Diese Arbeit befasst sich damit, ob die Interpunktion bei Parenthesen vollkommen variabel ist und keinen Unterschied macht.
Hierfür soll zunächst eine Definition des Parenthesebegriffs und einen Einblick in die Funktion von Parenthesen gegeben werden. Danach wendet sich die Arbeit der Interpunktion von Parenthesen zu. Zudem erklärt sie die Funktion, Interpretation und Beschränkungen der Interpunktionszeichen Komma, Klammer und Gedankenstrich.
Anschließend sollen diese zusammengeführt und in Bezug auf die Variabilität der Zeichensetzung bei Parenthesen gesetzt werden. Es soll eine Bewertung der Variabilität erfolgen, um zu verdeutlichen, dass die Vermutung, die Interpunktion bei Parenthesen sei vollkommen variabel, falsch ist. Es gibt demnach sehr wohl Unterschiede zwischen den Interpunktionszeichen.
Parenthesen, oder Einschübe, können in der deutschen Schriftsprache durch drei verschiedene Interpunktionszeichen, also verschiedene Zeichensetzungszeichen, gekennzeichnet werden. Diese sind zum einen das Komma, beziehungsweise paarige Komma, die Klammern oder der Gedankenstrich, oder paarige Gedankenstriche. Primus bemerkt in diesem Zusammenhang, dass die drei verschiedenen Interpunktionszeichen bei Parenthesen miteinander konkurrieren.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Parenthese
3. Interpunktion von Parenthesen
3.1. Das Komma bei Parenthesen
3.2. Die Klammer bei Parenthesen
3.3. Der Gedankenstrich bei Parenthesen
3.4. Auswertung
4. Fazit
5. Literaturverzeichnis
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Interpunktion bei Parenthesen im Deutschen mit dem Ziel, die verbreitete Annahme einer vollkommenen Wahlfreiheit zwischen Komma, Klammer und Gedankenstrich zu widerlegen. Es wird analysiert, inwiefern die Wahl des Interpunktionszeichens spezifische semantische und syntaktische Funktionen erfüllt und den Leser in seinem Interpretationsprozess steuert.
- Definition und Funktion von Parenthesen in der deutschen Schriftsprache.
- Analyse der interpunktiven Markierung durch Kommata, Klammern und Gedankenstriche.
- Untersuchung der syntaktischen und rhetorischen Bedingungen bei der Zeichensetzung.
- Bewertung der Entscheidungsspielräume für Schreibende.
- Darstellung der unterschiedlichen Leseanweisungen durch variierende Interpunktion.
Auszug aus dem Buch
3. Interpunktion von Parenthesen
Wie bereits angeklungen ist, gibt es bei der Parenthese verschiedene Möglichkeiten der Interpunktion. Chodakovsʹka beschreibt das Verhältnis der drei Interpunktionszeichen wie folgt: „Die äußeren, graphischen Kennzeichen einer parenthetischen Einfügung sind vorwiegend Gedankenstriche, dann Klammern, aber zuweilen können es auch Kommata sein […].“ (2012: 50). Hier ist das Verhältnis so formuliert als gäbe es eine Hierarchie bei der Verwendung der drei Interpunktionszeichen, die als erstes Zeichen der Parenthese den Gedankenstrich sieht, danach die Klammern und erst an letzter Stelle das Komma. Primus erwähnt dazu hingegen, dass bei Parenthesen das Komma mit dem Gedankenstrich und den runden Klammern konkurriere (vgl. 1993: 251). Diese Beschreibung der Interpunktion bei Parenthesen legt den Schluss nahe, dass die drei Interpunktionszeichen (Komma, Gedankenstrich und Klammer) frei austauschbar sind und es keine Unterschiede zwischen ihnen gibt. Bredel bezeichnet das Verhältnis der drei Interpunktionszeichen auch als ein Konkurrenzverhältnis, allerdings klingt in ihrer Beschreibung an, dass es durchaus Unterschiede in der Wahl des Interpunktionszeichens gibt.
Das Komma konkurriert hier mit dem Gedankenstrich und den Klammern. Sie greifen unterschiedliche Eigenschaften der Parenthese auf. Das Komma reagiert auf die fehlende syntaktische Integration, die Klammer auf die Art der gegebenen Information (Nebeninformation), der Gedankenstrich auf das Erfordernis des Konstruktionsabbruchs. Mit der Wahl eines der drei Zeichen wird also jeweils eine spezifische Eigenschaft der Parenthese herausgearbeitet. (Bredel 2011: 76)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik der Interpunktion von Parenthesen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob eine völlige Wahlfreiheit bei der Zeichensetzung besteht.
