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Die Umweltbewegung in der DDR

Title: Die Umweltbewegung in der DDR

Seminar Paper , 1999 , 33 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: M.A. Saskia Gerber (Author)

Sociology - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Der Schutz der Umwelt ist eines der herausragenden Themen unserer Zeit geworden. So gibt es inzwischen kaum einen Lebensbereich bei uns, in dem er nicht Bedeutung erlangt hätte. Die Beschäftigung mit Umweltfragen hat so sehr zugenommen, dass man bereits von einem Modethema sprechen kann. Es gibt mittlerweile eine Fülle von allgemeiner Umweltliteratur mit einer Flut von Ratschlägen und Verbrauchertipps. Obwohl das Thema Umweltschutz in aller Munde ist, wird oft übersehen, dass sich ein weltweites Bewusstsein für die Umweltproblematik und Bewegungen für die Umwelt in vielen Ländern erst vor einigen Jahrzehnten herausgebildet haben. Gegenstand einer großen Anzahl von empirischen Untersuchungen und theoretischen Analysen sind seit Jahren Protestbewegungen und alternative politische Orientierungen in entwickelten westlichen Industriestaaten. Nur wenige Sozialwissenschaftler, die an der westlichen Bewegungsforschung beteiligt sind, haben bisher versucht ihre Erklärungsansätze auf ehemalige sozialistische Systeme zu übertragen. In den sozialistischen Ländern sind wiederum die Gruppenphänomene mit soziologischen Methoden nur unzureichend erforscht worden, sicherlich aufgrund der Abhängigkeiten der soziologischen Forschungseinrichtungen von politischen Organisationen. Es mangelt an einer breiteren Diskussion über die Bemühungen für den Umweltschutz, die im Rahmen verschieden strukturierter politischer Systeme unternommen worden sind.
Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Umweltbewegung, die sich in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik herausgebildet hat. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Besonderheiten aber auch welche Parallelen die ostdeutsche Umweltbewegung im Vergleich zur westdeutschen Umweltbewegung aufzeigt. Die Betrachtung der Umweltbewegung eines ehemals sozialistischen Staates wie der DDR ist von daher relevant, weil so auch die östliche Dimension des Gegenstandes der neuen sozialen Bewegungsforschung ins Blickfeld rückt.
Die Untersuchung bietet Einblicke in Entstehungszusammenhänge, Motive sowie die organisatorische Struktur der Ökologiebewegung in der DDR. Sie beschreibt sozialstrukturelle Merkmale, Mobilisierungsfähigkeiten, Strategien, Aktionsformen und stellt den Beitrag der Bewegung zum gesellschaftlichen Umschwung heraus. Somit bildet diese Arbeit eine erste Annäherung an eine Forschungsaufgabe, die die Anwendbarkeit der Kategorie der Neuen sozialen Bewegung auf sozialistische Staaten zu prüfen hätte.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Entstehungszusammenhänge der Ökologiebewegung in der DDR

