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Institutionen als Problemlösung - Zu Abram de Swaans "Der sorgende Staat"

Title: Institutionen als Problemlösung - Zu  Abram de Swaans "Der sorgende Staat"

Seminar Paper , 2006 , 29 Pages , Grade: 1

Autor:in: Manuel Herold (Author)

Sociology - Methodology and Methods

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Summary Excerpt Details

Die vorliegende Arbeit befasst sich mit Institutionen als Problemlösung und dabei mit den Erklärungsansätzen von Abram de Swaan in seinem Werk „Der sorgende Staat“. De Swaan untersucht die Kollektivierung im Gesundheits-, Bildungs- und Fürsorgewesen in Großbritannien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden und den USA in einem historischen Vergleich, den er mit der Theorie kollektiven Handelns verbindet. Um die Gründe für die Etablierung kollektiver und landesweite Einrichtungen gegen Risiken und Defizite zu erläutern, werden die die Ansätze der Wohlfahrtsökonomik (externe Effekte), sowie der Soziologie von Norbert Elias (Interdependenzketten) herangezogen. Dabei spielt ein Muster voneinander abhängiger Menschen eine zentrale Rolle (Figuration). Mit der Wohlfahrtsöko-nomik analysiert De Swaan komplexe Konstellationen von Interdependenzen und mit der historischen Soziologie den Einfluss externer Effekte auf die gesellschaftliche Entwicklung. Die Interdependenz zwischen Bürgern durch Staatenbildung, Kapitalismus, Urbanisierung und Säkularisation führte zu neuen externen Effekten durch individuelle Risiken und Defizite. Im Kollektivierungsprozess spielen die Interdependenzen zwischen Armen und Reichen eine zentrale Rolle. Die Armen stellten für reichere Bevölkerungsteile sowohl Gefahren als auch Chancen dar, weshalb Wohlhabende durch die externen Effekte der Armut kollektiv betroffen waren. De Swaan zeigt das Dilemma der Wohlfahrtsökonomik, wonach jede gemeinsame Anstrengung der Reichen gegen die Folgen der Armut auch den Menschen nutzte, die nichts dazu beigetragen hatten.
Er zeigt drei Hauptaspekte der Kollektivierung von Fürsorgemaßnahmen auf wonach die Maßnahmen im Lauf der Zeit ganze Nationen in ihr Spektrum einschlossen oder bestimmte Gruppen abgrenzten. Daneben wurden die Maßnahmen immer kollektiver und vom Staat oder öffentlichen Anstalten getragen. Der Staat erreichte so genügend Autorität um sich den Verwaltungsapparat zu schaffen. Für die Durchsetzung kollektiver Zwangsvorkehrungen definiert De Swaan Bedingungen, die diese Maßnahmen beschleunigen: Zum einen die Ungewissheit über den Zeitpunkt und das Ausmaß der Notlage, die Ungewissheit über die Wirksamkeit von Gegenmaßnahmen, sowie die Ungewissheit über das Ausmaß und die Reichweite externer Effekte für nicht Betroffene.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Institutionen kommunaler Fürsorge

