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Erinnerung in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Medien und Gedächtnisformen

Titel: Erinnerung in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Medien und Gedächtnisformen

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2020 , 25 Seiten , Note: 2,3

Autor:in: Nina Hans (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem Thema Erinnerung in Uwe Timms Werk „Am Beispiel meines Bruders“ auseinander. Der Autor erzählt mit Hilfe von Erinnerungssequenzen seine Familiengeschichte. Timm reflektiert dabei die Entstehung und Funktionsweise von Erinnerungen. Er stellt unter anderem in Frage, ob Erinnerungen einer Authentizität unterliegen. Die Überprüfung dieser Zweifel des Autors und eine Einschätzung seiner Informationsquellen spielen in der Analyse eine zentrale Rolle.

Die schriftliche Ausarbeitung lässt sich in drei Bereiche gliedern. Der erste wird durch einen Theorieteil abgedeckt, der Gedächtniskontexte und erinnerungstheoretische Fragestellungen hervorbringen soll. Unterschiedliche kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien, basierend auf den Konzepten von Jan und Aleida Assmann zum kulturellen und kommunikativen Gedächtnis, werden dabei helfen, die wesentlichen Terminologien der Arbeit definieren.

Im zweiten und dritten Teil gilt die Aufmerksamkeit dem Werk Uwe Timms. Zunächst werden die verschiedenen Gedächtnisformen nacheinander abgehandelt. Sie dienen hierbei einer Analyse des Textes in Bezug auf das Gedächtnis. Es soll herausgestellt werden, inwiefern diese im Werk vorhanden sind. Auf Verfälschungen von Erinnerungen wird in diesem Kapitel ebenfalls das Augenmerk gerichtet.

Im vorletzten Kapitel werden die Medien der Erinnerung, die Uwe Timm in seinem Werk nutzt, genauer betrachtet. Es soll analysiert werden, warum und mit Hilfe welcher Medien erinnert wird und welchen Wert diese Erinnerungen, vor allem hinsichtlich ihrer Glaubwürdigkeit, besitzen.

Das Gedächtnis ist in der Lage, die Existenz des Menschen zu einer Gesamtheit zusammenzuschweißen. Besäßen Personen kein Vermögen darüber, sich zu erinnern, käme es zu einem Zusammenbruch des Wissens über den Menschen selbst und über die Welt, sodass dies in einzelne ungeordnete Puzzlestücke fallen würde. Gedächtnis und Erinnerung sind somit unverzichtbar für eine Herstellung von Ordnung und Orientierung von vergangenen und gegenwärtigen Aspekten. Erinnerungen können daher als Verbindungsglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verstanden werden.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Theoretische Grundlagen: Gedächtniskontexte und erinnerungstheoretische Fragestellungen

3. Gedächtnisformen bei Timm

3.1 Das autobiographische Gedächtnis

3.2 Das kommunikative Gedächtnis

3.3 Das Familiengedächtnis

3.4 Das kulturelle Gedächtnis

4. Medien der Erinnerung

4.1 Fotos

4.2 Briefe

4.3 Tagebuch

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion und Funktionsweise von Erinnerung in Uwe Timms Werk "Am Beispiel meines Bruders". Ziel ist es, die Komplexität persönlicher und familiärer Gedächtnisprozesse aufzuzeigen, deren Authentizität zu hinterfragen und die Rolle verschiedener Medientypen bei der Überbrückung von Erinnerungslücken zu analysieren.

  • Analyse verschiedener Gedächtnisformen nach kulturwissenschaftlichen Theorien (Assmann, Welzer).
  • Untersuchung der Bedeutung und Glaubwürdigkeit autobiographischer Erinnerungen.
  • Die Rolle von Familien- und kommunikativem Gedächtnis bei der Identitätsstiftung.
  • Einsatz von Medien wie Fotos, Briefen und Tagebüchern als Stütze oder zur Verifizierung von Erinnerungen.
  • Reflexion über die Manipulierbarkeit und Verfälschbarkeit von Erinnerungen im Kontext der Familiengeschichte.

Auszug aus dem Buch

3.1 Das autobiographische Gedächtnis

In den folgenden Kapiteln sollen die verschiedenen Gedächtnisformen exemplarisch an Am Beispiel meines Bruders analysiert werden. Um den Umfang dieser Arbeit nicht ins Uner messliche zu treiben, können jedesmalig nur einige Passagen beispielhaft aus dem Werk herausgegriffen werden, die die jeweilige Thematik am besten widerspiegeln.

