Escalation of Commitment, das heißt, trotz negativer Rückmeldungen besitzen Entscheidungsträger (ET) die Tendenz ein Projekt weiterzuführen, stellt ein Phänomen dar, welches die betriebswirtschaftliche Entscheidungsforschung schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Hierbei entwickelte sich eine Vielzahl unterschiedlicher psychologischer Erklärungsansätze, die auf folgenden psychologischen Grundbegriffen beruhen: Kognition, Motivation, Volition, Emotion, Persönlichkeitseigenschaften und soziale Aspekte.
Der Self Justification Effekt von Staw (1976), bei dem die persönliche Verantwortung eines ET für die Initiierung eines Projektes eine zentrale Rolle einnimmt, ist der prominenteste psychologische Erklärungsansatz. Im Falle von negativen Rückmeldungen investiert der ET zum Schutz seines Selbstwertgefühls zusätzliche Ressourcen, um wiederum seine ursprüngliche Entscheidung zu rechtfertigen und deren Richtigkeit zu bestätigen.
Es erfolgt somit eine Weiterführung des Projektes. Im Gegensatz zu diesem Erklärungsansatz basiert der Beitrag von Whyte & Saks (2007) nicht auf der kognitiven, sondern auf der motivationalen Komponente. Konkret wird hier die Forschungsfrage untersucht, auf welche Art und Weise die wahrgenommene Selbsteffektivität (WS) das Eskalationsverhalten beeinflusst. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es nun auch, diese Fragestellung zu klären.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
1.2 Aufbau der Arbeit
2 Wahrgenommene Selbsteffektivität und ihr möglicher Einfluss auf das Eskalationsverhalten
3 Darstellung des ersten Experiments
3.1 Methodische Vorgehensweise
3.2 Ergebnisse
4 Darstellung des zweiten Experiments
4.1 Methodische Vorgehensweise
4.2 Ergebnisse
5 Einordnung und kritische Würdigung der Ergebnisse vor dem Hintergrund der bestehenden Literatur
6 Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss der wahrgenommenen Selbsteffektivität (WS) auf das Eskalationsverhalten von Entscheidungsträgern bei negativen Projektrückmeldungen. Basierend auf zwei Experimenten wird analysiert, ob eine hohe Selbsteffektivität zu verstärktem Festhalten an erfolglosen Projekten führt und welche Rolle sie als Moderator- oder Mediatorvariable in diesem Prozess spielt.
- Psychologische Erklärungsansätze für Escalation of Commitment
- Zusammenhang zwischen Selbsteffektivität und Ressourcenallokation
- Experimentelle Untersuchung mittels Erdölgeologen-Szenarien
- Analyse von Moderator- und Mediationseffekten bei Misserfolg
- Kritische Reflexion der Ergebnisse im Vergleich zur Fachliteratur
Auszug aus dem Buch
1.1 Problemstellung und Ziel der Arbeit
Escalation of Commitment, d.h. trotz negativer Rückmeldungen besitzen Entscheidungsträger (ET) die Tendenz ein Projekt weiterzuführen, stellt ein Phänomen dar, welches die betriebswirtschaftliche Entscheidungsforschung schon seit Jahrzehnten beschäftigt. Hierbei entwickelte sich eine Vielzahl unterschiedlicher psychologischer Erklärungsansätze, die auf folgenden psychologischen Grundbegriffen beruhen: Kognition, Motivation, Volition, Emotion, Persönlichkeitseigenschaften und soziale Aspekte. Der Self Justification Effekt von Staw (1976), bei dem die persönliche Verantwortung eines ET für die Initiierung eines Projektes eine zentrale Rolle einnimmt, ist der prominenteste psychologische Erklärungsansatz. Im Falle von negativen Rückmeldungen investiert der ET zum Schutz seines Selbstwertgefühls zusätzliche Ressourcen, um wiederum seine ursprüngliche Entscheidung zu rechtfertigen und deren Richtigkeit zu bestätigen. Es erfolgt somit eine Weiterführung des Projektes.
