Diese Arbeit beschäftigt sich mit der wirtschaftlichen Entwicklung Japans seit der Meiji-Revolution im Jahr 1868. Die Fragestellung "Wie entwickelte sich die Wirtschaft Japans von 1868 bis 2017 und welche Faktoren und Ereignisse hatten darauf maßgeblichen Einfluss?" wird anhand konkreter Daten und Fakten aus verschiedenen Quellen bearbeitet und aufbereitet, sodass dem Leser im Gesamten ein klares Abbild über die Entwicklung dieser Schlüsselökonomie Asiens gegeben werden kann.
Das Ziel dieser Arbeit ist es dem Leser die Möglichkeit zu geben, die Fragestellung „Wie entwickelte sich die Wirtschaft Japans von 1945 bis 2017 und welche Faktoren und Ereignisse hatten darauf maßgeblichen Einfluss?“ aufgrund des aufbereiteten Wissens umfassend beantworten zu können. Eine eigene Meinung zu diesem Thema soll anhand der objektiven, faktenbasierten Berichterstattung in dieser Arbeit nach der Lektüre leicht zu bilden sein.
Um die komplexen Zusammenhänge in der Ökonomie eines Landes zu verstehen, ist es oft hilfreich, einen Blick zurück zu werfen. Gerade in der Wirtschaft sind Reaktionen auf bestimmte Ereignisse oft erst Monate oder Jahre später deutlich erkennbar. Im Fall des modernen Japan ist es speziell deshalb wichtig, geschichtlich zurückzublicken, da das heutige Japan ohne die gesellschaftliche, ökonomische und politische Weichenstellung, die im 19. Jahrhundert vor sich ging und im Folgenden erklärt werden wird, in seiner heutigen Form kaum vorstellbar wäre.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Vorgeschichte
2.1 Einführung
2.2 Öffnung und Adaption des japanischen Wirtschaftssystems
2.3 Bildung von industriellen Grundlagen
2.4 Zwischenkriegszeit
2.5 Japan als Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg
3. Besatzungszeit und Wiederaufbau
3.1 Einführung
3.2 Wirtschaftliche Situation
3.3 Japan unter amerikanischer Verwaltung
3.3.1 Bodenreform
3.3.2 Umgang mit alten Großkonzernen (Zaibatsus)
3.3.3 Gewerkschaften
3.4 Wirtschaftliche Eigenständigkeit
3.4.1 Japan und der Koreakonflikt
3.4.2 Strukturprobleme
4. Starkes Wachstum von 1953 bis 1973
4.1 Einführung
4.2 Exportbedingungen
4.3 Inlandsbedingungen
4.4 Der Aufschwungsfaktor Arbeit
4.5 Technologischer Fortschritt
4.5 Politische Einflussfaktoren
4.6 Arbeitsmarkt
4.7 Probleme und Nachteile des Wachstums
5. Die erste Ölkrise und der Aufbau der Bubble Economy
5.1 Einführung
5.2 Gründe
5.3 Reaktion Japans
5.3 Beruhigung der Situation
5.4 Angepasstes Wachstum 1978 bis 1985
5.5. Das Wachsen der Blase
5.6 Das Ende der Bubble Economy
6. Das Ende der Bubble Economy und die Asienkrise
6.1. Einführung
6.2 Stagnation
6.3 Die Asienkrise
6.3.1 Ursachen für die Asienkrise
6.3.2 Auswirkungen auf Japan
7. Japans Wirtschaft im 21. Jahrhundert
7.1 Finanz- und Wirtschaftskrise 2007/8
7.2 (Energie-)Wirtschaft nach dem Atomunfall in Fukushima
7.3 Das Transpazifische Handelsabkommen (Trans – Pacific Partnership TPP)
7.4 Gefahrenpotenzial durch den Nordkoreakonflikt
7.5 Gefahrenpotenzial durch den Inselstreit mit China
7.6 Demographie
7.7 Zusammenfassung & Ausblick
8. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit analysiert die wirtschaftliche Entwicklung Japans im Zeitraum von 1868 bis 2017. Ziel ist es, die zentralen Faktoren und historischen Ereignisse zu identifizieren, die das Wachstum Japans zur asiatischen Schlüsselökonomie maßgeblich beeinflusst haben.
- Wirtschaftliche Transformation seit der Meji-Restauration
- Die Besatzungszeit und die wirtschaftliche Erholung nach dem Zweiten Weltkrieg
- Die Phase des starken Wirtschaftswachstums zwischen 1953 und 1973
- Die Entstehung und das Platzen der Bubble Economy
- Herausforderungen im 21. Jahrhundert wie Energiepolitik und Demografie
Auszug aus dem Buch
3.3.1 Bodenreform
Begonnen wurde mit einem Gesetz, in dem im Kern folgendes angeordnet wurde:
1. Jeder Eigentümer von landwirtschaftlichem Grund, der nicht am Ort dieses Grundes lebte, wurde vollständig enteignet
2. Jeder Grundeigentümer, der zwar am Ort seiner Besitztümer lebte, den Grund aber nicht selbst bewirtschaftete, verlor alles bis auf einen Hektar.
