Diese Arbeit liefert grundlegende Einblicke in die bilanzpolitischen Spielräume zur Vermeidung von Goodwill Impairments gemäß IFRS. In dieser Arbeit werden bilanzpolitische Spielräume zur Vermeidung von Goodwill Impairments näher untersucht. Dazu erfolgt zunächst eine Darstellung der rechtlichen Grundlagen der Goodwill Bilanzierung sowie des Goodwill Impairments nach International Financial Reporting Standards (IFRS). Darauf aufbauend folgt im Hauptteil eine tiefere Analyse und kritische Würdigung verschiedener Methoden, um eine Wertminderung des Goodwills zu vermeiden. Zuletzt wird ein Fazit gezogen, welches sämtliche erarbeiteten Ergebnisse zusammenfasst und eine mögliche künftige Entwicklung dieser Thematik skizziert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Goodwill und Goodwill Impairments
2.1 Die Bilanzierung des Goodwills
2.2 Grundlagen des Goodwill Impairments
2.3 Gründe für die Vermeidung von Goodwill Impairments
3 Analyse und kritische Würdigung der bilanzpolitischen Spielräume zur Vermeidung von Goodwill Impairments
3.1 Potenzial der Spielräume bei CGUs
3.2 Potenzial der Spielräume bei CFs und dem Diskontierungszins
4 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Seminararbeit befasst sich mit der Untersuchung bilanzpolitischer Spielräume, die Unternehmen nutzen können, um Goodwill Impairments (Wertminderungen von Geschäfts- oder Firmenwerten) zu vermeiden und dadurch die Darstellung ihrer Vermögenslage und des Periodenergebnisses positiv zu beeinflussen.
- Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung nach IFRS.
- Methodik des Impairment-Only Approach (IOA).
- Steuerungsmöglichkeiten durch die Allokation auf zahlungsmittelgenerierende Einheiten (CGUs).
- Einflussnahme auf die Unternehmensbewertung mittels Cashflow-Prognosen und Diskontierungszinsen.
Auszug aus dem Buch
3.1 Potenzial der Spielräume bei CGUs
Die Goodwill Bilanzierung nach IFRS soll dafür sorgen, dass die Lücke zwischen dem Markt- und Buchwert eines Unternehmens geschlossen wird, um dadurch Investoren bestmögliche Informationen über seine Werthaltigkeit zu liefern. Anhand einer Studie von Henry Jarva lässt sich zeigen, dass Unternehmen mit einer Wertminderung des Goodwills im gleichen Geschäftsjahr schlechtere Aktienrenditen und weitere Einbußen bei bilanziellen Ergebnissen erzielten.
Um dem entgegenzuwirken, stellt ein unternehmensinternes Goodwill-Controlling eine Möglichkeit dar, die bilanzpolitischen Spielräume für den Ansatz des Goodwills, für seine impairment tests sowie die Einhaltung der bilanzpolitischen Grenzen aufzuzeigen und zu nutzen. Das Hauptziel dieser Bilanzpolitik im Rahmen des IOA liegt dabei auf der legalen Beeinflussung von Bilanzadressaten oder Rechtsfolgen, indem geeignete Maßnahmen ergriffen werden, die Lage des Unternehmens in der Berichtsperiode besonders positiv darzustellen. Ein wichtiges Potenzial bei der Vermeidung eines Goodwill Impairments liegt in der Aufteilung des Goodwills auf die CGUs des Unternehmens, deren konkrete Zusammensetzung von IAS 36 nicht vorgegeben wird und daher subjektiver Einschätzung bedarf. Wenn die Häufigkeit außerplanmäßiger Abschreibungen gemäß des IOA minimiert werden soll, kann mit entsprechender Begründung der Goodwill auf ertragsstarke und stabile CGUs des Unternehmens aufgeteilt werden, sodass interne triggering events für einen Werthaltigkeitstest im Vorfeld ausgeschlossen werden können und auch im Falle externer triggering events der erzielbare Betrag den Buchwert der CGU voraussichtlich nicht unterschreiten wird. Zusätzlich bietet IAS 36.99 in Kombination mit diesem Sachverhalt einen Ermessensspielraum für Unternehmen, um auf einen impairment test des Goodwills verzichten zu dürfen, indem auf die letzte ausführliche Berechnung des erzielbaren Betrages einer CGU zurückgegriffen wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Goodwill als Hoffnungswert und erläutert die Problematik der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung gemäß IAS 36 sowie das Interesse des Managements an bilanzpolitischer Einflussnahme.
