Obwohl Deutschland als wohlhabende Industrienation gilt, gibt es dennoch viele Gegenden, die als sogenannte „Soziale Brennpunkte“ gelten. In dieser Seminararbeit soll erläutert werden, aufgrund welcher Problematiken der Stadtteil Duisburg-Marxloh, der in der Vergangenheit für viel mediale Aufmerksamkeit sorgte, als sozialer Brennpunkt zu verstehen ist. Zudem soll geschildert werden, welche Rolle die Gemeinwesenarbeit bei der Verbesserung dieses Stadtteils spielt.
Dafür soll zunächst einmal eine Definition des Begriffes „Sozialer Brennpunkt“ aufgestellt werden und es wird aufgezeigt, welche Erscheinungsformen eine solche Wohngegend ausmachen. Dabei wird auch eine kurze Definition der Gemeinwesenarbeit und ihrer Bedeutung aufgestellt. Das vierte Kapitel besteht aus einer sozialräumlichen Analyse des Stadtteils, gefolgt von einer Darstellung der Problemlage von Duisburg-Marxloh. Daraufhin werden drei sozialraumorientierte Projekte zur Aufwertung des Stadtteils erläutert, in welchen Handlungsfeldern sie eine Rolle spielen und welche Bedeutung sie zur Verbesserung des Stadtteils beitragen. Fernerhin stellt das sechste Kapitel Ziele in weiteren Handlungsfeldern dar sowie eine mögliche Entwicklung von Duisburg-Marxloh, wobei auch die Stärken des Stadtteils bündig angeschnitten werden. In den letzten zwei Kapiteln soll vor allem die Rolle der Gemeinwesenarbeit in den Fokus gerückt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
3. Stadtentwicklung und Entstehung Sozialer Brennpunkte
4. Der Stadtteil Duisburg-Marxloh
4.1. Sozialräumliche Analyse
4.2. Problemlage des Stadtteils Duisburg-Marxloh
5. Projekte zur Verbesserung
5.1. Tausche Wohnen gegen Bildung
5.2. BIWAQ-Duisburg – Menschen und Quartiere stärken
5.3. beWiesen!
6. Weitere Aufgaben und Entwicklung
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die sozioökonomische Problemlage von Duisburg-Marxloh als sozialer Brennpunkt und analysiert, welche Rolle die Gemeinwesenarbeit bei der städtebaulichen und sozialen Aufwertung des Stadtteils einnimmt.
- Definition und Erscheinungsformen sozialer Brennpunkte
- Strukturelle Ursachen der Stadtteil-Segregation
- Sozialräumliche Analyse von Duisburg-Marxloh
- Evaluierung von Projekten zur Verbesserung der Lebensqualität
- Bedeutung von Gemeinwesenarbeit und Partizipation
Auszug aus dem Buch
4.2. Problemlage des Stadtteils Duisburg-Marxloh
Aus der sozialräumlichen Analyse geht hervor, dass vor allem Arbeitslosigkeit, Armut, Kinderarmut, Bildungsdefizite und -mangelversorgung große Probleme darstellen. Von diesen Problemen sind allenvoran ausländische Personen und Kinder betroffen, was zu Integrationsschwierigkeiten und sozialer Isolation führen kann. (vgl. STADT DUISBURG 2015, S.9) In folgendem Abschnitt sollen weitere Probleme, die den Stadtteil betreffen, erläutert werden.
Aufgrund der hohen Anzahl an Ausländer*innen und Menschen mit Migrationshintergrund sowie dem starken Zuzug von Menschen aus Süd- und Osteuropa spielen sich deutliche Konflikte zwischen Bevölkerungsgruppen aufgrund verschiedenartiger Lebensweisen ab.
