Die Veränderungen der letzten Jahre im Gesundheitssystem haben dazu geführt, dass eine Arztpraxis heutzutage nicht mehr nur über medizinisches Know-how zum Erfolg kommen wird. In der heutigen Zeit wird die Arztpraxis als ein Wirtschaftsbetrieb angesehen, der nach betriebswirtschaftlichen Regeln geführt werden sollte, um sich am umkämpften Markt medizinischer Dienstleistungen behaupten zu können. Die Betriebswirtschaft bietet die Möglichkeit Unternehmensprozesse zu beschreiben, zu erklären und Lösungsansätze abzuleiten mit dem Ziel auf Grundlage des Wirtschaftlichkeitsprinzip den Gewinn zu maximieren. Einen Aspekt betriebswirtschaftlicher Überlegungen stellt die Unternehmenskommunikation dar. Die Unternehmenskommunikation umfasst das Management von Kommunikationsprozessen, die zwischen dem Unternehmen und seinen internen bzw. externen Umwelten ablaufen. Diese Arbeit überträgt betriebswirtschaftliche Erkenntnisse der Unternehmenskommunikation auf eine Arztpraxis mit dem Ziel die interne ärztliche Kommunikation zu optimieren, um dadurch die Patientenversorgung positiv zu beeinflussen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Einführung in das Thema
1.2 Begriffserklärungen
1.2.1 Ambulante vs. stationäre Versorgung
1.2.2 Anstaltskrankenhaus vs. Belegkrankenhaus bzw. Belegabteilung
1.2.3 Das Belegarztsystem
1.3 Problembeschreibung
1.4 Zielsetzung
1.5 Vorgehensweise
2 Theorie: Die interne Unternehmenskommunikation
2.1 Übersicht
2.2 Kommunikation
2.3 Unternehmenskommunikation
2.4 Interne Unternehmenskommunikation
2.5 Zusammenfassung
3 Interne Kommunikation im Belegarztsystem
3.1 Übersicht
3.2 Die kardiologische Gemeinschaftspraxis mit Belegbetten
3.3 Beteiligte Ärzte und deren Zielvorstellungen
3.4 Aktuelle Kommunikationswege
3.4.1 Übersicht über die Kommunikationswege
3.4.2 Kommunikationsweg „Übergabe“
3.4.3 Kommunikation bei der Visite
3.4.4 Informelle Gespräche
3.5 Zusammenfassung
4 Verbesserung der internen Kommunikation
4.1 Übersicht
4.2 Entwicklung von Maßnahmen
4.3 Zusammenfassung
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die interne ärztliche Kommunikation innerhalb eines Belegarztsystems, um bestehende Kommunikationsprobleme zu identifizieren und Lösungsansätze zur Effizienzsteigerung zu entwickeln, wodurch die Qualität der Patientenversorgung direkt verbessert werden soll.
- Grundlagen der Unternehmenskommunikation im Gesundheitswesen
- Strukturanalyse der Kommunikation in einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis
- Identifikation kritischer Schnittstellen wie Visite, Übergabe und informelle Gespräche
- Entwicklung modularer Lösungsstrategien zur Optimierung des Informationsflusses
Auszug aus dem Buch
3.4.2 Kommunikationsweg „Übergabe“
Eine Übergabe findet immer dann statt, wenn ein Mitarbeiter seinen Dienst beendet und ein anderer seinen Dienst aufnimmt. Sowohl für das Pflegepersonal als auch für den ärztlichen Dienst sind Übergaben wesentlicher Bestandteil der internen Kommunikation. Die Übergabe hat zum Ziel den Mitarbeiter, der seinen Dienst beginnt, über die Vorkommnisse und Besonderheiten auf der Station zu informieren. Im ärztlichen Dienst findet eine Übergabe in der Regel zwischen Ärzten gleicher Hierarchiestufe statt. Nach Abb. 3 findet demnach bei der Übergabe eine horizontale und keine vertikale Kommunikation statt. Eine Übergabe erfolgt idealerweise zwischen den Assistenzärzten, Oberärzten und Belegärzten. Zur Übergabe gehört ein mündlicher Bericht über die Patienten(neu)aufnahmen und den aktuellen Stand in Diagnostik und Therapie der anwesenden Patienten. Des Weiteren werden nicht erledigte Aufgaben an den nächsten Mitarbeiter zur Erledigung weitergegeben. Die Übergabe sichert somit die Kontinuität in der Betreuung der Patienten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein, definiert wichtige Begriffe des Belegarztsystems und legt die Zielsetzung sowie Vorgehensweise der Arbeit dar.
2 Theorie: Die interne Unternehmenskommunikation: Hier werden die theoretischen Grundlagen der internen Kommunikation anhand des Lasswell-Modells und unternehmensstrategischer Ansätze erörtert.
3 Interne Kommunikation im Belegarztsystem: Das Kapitel beschreibt praxisnah die bestehenden Kommunikationswege, Beteiligten und Probleme an einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis.
4 Verbesserung der internen Kommunikation: In diesem Teil werden konkrete, modulare Lösungsansätze für die zuvor identifizierten Kommunikationsdefizite erarbeitet und diskutiert.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Projektarbeit zusammen und unterstreicht die Bedeutung einer funktionierenden Kommunikation für den Unternehmenserfolg und die Patientenversorgung.
Schlüsselwörter
Interne Unternehmenskommunikation, Belegarztsystem, kardiologische Gemeinschaftspraxis, ärztliche Kommunikation, Übergabe, Visite, Patientenversorgung, Wissensmanagement, Kommunikationsdefizite, Prozessoptimierung, Informationsfluss, Assistenzarzt, Oberarzt, Belegarzt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die interne ärztliche Kommunikation innerhalb eines Belegarztsystems, speziell am Beispiel einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis, um Abläufe zu optimieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die theoretische Fundierung der Unternehmenskommunikation sowie die Untersuchung praktischer Kommunikationsprobleme an den Schnittstellen zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhauspersonal.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Aufdeckung von Schwachstellen in der internen Kommunikation und die Ableitung konkreter, praxisorientierter Verbesserungsvorschläge zur Steigerung der Versorgungsqualität.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus Literaturanalyse zu betriebswirtschaftlichen Grundlagen und einer empirischen Darstellung basierend auf den eigenen Erfahrungen des Autors als beteiligter Arzt.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die Kommunikationswege (Übergabe, Visite, informelle Gespräche) analysiert, problematisiert und anschließend Lösungsstrategien, wie Leitlinien oder elektronische Patientenakten, vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlüsselwörter sind Belegarztsystem, interne Unternehmenskommunikation, Patientenversorgung, Informationsfluss und Prozessoptimierung.
Warum ist die „Übergabe“ in einer Belegabteilung so kritisch?
Die Übergabe ist kritisch, weil sie durch Zeitdruck und mangelnde Strukturierung anfällig für Informationsverluste ist, was die Kontinuität und Sicherheit der Patientenversorgung gefährdet.
Welche Rolle spielt der Assistenzarzt in der Kommunikation?
Der Assistenzarzt nimmt eine zentrale organisatorische Rolle ein, da er zwischen den verschiedenen ärztlichen Hierarchien vermittelt und die primäre Kommunikation mit dem Patienten sowie die Dokumentation sicherstellt.
- Arbeit zitieren
- Tobias Rethage (Autor:in), 2008, Die interne ärztliche Kommunikation im Belegarztsystem am Beispiel einer kardiologischen Gemeinschaftspraxis, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/91212