Diese Arbeit befasst sich mit ERP-Systemen sowie dem dazugehörigen Thema „Risiko-Nutzen-Analyse zur Implementierung des ERP-Systems ShopWIN in einem mittelständischen Unternehmen der Baumarktbranche“. Anhand dieser Themenformulierung soll folgende wissenschaftliche Fragestellung abgeleitet und im Zuge meiner Ausarbeitung beantwortet werden: Ist eine Implementierung von ShopWIN für das Unternehmen Haas empfehlenswert?
Zu Beginn der Abhandlung wird anfänglich die Literatur des Themas vertieft, um daraufhin ein besseres Verständnis für eine mögliche Implementierung zu bekommen. Im Abschnitt Terminologie wird auf einige Begrifflichkeiten im Zusammenhang mit dem Thema ERP eingegangen.
Weitergehend wird die historische Entwicklung von den ersten Produktionsplanungs- und -steuerungssystem (PPS-Systemen) bis hin zu den heutigen, komplexen ERP-Softwarelösungen dargestellt. Anschließend werden in dem darauffolgenden Kapitel zwei verschiedene Modelle zur Einführung (simultane, prozessorientierte Einführung und die sukzessive, stufenweise Einführung) beschrieben und wird ein praxisnahes Konzept zur Softwareauswahl (Das-Fünf-Stufen-Konzept) vorgestellt. Weiterhin erklärt das nächste Kapitel grundlegende Aufgaben von ERP-Softwarelösungen und wie die Geschäftsprozesse, vor allem aber die Kernprozesse des Unternehmens, dadurch unterstützt werden.
Darauffolgend wird die Vielschichtigkeit und Komplexität einer ERP-Implementierung verdeutlicht. Es soll hierbei sowohl auf die verschiedenen Einführungsmöglichkeiten eingegangen werden wie auch auf Gründe, warum ein solches IT-Projekt scheitern könnte. Der anschließende Abschnitt befasst sich mit dem praxisnahen Bestandteil dieser Arbeit. Der Fokus liegt hierbei auf den Kernprozessen des Unternehmens. Die Einführung eines neuen IT-Systems ist der geeignete Anlass, die Geschäftsprozesse grundsätzlich zu überarbeiten und zukunftsfähig zu gestalten. Anschließend wird das einzuführende ERP-System ShopWIN mit seinen unterschiedlichen Funktionen und Prozessen näher erläutert.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Ziel der Studienarbeit
1.2 Aufbau der Studienarbeit
2 Terminologie
3 Historische Entwicklung von ERP
4 Die unterschiedlichen ERP-Systeme
4.1 Das integrierte Standard-ERP-System
4.2 Standardsoftware oder Individualentwicklung
5 Aufgaben und Ziele von ERP-Systemen
6 Implementierung von ERP-Software
6.1 Das Fünf-Stufen-Konzept zur Softwareauswahl
6.2 Simultane prozessorientierte Einführung
6.3 Sukzessive stufenweise Einführung
6.4 Hindernisse bei der Einführung von ERP-Software
6.5 Erfolgsfaktor Mensch
7 Ist-Analyse: Haas Bau- und Heimwerkermarkt
7.1 Das Unternehmen
7.2 Das Warenwirtschaftssystem ErgoFAKT und seine Kernmodule
7.2.1 Verkauf
7.2.2 Bestandsführung/Artikelverwaltung
7.2.3 Disposition/Einkauf
7.2.4 Rechnungsprüfung
7.2.5 Vertriebskanal E-Commerce
7.2.6 Vor- und Nachteile von ErgoFAKT
7.2.7 Kostenstruktur
8 Soll-Konzept : ShopWIN
8.1 Der Softwarenbieter Easy-Systems
8.2 ShopWIN und seine Kernmodule
8.2.1 Verkauf/Superkasse
8.2.2 Bestandsführung/Artikelverwaltung
8.2.3 Einkauf/Disposition
8.2.4 Rechnungskontrolle
8.2.5 Vertriebskanal E-Commerce
8.2.6 Vor- und Nachteile von ShopWIN
8.2.7 Kostenstruktur
9 Schlussbetrachtung
9.1 Risikoanalyse
9.2 Maßnahmenplan
9.3 ShopWIN-Anwenderbefragung
9.4 Handlungsempfehlung für das Unternehmen Haas
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die technische und wirtschaftliche Sinnhaftigkeit einer Umstellung des Enterprise-Resource-Planning-Systems (ERP) bei dem mittelständischen Familienunternehmen Haas Bau- und Heimwerkermarkt von dem langjährig genutzten System ErgoFAKT auf die modernere Lösung ShopWIN.
