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Die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft im Familienroman „Die Geschwister Oppermann“ von Lion Feuchtwanger

Geschichtsroman oder Zeitdokument?

Titel: Die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft im Familienroman „Die Geschwister Oppermann“ von Lion  Feuchtwanger

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2005 , 29 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sebastian Janzen (Autor:in)

Germanistik - Neuere Deutsche Literatur

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In Sanary-sur-mer, einem kleinen Fischerdorf in Südfrankreich, welches während der Herrschaft der Nationalsozialisten vielen vom Regime verfolgten Schriftstellern als Wohnsitz diente, begann Lion Feuchtwanger im April 1933 mit den Arbeiten an seinem ersten Prosawerk im Exil: „Die Geschwister Oppermann“. War er vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten vor allem als Autor historischer Romane bekannt geworden, so wählte Feuchtwanger für „Die Geschwister Oppermann“ als geschichtlichen Hintergrund die Ereignisse in Deutschland zwischen November 1932 und Sommer 1933. Er befasste sich also mit der unmittelbaren Wirklichkeit des Zusammenbruchs der Weimarer Republik und der Machtübernahme der Nationalsozialisten. Der Roman erzählt die Geschichte des Niedergangs einer altberlinisch-jüdischen Familie, welche den aufkommenden Nationalsozialismus anfangs nicht ernst nimmt und mit fortschreitender Zeit erkennen muss, dass für sie ein Verweilen in Deutschland unmöglich und lebensbedrohlich ist.
Es können zwei Themenbereiche des Romans festgestellt werden: Er befasst sich mit „der Geschichte der Vertreibung und Auseinandersprengung der Familie Oppermann durch den Antisemitismus sowie mit der Thematik der Selbsttäuschungen, denen das Bildungsbürgertum, insbesondere das deutsch-jüdische, in den Jahren 1932 und 1933 erlag. Kritisiert wird bis heute am häufigsten, dass das Motiv des Rassenwahns zu sehr im Mittelpunkt der Fabel steht, als dass das Geschehen ein Panorama der deutschen Vorgänge sein könnte. Ebenso häufig wird die Beschränkung der Darstellung auf die soziale Schicht des Bürgertums als Schwachpunkt herausgestellt und angemerkt, dass der Roman nur den Angriff des Kleinbürgers auf die großbürgerlichen Positionen im jüdischen Bereich darstellt, andere Gesellschaftsschichten jedoch nicht oder nur am Rande eine Rolle spielen, so dass zu einer gesellschaftlichen Repräsentanz wesentliche Elemente fehlen. Zu zeigen, dass der Roman trotzdem, oder vielleicht sogar gerade aufgrund der Konzentration auf verschiedene Teilschichten des Bürgertums dem heutigen Leser einen Einblick in die Lebensumstände der Jahre 1932 und 1933 gibt, ist Ziel dieser Arbeit. Hierbei soll von vornherein deutlich herausgestellt werden, dass es nicht die Absicht Feuchtwangers war, eine umfangreiche Faschismusanalyse in den Roman zu integrieren. Vielmehr war es Feuchtwangers Intention, Zeugnis abzulegen von der neuen Situation in Deutschland.



Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft in Feuchtwangers Familienroman

2.1 Historische Grundlagen (Zusammenbruch der Weimarer Republik, Aufkommen des Nationalsozialismus)

2.2 Die Gestaltung politisch-gesellschaftlicher Sujets im Roman

2.2.1 Repräsentanten des „unpolitischen“ Bürgertums

2.2.2 Repräsentanten der „unpolitischen“ bürgerlichen Intelligenz

2.2.3 Repräsentanten des „unpolitischen“ Kleinbürgertums

2.2.4 Politisch motivierte Gegner des Nationalsozialismus

2.3 „Die Geschwister Oppermann“ als Absage an das Modell des Familienromans zur literarischen Darstellung von Geschichte

3. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft in Lion Feuchtwangers Roman „Die Geschwister Oppermann“. Das primäre Ziel ist es aufzuzeigen, wie Feuchtwanger durch die Konzentration auf verschiedene Schichten des Bürgertums einen Einblick in die Lebensumstände der Jahre 1932 und 1933 gibt, wobei die Forschungsfrage nach dem Charakter des Werkes als Geschichtsroman oder Zeit-Dokument im Mittelpunkt steht.