2.1 Das Problem des kollektiven Handelns

2.2 Der Wechsel von der kommunalen Fürsorge zu einem regionalen Gleichgewicht

2.3 Ein Spielmodell mit 2 Personen

2.4 Die Institution des Arbeitshauses und die Rolle zentraler Behörden

2.5 Der Einfluss des Arbeitshauses im Spielmodell

3 Institutionen der Bildung und Kommunikation

3.1 Die Blütenfiguration von Kommunikationsnetzen

3.2 Eine statistische Betrachtung der Kommunikationspotentiale

3.3 Die Rolle des Klerus und des Landadels im Erziehungswesen

3.4 Die Institutionen zur Massenerziehung in den untersuchten Ländern

4 Institutionen im Gesundheitswesen

4.1 Die Cholera als Beispiel für Interdependenz

4.2 Die stadtweite Ausdehnung der kollektiven Einrichtungen

5 Institutionen zur Vorsorge: Arbeiterhilfsvereine und die Sozialversicherung

5.1 Der Wechsel von den Hilfsvereine zur staatlichen Sozialversicherung

5.2 Die Akkumulation von Transferkapital in einer vierseitigen Figuration

5.3 Die Zwangsakkumulation

5.4 Risiken des Erwerbslebens

5.5 Die Entstehung der Sozialversicherung in den untersuchten Ländern

5.6 Die Kollektivierung nach 1945

6 Die Entwicklung der Mittelschicht, Expertenregimes und der Zivilisation

6.1 Die Rolle der Ärzteschaft

6.2 Kollektivierung und Zivilisation

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die historische Kollektivierung im Gesundheits-, Bildungs- und Fürsorgewesen in westlichen Industrienationen, basierend auf den theoretischen Ansätzen von Abram de Swaan. Im Zentrum steht die Forschungsfrage, wie durch die Überwindung kollektiver Dilemmata zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen staatliche Institutionen als Problemlösungen für individuelle Risiken und externe Effekte entstanden sind.

  • Analyse der Transformation privater Vorsorge in staatliche Sozialversicherungssysteme.
  • Untersuchung von Bildungsreformen und der Entstehung nationaler Kommunikationsnetze.
  • Anwendung spieltheoretischer Modelle zur Erklärung von Kooperationsdynamiken bei der Armenfürsorge.
  • Darstellung der Rolle von Expertenregimes bei der Modernisierung gesellschaftlicher Strukturen.
  • Historischer Vergleich der institutionellen Entwicklung in Europa und den USA.

Auszug aus dem Buch

2.1 Das Problem des kollektiven Handelns

Sich um Arme zu kümmern wurden zunächst als Christenpflicht angesehen und die Unterstützung diente einem Kollektivgut, denn Besitzende und Besitzlose waren in einer komplementären Beziehung aneinander gekettet. Arme waren einerseits Arbeitskräfte, andererseits potentielle Räuber. Durch Spenden vermied man Aufstände und konnte potentielle Arbeiter ernähren. Die Armenhilfe stellte eine Versicherung gegen Risiken dar. Von kräftigen Arbeitern profitierten jedoch auch Bauern die nichts gaben. So schuf das kollektive Handeln ein unteilbares Gesamtgut. Darauf hin bildeten Bauern und Gemeinden zwischen dem 9. und 14. Jahrhundert Schutzgemeinschaften mit individuellen Abgaben oder Zwangsalmosen. Freiwillige Fürsorgeinitiativen kamen auch in den mittelalterlichen Städten auf. Dort gab es zwar keine Zwangsabgabe, doch die Kommunen wurden gezwungen die Armen zu ernähren. De Swaan analysiert das freiwillige kollektive Handeln zur Überwindung des internen Dilemmas im Sinne einer Figuration von Menschen, die durch Inderdependenz miteinander verbunden sind. Er erläutert, dass das Dilemma kollektiven Handelns ein Übergangsphänomen ist. Die interdependierten aber unkoordinierten Menschen gehen in einen koordinierten Verband über, der Maßnahmen wirksam gegen einzelne Mitglieder durchsetzen kann. Im Übergang von unkoordinierter Interdependenz zu erzwungener Koordination durch das Kollektiv tritt das Dilemma auf. Solange Misstrauen herrscht, wird niemand an einem kollektiven Projekt teilnehmen. Erst die positive Erwartung einer Mehrheit kann das Vertrauen in den Erfolg des kollektiven Handelns bei anderen auslösen. Die Lösung bei der mittelalterlichen Armenhilfe stellt der christliche Glaube dar, durch den man für die Gaben mit Seelenrettung rechnete. Durch das öffentliche Spenden konnte das Kollektiv Sanktionen verhängen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in Abram de Swaans Theorie der Kollektivierung ein und verknüpft die soziologische Figurationsanalyse mit der Theorie kollektiven Handelns zur Erklärung der Entwicklung sozialer Sicherungssysteme.

2 Institutionen kommunaler Fürsorge: Dieses Kapitel behandelt die Entstehung von Armenhäusern und die Transformation von freiwilligen Spendeninitiativen hin zu kommunalen Zwangssystemen zur Bewältigung des Armutsproblems.

