Die Startverträge (Strategic Arms Limitation Talks) boten den USA und der Sowjetunion in den 70ern endlich einen Weg, die Aufrüstungsspirale zu beenden. Die Arbeit bewertet den sowjetischen Beitrag in diesen ersten Abrüstungsverhandlungen.
Inhaltsverzeichnis
I. Das atomare Fegefeuer
II. Der Startprozess
1. Von SALT zu START
2. START: Ein Kind der 80er
3. Die Konkretisierungsphase
4. Das Ende der UdSSR
5. Ungemach aus der Ukraine
6. Auftakt zu START II
7. Und ewig lockt das ATOM – Eine Großmacht im Abwind
8. Jelzin und die Militärdoktrin 1993
9. Politische Konsequenzen der Krise
10. START ein Sparvertrag? Die Frage der Finanzierung
11. Militärische Bewertung
12. Die Lage bessert sich
III. Aussichten
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit untersucht den Einfluss des Systemwechsels in Russland von der Sowjetunion zum demokratischen Staat auf den START-Abrüstungsprozess sowie die politische Stimmung in Russland während der 1990er Jahre im Hinblick auf den Fortbestand strategischer Atomwaffen.
- Historische Entwicklung der START-Verträge als Fortsetzung von SALT.
- Die Rolle der Atomwaffen für die Identität und den Großmachtstatus Russlands.
- Der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichem Niedergang und militärischer Rüstungslogik.
- Herausforderungen bei der Ratifizierung und Finanzierung der Abrüstungsabkommen.
Auszug aus dem Buch
1. Von SALT zu START
Das Akronym START steht für „Strategic Arms Reduction Talks“. Der erste Vertrag wurde am 31. Juli 1991 zwischen den Vereinigten Staaten und der damaligen Sowjetunion geschlossen. Das Abkommen sah eine Verringerung der atomaren Sprengköpfe auf 6000 pro Partei vor. Das Klima für die Verhandlungen schien günstiger als jemals zuvor. Es herrschte Aufbruchstimmung. Wenige Jahre zuvor hatte Gorbatschow begonnen sein Land durch Glasnost und Perestrojka zu reformieren, Deutschland war gerade wiedervereinigt, der Warschauer Pakt kurz zuvor aufgelöst worden. Im Dezember schließlich zerfiel die UdSSR vollends.
Zusammenfassung der Kapitel
I. Das atomare Fegefeuer: Einleitung in die Problematik des Atomwaffenrisikos und des Begriffs der "Mutual Assured Destruction" (MAD).
II. Der Startprozess: Detaillierte Analyse des Verlaufs der START-Verhandlungen, beeinflusst durch die Transformation Russlands und wirtschaftliche Zwänge.
1. Von SALT zu START: Betrachtung der historischen Ursprünge der Abrüstungsbemühungen seit den 70er Jahren.
2. START: Ein Kind der 80er: Analyse des schwierigen politischen Klimas während der Anfänge der START-Verhandlungen in den 80er Jahren.
3. Die Konkretisierungsphase: Erörterung der Fortschritte ab 1985 und der aufkommenden Probleme hinsichtlich der Raketenabwehr.
4. Das Ende der UdSSR: Untersuchung der Auswirkungen des Zusammenbruchs der Sowjetunion auf die nukleare Abrüstungspolitik.
5. Ungemach aus der Ukraine: Beschreibung der Hindernisse bei der Ratifizierung durch den ukrainischen Status als Nachfolgestaat.
6. Auftakt zu START II: Darstellung der Vorverhandlungen und der Widerstände gegen die Reduzierung des Nukleararsenals.
7. Und ewig lockt das ATOM – Eine Großmacht im Abwind: Analyse der Bedeutung des Atomwaffenarsenals für den russischen Großmachtanspruch.
8. Jelzin und die Militärdoktrin 1993: Untersuchung der neuen russischen Militärdoktrin unter Jelzin und deren sicherheitspolitischen Konsequenzen.
9. Politische Konsequenzen der Krise: Erörterung der Spannungen zwischen dem Präsidenten und der russischen Staatsduma.
10. START ein Sparvertrag? Die Frage der Finanzierung: Diskussion der finanziellen Hürden bei der Vernichtung nuklearer Waffensysteme.
11. Militärische Bewertung: Einschätzung der militärischen Auswirkungen der Abrüstung auf das strategische Gleichgewicht.
12. Die Lage bessert sich: Einordnung der Bemühungen zur Wiederbelebung des START-II-Prozesses Ende der 90er Jahre.
III. Aussichten: Zusammenfassende Bewertung der Ratifizierungsprozesse und der Zukunft der deutsch-russischen Abrüstungsbemühungen.
Schlüsselwörter
START, Abrüstung, Russland, USA, Atomwaffen, Rüstungskontrolle, UdSSR, Militärdoktrin, Großmachtstatus, nukleare Abschreckung, Rüstungsspirale, Krisenstabilität, Jelzin, Verteidigungsetat, strategische Waffensysteme.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert den START-Abrüstungsprozess zwischen den USA und Russland unter Berücksichtigung der politisch-historischen Transformation in Russland nach dem Ende des Kalten Krieges.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Entwicklung der Abrüstungsverträge (SALT/START), der ökonomischen und militärischen Situation Russlands sowie der innenpolitischen Machtkämpfe in Moskau bezüglich der nuklearen Identität.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll untersucht werden, wie sich der politische Umbruch in der Sowjetunion und später in Russland auf die Abrüstungsdynamik und das Verhältnis zum Westen ausgewirkt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Analyse, gestützt auf Dokumentenanalysen, Expertenmeinungen und die Auswertung von Abrüstungsberichten und Fachliteratur.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erstreckt sich von den historischen Anfängen der 80er Jahre bis hin zur Ratifizierung von START II, inklusive der Rolle der Ukraine, der Finanzierungsproblematik und der russischen Militärdoktrin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind START, Abrüstung, nukleare Abschreckung, Großmachtstatus und Rüstungskontrolle.
Warum stellte die Auflösung der UdSSR eine Gefahr für den Abrüstungsprozess dar?
Der Zerfall der Sowjetunion führte zu einer instabilen politischen Lage und dazu, dass Nachfolgestaaten wie die Ukraine nukleare Waffen auf ihrem Gebiet hielten, was den Ratifizierungsprozess erheblich komplizierte.
Welche Rolle spielte die Finanzierung bei der Abrüstung?
Da Russland unter einer schweren Wirtschaftskrise litt, wurden die hohen Kosten für die Verschrottung der alten Waffensysteme von Kritikern als Argument gegen den Abbau des nuklearen Potenzials ins Feld geführt.
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- Andreas Hempfling (Author), 2002, Der START-Prozess: Chance oder Risiko für Russland, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/9312