2 Goodwill und Goodwill Impairments: Dieses Kapitel legt die rechtlichen Grundlagen der Goodwill-Bilanzierung, das Verfahren des Impairment-Only Approach sowie die Beweggründe für eine Vermeidung von Wertminderungen dar.
3 Analyse und kritische Würdigung der bilanzpolitischen Spielräume zur Vermeidung von Goodwill Impairments: Im Hauptteil werden spezifische Ermessensspielräume untersucht, insbesondere durch die organisatorische Zuordnung von Goodwill auf CGUs sowie die Beeinflussung von Cashflow-Prognosen und Kapitalkostensätzen.
4 Fazit und Ausblick: Das Fazit fasst zusammen, dass Unternehmen durch geschickte Ausnutzung der Ermessensspielräume Goodwill Impairments vermeiden können, und weist auf die Notwendigkeit zukünftiger Forschung zur weiteren Entwicklung dieser Thematik hin.
Schlüsselwörter
Goodwill, Impairment Test, IAS 36, IFRS, Bilanzpolitik, CGU, Cashflow, Diskontierungszins, WACC, Unternehmensbewertung, Wertminderung, Shareholder Value, Kapitalmarkt, Finanzmanagement, Goodwill-Controlling
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die legalen bilanzpolitischen Gestaltungsmöglichkeiten, die Unternehmen nach den IFRS-Rechnungslegungsstandards nutzen können, um Wertminderungen (Impairments) auf den derivativen Goodwill zu vermeiden.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind die Bilanzierung von Geschäfts- oder Firmenwerten, die Methodik der jährlichen Werthaltigkeitsprüfung (Impairment-Only Approach) und die Anwendung von Ermessensspielräumen bei der Unternehmenssteuerung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie das Management durch gezielte Maßnahmen bei der Allokation von Goodwill auf Einheiten (CGUs) oder bei der Anpassung von Bewertungsparametern das Periodenergebnis positiv beeinflussen kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Analyse der geltenden Rechnungslegungsnormen (IAS 36, IFRS 3) sowie einer kritischen Würdigung der Literatur und bestehender Studien zu bilanzpolitischen Spielräumen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert, wie einerseits durch die interne Restrukturierung von CGUs und andererseits durch die Schätzung künftiger Zahlungsströme und die Bestimmung des Diskontierungszinssatzes der Goodwill vor Abwertungen geschützt werden kann.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?
Die wesentlichen Begriffe sind Goodwill, Impairment Test, Bilanzpolitik, CGU, WACC, Cashflow, IAS 36 und Unternehmensbewertung.
Wie genau beeinflusst die Strukturierung von CGUs das Ergebnis des Impairment Tests?
Durch die Zuordnung des Goodwills auf ertragsstarke und stabile CGUs kann das Management verhindern, dass interne Auslöser (triggering events) eine Wertminderung provozieren, da die stabilen Einheiten den erzielbaren Betrag über dem Buchwert halten.
Welche Rolle spielt das CAPM bei der Vermeidung von Impairments?
Das Capital Asset Pricing Model dient zur Bestimmung der Eigenkapitalkosten innerhalb der WACC-Berechnung. Da die IFRS hier Interpretationsspielräume lassen, kann das Management durch die Wahl der Risikoparameter (Betafaktor) den Diskontierungssatz beeinflussen und somit den Nutzungswert erhöhen.
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- Philipp Stücker (Author), 2020, Bilanzpolitische Spielräume zur Vermeidung von Goodwill Impairments, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/933693