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Kunsttherapeutische Aspekte in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen

Titel: Kunsttherapeutische Aspekte in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen

Hausarbeit , 2004 , 12 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Birgitta Bernhardt (Autor:in)

Soziale Arbeit / Sozialarbeit

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Von allen psychischen Erkrankungen im Alter stellen die Demenzerkrankungen die häufigsten und hinsichtlich des Verlusts an Selbstständigkeit und Lebensqualität sicher die folgenschwersten Leiden im höheren Lebensalter dar. Da bei Erkrankungen aus diesem Formenkreis neben den medizinischen Faktoren immer auch psychische und soziale Aspekte von großer Bedeutung für den Betroffenen und sein Umfeld sind, ist das Thema der demenziellen Erkrankungen mit ihren Folgen auch für das Handlungsfeld der Sozialen Arbeit relevant. Der Kunsttherapie kommt innerhalb der breiten Palette an Interventionsmöglichkeiten die Aufgabe zu, mit Hilfe von bildnerischen bzw. gestaltenden Übungen, durch die Erkrankung verloren gegangene sensorische, motorische und psychosoziale Kompetenzen zu restituieren und zu kompensieren.
In der folgenden Arbeit werde ich zunächst den Begriff der „Demenz“ sowie einige epidemiologische Faktoren klären. Des weiteren werde ich erläutern, welche spezifischen Probleme sich aus demenziellen Erkrankungen für den Betroffenen ergeben und welche Interventionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Die Frage, welche spezifischen Ziele die Kunsttherapie bei der Behandlung demenziell erkrankter Menschen verfolgt, welcher Methoden sie sich dabei bedient und warum sie sich für die Förderung von Demenzpatienten besonders gut eignet, ist Inhalt des sich anschließenden Abschnitts. Dabei werde ich stets auch auf eigene Erfahrungen verweisen, die ich im Rahmen meines Praxissemesters in der Neurologischen Klinik Elzach im Zusammenhang mit diesem Handlungsfeld gewonnen habe.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. EINLEITUNG

2. ÜBERBLICK ÜBER DAS KRANKHEITSBILD “DEMENZ“

3. BEDEUTUNG UND SPEZIFISCHE PROBLEME DER DEMENZIELLEN ERKRANKUNGEN FÜR DIE BETROFFENEN

4. INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN

5. ASPEKTE DER KUNSTTHERAPIE ALS BEITRAG ZU EINEM GANZHEITLICHEN BEHANDLUNGSKONZEPT FÜR PATIENTEN MIT DEMENZERKRANKUNGEN

BINDUNGSQUALITÄT IM ALTER

VALIDATION

BIOGRAFIEARBEIT

DAS REALITÄTSORIENTIERUNGSTRAINING ROT

ÄSTHETISCHE BASALE STIMULATION

6. SCHLUSSREFLEXION

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Relevanz der Kunsttherapie bei der Begleitung demenziell erkrankter Menschen, mit dem Ziel, durch gestalterische Ansätze die Lebensqualität sowie kognitive und psychosoziale Kompetenzen der Betroffenen zu stabilisieren oder zu fördern.

  • Grundlagen und Symptomatik demenzieller Erkrankungen
  • Herausforderungen für Betroffene im Krankheitsverlauf
  • Methoden der Kunsttherapie bei Demenz
  • Die Bedeutung von Bindungsqualität und Biografiearbeit
  • Kritische Reflexion therapeutischer Konzepte wie Validation und ROT

Auszug aus dem Buch

Ästhetische Basale Stimulation

Die Basale Stimulation geht auf ein Konzept zurück, das ursprünglich von Andreas Fröhlich in der Sonderpädagogik für geistig und körperlich behinderte Kinder und Jugendliche entwickelt wurde. Später wurde das Verfahren in den Pflegebereich transferiert, was u.a. ein wesentliches Verdienst von Christel Bienstein war. Zunächst v.a. im Bereich der Intensivmedizin bei komatösen Patienten mit Erfolg eingesetzt, kam das Konzept später auch in der geriatrischen/gerontologischen Therapie zum Einsatz. Mit Hilfe der basalen Simulation sollen verloren gegangene Kompetenzen wie z.B.: Sehen, Greifen, Zusammenfügen wieder aufgebaut werden. Dies ist durch neuronale Verknüpfungen möglich, die mit Hilfe von haptisch-taktilen, oralen, auditiven, visuellen bzw. kinästhetischen Stimulationen initiiert werden (vgl. Menzen 2004a 37-45). Durch diese Verschaltungen werden die Wahrnehmungsfähigkeit und die Gedächtnisleistungen von Patienten angeregt und somit die sensuelle und kognitive Rehabilitation gefördert.

