Die Aufgaben eines Bildungswissenschaftlers sind vielseitig. Das Erstellen eines Schulungsplans ist eine von ihnen. Schulungspläne, auch Blueprints genannt, werden in allen Bereichen der privaten und öffentlichen Unternehmen benötigt. In der vorliegenden Arbeit entwickelt ein Bildungswissenschaftler ein Blueprint für einen privaten Bildungsträger, der bundesweit Standorte unterhält. Dieser plant, das Personalwesen in die Verantwortung der jeweiligen Standortleiter zu geben. Dadurch können die Standorte flexibler auf wirtschaftliche Veränderungen reagieren und bei steigender Nachfrage kurzfristig das Personal aufstocken. Um die Kompetenzen und Fähigkeiten, die dazu nötig sind, zu schulen und zu trainieren, soll hierzu auf Grundlage des 4 CID Modells ein Blueprint. entwickelt werden.
Das 4 CID Modell ist darauf ausgelegt, komplexe kognitive Fähigkeiten, ganzheitlich und authentisch zu schulen. Sein Kern besteht aus 4 Komponenten die miteinander in Wechselbeziehung stehen: Diese Komponenten sind: Lernaufgabe (Learning tasks), unterstützende Informationen (support information), prozedurale Information (Just in Time Information) und Übung von Teilaufgaben (Part- task Practice).
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Exkurs
3 Hierarchische Kompetenzanalysen
4. Bildung von Aufgabenklassen
5. Entwicklung von Lernaufgaben
6 Prozedurale und unterstützende Informationen
7 Part-task practice
8 Didaktische Szenarien
9. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, auf Grundlage des 4 CID Modells einen strukturierten Schulungsentwurf (Blueprint) für die Besetzung neuer Stellen in einem privaten Bildungsträger zu entwickeln, um das Personalwesen effizient in die Verantwortung der jeweiligen Standortleiter zu übertragen.
- Grundlagen des 4 CID Modells zur Vermittlung komplexer kognitiver Fähigkeiten.
- Erstellung einer Fertigkeitenhierarchie für den Prozess der Personalauswahl.
- Differenzierung und Gestaltung von Aufgabenklassen und Lernaufgaben.
- Einsatz von unterstützenden und prozeduralen Informationen sowie Part-task practice.
- Analyse didaktischer Szenarien wie Simulation und Erkundung im Kontext des E-Learning.
Auszug aus dem Buch
4 CID Modell
Das 4 CID Modell ist darauf ausgelegt, komplexe kognitive Fähigkeiten, ganzheitlich und authentisch zu schulen. Sein Kern besteht aus 4 Komponenten die miteinander in Wechselbeziehung stehen. Diese Komponenten sind: Lernaufgabe (Learning tasks), unterstützende Informationen (support information), prozedurale Information (Just in Time Information) und Übung von Teilaufgaben (Part- task Practice).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Zielsetzung ein, ein Blueprint für die Besetzung neuer Stellen auf Basis des 4 CID Modells zu entwickeln, um Standortleiter zu befähigen, flexibler auf Personalbedarf zu reagieren.
2 Theoretischer Exkurs: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung der Pfadabhängigkeit in der deutschen Didaktik und grenzt diese vom Instruktionsdesign ab, während es gleichzeitig die Bezugstheorien des 4 CID Modells, insbesondere die Cognitive Load Theory, darlegt.
3 Hierarchische Kompetenzanalysen: Hier wird der Prozess der Hierarchieerstellung beschrieben, bei dem die Kompetenz „neue Stelle besetzen“ in Teilfertigkeiten zerlegt und in horizontale sowie vertikale Relationen gegliedert wird.
4. Bildung von Aufgabenklassen: Dieses Kapitel behandelt das Grundgerüst des Trainingsprogramms durch die Einteilung von Aufgabenklassen nach dem „simple to complex“-Prinzip, um kognitive Überforderung zu vermeiden.
5. Entwicklung von Lernaufgaben: Hier werden drei konkrete Lernaufgaben entwickelt, die dem Scaffolding-Prinzip folgen und durch unterschiedliche Formate wie Lösungsbeispiele, Vervollständigungsprobleme und konventionelle Probleme den Lerner schrittweise zur Selbstständigkeit führen.
6 Prozedurale und unterstützende Informationen: Dieses Kapitel definiert unterstützende Informationen zur Vermittlung von Theoriewissen und prozedurale Informationen als „Just-in-time“-Hilfestellungen für wiederkehrende Fertigkeiten.
7 Part-task practice: Hier wird die vierte Komponente des Modells erläutert, die speziell auf die Automatisierung von rechtlichen und betrieblichen Routineaufgaben durch gezieltes, separates Training abzielt.
8 Didaktische Szenarien: Dieses Kapitel diskutiert die Anwendung didaktischer Szenarien wie Simulation und Erkundung in der Ausgestaltung des Schulungsentwurfs und beleuchtet das Konzept der Fidelity.
9. Fazit: Das Fazit ordnet den Schulungsentwurf in das ADDIE-Modell ein und bewertet abschließend die Stärken und Schwächen des 4 CID Modells im Kontext des vorliegenden Trainingsentwurfs.
Schlüsselwörter
4 CID Modell, Instruktionsdesign, Personalauswahl, Schulungsentwurf, Blueprint, Cognitive Load Theory, Kompetenzanalyse, Lernaufgaben, Scaffolding, Prozedurale Informationen, Part-task practice, Didaktische Szenarien, Simulation, Fidelity, Weiterbildung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung eines Schulungsentwurfs für die Besetzung von Stellen innerhalb eines Unternehmens, um diese Aufgabe eigenverantwortlich an die Standortleiter zu übertragen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind das Instruktionsdesign nach dem 4 CID Modell, die methodische Gestaltung von Lernprozessen für komplexe kognitive Aufgaben und die didaktische Planung einer betrieblichen Weiterbildung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Erstellung eines Blueprints für einen privaten Bildungsträger, der es ermöglicht, die Kompetenzen zur Neubesetzung von Stellen ganzheitlich und authentisch zu trainieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt das 4 CID Modell (Four-Component Instructional Design) als methodische Grundlage, unterstützt durch theoretische Ansätze wie die Cognitive Load Theory und das ADDIE-Modell.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Kompetenzanalyse (Fertigkeitenhierarchie), die Konzeption von Aufgabenklassen und Lernaufgaben sowie die detaillierte Ausgestaltung von Informationskomponenten und didaktischen Szenarien.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie 4 CID Modell, Personalauswahl, Instructional Design, Lernaufgaben, Kompetenzanalyse und Scaffolding charakterisiert.
Wie unterscheidet die Arbeit zwischen wiederkehrenden und nicht wiederkehrenden Fertigkeiten?
Wiederkehrende Fertigkeiten werden als Routineaufgaben betrachtet, die durch Part-task practice automatisiert werden, während nicht wiederkehrende Fertigkeiten komplexe kognitive Schemata erfordern, die durch unterstützende Informationen gefördert werden.
Welche Rolle spielt die Fidelity bei den Lernaufgaben?
Der Begriff Fidelity bezeichnet den Realitätsbezug der Lernmedien; die Arbeit unterscheidet zwischen low-fidelity (z.B. Expertenvideo) und high-fidelity (z.B. Rollenspiel), um den Lernerfolg gezielt zu steuern.
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- Petra Drewitz (Author), 2014, Als Leiter einer Bildungseinrichtung eine neue Stelle besetzen. Schulungskonzept mit dem 4C/ID-Modell, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/925973