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Unmoral, Krankheit oder Naturphänomen? Homosexualitätskonzepte im wissenschaftlichen Sexualitätsdiskurs zwischen 1830 und 1915

Titel: Unmoral, Krankheit oder Naturphänomen? Homosexualitätskonzepte im wissenschaftlichen Sexualitätsdiskurs zwischen 1830 und 1915

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2007 , 18 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Evelyn Ehle (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Mit dieser Arbeit soll der wissenschaftliche Diskurs über Sexualität im Zeitraum zwischen 1830 und 1915 untersucht werden. Es wird davon ausgegangen, dass Sexualität ein Bereich menschlicher Lebensäußerungen ist, der wesentlich durch kulturelle und gesellschaftliche Verhältnisse, Einrichtungen und Normen geprägt wird. Da auch die wissenschaftstreibenden Subjekte von den Normen und Werten ihrer Zeit beeinflusst werden, ist auch ihre wissenschaftliche Produktion nicht frei von diesen gesellschaftlichen Vorstellungen und Interessen. Neben der wissenschaftlichen Festschreibung „normaler“ Sexualität, die aus christlichen und bürgerlichen Werten abgeleitet wurde, wurden zugleich Entgrenzungen vorgenommen und Abweichungen produziert. Bei einer Form dieser so genannten „Perversionen“ handelte es sich um Homosexualität, wobei die Aufmerksamkeit zunächst ausschließlich den männlichen Homosexuellen zuteil wurde. Im Folgenden untersucht werden, wie die gleichgeschlechtliche Liebe erklärt wurde, das heißt welche wissenschaftlichen Konzepte ihr, insbesondere als eine Art der sexuellen Devianz, gegenüber vertreten wurden und welche Bewertungen sie erfuhr. Galt die Homosexualität als moralisch, physiologisch, psychologisch oder sozial bedingt? Diese Fragen werden in der folgenden Analyse der "Scientia sexualis" im medizinisch-psychologischen Diskurs von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum beginnenden 20. Jahrundert zu beantworten sein.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Entstehung der „Sexualität“ als wissenschaftliches Forschungsobjekt

3. Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) und das „Urningstum“

4. Die Pathologisierung der „konträren Sexualempfindung“

4.1. Carl Friedrich Otto Westphal (1833-1890)

4.2. Richard Fridolin Joseph Freiherr von Krafft-Ebing (1840-1902)

5. Der Diskurs der Jahrhundertwende

5.1. Magnus Hirschfeld (1868-1935)

5.2. Iwan Bloch (1872-1922)

5.3. Sigmund Freud (1856-1939)

6. Vergleich der wissenschaftlichen Beurteilungen

7. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Diskurs über Sexualität und Homosexualität im deutschsprachigen Raum zwischen 1830 und 1915, mit dem Ziel aufzuzeigen, wie medizinisch-psychologische Konzepte von einer pathologisierenden Sichtweise zu differenzierteren wissenschaftlichen Ansätzen wandelten.

  • Historische Genese der Sexualwissenschaft
  • Wissenschaftliche Klassifikation von Sexualität
  • Pathologisierung der Homosexualität
  • Diskurs der Jahrhundertwende
  • Vergleichende Analyse wissenschaftlicher Theorien

Auszug aus dem Buch

Die Pathologisierung der „konträren Sexualempfindung“

Im Gegensatz zu Ulrichs zählt der deutsche Psychiater Carl Westphal zu den Hauptvertretern der Pathologisierungskonzepte. Ihm kommt vor allem deswegen eine Rolle in diesem Diskurs zu, da bei ihm eine markante Wendung der Homosexualität ins Krankhafte stattfand.

In seinem 1869 erschienenen Werk „Die conträre Sexualempfindung“ finden verstärkt Degenerationstheorien Eingang. So beschreibt er diese Abweichung vom „eigentlichen“ Geschlechtsleben anhand zweier Fallsbeispiele als den Widerspruch zwischen phänotypischer Erscheinung und emotionaler Geschlechtsidentität. Diesen betrachtet er als Symptom eines entarteten, neuropathischen Zustandes und als „moralischen Wahnsinn“. Allerdings war dieser Wahnsinn eigentlich unverschuldet, da es sich um eine angeborene Verkehrung des „Geschlechtscharakters“ handelte. Als dessen Zentrum lokalisierte er pathologische Veränderungen im Zentralnervensystem.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Zielsetzung der Arbeit, die den wissenschaftlichen Diskurs über Sexualität und die Bewertung der Homosexualität zwischen 1830 und 1915 untersucht.

2. Entstehung der „Sexualität“ als wissenschaftliches Forschungsobjekt: Analyse der wissenschaftlichen Bemühungen, menschliche Sexualität ab den 1830er Jahren im Rahmen rationaler Weltauffassungen zu klassifizieren.