Dies soll durch den Einsatz von unterschiedlichsten Materialien erreicht werden, die dem Betroffenen ein breites Spektrum an Sinneserfahrungen eröffnen. Wichtig ist, die Basale Stimulation nicht als erlernbare Technik zu missverstehen, sondern als Angebot von individuellen Wahrnehmungserfahrungen, die speziell auf den jeweiligen Patienten abgestimmt sind (vgl. Menzen 2004b 36). Mit Hilfe der Basalen Stimulation können – anders als z.B. mit dem ROT – Konzept auch Patienten im fortgeschrittenen Krankheitsstadium erreicht werden. Gerade für diese Zielgruppe ist die Basale Stimulation eine Chance, trotz verlorener kognitiver, sprachlicher und motorischer Kompetenzen, angenehme Sinneseindrücke zu erhalten und ihre Umwelt mit positiven Erfahrungen zu verbinden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EINLEITUNG: Die Autorin legt die Relevanz des Themas für die Soziale Arbeit dar und beschreibt den Fokus auf kunsttherapeutische Interventionsmöglichkeiten.

2. ÜBERBLICK ÜBER DAS KRANKHEITSBILD “DEMENZ“: Es werden der Begriff der Demenz, ihre medizinische Definition sowie epidemiologische Daten zum Krankheitsverlauf erläutert.

3. BEDEUTUNG UND SPEZIFISCHE PROBLEME DER DEMENZIELLEN ERKRANKUNGEN FÜR DIE BETROFFENEN: Dieses Kapitel analysiert die Symptomatik in den verschiedenen Stadien und die psychischen Belastungen für die Erkrankten.

4. INTERVENTIONSMÖGLICHKEITEN: Hier werden aktuelle palliative Ansätze und die Bedeutung einer ganzheitlichen, unterstützenden Begleitung durch die Soziale Arbeit diskutiert.

5. ASPEKTE DER KUNSTTHERAPIE ALS BEITRAG ZU EINEM GANZHEITLICHEN BEHANDLUNGSKONZEPT FÜR PATIENTEN MIT DEMENZERKRANKUNGEN: Darstellung verschiedener methodischer Ansätze wie Validation, Biografiearbeit und Basale Stimulation als therapeutische Instrumente.

6. SCHLUSSREFLEXION: Zusammenfassung der gewonnenen Erkenntnisse und Reflexion der eigenen beruflichen Erfahrungen sowie des Lernprozesses.

Schlüsselwörter

Demenz, Kunsttherapie, Soziale Arbeit, Alter, Biografiearbeit, Validation, Basale Stimulation, Realitätsorientierungstraining, Lebensqualität, Alzheimer, Gerontologie, Pflege, Bindungstheorie, Wahrnehmung, Rehabilitation.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Hausarbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit den Möglichkeiten der Kunsttherapie, um die Lebenssituation und das Befinden von Menschen mit Demenz in der Sozialen Arbeit zu verbessern.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum der Arbeit?

Im Zentrum stehen die Auswirkungen der Demenz, die theoretischen Grundlagen der Kunsttherapie sowie praktische Ansätze wie Validation, Biografiearbeit und Basale Stimulation.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie kunsttherapeutische Methoden dazu beitragen können, verloren gegangene Kompetenzen zu restituieren und die Lebensqualität dementer Patienten zu steigern.

Welche methodische Herangehensweise wird gewählt?

Die Autorin kombiniert eine theoretische Literaturanalyse mit der Reflexion eigener Praxiserfahrungen aus einem Praxissemester in einer neurologischen Klinik.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine medizinische Grundlegung, eine Problembeschreibung für Betroffene und eine detaillierte Erläuterung spezifischer therapeutischer Konzepte im Umgang mit Demenz.

Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?

Zentrale Begriffe sind Kunsttherapie, Demenz, Biografiearbeit, ganzheitliche Behandlung und psychosoziale Unterstützung im Alter.

Warum wird das Realitätsorientierungstraining (ROT) kritisch betrachtet?

Die Autorin weist darauf hin, dass das ROT in fortgeschrittenen Stadien zu Überforderung führen und das Selbstwertgefühl der Patienten schwächen kann.

Was unterscheidet die Basale Stimulation von anderen Methoden?

Sie konzentriert sich auf die individuelle Wahrnehmungserfahrung durch alle Sinne und ist besonders gut geeignet, auch Patienten in sehr fortgeschrittenen Stadien zu erreichen.

Welche Rolle spielt die Bindungstheorie für den therapeutischen Prozess?

Sie dient als Basis für das Verständnis, dass positive Erinnerungen Ressourcen schaffen, die dem Patienten in der Interaktion mit dem Therapeuten helfen können.

Welche Erkenntnis gewann die Autorin für ihre spätere Arbeit?

Sie betont die Bedeutung der Biografiearbeit als spannendes Handlungsfeld und den Wunsch, den theoretischen Hintergrund der therapeutischen Methoden für ihre zukünftige Tätigkeit zu nutzen.

Ende der Leseprobe aus 12 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kunsttherapeutische Aspekte in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen
Hochschule
Katholische Hochschule Freiburg, ehem. Katholische Fachhochschule Freiburg im Breisgau
Veranstaltung
Einführung in die Kunsttherapie/Gestaltungspädagogik
Note
1,0
Autor
Birgitta Bernhardt (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
12
Katalognummer
V87619
ISBN (eBook)
9783638012782
ISBN (Buch)
9783638916837
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunsttherapeutische Aspekte Arbeit Menschen Einführung Kunsttherapie/Gestaltungspädagogik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Birgitta Bernhardt (Autor:in), 2004, Kunsttherapeutische Aspekte in der Arbeit mit demenziell erkrankten Menschen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87619
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