- Vergleich und Bewertung von ERP-Systemen im mittelständischen Einzelhandel.
- Untersuchung der Potenziale durch Automatisierung und Prozessintegration.
- Durchführung einer detaillierten Risiko-Nutzen-Analyse und Kostenstrukturprüfung.
- Evaluation der Anforderungen an Change-Management und Mitarbeiterakzeptanz.
- Ableitung einer fundierten Handlungsempfehlung zur IT-Modernisierung.
Auszug aus dem Buch
6.5 Erfolgsfaktor Mensch
Für eine erfolgreiche ERP-Einführung spielen die psychologischen und menschlichen Aspekte eine ganz wesentliche Rolle. Diese werden in der Praxis leider allzu oft unterschätzt.
„Wenn es uns gelingt, Menschen dafür zu begeistern, aus freien Stücken am gleichen Strang zu ziehen, weil sie einen Sinn sehen in dem, was sie tun, dann legt dies unerschöpfliche Potenziale frei.“
Ein ERP-System schließt das gesamte Unternehmen ein. Demnach müssen auch alle Mitarbeiter und Führungskräfte auf irgendeine Weise in das Projekt involviert sein. Ein Einzelner kann wohl kaum in der Lage sein, eine zufriedenstellende Gesamtlösung für das komplette Unternehmen zu finden. Es können unzählige Einzelgespräche und Analysen stattfinden, aber eine Lösung zu finden, mit der alle Mitarbeiter in ihren eigenen Abteilungen zufrieden sind, kann nur gewährleistet werden, wenn die Mitarbeiter und Führungskräfte dauerhaft am Projekt beteiligt sind. Bei der Einführung einer ERP-Software haben wir es mit Veränderungen in der täglichen Arbeit jedes Einzelnen zu tun. Die Mitarbeiter fürchten also, dass ihre Arbeit nicht mehr zur Zufriedenheit des Chefs oder des Managements ausgeführt wird.
Daher ist es für ein erfolgreiches ERP-Projekt unabdingbar, die Akzeptanz für die Veränderung und die Erkenntnis zur Notwendigkeit über den Projektverlauf hinweg sukzessiv aufzubauen. Die Zielsetzung muss es sein, dass der Mitarbeiter eine positive Einstellung zum Neuen entwickelt und daraufhin Erfolg bei der Erledigung seiner Arbeit haben wird. „Sein Erfolg wird sich auch im Erfolg des Unternehmens niederschlagen.“ Nur dadurch kann die hohe Investitionssumme einer Implementierung gerechtfertigt und schnell amortisiert werden. Tom Peters vertritt folgende Meinung zu Veränderungen in einem Unternehmen: „Wandel, Wandel, Wandel. Wir müssen damit umgehen, davon profitieren und lernen.“ Ein Unternehmen muss offen für Neuheiten und Innovationen sein. Es muss ebenfalls dazu bereit sein, eingefahrene Arbeits- und Ansichtsweisen, auf die es sich bisher immer verlassen hat, aufzugeben.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung legt das Ziel der Arbeit fest, die Implementierung von ShopWIN für das Unternehmen Haas kritisch zu bewerten, und beschreibt den Aufbau der Studie.
2 Terminologie: Dieses Kapitel definiert zentrale Begriffe wie ERP-System, Geschäftsprozessmanagement und Change Management für ein besseres Verständnis der Arbeit.
3 Historische Entwicklung von ERP: Hier wird der Ursprung von ERP-Systemen von den ersten Produktionsplanungssystemen der 1950er Jahre bis zu modernen, integrierten Lösungen nachgezeichnet.