3. Karl Heinrich Ulrichs (1825-1895) und das „Urningstum“: Vorstellung des Pioniers Ulrichs, der Homosexualität als angeborene Veranlagung deutete und versuchte, diese zu entkriminalisieren.

4. Die Pathologisierung der „konträren Sexualempfindung“: Untersuchung der Sichtweisen von Westphal und Krafft-Ebing, die Homosexualität als pathologische Störung und degenerative Erscheinung einstuften.

5. Der Diskurs der Jahrhundertwende: Analyse der Ansätze von Hirschfeld, Bloch und Freud, die sich zunehmend gegen die Pathologisierung wandten und interdisziplinäre sowie psychologische Erklärungsmodelle entwickelten.

6. Vergleich der wissenschaftlichen Beurteilungen: Synoptischer Vergleich der Theorien, der gemeinsame Tendenzen wie die Hinwendung zur Naturwissenschaft und den Wandel in der Bewertung des Geschlechtstriebes aufzeigt.

7. Zusammenfassung: Resümee über den Einfluss der Zweckgebundenheit der Sexualität an die Fortpflanzung auf die wissenschaftliche Klassifikation und deren Rückwirkung auf die Betroffenen.

Schlüsselwörter

Sexualwissenschaft, Homosexualität, Sexualdiskurs, Pathologisierung, Degenerationstheorie, Urningstum, Sexualtrieb, Geschlechtscharaktere, Medizinalgeschichte, Psychiatrie, Entkriminalisierung, Sozialgeschichte, 19. Jahrhundert, Jahrhundertwende, Sexualpsychologie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht, wie sich der wissenschaftliche Diskurs über Sexualität im Zeitraum von 1830 bis 1915 entwickelte und insbesondere wie Homosexualität in diesem Prozess bewertet und kategorisiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die zentralen Themen umfassen die Entstehung der Sexualwissenschaft, den Einfluss von Degenerationstheorien, die Rolle des medizinisch-psychologischen Diskurses sowie den Übergang von einer moralischen zu einer klinischen Bewertung von Sexualität.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die wissenschaftlichen Konzepte der wichtigsten Autoritäten der Zeit zu analysieren und zu prüfen, ob und inwieweit Paradigmenwechsel in Bezug auf die Wahrnehmung von Homosexualität stattfanden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-analytische Methode, indem sie wissenschaftliche Fachliteratur, zeitgenössische Abhandlungen und einschlägige medizinisch-psychologische Theorien des 19. und frühen 20. Jahrhunderts vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Theorien bedeutender Vertreter wie Ulrichs, Westphal, Krafft-Ebing, Hirschfeld, Bloch und Freud und vergleicht diese hinsichtlich ihrer Ansichten zur Pathologisierung und sozialen Einordnung gleichgeschlechtlicher Liebe.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sexualwissenschaft, Homosexualität, Pathologisierung, Degenerationstheorie, Sexualtrieb sowie der historische Kontext der Jahrhundertwende.

Wie unterscheidet sich die Auffassung von Carl Westphal von der von Karl Heinrich Ulrichs?

Während Ulrichs Homosexualität als natürliche Veranlagung (Naturalisierung) betrachtete, um eine Entkriminalisierung zu erreichen, prägte Westphal das Konzept der Pathologisierung und ordnete Homosexualität als degenerativen, krankhaften Zustand in den Bereich der Psychiatrie ein.

Welche Rolle spielt Sigmund Freud in dieser Untersuchung?

Freud führt eine psychologische Perspektive ein, indem er Homosexualität nicht über Vererbungsmodelle, sondern über die frühkindliche psychosexuelle Entwicklung und Verdrängungsmechanismen erklärt.

Was leistete Magnus Hirschfeld in diesem Diskurs?

Hirschfeld setzte sich politisch für die Entkriminalisierung ein, nutzte statistische Erhebungen und entwickelte das Konzept der „sexuellen Zwischenstufen“, um die Vielfalt menschlicher Sexualität wissenschaftlich zu erfassen.

Ende der Leseprobe aus 18 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Unmoral, Krankheit oder Naturphänomen? Homosexualitätskonzepte im wissenschaftlichen Sexualitätsdiskurs zwischen 1830 und 1915
Hochschule
Technische Universität Dresden  (Institut für Geschichte)
Note
1,0
Autor
Evelyn Ehle (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
18
Katalognummer
V87245
ISBN (eBook)
9783638012188
ISBN (Buch)
9783638916226
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Unmoral Krankheit Naturphänomen Homosexualitätskonzepte Sexualitätsdiskurs Homosexualität langes 19. Jahrhundert
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Evelyn Ehle (Autor:in), 2007, Unmoral, Krankheit oder Naturphänomen? Homosexualitätskonzepte im wissenschaftlichen Sexualitätsdiskurs zwischen 1830 und 1915, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/87245
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Leseprobe aus  18  Seiten
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