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Verdrängung des Todes in der Gesellschaft

Title: Verdrängung des Todes in der Gesellschaft

Seminar Paper , 2020 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Anja Geisler (Author)

Sociology - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Spricht man über den Tod, wird einem immer wieder eines bewusst: es ist den Menschen unangenehm. Es entsteht Unbehagen und eine gewisse Abneigung, wenn es darum geht über den Tod im Allgemeinen oder gar den eigenen Tod zu sprechen. Allzu einfach ist es das Thema zu wechseln, Gedanken darüber weit weg zu schieben und sich „später damit zu befassen“. Den Tod also weit von der Öffentlichkeit fernzuhalten. Somit ist es nicht abwegig, dass sich die These der Verdrängung des Todes in der Gesellschaft so hartnäckig hält, wenn es um die Todesproblematik geht.

Betrachtet man jedoch die Umfrageergebnisse der Allensbach Erhebung 1997, erkennt man, dass sich lediglich 11% der deutschen Bevölkerung „nie“ Gedanken um den Tod macht. Der große Rest der Menschen scheint sich also mit dem Thema auseinanderzusetzen. Gleichzeitig ist der Tod momentan auch so oft Thema in der Öffentlichkeit wie noch nie. Betrachtet man allein die aktuellen, allgegenwärtigen Diskussionen um die vorherrschende Krise, ausgelöst durch das Coronavirus Sars-CoV-2. Die Anzahl der an COVID-19 verstorbenen Menschen wird täglich in allerlei Medien veröffentlicht, es gibt sogar Live-Ticker, in denen sich die Bevölkerung rund um die Uhr um die Geschehnisse und die aktuellen Todeszahlen informieren kann. In der Gesellschaft, so scheint es, gibt es gegenwärtig kein anderes Thema mehr.

Doch selbst ohne die Corona Krise ist der Tod öfter thematisiert als gedacht. Genannt seien hierbei beispielsweise die Hirntoddebatte, die aktuelle Diskussion über Sterbehilfe in Deutschland, oder auch Themen wie Abtreibung oder Attentate. Diese sind allgegenwärtig in den Medien und werden tagtäglich diskutiert. So stellt man sich letztendlich die Frage: gibt es in der Gesellschaft noch eine Verdrängung des Todes?

In dieser Arbeit betrachten wir die Verdrängungstheorie etwas genauer und gehen vor allem auf Theorien von Norbert Elias, Werner Schneider, Armin Nassehi, Georg Weber und Geoffrey Gorer ein.

Mittlerweile gibt es auch viele Soziologen, welche die These der Verdrängung des Todes für nicht mehr haltbar halten. Auch dies wird genauer beleuchtet. Hier wird hauptsächlich genauer auf Theorien von Armin Nassehi, Alois Hahn, Max Scheler sowie Julica Zacharias eingegangen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Was versteht man unter Verdrängung?

a. Verdrängungsbegriff in der Psychoanalyse

b. Verdrängung auf sozialer Ebene

3. Was spricht für eine Verdrängung des Todes?

a. Argumentationsmuster nach Schneider

b. Tabuisierung des Todes nach Gorer

c. Legitime / Illegitime Verdrängung

4. Was spricht gegen eine Verdrängung des Todes?

a. Tod als natürliches, nichttragisches Ereignis

b. Geschwätzigkeit des Todes

c. Fehlende Wichtigkeit des Todes

5. Verdrängung des Todes oder der Kommunikation über den Tod?

6. Fazit

7. Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die soziologische Debatte um die vermeintliche Verdrängung des Todes in der modernen Gesellschaft. Das zentrale Ziel ist es, die Argumente für und gegen die Verdrängungsthese kritisch zu analysieren und zu klären, ob in unserer Gesellschaft tatsächlich eine Verdrängung stattfindet oder ob sich lediglich die Kommunikationsweisen über Sterben und Tod gewandelt haben.

  • Psychoanalytische und soziale Definitionen von Verdrängung.
  • Argumentationsmuster der Todesverdrängung (Elias, Schneider, Gorer).
  • Gegenargumente: Tod als natürliches Ereignis und "Geschwätzigkeit des Todes".
  • Einfluss der funktionalen Differenzierung auf die Thematisierung des Todes.
  • Die Rolle der individuellen versus gesellschaftlichen Kommunikation über Sterben.

Auszug aus dem Buch

a. Verdrängungsbegriff in der Psychoanalyse

Bevor genauer beleuchtet wird, ob es tatsächlich eine Verdrängung in der Gesellschaft gibt, stellt sich die Frage was man überhaupt unter einer Verdrängung versteht. Zunächst betrachten wir den psychoanalytisch geprägten Begriff der Verdrängung, welcher auf Theorien von Sigmund Freud basiert. Die Psychoanalyse beschäftigt sich unter anderem mit den Begriffen „Es“, „Ich“ und „Über-Ich“. Das Es „ wird auch Unterbewusstes genannt und ist die Gesamtheit der Tendenzen, die bestimmte unserer Aktivitäten steuern“ (Daco 2013, S.133). Es beschreibt somit die Bedürfnisse eines Menschen, seine Triebe und Affekte. Das Ich beschreibt die Persönlichkeit eines Menschen und stellt die Instanz des bewussten Erlebens und Handelns dar. Es vermittelt „zwischen den Ansprüchen des Es, des Über-Ich und der sozialen Umwelt mit dem Ziel, psychische und soziale Konflikte konstruktiv aufzulösen“ (Lay 1985, S. 212).