2.1 Die Friedensbewegung als Quelle

2.2 Innenpolitische Vorbedingungen

2.3 Die Kirche als Entstehungsort für Umweltgruppen

3. Problemhorizont – Die Motive der Ökologiebewegung

3.1 Kirchliche Inspiration der Ökologiebewegung

3.2 Ökologie statt Ökonomie

3.3 Affinität zur politischen Linken

4. Organisatorische Struktur der Ökologiebewegung

4.1 Organisationskerne der Bewegung

4.1.1 Kirchliches Forschungsheim Wittenberg

4.1.2 Umweltbibliothek Ostberlin

4.1.3 Grün - ökologisches Netzwerk Arche

4.2 Die offizielle Ökologiedebatte in der DDR

4.2.1 Die GNU als Berührungspunkt mit den Umweltgruppen

4.3 Die Ökologiebewegung und die Staatssicherheit

4.4 Schlußfolgerung

5. Sozialstrukturelle Merkmale

6. Mobilisierungsfähigkeiten, Strategien und Aktionsformen

7. Funktionen der Ökologiebewegung

7.1 Funktionen der Gruppen für ihre Mitglieder

7.2 Funktionen der Gruppen für die Kirche

7.3 Funktionen der Gruppen in der Gesellschaft

8. Beitrag der Bewegung zum gesellschaftlichen Umschwung

8.1 Von der fundamentalen ökologischen zur sozialen Krise

9. Zusammenfassung

9.1 Gemeinsamkeiten mit der westdeutschen Ökologiebewegung

9.2 Unterschiede zur westdeutschen Bewegung

Zielsetzung und Themen

Diese Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung der Umweltbewegung in der ehemaligen DDR, wobei der Fokus auf den spezifischen Rahmenbedingungen und der Rolle der Kirche als Schutzraum für oppositionelle Gruppen liegt. Ziel ist es, Besonderheiten und Parallelen im Vergleich zur westdeutschen Umweltbewegung aufzuzeigen und den Beitrag dieser Gruppen zum gesellschaftlichen Wandel und zur Wende 1989 kritisch zu analysieren.

  • Genese der Umweltbewegung aus der DDR-Friedensbewegung.
  • Rolle der evangelischen Kirche als institutioneller Schutzraum und Kristallisationspunkt.
  • Programmatische Schnittmengen und Unterschiede zwischen Ost- und West-Umweltbewegungen.
  • Auswirkungen der staatlichen Überwachung und Repression auf Aktionsformen.
  • Bedeutung der ökologischen Gruppen für den gesellschaftlichen Umbruch (Wende).

Auszug aus dem Buch

4.1.2 Umweltbibliothek Ostberlin

1986 eröffnete der ehemalige Friedens- und Umweltkreis der Pfarr- und Glaubensgemeinde Berlin - Lichtenberg in der Zionsgemeinde eine Umweltbibliothek zur Deckung des steigenden Informationsbedürfnisses in den Oppositionsgruppen und in der Öffentlichkeit. Ihre Aufgabe sahen sie vor allem in der systematischen Beschaffung von Fachliteratur für die Umwelt- und Friedensgruppen. Bei der Herstellung der Untergrundpublikationen „Umweltblätter“ und „Grenzfall“ berief sich die Bibliothek auf das innerkirchliche Vervielfältigungsrecht. Mit Hilfe von Buchspenden wuchs die Bibliothek auf ein beachtliches Format. Da die Umweltbibliothek praktisch die einzige funktionierende unabhängige Druckerei in der DDR und die erste Basisgruppe war, die über ständige Räume verfügte, somit eigenständige Arbeit leisten konnte und immer erreichbar war, wurde sie zu einem bedeutenden Kommunikationszentrum der Umweltbewegung mit einer großen Ausstrahlungskraft auch auf andere Gruppen der DDR-Opposition.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung von Umweltfragen und begründet das wissenschaftliche Interesse an der bisher wenig erforschten Umweltbewegung in der DDR im Vergleich zur westdeutschen Entwicklung.

2. Entstehungszusammenhänge der Ökologiebewegung in der DDR: Dieses Kapitel zeichnet die Ursprünge der Bewegung nach, die eng mit der kirchlich verankerten Friedensbewegung der siebziger Jahre und den innenpolitischen Spannungen in der DDR verknüpft waren.

3. Problemhorizont – Die Motive der Ökologiebewegung: Der Text analysiert die inhaltliche Ausrichtung, die geprägt war von einer christlich inspirierten Zivilisationskritik und der Suche nach Alternativen zu einem rein wachstumsorientierten Wirtschaftsmodell.

4. Organisatorische Struktur der Ökologiebewegung: Hier werden die wichtigsten Organisationskerne, wie das Kirchliche Forschungsheim Wittenberg und die Umweltbibliothek Ostberlin, sowie das Spannungsfeld zur Staatssicherheit detailliert dargestellt.