3 Institutionen der Bildung und Kommunikation: Hier wird die Entwicklung der staatlichen Elementarschulpflicht als Instrument zur Schaffung eines nationalen Kommunikationsnetzes und eines einheitlichen "Regelcodes" analysiert.

4 Institutionen im Gesundheitswesen: Der Text beschreibt die Reaktion der Städte auf Urbanisierung und Seuchengefahren durch die Etablierung öffentlicher Infrastrukturen und staatlich regulierter Hygienemaßnahmen.

5 Institutionen zur Vorsorge: Arbeiterhilfsvereine und die Sozialversicherung: Dieses Kapitel analysiert den Übergang von kleinen, störanfälligen Arbeiterhilfsvereinen zur landesweiten, gesetzlichen Sozialversicherung als Mittel der Risikominimierung.

6 Die Entwicklung der Mittelschicht, Expertenregimes und der Zivilisation: Der Abschluss befasst sich mit dem Aufstieg spezialisierter Experten in bürokratischen Apparaten und der langfristigen Wirkung dieser Transformation auf die zivilisatorischen Standards und die Alltagsmentalität.

Schlüsselwörter

Kollektivierung, Der sorgende Staat, Soziale Sicherung, Figurationssoziologie, Interdependenz, Wohlfahrtsökonomik, Armenfürsorge, Sozialversicherung, Bildungssystem, Expertenregime, Zivilisationsprozess, Kollektives Handeln, Kommunikationsnetze, Historischer Vergleich, Transferkapital.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert anhand der Theorie von Abram de Swaan den historischen Entstehungsprozess staatlicher Sicherungssysteme in Bereichen wie Gesundheit, Bildung und sozialer Absicherung in westlichen Gesellschaften.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Mechanismen der Kollektivierung, die Überwindung kollektiver Dilemmata, den Einfluss von Staatenbildung auf soziale Institutionen und die Rolle von Expertenwissen bei der Verwaltung moderner Gesellschaften.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die Gründe für die Etablierung kollektiver Einrichtungen gegen gesellschaftliche Risiken und Defizite historisch und theoretisch zu erläutern und dabei die Dynamiken zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine historisch-soziologische Vergleichsmethode, eingebettet in das theoretische Konzept der Figurationsanalyse nach Norbert Elias und die Theorie kollektiven Handelns.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Bereiche kommunale Fürsorge, Bildungs- und Kommunikationswesen, Gesundheitswesen, die Genese der staatlichen Sozialversicherung sowie die Transformation der Mittelschicht durch Expertenregimes.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Kollektivierung, Interdependenz, Figuration, Transferkapital, Armutsdiskurs und das Dilemma des kollektiven Handelns.

Wie erklärt die Arbeit den Erfolg der Sozialversicherung in Deutschland?

Sie beschreibt den Erfolg als Ergebnis einer spezifischen Koalition zwischen der Industrie und einem autoritären Regime, das sowohl auf Arbeiterwünsche einging als auch staatliche Interessen verfolgte.

Warum war das "Blütenmodell" für die Bildung wichtig?

Das Blütenmodell veranschaulicht, wie regionale Netzwerke durch die Einführung einer einheitlichen Hochsprache und verpflichtender Elementarschulen in ein zentrales, nationales Kommunikationsnetz integriert wurden.

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Details

Title
Institutionen als Problemlösung - Zu Abram de Swaans "Der sorgende Staat"
College
University of Innsbruck  (Institut für Soziologie)
Course
Privatissimum aus Methoden der empirischen Sozialforschung
Grade
1
Author
Manuel Herold (Author)
Publication Year
2006
Pages
29
Catalog Number
V85038
ISBN (eBook)
9783638007931
ISBN (Book)
9783638913881
Language
German
Tags
Institutionen Problemlösung Abram Swaans Staat Privatissimum Methoden Sozialforschung
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Manuel Herold (Author), 2006, Institutionen als Problemlösung - Zu Abram de Swaans "Der sorgende Staat", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/85038
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