Projektcontrolling ist im standardisierten, zertifizierten und normierten Projektmanagement-Methodengebäude nicht mehr wegzudenken. Die Misserfolgsquote von Projekten ist dennoch relativ hoch geblieben, zum einen, weil die Menschen im Projekt als Erfolgsfaktor Nr. 1 weitgehend vernachlässigt werden, zum anderen, weil Kostenziele hinter wirtschaftlichen Erfolgszielen zurücktreten.
Inhaltsverzeichnis
1. Zum Verständnis von Projektcontrolling
1.1. Sachrationales Projektcontrolling
1.1.1. Anspruch: Projektcontrolling als Koordinationsmanagement
1.1.2. Zur Umsetzung in Projekten
1.2. Personenbezogenes Projektcontrolling
1.3. Konsequenzen für die Akzeptanz von Projektcontrolling
2. Projektcontrolling im Projektablauf
2.1. Informationen für die Projektbegleitung
2.2. Von der Projektentscheidung bis zur Projektrealisierung
2.2.1. Sachrationale Informationen
2.2.2. Personenbezogene Informationen
2.2.2.1. Projektorganisation
2.2.2.2. Handlungskompetenzen
2.2.2.3. Projektführung und Teambildung
2.2.3. Ergebnisse für das weitere Vorgehen
2.3. Projektrealisierung
2.3.1. Sachrationale Informationen
2.3.1.1. Prinzipielle Vorgehensweise bei einer Einzelbetrachtung
2.3.1.2. Vorgehensweise bei der integrierten Projektsteuerung
2.3.2. Personenbezogene Informationen
2.3.3. Maßnahmen
3. Vom zukünftigen Nutzen des Projektcontrolling
4. Literatur
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das Projektcontrolling als kritischen Erfolgsfaktor und analysiert, inwieweit es durch eine Kombination aus sachrationalen und personenbezogenen Ansätzen zur Steigerung des Projekterfolgs beitragen kann. Dabei wird hinterfragt, warum trotz standardisierter Methoden die Misserfolgsquote in Projekten hoch bleibt und wie eine ganzheitliche Projektsteuerung aussehen muss.
- Integration von sachrationalem Controlling und personenbezogener Projektführung.
- Analyse des Informationsbedarfs und der Projektberichterstattung.
- Bedeutung von Handlungskompetenzen und Konfliktmanagement im Projektalltag.
- Methoden zur integrierten Projektsteuerung und Überwachung.
- Zukünftige Anforderungen an ein ganzheitliches Projektcontrolling.
Auszug aus dem Buch
1.1.1. Anspruch: Projektcontrolling als Koordinationsmanagement
Controlling lässt sich als Koordinationsmanagement verstehen (Schwiering 1996, S. 91). Koordination als präsituative Lenkungstätigkeit bereitet die Abstimmung der Fremd- und Selbststeuerung in organisierten Handlungsprozessen vor oder setzt die Abstimmung durch. Zu diesem Zweck informiert es über die Bedingungen und Alternativen der zielgerichteten Erfüllung von Aufgaben insgesamt und beeinflusst (mit Bezug dazu) in Form normierter Handlungsabstimmung das Verhalten in der Hierarchie (Regulierung). Der Systembezug ergibt sich dabei aus dem, was die Akteure einzeln oder zusammen zu koordinieren haben (Koordinationsgegenstand). Die pragmatische Interaktionsfunktion lässt sich daraus ableiten, wie dies zu geschehen hat, d.h. durch Information oder Regulierung. Die Systemdynamik entsteht dadurch, dass die Lenkungs- und Informationsprozesse entweder nach feststehenden Vorgaben auszurichten sind (Strukturpraktizierung) oder zwecks ihrer Veränderung koordiniert werden sollen (Strukturgestaltung). Controlling in diesem Verständnis ist mehr als ein handlungsorientiertes Rechnungswesen, das zwar die Koordinationsfunktion des Controlling konzeptionell abgrenzt, aber vage lässt, welche Managementprozesse darunter fallen und welche nicht (Horvath 1994, S. 144). Dezentrales Koordinationsmanagement antizipiert v.a. zukünftige Entwicklungen der zu lenkenden Größen. Es hat sich daher vom vergangenheitsorientierten reagierenden Rechnungswesen emanzipiert.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zum Verständnis von Projektcontrolling: Dieses Kapitel definiert Projektcontrolling als Kombination aus sachrationalen und personenbezogenen Managementansätzen und beleuchtet die Rolle des Menschen als kritischen Erfolgsfaktor.
2. Projektcontrolling im Projektablauf: Hier werden detaillierte Instrumente zur Projektbegleitung, von der Entscheidung bis zur Realisierung, vorgestellt, wobei sowohl sachrationale als auch personenbezogene Informationsbedarfe berücksichtigt werden.
3. Vom zukünftigen Nutzen des Projektcontrolling: Das Kapitel reflektiert über die Weiterentwicklung des Projektcontrollings hin zu einer wertschöpfenden Einheit, die auch Wissensmanagement und berufsethische Normen einbezieht.
4. Literatur: Auflistung der im Werk verwendeten wissenschaftlichen Quellen und weiterführenden Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Projektcontrolling, Projektmanagement, Koordinationsmanagement, Projekterfolg, Sachrationales Controlling, Personenbezogenes Controlling, Projektsteuerung, Informationsmanagement, Handlungskompetenz, Teambildung, Konfliktmanagement, Projektrealisierung, Wissensmanagement, Kennzahlen, Projektauftrag.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Wirksamkeit von Projektcontrolling und untersucht, ob und wie dieses als Garantie für den Projekterfolg fungieren kann, wobei eine rein technokratische Sicht kritisch hinterfragt wird.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Verknüpfung von sachrationaler Projektsteuerung mit personenbezogenen Aspekten, der Rolle von Kommunikation und Motivation im Team sowie der Bedeutung einer adäquaten Informationsversorgung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Projektcontrolling durch die Integration von fachlichen Methoden und sozialpsychologischem Know-how als Enabler für den Projekterfolg agieren kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor stützt sich auf eine Analyse von PM-Methoden, systemtheoretische Ansätze erster und zweiter Ordnung sowie praktische Erfahrungen aus Bau- und IT-Projekten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Instrumente zur Informationsverteilung, Methoden zur Projektkalkulation, die Bedeutung von Handlungskompetenzen für Projektteams sowie spezifische Maßnahmen zur Konfliktlösung und Prozesssteuerung detailliert erörtert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Schlagworte sind Projektcontrolling, Koordinationsmanagement, interdisziplinäre Projektarbeit, Erfolgsfaktoren und Prozesssteuerung.
Warum reicht sachrationales Projektcontrolling allein oft nicht aus?
Laut Autor scheitern Projekte trotz technischer Korrektheit oft an der Vernachlässigung der menschlichen Komponente, die den "Erfolgsfaktor Nr. 1" darstellt.
Welche Bedeutung kommt der IMV-Matrix in diesem Konzept zu?
Die IMV-Matrix dient dazu, frühzeitig und prozessorientiert zu klären, wer für welche Aufgaben verantwortlich ist, wer mitarbeitet und wer Informationen erhält, um so die Zusammenarbeit im Team zu strukturieren.
- Arbeit zitieren
- Dr. Michael Hesseler (Autor:in), 2007, Projektcontrolling - Eine Garantie des Projekterfolgs?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/92755