Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Thema Sprachförderung. Konkret geht sie der Fragestellung nach, wie Sprachförderung fachlich fundiert und zugleich spielerisch im Kindergarten gelingen kann. Da die Begleitung und Unterstützung der kindlichen Sprachentwicklung eine Kernaufgabe jeder pädagogischen Fachkraft darstellt, benötigt sie gleichermaßen theoretisches Fachwissen und praktische Handlungskompetenz.
Deshalb beleuchtet die Facharbeit im Theorieteil wichtige Fachbegriffe, die Bedeutung von Sprache, Sprachförderung und Literacy-Erziehung im Detail sowie die Sprachentwicklungsstörungen, die auftreten können. Eine Analyse der Alltagssituation im Kindergarten darf hierbei nicht fehlen (Struktur- und Rahmenbedingungen, Ist-Situation, Methodenwahl etc.).
Viel wichtiger jedoch ist es der Autorin selbst als gutes Beispiel voranzugehen und die Freude an Sprache und Kommunikation in den Vordergrund der Sprachförderung zu stellen. Auf Grundlage des wunderbaren Mitmach-Bilderbuches „Clown Kallis fröhlicher Sprachzirkus“ entstand hierbei eine abwechslungsreiche Angebotsreihe zur spielerischen Sprachförderung, die durch eigene Ideen ergänzt und erweitert wurde. Die Übungen können sowohl in der Gesamtgruppe als auch in Kleingruppen oder im Vorkurs Deutsch eingesetzt werden.
Diese Arbeit ist ein Leitfaden für pädagogische Fachkräfte, um Sprachförderung im Kindergartenalltag spielerisch umzusetzen. Vielen Mitmach-Übungen, Reflexionen, Auswertungstabellen sowie Bildmaterial im Anhang dienen zum Nachahmen und als Impuls für Ihre eigene Kreativität. Schlüpfen Sie selbst in die Rolle des Clowns und entlocken Sie den Kindern nicht nur ein Lächeln, sondern auch den Mut und die Freude zu sprechen.
Inhaltsverzeichnis
A Einleitung
B. Theoretische Grundlagen
1. Definitionen relevanter Begriffe
2. Das Bild vom Kind und die Ko-Konstruktion
3. Sprache
3.1. Was ist und umfasst Sprache? – Ein kurzer Überblick über die vier Fertigkeiten, Ebenen und die Sprachstruktur
3.2. Was bedeutet Sprache überhaupt für den Menschen? Wie erwirbt sie das Kind? Welche Funktionen erfüllt sie?
3.3. Meilensteine der regulären Sprachentwicklung, daran beteiligte Faktoren, Vorgehensweise bei Auffälligkeiten
3.4. Definitionen und Arten von abweichender Sprachentwicklung
4. Sprachförderung von Kindern
4.1. Wie wird Sprachförderung von Sprachtherapie abgegrenzt?
4.2. Kernelemente der Sprachförderung
5. Literacy-Erziehung
5.1. Begriffserläuterung: LITERACY – „Lernchancen rund ums Buch“
5.2. „Lernchance Bilderbuch: Ein Bild vor Augen, eine Geschichte im Ohr“:
5.3. „Vorlesen: erste Begegnungen mit Schrift- und Buchkultur“
5.4. Und was verbirgt sich noch alles hinter dem Begriff Literacy?
C Praktische Umsetzung im Arbeitsfeld
1. Situationsanalyse
1.1. Struktur- und Rahmenbedingungen
1.2. Ist-Situation
2. Pädagogische Grundhaltung
3. Kompetenzen und Ziele des Themas der Facharbeit
4. Planung des methodischen Gesamtvorgehens
5. Praktische Durchführung der pädagogischen Bildungsaktivitäten
D Auswertung der theoretischen sowie praktischen Aspekte der Facharbeit
1. Auswertung des Theorieteils in Bezug auf die Praxis
2. Auswertung des Praxisteils
2.1. Reflexion der Zielsetzung
2.2. Reflexion der methodischen Vorgehensweise
2.3. Reflexion der Zielgruppe
2.4. Reflexion des eigenen Erzieherverhaltens, Lernerfahrungen und Konsequenzen für die weitere pädagogische Arbeit
E Schluss - Resümee
Zielsetzung & Themen
Die Facharbeit untersucht, wie Kinder im Kindergartenalter spielerisch zur Auseinandersetzung mit Sprache motiviert werden können, wobei der Fokus auf der Nutzung von Literacy-Ansätzen in einer Angebotsreihe rund um das Mitmach-Bilderbuch „Clown Kallis fröhlicher Sprachzirkus“ liegt.
- Sprachförderung durch Literacy-Erziehung im Kindergartenalltag
- Methoden zur Steigerung der Sprachmotivation und Sprechfreude
- Die Rolle der Erzieherin als Sprachvorbild und Lernbegleiterin
- Verzahnung von Bildungsangeboten mit kindlichen Interessen
Auszug aus dem Buch
3.2. Was bedeutet Sprache überhaupt für den Menschen? Wie erwirbt sie das Kind? Welche Funktionen erfüllt sie?
„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt“ (Wittgenstein).