  • Analyse der historischen Grundlagen des Zusammenbruchs der Weimarer Republik.
  • Untersuchung der fiktiven Repräsentanten verschiedener gesellschaftlicher Schichten.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der politischen Ignoranz des Bürgertums.
  • Diskussion des Familienromans als literarische Darstellungsform unter totalitären Bedingungen.
  • Bestandsaufnahme der Rolle des Schriftstellers im Exil.

Auszug aus dem Buch

2.2.1 Repräsentanten des „unpolitischen“ Bürgertums

Als Vertreter des politisch weitgehend desinteressierten Bürgertums gelten im Roman Martin Oppermann, seine Frau Liselotte und Gustavs Freundin Anna sowie Martins Schwager Jaques Lavendel. Feuchtwanger vermeidet in seiner Darstellung eine direkte Schuldzuweisung an das deutsche Bürgertum. Vielmehr wird in der Schilderung subjektiver Schuldgefühle der Eindruck einer Mitverantwortung an den politischen Ereignissen vermittelt.

Martin Oppermann ist der Leiter von zwei Möbelhäusern in Berlin und sieben Provinzfilialen. Er wird als zielstrebiger Geschäftsmann dargestellt, der fein zwischen geschäftlichem und privatem Bereich trennt. Durch die Übernahme des Möbelhauses Oppermann von seinem Großvater Immanuel gelangt Martin in die Gesellschaftsschicht des Besitzbürgertums. Formell gesehen ist jedoch Gustav der Seniorchef der Möbelhäuser, da er zwei Jahre älter als Martin ist. Gustav weiß, dass „Martin [...] nun einmal der beßre Geschäftsmann“ ist und überlässt Martin folglich fast alle geschäftlichen Entscheidungen.

Dass Gustav trotzdem stolz auf die Tradition des Geschäftes ist, zeigt das Geburtstagsgeschenk von Martin. Dieser schenkt Gustav zu seinem 50. Geburtstag am 16. November 1932 das Original eines Gemäldes von dem Großvater Immanuel Oppermann. Martin ist zwar eigentlich der Ansicht, dass das Original in das Chefkontor des Möbelhauses gehöre, doch weiß er auch um den besonderen Wunsch Gustavs, dieses in seinem Besitz zu haben. Im Gesamtzusammenhang des Romans dient das Bildnis vom Großvater „der Darstellung der Geschichte des Aufbaus der Möbelwerke, der Beschreibung der Tüchtigkeit und Beliebtheit des Gründers [...] sowie der Andeutung, mit den Leistungen zur Emanzipation der deutschen Juden beigetragen zu haben“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung stellt Lion Feuchtwanger als bedeutenden Autor vor und erläutert die Entstehungsgeschichte des Romans „Die Geschwister Oppermann“ als Reaktion auf die nationalsozialistische Machtübernahme.

2. Die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft in Feuchtwangers Familienroman: Dieses Kapitel analysiert die historischen Rahmenbedingungen der Weimarer Republik und verknüpft sie mit der literarischen Ausgestaltung der verschiedenen sozialen Schichten im Roman.

2.1 Historische Grundlagen (Zusammenbruch der Weimarer Republik, Aufkommen des Nationalsozialismus): Der Autor skizziert den Zusammenbruch der Weimarer Republik und die Etappen der nationalsozialistischen Machtergreifung, um den historischen Kontext für den Roman zu liefern.

2.2 Die Gestaltung politisch-gesellschaftlicher Sujets im Roman: Hier werden die zentralen sozialen Milieus und deren fiktive Repräsentanten detailliert auf ihr Verhalten in der Krise untersucht.

2.2.1 Repräsentanten des „unpolitischen“ Bürgertums: Dieses Kapitel betrachtet Martin Oppermann und sein Umfeld als Beispiele für ein Bürgertum, das durch geschäftliche Orientierung und politische Naivität gekennzeichnet ist.

2.2.2 Repräsentanten der „unpolitischen“ bürgerlichen Intelligenz: Die Analyse konzentriert sich auf Gustav Oppermann und weitere Intellektuelle, deren Wandlung vom „Betrachter“ zum aktiv Handelnden im Exil thematisiert wird.