4 Die unterschiedlichen ERP-Systeme: Das Kapitel differenziert zwischen Standardsoftware und Individualentwicklung sowie den verschiedenen Modellen von integrierten ERP-Systemen.
5 Aufgaben und Ziele von ERP-Systemen: Hier werden die Kernmodule und funktionalen Ziele eines ERP-Systems, wie die Optimierung und Vernetzung von Geschäftsprozessen, erläutert.
6 Implementierung von ERP-Software: Das Kapitel behandelt Vorgehensmodelle zur Softwareauswahl, Einführungsmethoden sowie die kritische Bedeutung des Faktors Mensch bei solchen Projekten.
7 Ist-Analyse: Haas Bau- und Heimwerkermarkt: Eine detaillierte Bestandsaufnahme der aktuellen Unternehmensstruktur und der bisherigen Software ErgoFAKT mit ihren spezifischen Modulen.
8 Soll-Konzept : ShopWIN: Dieses Kapitel analysiert das potenzielle System ShopWIN und zeigt die geplanten Verbesserungen durch Prozessautomatisierung und Integration auf.
9 Schlussbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, beinhaltet eine Risikoanalyse sowie einen Maßnahmenplan und mündet in einer konkreten Handlungsempfehlung für das Unternehmen Haas.
Schlüsselwörter
ERP-System, ShopWIN, ErgoFAKT, Prozessoptimierung, Warenwirtschaft, Einzelhandel, Digitalisierung, Implementierung, Geschäftsprozessmanagement, Change Management, Kosten-Nutzen-Analyse, Automatisierung, Stammdatenpflege, Baubranche, Projektmanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Studienarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Risikobewertung und dem Nutzen einer potenziellen Einführung der ERP-Software ShopWIN als Ersatz für das langjährig genutzte System ErgoFAKT im Haas Bau- und Heimwerkermarkt.
Welche zentralen Themenfelder deckt die Studie ab?
Die Arbeit behandelt ERP-Grundlagen, die historische Entwicklung, Methoden der Implementierung, eine detaillierte Ist-Analyse des bestehenden IT-Systems sowie die Konzeption einer modernen, automatisierten Lösung.
Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?
Die zentrale Fragestellung lautet: Ist eine Implementierung von ShopWIN für das Unternehmen Haas Bau- und Heimwerkermarkt unter Berücksichtigung von Risiken und Nutzen tatsächlich empfehlenswert?
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine Kombination aus intensiver Literaturrecherche und einer praxisnahen Fallstudie (Ist-Soll-Analyse) des Unternehmens Haas, ergänzt durch Anwenderbefragungen innerhalb einer Einkaufskooperation.
Was wird im Hauptteil der Arbeit primär behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der Ist-Situation des Unternehmens (ErgoFAKT) und das entworfene Soll-Konzept für ShopWIN, inklusive der Vor- und Nachteile sowie der jeweiligen Kostenstrukturen.
Welche Schlüsselbegriffe sind für das Verständnis essenziell?
Besonders relevant sind die Begriffe ERP-System, Geschäftsprozessmanagement, Change Management, Automatisierung und die spezifischen Module zur Warenwirtschaft, Disposition und Rechnungsprüfung.
Wie unterscheidet sich die Implementierung von ShopWIN von der bisherigen Lösung?
ShopWIN bietet durch standardisierte Schnittstellen und einen zentralen Datenabgleich mit dem Einkaufsverband Bauvista deutlich höhere Automatisierungspotenziale, insbesondere bei der Stammdatenpflege und dem E-Commerce.
Was sind die größten Risiken einer ERP-Umstellung laut der Arbeit?
Die größten Risiken sind organisatorischer Art, wie Kapazitätsengpässe beim Personal, sowie psychologische Faktoren, etwa die mangelnde Akzeptanz der Anwender gegenüber neuen, komplexeren Systemen.
- Quote paper
- Marcel Haas (Author), 2020, Risiko-Nutzen-Analyse zur Implementierung des ERP-Systems "ShopWIN", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/918551