Das Thema Nationalsozialismus ist ein zentrales Thema in den Lehrplänen aller Bundesländer. Aber erst auf einer soliden Grundlage aus Fakten wird es möglich, ein Geschichtsbild zu zeichnen, dass der Wahrheit am nächsten kommt. Fakten schaffen eine Grundlage für Analyse und Interpretation, die wiederum Ausgangspunkt für die in den Medien geäußerten Meinungen sein kann. Die beste Antwort auf politischen Extremismus und pauschalisierte Urteile ist eine durch Fakten abgesicherte Diskussionsgrundlage. Dieser Anspruch soll die Grundlage meiner Betrachtungen in dieser Hausarbeit darstellen. Um das Thema adäquat behandeln zu können, werde ich diese Hausarbeit in zwei Teile teilen. Der erste Teil wird sich mit den historischen Fakten und deren Interpretation befassen. Der zweite Teil wird sich um die didaktische Aufbereitung dieses Themas kümmern. Dabei soll es darum gehen, eine Stoffeinheit in der Sekundarstufe II zu gestalten. Die politische Genese Hitlers wird dabei im Vordergrund stehen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Erster Teil: Fakten und Interpretation
1.1 prägende Einflüsse der Kindheit
1.2. Politische Einflüsse der Wiener Zeit
a) Die alldeutsche Bewegung - Georg Ritter von Schönerer
b) Dr. Karl Lueger- der Wiener Bürgermeister
c) Ideologisches Rüstzeug - Guido von List und Lanz von Liebenfels
1.3 Hitlers Umzug nach München und der erste Weltkrieg
1.4 Die Münchner Räterepublik und Hitlers Aufstieg zum Bierkelleragitator
Zweiter Teil: Planung einer inhaltlichen Unterrichtseinheit
2.1 Lehrplanziele und Zeitplanung
a) Richtziel
b) Grobziel
c) Zeitangaben und Feinziele
c1) Ursprung der NS- Ideologie
c2) Hitlers Aufstieg in München bis zur Gründung der NSDAP
Schlussgedanken
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, eine didaktisch fundierte Unterrichtseinheit für die Sekundarstufe II zu entwickeln, die sich mit der politischen Genese Adolf Hitlers vor der Gründung der NSDAP auseinandersetzt. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, wie die historischen Fakten der Wiener Jahre und der Münchner Räterepublik für die kritische Urteilsbildung von Schülern in einem Leistungskurs Geschichte aufbereitet werden können, um Medienkompetenz und ein tieferes Demokratieverständnis zu fördern.
- Analyse der prägenden Einflüsse in Hitlers Wiener Zeit
- Untersuchung der politischen Radikalisierung während der Münchner Räterepublik
- Entwicklung von Lehrplanzielen und Feinzielen für den Geschichtsunterricht
- Methodische Gestaltung von Unterrichtsphasen mittels Quellenarbeit
- Reflexion über den Umgang mit politisch extremen Quellen im Unterricht
Auszug aus dem Buch
1.2. Politische Einflüsse der Wiener Zeit
Nachdem A. Hitler aus der Stumpergasse weggezogen war, ist es schwierig herauszufinden, wo er in den nächsten Monaten lebte. Man geht davon aus, dass er die nächsten neun Monate ein Zimmer im Norden von Wien gemietet hatte. Als er dieses nicht mehr bezahlen konnte, verliert sich seine Spur fast völlig im Dunklen. Die penibel geführten Meldebelege der Stadt Wien belegen, dass Hitler noch für knapp einen Monat eine Wohnung fand, dann aber von der Bildfläche verschwand, bis er Weihnachten 1909 in einem Obdachlosenasyl wieder auftauchte. Am 09. Februar 1910 zog er mit seinem Geschäftspartner Reinhold Hanisch, in ein Männerheim im Norden von Wien. Dieses Männerheim galt für seine Zeit als ein Musterbild an Hygiene und preiswertem Wohnkomfort.
Hitler und Hanisch hatten mit Geld, das Hitler von seiner Tante Johanna bekommen hatte, ein kleines Geschäft angefangen. Hitler malte Szenen aus Wien, die er von Postkarten kopierte, und Hanisch verkaufte diese größtenteils an Händler, die sie an Touristen weiterverkauften.
