Aktive Freizeitgestaltung und Freude am Leben. Dies kennzeichnet heutzutage nicht mehr allein die Jugend, sondern trifft ebenso auf die heutige Generation „50plus“ zu.
Anfang der 70er Jahre prägten amerikanische Gerontologen den Begriff der Young Olds (Engl. die jungen bzw. neuen Alten) da das traditionelle Klischee vom passiven, hilflosen und desinteressierten alten Menschen auf diese Gruppe nicht mehr zutrifft.
Anhand der demographischen Entwicklung ist zudem erkennbar, dass sich das Gleichgewicht zwischen jungen Heranwachsenden und der älteren Generation zusehends verändert. Bereits 2050 sollen 36 Prozent der Bevölkerung über 50 Jahre alt sein. Würde diese Prognose zutreffen, gäbe es mehr als doppelt so viele Rentner wie Kinder. Dies begründet sich darin, dass die durchschnittliche Lebenserwartung sich ständig erhöht wodurch der Anteil älterer Menschen in der Bevölkerung wächst. Die Darstellung der Bevölkerungsentwicklung in Anhang 1 soll dies nochmals verdeutlichen.
Lange Zeit wurden Senioren als eigenständige Zielgruppe im Rahmen des Marketings vernachlässigt. Vor dem Hintergrund des enormen Kaufkraftpotenzials der „50plus“-Generation ist dies jedoch irrational und u. U. betriebswirtschaftlich unklug. Dies zeigt auf, dass die sinnvolle und adäquate Ansprache der Zielgruppe Senioren für Unternehmen unabdingbar ist, da die Alterung der Gesellschaft dem Konsum enorme Potentiale bietet.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung von Senioren als Zielgruppe für das Marketing. Dabei werden die besonderen Anforderungen der älteren Generation berücksichtigt und es wird auf Einflussmöglichkeiten seitens des Marketings näher eingegangen. Ebenso werden Konzepte und Beispiele aufgezeigt um einzelne Teilbereiche der Arbeit zu veranschaulichen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Definition
2.1 Senior
2.2 Seniorenmarketing
3 Segmentierungskriterien für Senioren
3.1 Dimensionen des Alters
3.1.1 Alter
3.1.2 Stellung im Familienlebenszyklus
3.1.3 Berufstätigkeit
3.2 Typologie des Meyer-Hentschel Management Consulting
4 Besonderheiten von Senioren
4.1 Physiologische Alterserscheinungen
4.2 Psychische Merkmale
4.3 Ökonomische Gesichtspunkte
4.4 Wertorientierung
5 Das Konsum- und Freizeitverhalten von Senioren
6 Konsequenzen für das Marketing
6.1 Kommunikationspolitik
6.1.1 Sinnvolle und zielgruppenadäquate Werbemaßnahmen
6.1.2 Wahl der Medien
6.2 Produkt- und Sortimentsgestaltung
6.3 Gestaltung des Point Of Sales
6.4.1 Vermeidung von Gefahrenquellen
6.4.2 Lichtgestaltung
6.4.3 Waren- und Angebotspräsentation
6.4.4 Übersichtlichkeit und Orientierungsfreundlichkeit
7 Praxisbeispiele für erfolgreiches Seniorenmarketing
8 Schlussfolgerungen
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit untersucht die wachsende Bedeutung von Senioren als Zielgruppe im modernen Marketing. Das zentrale Ziel ist es, die spezifischen physischen, psychischen und ökonomischen Anforderungen dieser Altersgruppe zu analysieren und konkrete Handlungsempfehlungen für die Gestaltung von Produkten, Kommunikation und Verkaufsräumen abzuleiten.
- Demografischer Wandel und die Kaufkraftpotenziale der "50plus"-Generation
- Differenzierungskriterien und Typologien zur Segmentierung des Seniorenmarktes
- Berücksichtigung physiologischer und psychischer Besonderheiten bei der Gestaltung von Marketingreizen
- Optimierung von Verpackungsdesign, Point of Sale und Kommunikationsmaßnahmen
- Praxisbeispiele für eine zielgruppengerechte Markenführung (z.B. Nivea Vital, Dove, TUI Club Elan)
Auszug aus dem Buch
4.1 Physiologische Alterserscheinungen
Im Rahmen körperlicher Abbauprozesse die mit dem Altern einhergehen, nimmt oftmals auch die Fähigkeit des Sehens ab. So vermindert sich bspw. häufig die Sehschärfe, welche Grundlage für das Erkennen von Gegenständen ist. Wie Abbildung 4 veranschaulicht hängt das mit dem altersbedingten Schrumpfen der Pupillengröße zusammen.