Die Erzählung steigt mit einer Erinnerung des Erzählers an ein Ereignis aus seinen frühen Kindheitstagen ein. Hierbei handelt es sich um „die einzige Erinnerung an den 16 Jahre älteren Bruder.“30 Das Erzähler-Ich behauptet sogar, dass es dabei um seine erste Erinnerung überhaupt geht, mit der „das Wissen von [ihm] selbst“31 beginnt:

Dort, das hat sich als Bild mir genau eingeprägt, über dem Schrank, sind Haare zu sehen, blonde Haare. Dahinter hat sich jemand versteckt – und dann kommt er hervor, der Bruder, und hebt mich hoch. An sein Gesicht kann ich mich nicht erinnern, auch nicht an das, was er trug, wahrscheinlich Uniform, aber ganz deutlich ist diese Situation: Wie mich alle ansehen, wie ich das blonde Haar hinter dem Schrank entdecke, und dann dieses Gefühl, ich werde hochgehoben – ich schwebe.32

Diese Begegnung ist für den Erzähler positiv konnotiert, denn bei der Erinnerung daran steigen „Lachen, Jubel [und] eine unbändige Freude“33 in ihm auf. Es ist ein Ereignis, das mit Emotionen behaftet ist. Solche Erlebnisse finden häufiger den Weg in die Erinnerung, was zu einer dauerhaften Verfestigung führen kann: „Je emotional gefärbter eine Erinnerung, desto besser und wahrscheinlicher wird sie hervorgerufen.“34 Genauer betrachtet erinnert sich der Erzähler mehr an seine Gefühle, als an die eigentliche Begebenheit. Das Aussehen des Bruders – bis auf die blonden Haare – hat sich nicht in die Erinnerung eingebrannt. Die Tatsache, dass es sich bei dem weißen Schrank um einen Besenschrank handelte, weiß er nur aus nachträglichen Erzählungen. Zu Beginn wird somit bereits der problematische Charakter autobiographischer Erinnerung deutlich.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Thematik von Gedächtnis und Erinnerung ein und stellt das Werk von Uwe Timm sowie die Zielsetzung der Arbeit vor.

2. Theoretische Grundlagen: Gedächtniskontexte und erinnerungstheoretische Fragestellungen: Es werden wissenschaftliche Fachgebiete verknüpft, um das autobiographische, kommunikative, kollektive und kulturelle Gedächtnis theoretisch zu definieren.

3. Gedächtnisformen bei Timm: Dieses Kapitel analysiert die im Werk auftretenden spezifischen Gedächtnisformen, von der autobiographischen Erinnerung bis hin zum kulturellen Gedächtnis anhand konkreter Textbelege.

4. Medien der Erinnerung: Es wird untersucht, welche Funktion Fotos, Briefe und Tagebücher als Stützen für das Gedächtnis oder zur Verifizierung von Erzählungen einnehmen.

5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Uwe Timm die Problematik der Authentizität und Verfälschbarkeit von Erinnerungen erfolgreich darstellt.

Schlüsselwörter

Erinnerung, Gedächtnis, Uwe Timm, Am Beispiel meines Bruders, autobiographisches Gedächtnis, kommunikatives Gedächtnis, kulturelles Gedächtnis, Familiengedächtnis, Identität, Medien der Erinnerung, Authentizität, Verfälschung, Kriegsalltag, Nachkriegsliteratur, Familienhistorie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Mechanismen des Erinnerns in Uwe Timms Werk "Am Beispiel meines Bruders" und beleuchtet dabei sowohl die theoretischen Grundlagen als auch die konkrete Anwendung im Text.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die verschiedenen Gedächtnisformen (autobiographisch, kommunikativ, kulturell, familiär) und deren mediale Vermittlung durch Briefe, Fotos und Tagebücher.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Timm Erinnerungen im Werk nutzt, um Familiengeschichte zu rekonstruieren, wobei die Authentizität und Manipulierbarkeit dieser Erinnerungen kritisch hinterfragt wird.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine literaturwissenschaftliche Analyse basierend auf kulturwissenschaftlichen Gedächtnistheorien, insbesondere den Konzepten von Jan und Aleida Assmann sowie Harald Welzer.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil erfolgt eine detaillierte Analyse der Gedächtnisformen bei Timm sowie eine Untersuchung der im Buch verwendeten Medien der Erinnerung wie Briefe, Tagebuchaufzeichnungen und Familienfotos.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Erinnerung, Gedächtnis, Authentizität, Familiengedächtnis, autobiographisches Gedächtnis und mediale Stützen wie Fotos und Briefe.

Wie geht der Autor Timm mit den Erinnerungslücken um?

Timm nutzt vorhandene Dokumente und Erzählungen Dritter als mediale Stützen, um Lücken in seinem eigenen autobiographischen Gedächtnis zu füllen oder zu verifizieren.

Welche Rolle spielt die Unzuverlässigkeit der Erinnerung?

Die Unzuverlässigkeit ist ein zentraler Aspekt; Timm reflektiert, dass Erinnerungen durch Verfälschungen, Quellenverwechslungen oder emotionale Färbungen manipuliert sein können und somit nicht immer der historischen Wahrheit entsprechen.

Warum spielt das Tagebuch eine so wichtige Rolle?

Das Tagebuch dient dem Erzähler als "festgeschriebene Erinnerung", die ihm hilft, den Kriegsalltag des Bruders zu rekonstruieren, wobei es auch Interpretationsspielraum und Widersprüche offenbart.

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Erinnerung in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Medien und Gedächtnisformen
Hochschule
Universität des Saarlandes
Note
2,3
Autor
Nina Hans (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2020
Seiten
25
Katalognummer
V919285
ISBN (eBook)
9783346246240
ISBN (Buch)
9783346246257
Sprache
Deutsch
Schlagworte
erinnerung timms beispiel bruders medien gedächtnisformen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Nina Hans (Autor:in), 2020, Erinnerung in Uwe Timms "Am Beispiel meines Bruders". Medien und Gedächtnisformen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/919285
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  25  Seiten
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