5. Sozialstrukturelle Merkmale: Das Kapitel befasst sich mit der Zusammensetzung der Anhängerschaft, die primär aus einer jüngeren, überdurchschnittlich gebildeten Generation stammte, die sich von den politischen Anpassungszwängen ihrer Eltern distanzierte.

6. Mobilisierungsfähigkeiten, Strategien und Aktionsformen: Es wird erörtert, wie die Bewegung trotz staatlicher Repression und fehlender Öffentlichkeit durch Samisdat-Publikationen und symbolische Aktionen eine alternative politische Kultur schuf.

7. Funktionen der Ökologiebewegung: Die Analyse konzentriert sich auf die sozialisierende und beunruhigende Funktion der Gruppen, sowohl innerhalb kirchlicher Strukturen als auch in der breiteren Gesellschaft der DDR.

8. Beitrag der Bewegung zum gesellschaftlichen Umschwung: Dieses Kapitel bewertet die Rolle der Umweltgruppen als Wegbereiter der Wende 1989 und beleuchtet die nachfolgenden Herausforderungen im Zuge der gesellschaftlichen Transformation.

9. Zusammenfassung: Die Arbeit schließt mit einer vergleichenden Betrachtung der Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen der östlichen und westlichen Umweltbewegung.

Schlüsselwörter

DDR, Umweltbewegung, Ökologie, Friedensbewegung, Evangelische Kirche, Opposition, Zivilisationskritik, Umweltbibliothek, Systemkritik, Basisgruppen, Transformation, Wende 1989, Samisdat, Staatssicherheit, Gesellschaftlicher Wandel.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit der Entstehung, Struktur und gesellschaftlichen Bedeutung der unabhängigen Umweltbewegung in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR).

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Zu den zentralen Themen gehören die Verknüpfung von Friedens- und Umweltarbeit, die Rolle der Kirche als Freiraum, die zivilisationskritischen Motive der Gruppen sowie ihr Beitrag zur politischen Wende 1989.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Hauptziel ist es, die ostdeutsche Umweltbewegung systematisch darzustellen und Parallelen sowie Besonderheiten im Vergleich zur westdeutschen Bewegung aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich auf eine Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie sich bei der systematischen Darstellung an die Gliederungspunkte von Dieter Rucht zur Bewegungsforschung hält.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Entstehungskontexte, die organisatorischen Kerne (wie die Umweltbibliothek), die soziostrukturellen Merkmale der Teilnehmer, die Aktionsformen und die verschiedenen Funktionen, die diese Gruppen in Kirche und Gesellschaft erfüllten.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind unter anderem Umweltbewegung, DDR, Opposition, Kirche, Zivilisationskritik und gesellschaftlicher Wandel.

Warum spielte die evangelische Kirche eine so zentrale Rolle für die Umweltbewegung?

Die Kirche bot den einzigen verfassungsmäßig geschützten Freiraum im zentralistischen System der DDR, in dem sich oppositionelle Gruppen organisieren und kritische Diskussionen jenseits staatlicher Kontrolle führen konnten.

Warum war die Mobilisierungskraft der Umweltbewegung im Vergleich zum Westen geringer?

Aufgrund der massiven politischen Spielräume und der Repression durch die Staatssicherheit mussten die Gruppen größtenteils im Untergrund oder in geschützten kirchlichen Nischen agieren, was eine großflächige Massenmobilisierung erschwerte.

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Details

Title
Die Umweltbewegung in der DDR
College
Dresden Technical University  (Institut für Soziologie)
Course
Seminar Umweltsoziologie
Grade
1,0
Author
M.A. Saskia Gerber (Author)
Publication Year
1999
Pages
33
Catalog Number
V8596
ISBN (eBook)
9783638155298
ISBN (Book)
9783638726504
Language
German
Tags
Umweltbewegung Seminar Umweltsoziologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
M.A. Saskia Gerber (Author), 1999, Die Umweltbewegung in der DDR, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/8596
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