Die oben genannte Gefahr sozialer Isolation und fehlender Integration, gerade bei ausländischen Personen, kann zu sogenannten Parallelgesellschaften führen. Auch Armut und Perpektivlosigkeit kann dabei einen Weg in dubiose Geschäfte entstehen lassen. Darüber hinaus ist Duisburg-Marxloh durch einige Barrieren, wie Industriegebietem , Autobahn- und Bundesstraßenabschnitten sowie der weiten Entfernung zur Stadtmitte Duisburgs einer Isolation ausgesetzt. Diese räumliche Segregation spiegelt sich somit in sozialer Segregation wider. Obwohl Duisburg-Marxloh über einige Grün- und Freiflächen verfügt, befinden sich diese nur am Rande des Stadtteils und sind sehr schlecht miteinander vernetzt. Dem ist hinzuzufügen, dass die industrielle und gewerbliche Umweltbelastung durch Luft- und Lärmverschmutzung aufgrund von Straßen- und Schienenverkehr in Duisburg-Marxloh im Vergleich zu anderen Stadtteilen deutlich höher ist. Die Wohnqualität lässt in einigen Ausmaßen aufgrund stark sanierungsbedürftiger Häuser und Schrottimmobilien mit hohem Investitionsbedarf zu wünschen übrig. Die Bereitschaft und Möglichkeiten von Privateigentümern, in Wohnungen und Häuser zu investieren ist äußerst gering. Der Neubau von Wohnungen findet seit vielen Jahren nur noch sehr vereinzelt statt, wobei es sich meist um Ein- oder Zweifamilienhäuser handelt. Zusätzlich stehen 6,7% aller Gebäude in Marxloh leer. Die Bebauung ist teilweise sehr stark verdichtet, was zu Wärmebelastungen und mangelnder Belüftung führt. (STADT DUISBURG 2017, S.2 ff.)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Vorstellung des Themas, der Relevanz von Duisburg-Marxloh als sozialer Brennpunkt sowie der methodischen Herangehensweise der Seminararbeit.
2. Definition: Theoretische Herleitung des Begriffs „Sozialer Brennpunkt“ sowie Erläuterung der Methode Gemeinwesenarbeit.
3. Stadtentwicklung und Entstehung Sozialer Brennpunkte: Untersuchung der wirtschaftlichen Strukturwandels und dessen Einfluss auf räumliche Segregation in Deutschland.
4. Der Stadtteil Duisburg-Marxloh: Detaillierte Analyse der sozialräumlichen Daten und der spezifischen Problemlagen vor Ort.
5. Projekte zur Verbesserung: Vorstellung von drei Praxisbeispielen (Tausche Wohnen gegen Bildung, BIWAQ, beWiesen!) zur Aufwertung des Stadtteils.
6. Weitere Aufgaben und Entwicklung: Ausblick auf notwendige Handlungsfelder wie Mobilität, Umweltqualität und städtebauliche Investitionen.
7. Fazit: Zusammenfassende Beantwortung der Forschungsfrage und Reflexion über die Wirksamkeit der vorgestellten Maßnahmen.
Schlüsselwörter
Duisburg-Marxloh, Sozialer Brennpunkt, Gemeinwesenarbeit, Segregation, Stadtentwicklung, Strukturwandel, Armut, Arbeitslosigkeit, Integration, Partizipation, Empowerment, Bildungsdefizite, Quartiersmanagement, Prävention, Soziale Stadt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die sozioökonomische Situation des Stadtteils Duisburg-Marxloh und bewertet, durch welche Ansätze der Gemeinwesenarbeit eine Verbesserung der Lebensumstände erreicht werden kann.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Arbeit behandelt die Ursachen der Entstehung sozialer Brennpunkte, die Auswirkungen von Segregation sowie konkrete städtebauliche und soziale Interventionsstrategien.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Problematiken von Marxloh aufzuzeigen und die Rolle von Projekten zur Stärkung von Teilhabe und Lebensqualität zu evaluieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Es handelt sich um eine Literatur- und Sekundärdatenanalyse, bei der stadtplanerische Konzepte und sozialwissenschaftliche Definitionen auf den Untersuchungsraum Marxloh angewendet werden.
Welche Inhalte werden im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine sozialräumliche Problemanalyse des Stadtteils sowie die detaillierte Vorstellung dreier spezifischer Förderprojekte.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie Segregation, soziale Brennpunkte, Gemeinwesenarbeit und städtische Entwicklung definieren.
Welche Rolle spielt die „Brautmodenmeile“ in Duisburg-Marxloh?
Die Brautmodenmeile wird als ein positiver Standortfaktor und Imagefaktor genannt, der zur Attraktivitätssteigerung des Stadtteils beitragen kann.
Welche konkreten Erfolge werden für das Projekt „beWiesen!“ angeführt?
Das Projekt ermöglicht Jugendlichen durch die Renovierung leerstehender Immobilien handwerkliche Kompetenzen zu erlernen, fördert die soziale Teilhabe und reduziert den Leerstand.
Wie trägt „Tausche Wohnen gegen Bildung“ zur Verbesserung bei?
Durch das Modell erhalten junge Menschen Wohnraum und Kinder in Marxloh erhalten kostenlose Nachhilfe sowie pädagogische Betreuung, was die Bildungschancen nachhaltig erhöhen soll.
- Arbeit zitieren
- Judith Theobald (Autor:in), 2019, Duisburg-Marxloh als sozialer Brennpunkt und die Rolle der Gemeinwesenarbeit bei der Verbesserung des Stadtteils, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/899810