Des Weiteren haben ältere Menschen häufiger Probleme sich an veränderte Beleuchtungsverhältnisse anzupassen. Dieser verlangsamte Prozess der Hell-Dunkel-Adaption entsteht dadurch, dass sich die Pupille nur sehr langsam an veränderte Lichtverhältnisse anpassen kann. Folge davon ist eine starke Blendempfindlichkeit.
Ab dem durchschnittlich 40. Lebensjahr ist mit dieser Veränderung zu rechnen. Zur Veranschaulichung soll gesagt sein, dass die Anpassungszeit bei einem 70jährigen etwa dreimal so lang dauert als bei einem 25jährigen. Die langsame Hell-Dunkel-Adaption ist eines der größten visuellen Probleme die die Wahrnehmung älterer Menschen beeinträchtigen kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet den demografischen Wandel und die steigende Bedeutung der Generation "50plus" als kaufkräftige Zielgruppe für das Marketing.
2 Definition: Dieses Kapitel klärt die Begriffe Senior und Seniorenmarketing und setzt sich mit der Problematik auseinander, dass das Alter als Lebensphase keine homogene Gruppe beschreibt.
3 Segmentierungskriterien für Senioren: Es werden verschiedene Kriterien zur Segmentierung vorgestellt, darunter das chronologische und psychologische Alter sowie der Familienlebenszyklus und die berufliche Situation.
4 Besonderheiten von Senioren: Dieses Kapitel analysiert detailliert die physiologischen, psychischen, ökonomischen und wertorientierten Aspekte, die den Konsum und das Verhalten im Alter prägen.
5 Das Konsum- und Freizeitverhalten von Senioren: Der Fokus liegt hier auf dem veränderten Kaufverhalten, das durch eine höhere Genussorientierung und ein Bedürfnis nach Selbstverwirklichung gekennzeichnet ist.
6 Konsequenzen für das Marketing: Hier werden konkrete Anforderungen an Kommunikationspolitik, Produktgestaltung und Verkaufsraumkonzepte abgeleitet, um den Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden.
7 Praxisbeispiele für erfolgreiches Seniorenmarketing: Anhand von Fallbeispielen wie Nivea Vital, Dove und TUI Club Elan wird illustriert, wie Unternehmen erfolgreich auf die Zielgruppe Senioren eingehen können.
8 Schlussfolgerungen: Das Fazit fasst zusammen, dass die Ausrichtung auf ältere Konsumenten aufgrund ihrer demografischen Masse und Kaufkraft eine strategische Notwendigkeit für die Zukunft darstellt.
Schlüsselwörter
Seniorenmarketing, 50plus, Generation 50plus, Konsumverhalten, Demografischer Wandel, Zielgruppenorientierung, Kaufkraftpotenzial, Alterserscheinungen, Kommunikation, Point of Sale, Barrierefreiheit, Best Ager, Produktgestaltung, Marketing-Mix, Wertewandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit behandelt die Herausforderungen und Chancen des Marketings bei der Ansprache der Zielgruppe Senioren und untersucht, wie man den Anforderungen dieser heterogenen Gruppe gerecht wird.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder sind die demografische Entwicklung, die Segmentierung älterer Zielgruppen, die spezifischen physiologischen und psychischen Merkmale des Alterns sowie deren Auswirkungen auf die Marketingpraxis.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es aufzuzeigen, wie Unternehmen ihr Marketing optimieren müssen, um die kaufkräftige und wachsende Zielgruppe der "Best Ager" erfolgreich und respektvoll anzusprechen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse, bei der aktuelle Studien und Fachliteratur zum Seniorenmarketing ausgewertet und auf die Marketing-Mix-Instrumente übertragen werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Segmentierung, die Analyse von Altersbesonderheiten sowie die Ableitung konkreter Konsequenzen für die Kommunikation, Produktgestaltung und die Gestaltung von Verkaufsräumen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Seniorenmarketing, Kaufkraftpotenzial, demografischer Wandel, barrierefreie Gestaltung und zielgruppenadäquate Kommunikation.
Warum kritisieren Senioren häufig die heutige Werbung?
Viele Senioren empfinden Werbung als zu jugendorientiert oder realitätsfern; sie kritisieren, dass durch den Einsatz von Klischees das Altern oft als negativ dargestellt wird.
Wie spielt das Thema Lichtgestaltung eine Rolle für den Handel?
Ältere Menschen leiden unter einer verlangsamten Hell-Dunkel-Adaption. Daher ist es im Handel wichtig, Blendeffekte zu vermeiden und eine gleichmäßige Ausleuchtung zu gewährleisten, um die Orientierung und Sicherheit zu erhöhen.
- Arbeit zitieren
- Katja Reinhold (Autor:in), 2007, Senioren als Marketing-Zielgruppe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/89305