Der Gegenstand der Facharbeit beruht auf einer Figurenanalyse. Diese soll anhand der Adaption eines Romans auf einen Film veranschaulicht werden. Als Szenen werden nur die Handlungen analysiert, in denen die zu analysierende Figur dem Ich-Erzähler des Romans begegnet. Indem der Fokus ausschließlich auf eine Figur und auf einige wenige Stellen des Romans bzw. des Films gerichtet ist, könnte es für den Leser problematisch sein, diese Figur in den Gesamtkontext der Handlung einzuordnen, sofern der Leser nicht über die gesellschaftlichen und historischen Kenntnisse verfügt, unter denen der Roman bzw. der Film entstand.
Folgende Fragestellungen werden im Folgenden zu entwickeln und zu beantworten sein: Wurden die zu analysierende Figur, sein Umfeld und seine Handlungen vom Roman auf den Film adaptiert? Welche Vorzüge oder auch Nachteile bietet die filmische Adaption einer Romanfigur?
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1. Motive zur Themenwahl
1.2. Problem- und Fragestellungen
2. Der Roman als zeitgenössisches Dokument
2.1. Der Autor und die Entstehung seines Werkes
2.2. Der Plot des Romans
3. Die Figur des Kantorek im Roman
3.1. Beschreibung der Figur
3.2. Beschreibung des Umfeldes
3.3. Wesentliche Handlungen
4. Die filmische Adaption des Kantoreks
4.1. Adaption der Figur
4.2. Adaption des Umfeldes
4.3. Adaption seiner Handlungen
5. Analyse der Adaption und Diskussion
6. Zusammenfassung und Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Facharbeit analysiert die filmische Adaption der Romanfigur "Kantorek" aus Erich Maria Remarques Werk "Im Westen nichts Neues" im Vergleich zum literarischen Original. Ziel ist es zu untersuchen, inwieweit die Darstellung von Figur, Umfeld und Handlung in zwei ausgewählten Schlüsselszenen erfolgreich vom Roman auf den Film übertragen wurde und welche Vor- bzw. Nachteile eine solche filmische Umsetzung bietet.
- Vergleichende Analyse von literarischer Vorlage und filmischer Adaption.
- Fokussierung auf die Figur des Klassenlehrers Kantorek.
- Untersuchung der filmischen Umsetzung in zwei spezifischen Begegnungsszenen mit Paul Bäumer.
- Evaluation der filmischen Möglichkeiten und Grenzen bei der Visualisierung von Romanfiguren.
Auszug aus dem Buch
3.1. Beschreibung der Figur
Eine Figur ist ein Vorstellungs-Typ, d.h. der wesentliche Bedeutungskern, der in verschiedenen Vorstellungen gleichbleibt. Eine Figur trägt nicht nur Charakterzüge, sondern repräsentiert auch Werte und steht in Beziehung zu sozialen und ästhetischen Attributen, wobei sie sich von anderen Figuren durch ihre Handlungsziele unterscheidet. Ausgehend von dieser Definition ist nicht nur das äußere Erscheinungsbild, sondern sind auch das Umfeld und die wesentlichen Handlungen untrennbar mit einer Figur verbunden. Diese beeinflussen die Wahrnehmung und Bewertung des Charakters der zu analysierenden Person durch den Leser. In der 1. Szene wird das Erscheinungsbild Kantoreks vorgestellt. Er wird von Bäumer als ein strenger, kleiner Mann mit einem Spitzmausgesicht beschrieben, der Brillenträger ist und einen grauen Schoßrock trägt. In der 2. Szene auf dem Kasernenhof wird Kantoreks Kleidung als Landsturmmann beschrieben, die einen erbarmungswürdigen Eindruck hinterlässt. So trägt er eine Art übergroßen, nicht passenden, mit Flicken versehenen Schoßrock zusammen mit einer zu kurzen abgewetzten Hose sowie uralte Treter an den Füßen. Auf dem Kopf befindet sich eine furchtbar dreckige Mütze.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung erläutert die Themenwahl im Kontext des Deutschunterrichts und definiert die Problem- sowie Fragestellungen bezüglich der Figurenanalyse einer Filmadaption.
2. Der Roman als zeitgenössisches Dokument: Das Kapitel befasst sich mit der Biografie von Erich Maria Remarque, der Entstehung seines Anti-Kriegsbuches und bietet eine Zusammenfassung des Plots.
3. Die Figur des Kantorek im Roman: Hier erfolgt eine detaillierte Charakterisierung der Figur des Kantorek, seines Umfeldes und seiner wesentlichen Handlungen basierend auf den zwei zentralen Begegnungsszenen im Roman.
4. Die filmische Adaption des Kantoreks: Dieses Kapitel analysiert die konkrete filmische Umsetzung von Figur, Umfeld und Handlungen und vergleicht diese mit den Vorgaben aus dem Roman.
5. Analyse der Adaption und Diskussion: Es wird erörtert, inwieweit eine Adaption stattgefunden hat, und die Vorzüge sowie Nachteile der filmischen Darstellung einer Romanfigur kritisch hinterfragt.
6. Zusammenfassung und Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass das literarische Original durch keine filmische Adaption in seiner Gänze erreicht werden kann.
Schlüsselwörter
Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque, Filmadaption, Kantorek, Figurenanalyse, Literaturverfilmung, Kriegsliteratur, Paul Bäumer, Medienvergleich, Antikriegsfilm, Charakterisierung, Adaptation, Filmtheorie, Romananalyse, literarische Vorlage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Facharbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die filmische Umsetzung der Figur des Kantorek aus Remarques Roman "Im Westen nichts Neues" im Vergleich zum Originaltext.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Arbeit thematisiert die Diskrepanzen und Übereinstimmungen zwischen Buch und Film hinsichtlich der Charakterdarstellung, des Umfeldes und der Handlungen einer spezifischen Nebenfigur.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob die Figur Kantorek, sein Umfeld und seine Handlungen erfolgreich vom Roman in den Film übertragen wurden und welche Vor- und Nachteile dabei entstehen.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?
Es wird eine vergleichende Literatur- und Filmanalyse angewandt, wobei zwei spezifische Begegnungsszenen zwischen dem Protagonisten Bäumer und Kantorek als Untersuchungsgrundlage dienen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Beschreibung der Romanfigur, die Analyse der filmischen Adaption in zwei Szenen und eine abschließende Diskussion über die Möglichkeiten und Grenzen von Literaturverfilmungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Filmadaption, Kantorek, Figurenanalyse, Antikriegsfilm und literarische Vorlage.
Warum spielt das "äußere Erscheinungsbild" eine Rolle für die Adaption?
Der Autor führt aus, dass visuelle Merkmale im Film sofort erfassbar sind, während sie im Roman durch detaillierte Beschreibungen über mehrere Textstellen hinweg erarbeitet werden müssen.
Was ist die zentrale Schlussfolgerung zur "Macht des Wortes"?
Der Autor schlussfolgert, dass der Film zwar Bilder liefern kann, aber an die individuelle Vorstellungskraft und die emotionale Tiefe des geschriebenen Wortes im Roman nicht heranreicht.
- Arbeit zitieren
- Leonard Weßling (Autor:in), 2020, Die Figur des Kantorek in der Filmadaption zu Erich Maria Remarques Roman "Im Westen nichts Neues", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/906604