Die Sprachfähigkeit ist dem Menschen angeboren. Sprechen lernt er aber nur, wenn mit ihm auch gesprochen wird, d. h. er braucht ein lebendiges Vorbild und keine Medien, die man ihm vorsetzt (z. B. TV als „Babysitter“). Das Kind lernt zwar zum einen Einiges durch Nachahmung (nach Albert Bandura „Lernen am Modell“), jedoch benötigt es zum Spracherwerb die direkte menschliche Interaktion und eine gute Bindung / Beziehung zu seiner Umwelt. Das Kind braucht eine anregende Umgebung und viele Sprechanlässe, um das Sprechen an sich und die Regeln zu üben. Voraussetzung für erfolgreiches Lernen ist nach der Bindungstheorie (von Bowlby) hierbei die sichere Bindung zu den primären Bezugspersonen, die von Geborgenheit, Zuwendung, Aufmerksamkeit geprägt ist.
Wie für jede andere Entwicklungsaufgabe auch, gibt es für den Spracherwerb eine sensible Phase, in der der Erwerb entwicklungsbedingt mühelos erfolgt. Das Zeitfenster hierfür ist von 0 – 7 Jahren geöffnet. Danach ist der Spracherwerb nicht (teilweise auch stark erschwert oder kaum) mehr möglich.
Sprache wird außerdem nicht isoliert erlernt. Die sprachliche Bildung ist mit den anderen Entwicklungsbereichen wie Motorik, Kognition, emotionaler und sozialer Entwicklung sowie der Wahrnehmung mit allen Sinnen verknüpft. „Kinder lernen Sinn-orientiert.“ Im Zeitalter der „digital natives“ ist es wichtig, darauf hinzuweisen, dass die sensorische Integration die Grundlage für den Spracherwerb ist. D. h. nur durch real erfahrene Sinneswahrnehmungen, durch BE-GREIFEN kann dies überhaupt gelingen. Darüber hinaus beeinflusst die Sprachentwicklung andere Entwicklungsbereiche und damit die komplette Persönlichkeitsentwicklung stark.
Zusammenfassung der Kapitel
A Einleitung: Die Arbeit begründet die Relevanz der Sprach- und Literacy-Förderung im Kindergartenalter basierend auf Studienergebnissen und der Bedeutung von Sprache als Schlüssel zur Welt.
B. Theoretische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert zentrale Begriffe, die kindliche Entwicklung, die Grundlagen der Sprache und die Bedeutung von Literacy-Erziehung für die Sprachkompetenz.
C Praktische Umsetzung im Arbeitsfeld: Hier wird die Planung und Durchführung einer konkreten Angebotsreihe zum Thema „Zirkus“ beschrieben, die auf den theoretischen Erkenntnissen basiert.
D Auswertung der theoretischen sowie praktischen Aspekte der Facharbeit: Das Kapitel reflektiert die Ergebnisse der durchgeführten Angebote, bewertet das methodische Vorgehen und zieht Konsequenzen für die zukünftige pädagogische Praxis.
E Schluss - Resümee: Die Autorin fasst zusammen, dass spielerische Sprachförderung langfristig erfolgreich ist und sich das Engagement positiv auf die sprachliche Teilhabe der Kinder ausgewirkt hat.
Schlüsselwörter
Sprachförderung, Literacy-Erziehung, Kindergarten, Sprachkompetenz, Bildungsplan, Ko-Konstruktion, Sprachtherapie, Sprachspiele, Sprechfreude, Bildungsaktivitäten, Clown Kalli, Sprachzirkus, Kommunikation, Sprachentwicklung, Vorschulerziehung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Facharbeit befasst sich mit der spielerischen Sprachförderung im Kindergarten, insbesondere durch den Ansatz der Literacy-Erziehung, eingebettet in eine Themenwoche rund um den Zirkus.
Welches ist das zentrale Themenfeld der Arbeit?
Im Zentrum steht die Verknüpfung von Sprache und Literacy, um Kinder im Alter von 3 bis 6 Jahren zur Kommunikation zu motivieren und ihre Sprachkompetenz ressourcenorientiert zu stärken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist es, die Neugier und Freude der Kinder an Sprache zu wecken, sodass auch zurückhaltende Kinder den Mut finden, sich sprachlich in der Gruppe zu äußern.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin kombiniert eine theoretische Fundierung (auf Basis des bayerischen Bildungs- und Erziehungsplans) mit einem praxisorientierten Aktionsforschungsansatz, um die Wirkung der Literacy-Angebote zu evaluieren.
Welche Aspekte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Definitionen (Sprache, Literacy) und die detaillierte Beschreibung der praktischen Umsetzung einer „Zirkus“-Angebotsreihe mit verschiedenen Mitmach-Übungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Sprachförderung, Literacy-Erziehung, Sprechfreude, Sprachkompetenz und die Rolle des pädagogischen Personals als Sprachvorbild.
Warum wurde das Medium „Bilderbuch“ in der Praxis gewählt?
Bilderbücher dienen als niedrigschwelliges, motivierendes Medium, das dialogorientiert eingesetzt wird, um Sprache begreifbar zu machen und vielfältige Anlässe für den Austausch zu schaffen.
Welche Bedeutung hat die Figur „Clown Kalli“ in der Facharbeit?
Die Verkleidung der Erzieherin als „Clown Kalli“ dient als motivierendes Element, das eine angstfreie, lustbetonte Atmosphäre schafft und den Kindern hilft, Barrieren abzubauen und aktiver an den Sprachübungen teilzunehmen.
- Arbeit zitieren
- Andrea Dietrich (Autor:in), 2018, Sprachförderung von Kindern im Kindergarten. Eine Literarcy-Angebotsreihe zur spielerischen Förderung der Sprache, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/924994