Nach einem Zerwürfnis zwischen Hitler und Hanisch im Sommer 1910 brach das Geschäftsverhältnis auseinander und Hitler fand andere Verkäufer für seine Kopien oder verkaufte sie selbst. Er konnte von dem Ertrag seiner Bilder leben und die Unterkunft im Männerheim bezahlen, bis er im Mai 1913 nach München aufbrach.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung stellt die Notwendigkeit von Medienkompetenz und faktenbasiertem Geschichtsunterricht heraus und skizziert den Aufbau der Arbeit in einen historischen und einen didaktischen Teil.
Erster Teil: Fakten und Interpretation: Dieses Kapitel untersucht Hitlers Kindheit, seine prägenden Jahre in Wien unter dem Einfluss verschiedener politischer Strömungen sowie seine Zeit in München und den Ersten Weltkrieg als Voraussetzung für seinen Aufstieg.
Zweiter Teil: Planung einer inhaltlichen Unterrichtseinheit: Hier wird ein konkretes didaktisches Konzept für den Leistungskurs Geschichte entwickelt, inklusive Lehrplananbindung, Zeitplanung und methodischem Vorgehen für zwei Themenblöcke.
Schlussgedanken: Das Kapitel reflektiert die Legitimität und Notwendigkeit der Arbeit mit politisch extremen Quellen im Unterricht zur Förderung der Mündigkeit von Schülern der Oberstufe.
Schlüsselwörter
Adolf Hitler, Nationalsozialismus, Geschichtsunterricht, Wiener Zeit, Münchner Räterepublik, Medienkompetenz, Politische Genese, Antisemitismus, Propaganda, Didaktik, Sekundarstufe II, Georg Ritter von Schönerer, Karl Lueger, NSDAP, Historische Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der politischen Biografie Adolf Hitlers in der Zeit vor der Gründung der NSDAP und der Frage, wie dieses Thema didaktisch sinnvoll im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II behandelt werden kann.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Hitlers prägende Wiener Jahre, sein Umzug nach München, der Erste Weltkrieg, die Auswirkungen der Münchner Räterepublik sowie die Planung einer entsprechenden Unterrichtseinheit.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Erstellung eines didaktischen Konzepts, das durch die Analyse historischer Fakten Schülern hilft, Medienkompetenz zu entwickeln und die Hintergründe nationalsozialistischer Ideologie kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine fachwissenschaftliche und fachdidaktische Analyse, die auf etablierten Biographien (u.a. Ian Kershaw, Joachim Fest) basiert und diese für den schulischen Unterricht in Lernschritte übersetzt.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Genese Hitlers und einen didaktischen Teil, der konkrete Stundenvorschläge und methodische Ansätze für den Geschichtsunterricht liefert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Nationalsozialismus, Geschichtsdidaktik, Quellenarbeit, politische Radikalisierung und die kritische Auseinandersetzung mit dem Hitler-Mythos.
Warum wird Hitlers Wiener Zeit so detailliert betrachtet?
Die Arbeit betrachtet diese Zeit als Nährboden für Hitlers Weltanschauung, da er dort mit antisemitischen und deutschnationalen Strömungen in Kontakt kam, die später zentrale Elemente seiner Ideologie wurden.
Welche Rolle spielt die Münchner Räterepublik in der Arbeit?
Die Räterepublik wird als entscheidendes Ereignis interpretiert, das die Ängste der Münchner Bevölkerung vor einer bolschewistischen Diktatur schürte und Hitler als Agitator und Redner den Weg für seinen Aufstieg in der DAP/NSDAP ebnete.
Wie bewertet die Autorin den Umgang mit rechten Quellen im Unterricht?
Sie hält es für legitim und notwendig, Schüler der Oberstufe mit solchen Quellen zu konfrontieren, sofern dies unter Anleitung und in Verbindung mit einer gefestigten Lehrerpersönlichkeit geschieht, um die Ausbildung mündiger Staatsbürger zu fördern.
- Arbeit zitieren
- Franziska Bollow (Autor:in), 2007, Die Darstellung Adolf Hitlers bis zur Gründung der NSDAP im Geschichtsunterricht der Sekundarstufe II, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/91868