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''Alle Orte sind gleich und fremd''. Entfremdung von Heimat in Terézia Moras "Seltsame Materie"

Eine erzähltheoretische Analyse

Title: ''Alle Orte sind gleich und fremd''. Entfremdung von Heimat in Terézia Moras "Seltsame Materie"

Term Paper , 2020 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Anonym (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Die deutsch-ungarische Schriftstellerin Terézia Mora hat sich immer gegen die Etikettierung ihrer Werke als 'Migrationsliteratur' abgesetzt. Sie spricht sich sogar deutlich dagegen aus, ihre Herkunft als eine Art 'Markenzeichen' einsetzten zu wollen. Die Auseinandersetzung mit ''Innerer und äußerer Fremdheit'' ist jedoch ein literarisches Merkmal, wofür Terézia Mora gewürdigt wird. Die Literaturwissenschaftlerin Daniela Strigl spricht von einem ''Vexierbild'' bei dem V-Buchstabe in ihr als Alphabet geschriebenes Laudatio anlässlich der Verleihung des Georg-Büchner-Preises. ''Die Menschen, die bei Terézia Mora in den Spiegel schauen, sehen nicht selten das eigene Bild als ein fremdes.''

Auch in ihrer Prosasammlung Seltsame Materie ist das 'Fremde' beziehungsweise die Entfremdung das durchgehende Thema der zehn Erzählungen. Darin wird das Leben in einem kleinen archaischen Dorf der Vorwendezeit in Ungarn aus den Perspektiven von zehn Jugendlichen dargestellt. Alle diese Protagonisten entsprechen auf unterschiedlicher Weise nicht den ''erstarten Normen des Dorfes'' welche laut der Autorin auf einem ''Geflecht mehrerer durchweg autoritärer Systeme'' beruhen, das sich aus folgenden Elementen zusammensetzt: ''[…] die bäuerliche Lebensweise, die katholische Religion und die ethnische und sprachliche Zugehörigkeit'', sowie die des real existierenden Sozialismus. Dadurch, dass die Erzählfiguren ihr Anderssein spüren, erleben sie die Herkunftsumgebung als fremd.
Die Entfremdung von dem, was als das Vertraute bzw. 'Eigene' gelten sollte, fasst Terry Albrecht in Bezug auf Moras Werke folgendermaßen zusammen: ''Fremdheit ist überall, oftmals gerade dort, wo der Mensch sein Zuhause wähnt.'' Genauso verhält es sich in Seltsame Materie wo das Eigene zum Fremden wird. Die vorliegende Hausarbeit setzt sich mit dieser Entfremdung auseinander. Untersucht wird die Frage:

Wie wird Heimat durch die unterschiedliche Perspektivierung der einzelnen Protagonisten verfremdet?

Um diese Frage beantworten zu können, sollen im Folgenden zunächst die Gegensätze 'Fremd' und 'Eigen' definiert werden auf Basis der Ausführungen von dem Soziologen Ortfried Schäffter. Anschließend wird der Text mittels close-reading analysiert und wird untersucht welche erzähltheoretische Mittel zur Erzielung des Verfremdungseffekts eingesetzt wurden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Begriffsklärung 'Eigen' und 'Fremd'

3. Analyse der Erzählungen

3.1. Seltsame Materie

3.2. STILLE. mich. NACHT

3.3. Der See

3.4. Die Lücke

3.5. Der Fall Ophelia

3.6. Am dritten Tag sind die Köpfe dran Langsam. Dann Schnell

3.7. Buffet

3.8. Die Sanduhr

3.9. Durst

3.10. Ein Schloß

4. Beziehungsmodi in der Perspektivierung

5. Fazit

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht, wie in der Prosasammlung Seltsame Materie von Terézia Mora das Konzept der Heimat durch die spezifische Perspektivierung der jugendlichen Protagonisten verfremdet wird. Dabei steht die Frage im Zentrum, durch welche erzähltheoretischen Mittel ein Gefühl der Entfremdung von dem erzeugt wird, was eigentlich als vertraut gelten sollte.

  • Analyse von Entfremdungsprozessen in einer archaischen dörflichen Umgebung.
  • Untersuchung erzähltheoretischer Mittel wie interner Fokalisierung und innerer Monologe.
  • Erforschung des Gegensatzpaares 'Eigen' und 'Fremd' auf Basis soziologischer Theorien.
  • Betrachtung von Beziehungsmodi zwischen Individuum und Heimat.
  • Analyse der Rolle von Traumwelten und unrealistischen Elementen für den Verfremdungseffekt.

Auszug aus dem Buch

3.1. Seltsame Materie

Die erste Erzählung handelt von einer Familie, die auf Schwester und Bruder reduziert wird, nachdem die Mutter ins Krankenhaus aufgenommen worden ist und der Vater die Haare seiner Tochter anzündet, worauf er von Männern festgenommen wurde, was die Idee erweckt, dass er verhaftet wurde. Die Erzählerin, die Schwester des Kindespaares ist, wird nicht explizit vorgestellt. Frühestens dadurch, dass ihre Tante ihr sagt, dass sie Schauspielerin werden sollte, weiß der Leser, dass die Erzählerin weiblich ist. Genauso verhält es sich im Übrigen auch bei den anderen Protagonisten. Die Familienmitglieder werden von der Erzählerin alle ohne Eigenname, sondern als Vater, Mutter, Bruder benannt, sodass man als Leser die Idee bekommt, dass aus der Perspektive eines Kindes erzählt wird.