Zuletzt das Über-Ich. Dieses entsteht durch den Druck der Gesellschaft, welche dem Individuum Regeln und Moral vermittelt. Es bringt das Ich dazu, sich an bestimmte Regeln in einer Gesellschaft zu halten, da es von Geboten und Verboten geprägt ist (vgl. Daco 2013, S.136). Die Verdrängung ordnet Freud unter die sogenannten Abwehrmechanismen ein. Dies sind Vorgänge, die dem Individuum nicht bewusst sind, sie sind psychodynamisch und verfolgen das Ziel, die Funktionsfähigkeit des Individuums zu sichern (vgl. Wittkowski 1978, S.122).

In der Verdrängung sieht Freud einen unterbewussten Vorgang, im Gegensatz zum bewussten Vorgang der Unterdrückung, in welchem der Mensch willentlich handelt. Das Es sendet einen bestimmten Trieb oder ein Gefühl aus, mit dem das Ich nicht einverstanden ist, eventuell auf Anweisung des Über-Ichs. Daraufhin wird der Trieb sofort zurückgewiesen also verdrängt, und erreicht somit nie die Ebene des Bewusstseins des Individuums. So geht Freud davon aus, dass der Tod bei Seite geschoben, verdrängt, ja gar verleugnet wird. „Im Unbewußten sei jeder von uns von seiner Unsterblichkeit überzeugt.“ (Freud 2015, S.342) schreibt Freud und beschreibt somit eine tiefe Verdrängung des Themas Tod.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problemstellung der Todesverdrängung ein und stellt die theoretischen Positionen sowie die Relevanz des Themas in der heutigen Zeit vor.

2. Was versteht man unter Verdrängung?: Dieses Kapitel differenziert zwischen dem psychoanalytischen Verdrängungsbegriff Freuds und der soziologischen Perspektive Norbert Elias’ auf die soziale Verdrängung.

3. Was spricht für eine Verdrängung des Todes?: Hier werden Argumente wie der soziale Wandel, die Tabuisierung durch den Zivilisationsprozess und die Auswirkungen funktionaler Differenzierung auf das Todesverständnis dargelegt.

4. Was spricht gegen eine Verdrängung des Todes?: In diesem Abschnitt werden Gegenargumente wie die Entdramatisierung des Todes, die "Geschwätzigkeit" durch mediale Präsenz und die fehlende Notwendigkeit aufgrund geringer alltäglicher Konfrontation diskutiert.

5. Verdrängung des Todes oder der Kommunikation über den Tod?: Dieses Kapitel reflektiert darüber, ob nicht der Tod selbst, sondern lediglich die sprachliche Kommunikation darüber tabuisiert wird.

6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass auf gesellschaftlicher Ebene keine allgemeine Verdrängung des Todes vorliegt.

7. Literaturverzeichnis: Hier sind sämtliche im Text verwendeten Quellen und weiterführende wissenschaftliche Publikationen aufgelistet.

Schlüsselwörter

Thanatosoziologie, Todesverdrängung, Gesellschaft, Psychoanalyse, Norbert Elias, Tabuisierung, Geschwätzigkeit des Todes, funktionale Differenzierung, Sterbeprozess, moderne Gesellschaft, Kommunikation, Sterbehilfe, Sterblichkeit, Sozialer Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die soziologische Debatte, ob der Tod in der modernen Gesellschaft verdrängt wird oder ob dieser Begriff für die heutige Situation unzutreffend ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Arbeit fokussiert sich auf die Verdrängungstheorien von Autoren wie Freud, Elias und Schneider sowie auf Gegenargumente, die den Tod als mediales und kommunikatives Thema betrachten.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet: Gibt es in der heutigen Gesellschaft tatsächlich eine Verdrängung des Todes, oder wird lediglich die Kommunikation über dieses Thema durch moderne Strukturen erschwert?

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Literaturanalyse, bei der soziologische und psychoanalytische Ansätze gegenübergestellt und kritisch bewertet werden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Pro- und Contra-Argumente zur Verdrängungsthese, unterstützt durch soziologische Studien und theoretische Konzepte.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Thanatosoziologie, Todesverdrängung, Tabuisierung, funktionale Differenzierung und die Geschwätzigkeit des Todes.

Welche Rolle spielt die Psychoanalyse nach Freud in der Arbeit?

Freuds Theorie dient als Ausgangspunkt, um den psychologischen Mechanismus des Verdrängens zu erklären, wobei die Arbeit diesen später in einen soziologischen Kontext überführt.

Zu welcher Schlussfolgerung gelangt die Autorin?

Die Autorin kommt zu dem Ergebnis, dass auf gesellschaftlicher Ebene keine Verdrängung des Todes stattfindet, da dieser in Medien und öffentlicher Diskussion fortwährend präsent ist.

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Details

Title
Verdrängung des Todes in der Gesellschaft
College
LMU Munich
Course
Thanatosoziologie
Grade
1,0
Author
Anja Geisler (Author)
Publication Year
2020
Pages
17
Catalog Number
V889161
ISBN (eBook)
9783346195975
ISBN (Book)
9783346195982
Language
German
Tags
gesellschaft todes verdrängung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anja Geisler (Author), 2020, Verdrängung des Todes in der Gesellschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/889161
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