Die ehemaligen Eigentümer des Grundes erhielten Schuldverschreibungen des japanischen Staates, die dem Bodenwert von 1939 entsprachen. Durch die gestiegene Nachfrage nach landwirtschaftlichen Gütern kam dieser Preis jedoch dem tatsächlichen Wert der Grundstücke nicht wirklich nahe. Durch die Inflation der folgenden Jahre, die durch die zur Wirtschaftsankurbelung lockere Geldpolitik in Gang gesetzt wurde, entwerteten sich diese Schuldverschreibungen praktisch von selbst, sodass die ehemaligen Besitzer mit einem beträchtlich geringeren Vermögen dastanden.
Im Gegenzug konnten die Bauern, die den Grund bewirtschafteten, den “beschlagnahmten” Grund zu 25 % des Grundpreises von 1939 kaufen. Diese Summe musste jedoch auch nicht sofort gezahlt werden, sondern war auf 30 Jahre gestreckt bezahlbar. Im Gegensatz zu den ehemaligen Eigentümern kam die Inflation, die in den Folgejahren die Kreditsumme „entwertete“, den neuen Eigentümern sehr zugute.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung umreißt den Fokus der Arbeit auf die ökonomische Geschichte Japans, insbesondere die Phase ab dem Zweiten Weltkrieg, und erläutert die methodische Grundlage sowie die Zielsetzung der Untersuchung.
2. Vorgeschichte: Das Kapitel beleuchtet die wirtschaftlichen Weichenstellungen seit der Meji-Restauration, einschließlich der industriellen Grundlagenbildung und der Entwicklung zur Kriegswirtschaft im Zweiten Weltkrieg.
3. Besatzungszeit und Wiederaufbau: Hier werden die durch die Alliierten initiierten Reformen, wie die Bodenreform und der Umgang mit den Zaibatsu, sowie die wirtschaftliche Konsolidierung während des Koreakonflikts analysiert.
4. Starkes Wachstum von 1953 bis 1973: Dieses Kapitel untersucht die Phase des japanischen Wirtschaftswunders, getrieben durch Exportkraft, technologischen Fortschritt und politische Rahmenbedingungen.
5. Die erste Ölkrise und der Aufbau der Bubble Economy: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Auswirkungen der Ölkrise von 1973 und die anschließende spekulative Phase, die zum Aufbau der japanischen Immobilien- und Aktienblase führte.
6. Das Ende der Bubble Economy und die Asienkrise: Der Fokus liegt auf der langwierigen Rezession nach dem Platzen der Spekulationsblase in den 1990er Jahren und dem Übergang in die Asienkrise.
7. Japans Wirtschaft im 21. Jahrhundert: Das abschließende Kapitel analysiert aktuelle Herausforderungen, wie die Finanzkrise 2007/8, die Energiewende nach Fukushima und geopolitische Spannungsfelder.
Schlüsselwörter
Japan, Wirtschaftsentwicklung, Meji-Restauration, Exportwirtschaft, Koreakrieg, Ölkrise, Bubble Economy, Asienkrise, Stagnation, Zaibatsu, Bodenreform, demografischer Wandel, Industriestaat, Strukturwandel, Wirtschaftsgeschichte.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die ökonomische Entwicklung Japans von der Meji-Restauration im Jahr 1868 bis zum Jahr 2017 und analysiert dabei die maßgeblichen historischen und wirtschaftspolitischen Faktoren.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Zu den zentralen Themen gehören der Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg, die Phase des extremen Wirtschaftswachstums, die Spekulationsblase der späten 80er Jahre sowie aktuelle Herausforderungen wie der demografische Wandel.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsfrage?
Die Fragestellung zielt darauf ab, die wirtschaftliche Entwicklung Japans über 150 Jahre hinweg nachzuvollziehen und die Faktoren und Ereignisse zu benennen, die dieses Land zu einer Schlüsselökonomie Asiens geformt haben.
Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?
Der Autor nutzt eine auf Wirtschaftsliteratur und aktuellen Quellen basierende, reproduktive Analyse, ergänzt durch Transfer und Reflexion der historischen Ereignisse.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch von den frühen industriellen Grundlagen über das Nachkriegswachstum und die Krisen der 70er und 90er Jahre bis hin zur ökonomischen Situation im 21. Jahrhundert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Wirtschaftswachstum, Exportorientierung, Bubble Economy, Deflationsspirale und industrieller Strukturwandel charakterisiert.
Welche Rolle spielte die Bodenreform bei der wirtschaftlichen Stabilisierung Japans?
Die Bodenreform entmachtete die Großgrundbesitzer und ermöglichte es den Bauern, Land zu günstigen Konditionen zu erwerben, was die soziale Stabilität förderte und zur wirtschaftlichen Neuausrichtung beitrug.
Warum wird das Jahrzehnt nach der Bubble Economy als "verlorenes Jahrzehnt" bezeichnet?
Aufgrund der lang anhaltenden Stagnation, der Deflationsspirale und dem Ausbleiben effektiver Strukturreformen konnten die ökonomischen Folgen des Platzens der Spekulationsblase in den 1990er Jahren kaum überwunden werden.
- Arbeit zitieren
- Elias Aruna (Autor:in), 2018, Die wirtschaftliche Entwicklung Japans (1868 bis 2017). Von der Meiji-Revolution bis heute, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/909096