Diese Seminararbeit möchte die Frage beantworten, welche Maßnahmen und Mittel Unternehmen heute dafür zur Verfügung stehen, qualifiziertes Personal zu beschaffen. Des Weiteren soll erläutert werden, wie diese in den unternehmerischen Gesamtkontext einzugliedern sind.
Die Auftragsbücher in der deutschen Industrie sind voll. Vor dem Hintergrund des Aufschwungs der vergangenen 2 Jahre stehen Unternehmen vor massiven Problemen den Kundenanfragen nach größeren Verkaufsmengen gerecht zu werden. Dieses Problem zieht sich über die gesamte Wertschöpfungskette und durch nahezu alle Branchen. Diese Situation wird durch den demographischen Wandel noch weiter verschärft. Zwar sind in den vergangenen 2 Jahren die Schülerzahlen in Deutschland durch Zuwanderung und höhere Geburtenraten wieder gestiegen, jedoch reicht dieser Nachwuchs nicht aus, um die Lücken zu füllen, die durch die Verrentung der s.g. Baby-Boomer Generation im kommenden Jahrzehnt auf die Wirtschaft zukommt.
Die Unternehmen sind damit nicht mehr nur in Konkurrenz mit Mitbewerbern um Märkte und Konsumenten bzw. Kunden, sondern immer mehr auch im Wettbewerb um qualifiziertes Personal. Dafür wird es immer wichtiger, die richtigen potenziellen Mitarbeiter zu erreichen und zu adressieren, um dann später diese Mitarbeiter auch langfristig im Unternehmen zu halten. So wird Personalbeschaffung zu einer Managementaufgabe mit Marketing- und Vertriebscharakter.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Abgrenzung der Employer Brand
2.1 Consumer Brand
2.2 Corporate Brand
2.3 Employer Brand
3. Employer Branding
3.1 Ziele
3.2 Externes Employer Branding
3.3 Internes Employer Branding
4. Fazit
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung von Employer Branding vor dem Hintergrund des aktuellen Fachkräftemangels und demographischer Veränderungen. Das primäre Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Unternehmen durch strategische Markenführung im Personalbereich als attraktive Arbeitgeber positioniert werden können, um qualifiziertes Personal zu gewinnen und langfristig zu binden.
- Abgrenzung der Begriffe Consumer Brand, Corporate Brand und Employer Brand.
- Analyse der Ziele von Employer Branding zur Sicherung von Wettbewerbsvorteilen.
- Unterscheidung und Darstellung externer Instrumente der Arbeitgebermarkenbildung.
- Einordnung interner Maßnahmen zur Stärkung der Mitarbeiterbindung und Unternehmenskultur.
- Bewertung der Relevanz authentischer Wertevermittlung im Employer Branding.
Auszug aus dem Buch
3.2 Externes Employer Branding
Bewusst wird in dieser Arbeit mit den externen Handlungsfeldern des EB begonnen, da somit der Zyklus von der Recruitierungsphase des potenziellen Arbeitnehmers, über den Eintritt hinweg bis zur Mitarbeiterbindung im Unternehmen aufgezeigt werden kann. Das externe EB „vermittelt die Arbeitgeberpositionierung nach außen und ist die Basis für das Arbeitgeberimage.33 Maßnahmen aus diesem Bereich sind z.B.:
Die Darstellung des Unternehmens auf Karrierewebseiten, inkl. der Gestaltung der eigenen Stellenanzeigen, die sich bereits konsequent dem Image des Unternehmens unterordnen sollten
Kooperationen mit Bildungseinrichtungen im Rahmen von Forschungsprojekten oder Fachvorträgen, sowie Sponsoring
Imageinserate und Stellenanzeigen in Fachpublikationen
Veranstaltung oder Teilnahme an Besuchsinformationsmessen, sowohl regional als auch überregional
Mitarbeiterempfehlungen und Mundpropaganda; gefördert bspw. durch Sportveranstaltungen bei denen bestehende Mitarbeiter auch weitere Gäste einladen dürfen
Ansprechende Arbeitgeberbroschüren oder auch Einarbeitungsbroschüren für neu eingestellt Mitarbeiter. Hierbei kommt es dann zum Wechsel in den Bereich des internen EB
Diese Maßnahmen werden auch Touch Points genannt, da sie den Kontakt zwischen Unternehmen und potenziellem Arbeitnehmer markieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den massiven Fachkräftemangel in der deutschen Industrie und begründet, warum Personalbeschaffung heute eine strategische Managementaufgabe mit Marketingcharakter ist.
2. Abgrenzung der Employer Brand: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Marke und differenziert die Employer Brand von der Consumer Brand sowie der Corporate Brand.
3. Employer Branding: Hier werden die Maßnahmen des Employer Branding erläutert, wobei zwischen den Zielen, sowie den externen und internen Handlungsfeldern unterschieden wird.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Relevanz des Themas zusammen und betont, dass eine authentische Wertevermittlung entscheidend für die langfristige Mitarbeiterbindung und den Unternehmenserfolg ist.
Schlüsselwörter
Employer Branding, Arbeitgebermarke, Fachkräftemangel, Personalmarketing, Mitarbeiterbindung, Consumer Brand, Corporate Brand, Arbeitgeberattraktivität, Rekrutierung, Employer Image, Markenführung, Personalbeschaffung, Arbeitgeberpositionierung, Identifikation, Wertvorstellungen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der strategischen Bedeutung des Employer Branding als Antwort auf den zunehmenden Fachkräftemangel in Deutschland.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder sind die Abgrenzung von Markenkonzepten, die Zielsetzung von Employer Branding sowie die Unterscheidung zwischen internen und externen Maßnahmen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Erläuterung, wie Unternehmen sich durch ein attraktives Arbeitgeberimage erfolgreich gegenüber Bewerbern positionieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender Konzepte und Definitionen zur Markenführung und zum Personalmanagement.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Definitionen verschiedener Markenarten sowie die konkreten Instrumente, um potenzielle und aktuelle Mitarbeiter an ein Unternehmen zu binden.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Employer Branding, Arbeitgebermarke, Fachkräftemangel, Personalmarketing und Mitarbeiterbindung.
Warum ist eine Entkopplung der Marken (Consumer vs. Employer Brand) sinnvoll?
Eine Entkopplung kann für Unternehmen notwendig sein, die zwar als Produktmarke beliebt sind, aber als Arbeitgeber einen negativen Ruf haben, um das spezifische Arbeitgeberimage unabhängig zu steuern.
Welche Bedeutung haben "Touch Points" im externen Employer Branding?
Touch Points markieren die kritischen Kontaktpunkte zwischen dem potenziellen Arbeitnehmer und dem Unternehmen, wie etwa bei Stellenanzeigen oder Karrieremessen.
Warum ist internes Employer Branding für die Mitarbeiterbindung essenziell?
Es reicht nicht aus, neue Mitarbeiter zu gewinnen; interne Maßnahmen wie Führungskultur und Arbeitsumgebung sind notwendig, um die Identifikation der Mitarbeiter langfristig zu sichern.
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- Benedikt Tschorn (Author), 2018, Employer Branding und Personalbeschaffung im Unternehmen. Maßnahmen und Mittel, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/930033