Im Gegensatz zu diesem Erklärungsansatz basiert der Beitrag von Whyte & Saks (2007) nicht auf der kognitiven, sondern auf der motivationalen Komponente. Konkret wird hier die Forschungsfrage untersucht, auf welche Art und Weise die wahrgenommene Selbsteffektivität (WS) das Eskalationsverhalten beeinflusst. Ziel der vorliegenden Arbeit ist es nun auch, diese Fragestellung zu klären.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Phänomen des Escalation of Commitment ein und benennt die Forschungsfrage bezüglich des Einflusses der wahrgenommenen Selbsteffektivität.
2 Wahrgenommene Selbsteffektivität und ihr möglicher Einfluss auf das Eskalationsverhalten: Hier werden theoretische Grundlagen zur Selbsteffektivität dargelegt und vier Hypothesen zu deren Auswirkung auf das Projektverhalten hergeleitet.
3 Darstellung des ersten Experiments: Dieses Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise des ersten Experiments mit Erdölgeologen und präsentiert die empirischen Ergebnisse.
4 Darstellung des zweiten Experiments: Hier wird das zweite Experiment vorgestellt, welches ein between-subjects Design nutzt, um die Hypothesen weiter zu validieren und Mediatoreffekte zu prüfen.
5 Einordnung und kritische Würdigung der Ergebnisse vor dem Hintergrund der bestehenden Literatur: Dieses Kapitel diskutiert die Ergebnisse kritisch im Kontext bestehender Studien und beleuchtet die Limitationen der Untersuchung.
6 Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer Rekapitulation der wichtigsten Erkenntnisse und der Bestätigung bzw. Ablehnung der aufgestellten Hypothesen.
Schlüsselwörter
Escalation of Commitment, Selbsteffektivität, Entscheidungsträger, negative Rückmeldungen, Projektmanagement, psychologische Erklärungsansätze, Ressourcenallokation, Moderatorvariable, Mediatorvariable, experimentelle Forschung, Erdölexploration, Selbstwertgefühl, Projektabbruch, Motivationspsychologie, Entscheidungsforschung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das betriebswirtschaftliche Phänomen des "Escalation of Commitment", bei dem Entscheidungsträger trotz negativer Rückmeldungen an einem ineffizienten Projekt festhalten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Im Fokus stehen die psychologischen Faktoren, insbesondere die wahrgenommene Selbsteffektivität, und deren Einfluss auf die Bereitschaft, bei Misserfolgen weiter in ein Projekt zu investieren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu klären, wie die wahrgenommene Selbsteffektivität das Eskalationsverhalten von Entscheidungsträgern beeinflusst und ob sie als Moderator- oder Mediatorvariable fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung von zwei empirischen Experimenten, die ursprünglich von Whyte & Saks (2007) durchgeführt wurden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der theoretischen Herleitung von vier Hypothesen sowie der detaillierten Darstellung und statistischen Auswertung der beiden Experimente.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Escalation of Commitment, Selbsteffektivität, Entscheidungsforschung und Mediatoranalyse charakterisiert.
Warum wurden Erdölgeologen als Zielgruppe für die Experimente gewählt?
Erdölgeologen wurden gewählt, um Entscheidungen in einem Umfeld zu untersuchen, das durch hohe Unsicherheit, sequenzielle Entscheidungsfindung und hohe Kosten geprägt ist.
Warum konnte die dritte Hypothese im Experiment nicht bestätigt werden?
Die Expertise und Erfahrung der befragten Erdölgeologen führte dazu, dass diese negative Rückmeldungen eher rational einkalkulieren, anstatt die eigene Selbsteffektivität als Moderator für einen Projektabbruch zu nutzen.
Welche Rolle spielt die Mediatorvariable bei der Analyse?
Die Analyse zeigt, dass die nach negativen Rückmeldungen veränderte Selbsteffektivität die Wirkung von Misserfolgen auf das weitere Eskalationsverhalten vermittelt.
Was ist die kritische Schlussfolgerung zur Methodik?
Die Arbeit merkt kritisch an, dass die unterschiedliche Operationalisierung der Selbsteffektivität zu Beginn und nach negativen Rückmeldungen das Risiko für Messfehler erhöht.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Wahrgenommene Selbsteffektivität und ihre Wirkung auf das Eskalationsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/899685