex in dieser Arbeit?
Der Kodex dient als zentraler regulatorischer Rahmen, an dem die Empfehlungen zur Ausgestaltung von Vorstandsvergütungen gemessen und in der Praxis diskutiert werden.
Was zeigt das Fallbeispiel der Wirecard AG hinsichtlich der Anreizsysteme?
Das Fallbeispiel verdeutlicht die Anwendung theoretischer Kriterien in der Unternehmenspraxis und zeigt auf, dass auch bei formaler Übereinstimmung mit regulatorischen Empfehlungen Risiken für das Risikoverhalten der Manager bestehen können.
- Quote paper
- Sören Wenzel (Author), 2020, Der Deutsche Corporate Governance Kodex und Anreizsysteme am Beispiel der Wirecard AG, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/933864