2.2.3 Repräsentanten des „unpolitischen“ Kleinbürgertums: Anhand der Figuren Wolfsohn und Zarnke wird die Mentalität des Kleinbürgertums sowie dessen Rolle als Opfer und Träger des Nationalsozialismus beleuchtet.

2.2.4 Politisch motivierte Gegner des Nationalsozialismus: Das Kapitel widmet sich den wenigen Figuren, die den Faschismus früh als Gefahr erkennen, aber aufgrund ihrer Randstellung im Handlungsverlauf wenig Einfluss nehmen können.

2.3 „Die Geschwister Oppermann“ als Absage an das Modell des Familienromans zur literarischen Darstellung von Geschichte: Hier wird diskutiert, warum das traditionelle Modell des Familienromans nach 1933 nicht mehr ausreichte, um die historischen Ereignisse adäquat abzubilden.

3. Ausblick: Der Autor resümiert, dass der Roman primär als „Zeit-Dokument“ zu lesen ist, da er die politische Ignoranz und nicht primär die „Judenproblematik“ in den Mittelpunkt rückt.

Schlüsselwörter

Lion Feuchtwanger, Die Geschwister Oppermann, Weimarer Republik, Nationalsozialismus, Familienroman, Exilliteratur, Bürgertum, Intelligenz, Kleinbürgertum, Antisemitismus, politische Ignoranz, Geschichtsroman, Zeit-Dokument, Machtergreifung, Widerstand.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert Lion Feuchtwangers Roman „Die Geschwister Oppermann“ hinsichtlich seiner literarischen Darstellung der gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse während der Endphase der Weimarer Republik und der Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zentrale Themen sind die Rolle des Bürgertums, die Reaktion der verschiedenen sozialen Schichten (Bürgertum, Intelligenz, Kleinbürgertum) auf den Nationalsozialismus, die politische Ignoranz und die Grenzen des Familienromans als Gattung.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es zu zeigen, wie Feuchtwanger den Zusammenbruch der deutschen Demokratie anhand repräsentativer Schicksale innerhalb einer jüdischen Familie abbildet und ob das Buch eher als Geschichtsroman oder als authentisches Zeit-Dokument einzustufen ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die primär auf der Untersuchung von Romanfiguren als Repräsentanten spezifischer gesellschaftlicher Schichten basiert, ergänzt durch historische Kontexte.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung der Weimarer Republik und eine detaillierte Charakteranalyse der Romanfiguren, unterteilt in Bürgertum, Intelligenz und Kleinbürgertum, sowie eine medientheoretische Einordnung des Romans.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Besonders prägend sind die Begriffe Exilliteratur, politische Ignoranz, Gesellschaftsanalyse der Weimarer Republik und die Gattung des Familienromans.

Welche Bedeutung hat Gustav Oppermann innerhalb der Analyse?

Gustav Oppermann dient als zentrale Figur, um den Wandlungsprozess eines Intellektuellen zu beschreiben, der vom „betrachtenden“ Humanisten zum politisch Handelnden im Exil wird.

Wie bewertet der Autor den Roman „Die Geschwister Oppermann“ am Ende?

Der Autor kommt zu dem Schluss, dass das Werk heute weniger als Geschichtsroman, sondern vor allem als wertvolles „Zeit-Dokument“ zu betrachten ist, da es die politische Ignoranz der Zeitgenossen eindringlich festhält.

Ende der Leseprobe aus 29 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft im Familienroman „Die Geschwister Oppermann“ von Lion Feuchtwanger
Untertitel
Geschichtsroman oder Zeitdokument?
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Deutsche Philologie II)
Veranstaltung
Geschichte – Erzählung und Inszenierung
Note
1,0
Autor
Sebastian Janzen (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
29
Katalognummer
V86890
ISBN (eBook)
9783638019293
ISBN (Buch)
9783638920261
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Darstellung Weimarer Republik Gesellschaft Familienroman Geschwister Oppermann“ Lion Feuchtwanger Geschichte Erzählung Inszenierung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Janzen (Autor:in), 2005, Die Darstellung der Weimarer Republik und ihrer Gesellschaft im Familienroman „Die Geschwister Oppermann“ von Lion Feuchtwanger, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/86890
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  29  Seiten
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