In der Erzählung liegt eine interne Fokalisierung vor. Das heißt, dass die Erzählerin der Erzählung genauso viel weiß wie die Figur des Mädchens. Überdies ist die Erzählung autodiegetisch: die Erzählerin ist Hauptfigur ihrer eigenen Geschichte. Die Wiedergabe ihrer Gedanken und Gefühlen erfolgt über einen erzählten inneren Monolog, d.h., dass das Figurenbewusstsein ohne Distanz, in dem Präsens und in der ersten Person vermittelt wird. Trotz dieser Nähe zum Bewusstsein, werden die Grausamkeiten innerhalb der Familie, als auch die wenig erfreuende Umgebung beschreibend-neutral dargestellt, wie in dem folgenden Textbeispiel:

"Mein Bruder schaufelt den Dung in die Schubkarre, dann schiebe ich die in den Garten, dann grabe ich die Furche um, dann schaufelt mein Bruder en Dung hinein, dann decke ich sie wieder zu. Da ich ihm nicht antworte, arbeiten wir stumm. Meine Haare sind an manchen Stellen noch fast fünf Zentimeter lang. Sie wippen im Wind, als wäre es schon Frühling […]."

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung des Themas Entfremdung in Terézia Moras Werk und Formulierung der zentralen Forschungsfrage zur Verfremdung von Heimat durch Perspektivierung.

2. Begriffsklärung 'Eigen' und 'Fremd': Theoretische Fundierung der Begriffe 'Eigen' und 'Fremd' sowie des Heimatbegriffs unter Rückgriff auf soziologische Ansätze von Ortfried Schäffter.

3. Analyse der Erzählungen: Detaillierte erzähltheoretische Untersuchung der zehn Erzählungen des Bandes mit Fokus auf Fokalisierung, Monologführung und Verfremdungsmitteln.

4. Beziehungsmodi in der Perspektivierung: Synthese der Ergebnisse vor dem Hintergrund des Referenzrahmens von Schäffter, um die verschiedenen Arten der Fremdheitserfahrung zu systematisieren.

5. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Bestätigung, dass Mora unterschiedliche erzähltheoretische Mittel zur Authentifizierung der Entfremdungserfahrung nutzt.

Schlüsselwörter

Terézia Mora, Seltsame Materie, Entfremdung, Heimat, Fremdheit, Erzähltheorie, interne Fokalisierung, innerer Monolog, Perspektivierung, Ortfried Schäffter, Identitätsentwicklung, Migrationsliteratur, interkulturelle Erfahrung, literarische Analyse, Verfremdungseffekt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert den Erzählband "Seltsame Materie" von Terézia Mora und untersucht, wie die Autorin das Thema Entfremdung und Heimat aus der Perspektive jugendlicher Protagonisten literarisch gestaltet.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die Konzepte des Eigenen und Fremden, die Ausgrenzung innerhalb archaischer dörflicher Strukturen sowie die Wirkung von Heimatverlust und Identitätskrisen.

Welches primäre Ziel verfolgt die Analyse?

Das Ziel ist es, durch eine erzähltheoretische Analyse aufzuzeigen, mit welchen spezifischen literarischen Mitteln (z.B. Perspektivierung) Mora das Gefühl der Entfremdung von der vertrauten Umgebung erzeugt.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt eine erzähltheoretische Analyse, ergänzt durch das close-reading Verfahren, um die Erzählstrukturen zu untersuchen und ordnet diese soziologisch anhand der Theorien von Ortfried Schäffter ein.

Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der detaillierten Analyse der zehn Einzelgeschichten des Bandes, wobei besonders auf die Erzählperspektiven, die Darstellung der Umgebung und die Rolle der inneren Monologe eingegangen wird.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Entfremdung, Heimat, Erzähltheorie, interne Fokalisierung, Identitätsentwicklung, Fremdheit und literarische Analyse.

Welche Rolle spielt die "kindliche Perspektive" in den Analysen?

Die kindliche Perspektive fungiert oft als Mittel der Verfremdung, da die Erzähler die Grausamkeiten ihrer Umgebung sachlich-neutral und ohne tieferes Verständnis schildern, was beim Leser einen starken Effekt bewirkt.

Wie unterscheidet sich "Durst" von den anderen Erzählungen des Bandes?

In "Durst" zeigt sich ein Unterschied durch den gereifteren Blick der erwachsenen Erzählerin im Vergleich zu ihren Kindheitserinnerungen, wodurch eine kritische Reflexion des heimatlichen Elends möglich wird.

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Details

Title
''Alle Orte sind gleich und fremd''. Entfremdung von Heimat in Terézia Moras "Seltsame Materie"
Subtitle
Eine erzähltheoretische Analyse
College
Utrecht University
Grade
1,3
Author
Anonym (Author)
Publication Year
2020
Pages
30
Catalog Number
V903640
ISBN (eBook)
9783346205506
ISBN (Book)
9783346205513
Language
German
Tags
alle seltsame orte moras materie heimat entfremdung eine analyse terézia
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anonym (Author), 2020, ''Alle Orte sind gleich und fremd''. Entfremdung von Heimat in Terézia Moras "Seltsame Materie", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/903640
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