2. Parenthese: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Parenthese als syntaktisch nicht integrierten Einschub und erläutert dessen Funktionen sowie Positionierungsmöglichkeiten im Satzgefüge.
3. Interpunktion von Parenthesen: Dieses Hauptkapitel analysiert detailliert die verschiedenen Interpunktionsmöglichkeiten und deren spezifische Funktionen.
3.1. Das Komma bei Parenthesen: Hier wird die Verwendung des Kommas untersucht, wobei insbesondere dessen Rolle als syntaxsensitives Zeichen und zur Abgrenzung nicht integrierter Elemente hervorgehoben wird.
3.2. Die Klammer bei Parenthesen: Dieses Unterkapitel beleuchtet die Klammer als Mittel zur Kennzeichnung von Nebeninformationen und zur Kommentierung durch den Autor.
3.3. Der Gedankenstrich bei Parenthesen: Der Fokus liegt hier auf dem Gedankenstrich als rhetorisches Zeichen, das einen Konstruktionsabbruch signalisiert und den Einschub besonders betont.
3.4. Auswertung: Dieses Kapitel führt die Befunde zusammen und verdeutlicht anhand von Beispielsätzen, dass die Zeichen nicht frei austauschbar sind, da sie unterschiedliche Verstehensanweisungen an den Leser geben.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass die Wahl des Interpunktionszeichens keinesfalls beliebig ist, sondern maßgeblich die Interpretation der Gesamtkonstruktion beeinflusst.
5. Literaturverzeichnis: Hier werden alle in der Arbeit verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Referenzen aufgeführt.
Schlüsselwörter
Parenthese, Interpunktion, Zeichensetzung, Komma, Klammer, Gedankenstrich, syntaktische Integration, Textverarbeitung, Performanzstruktur, Schreibdidaktik, Schriftsprache, Satzgefüge, Distinktive Funktion, Nebeninformation, Konstruktionsabbruch.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Verwendung von Interpunktionszeichen bei der Markierung von Einschüben, sogenannten Parenthesen, in der deutschen Schriftsprache.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Untersuchung konzentriert sich auf das Zusammenspiel von Komma, Klammer und Gedankenstrich sowie deren unterschiedliche Wirkung auf die syntaktische und semantische Interpretation eines Satzes.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Es wird untersucht, ob die Wahl zwischen den verschiedenen Interpunktionszeichen bei Parenthesen tatsächlich frei variabel ist oder ob spezifische Regeln und Interpretationsunterschiede existieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse und Auswertung linguistischer Fachliteratur, unterstützt durch die Untersuchung zahlreicher Beispielsätze zur Verdeutlichung der interpunktiven Unterschiede.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Definition der Parenthese sowie detaillierte Einzelanalysen zu Komma, Klammer und Gedankenstrich, gefolgt von einer vergleichenden Auswertung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Parenthese, Interpunktion, syntaktische Integration, rhetorische Betonung und die spezifische Funktion der einzelnen Satzzeichen als Leseanweisung.
Warum kann man nicht einfach jedes Satzzeichen für einen Einschub wählen?
Jedes Satzzeichen signalisiert dem Leser eine andere Verarbeitungsweise; während ein Komma lediglich einen Einschub markiert, signalisiert der Gedankenstrich eine längere Pause oder unerwartete Information, was die syntaktische Korrektheit je nach Kontext beeinflussen kann.
Welche Rolle spielt die Position der Parenthese im Satz?
Die Position ist entscheidend, da bestimmte Satzzeichen – insbesondere die Klammer und der Gedankenstrich – als positionssensitiv gelten und die syntaktische Struktur des Trägersatzes unterschiedlich stark beeinflussen.
Was bedeutet der "Überraschungseffekt" bei der Interpunktion?
Wenn ein Satzzeichen gewählt wird, das nicht der Erwartung entspricht, führt dies bei Lesern zur Bildung von Hypothesen, um die Abweichung zu erklären, was wiederum die Interpretation des Textes steuert.
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- Anonym (Author), 2017, Interpunktion bei Parenthesen. Festes Schema oder frei variabel?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/920320