Gegenstand meiner Untersuchung ist die Entwicklung des Welthandels zwischen dem ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise. Innerhalb dieses Themengebiets möchte ich genauer auf die Rolle der USA eingehen. Die USA hatten in der Zwischenkriegszeit, beziehungsweise vom ersten Weltkrieg bis zu Weltwirtschaftskrise, eine Hegemonialstellung in der Weltwirtschaft inne. Nun stellt sich die Frage, welche Auswirkungen die Wirtschaftspolitik der USA auf den globalen Welthandel und insbesondere auch auf den europäischen Welthandel hatte. Diese Darstellung möchte genau dieser Frage nachgehen, inwieweit die Vereinigten Staaten Einfluss auf den Welthandel ausübten, wie sie mit ihrer Dominanzposition umgingen und damit unweigerlich verbunden auch, wie es überhaupt zur Weltwirtschaftskrise kommen konnte.
Inhaltsverzeichnis
1. Gegenstand
2. Die allgemeinen Entwicklungen des Welthandels
3. Betrachtung der Rolle der USA
3.1 Kapitalexport
3.2 Protektionismus
3.3 Die USA als Verursacher der Weltwirtschaftskrise?
4. Fazit
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Diese Seminararbeit untersucht die Entwicklung des Welthandels in der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise, wobei ein besonderer Schwerpunkt auf der hegemonialen Rolle der Vereinigten Staaten liegt. Ziel ist es zu analysieren, wie die US-Wirtschaftspolitik, insbesondere durch Kapitalexporte und protektionistische Maßnahmen, den globalen Handel beeinflusste und inwieweit diese Dominanz zur Entstehung und Verschärfung der Weltwirtschaftskrise beitrug.
- Hegemonialstellung der USA nach dem Ersten Weltkrieg
- Einfluss des amerikanischen Kapitalexports auf die globale Stabilität
- Auswirkungen protektionistischer Zollpolitik auf den internationalen Handel
- Die Rolle der USA bei der Entstehung der Weltwirtschaftskrise
- Zusammenhang zwischen US-Wirtschaftspolitik und europäischer Abhängigkeit
Auszug aus dem Buch
3.2 Protektionismus
Die USA hatten schon vor dem ersten Weltkrieg hohe Zölle erhoben, die allerdings kein Vergleich zu den protektionistischen Maßnahmen waren, die sie in der Zwischenkriegszeit ergriffen. Im Mai 1921 erhöhten sie die Agrarzölle um dem Preisverfall von landwirtschaftlichen Produkten entgegenzuwirken. Darüber hinaus kam der „Emergency Tariff Act“, der den Import deutscher Farbstoffe untersagte. Zwar hatten die USA vor 1913 keinerlei Farbindustrie vorzuweisen, jedoch entwickelte sie sich während des Krieges durch die Konfiskation von deutschen Patenten. Im Jahr 1922 folgte der Protektionismus gegen Industriegüter. Mit dem „Fordney-McCumber-Zollgesetz“ erhoben die Vereinigten Staaten mit einer durchschnittlichen Zollbelastung der Waren mit 33% die höchsten Zölle, die sie bis zu diesem Zeitpunkt gefordert hatten. Das „Fordney-McCumber-Zollgesetz“ sollte den amerikanischen Agrarsektor vor Billigwaren, v.a. aus Kanada, schützen. Zudem wurden Importe von Industrieprodukten aus beispielsweise Deutschland erheblich eingeschränkt. 1930 trat schließlich der „Smoot-Hawley-Act“ in Kraft, der sogar das „Fordney-McCumber-Zollgesetz“ von 1922 in den Schatten stellte, da die Einfuhren nun durchschnittlich mit mehr als 60% des Einfuhrwertes belastetet wurden. Mit diesem Tarifgesetz hatten die USA sogar die Möglichkeit, Strafzölle gegen Länder zu verhängen, die die amerikanischen Exporte diskriminierten. Zudem konnten die Zollsätze flexibel an den Preisunterschiede im Ausland angepasst werden. Damit wurde eine Gleichstellung des amerikanischen Handels erzwungen, der mit ihrer expansiven Außenwirtschaftspolitik im Einklang stand. Diese Hochschutzzollpolitik wurde auch mit dem Argument gerechtfertigt, dass der Schutz vor ausländischen Waren das höhere Lohnniveau und die Prosperität der amerikanischen Wirtschaft verteidige.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gegenstand: Das Kapitel definiert den Untersuchungsgegenstand, nämlich die Entwicklung des Welthandels nach dem Ersten Weltkrieg bis zur Weltwirtschaftskrise unter besonderer Berücksichtigung der US-Hegemonie.
2. Die allgemeinen Entwicklungen des Welthandels: Hier wird der ökonomische Wandel vom Ersten Weltkrieg bis zur Krise beschrieben, insbesondere der Aufstieg der USA zum weltweit bedeutendsten Gläubigerland und die stagnierende Dynamik des internationalen Handels.
3. Betrachtung der Rolle der USA: Dieses Kapitel analysiert detailliert die drei zentralen Säulen der US-Wirtschaftspolitik: Kapitalexporte, Protektionismus und den Anteil der USA an der Entstehung der Weltwirtschaftskrise.
3.1 Kapitalexport: Dieses Unterkapitel beleuchtet den massiven Kapitalabfluss aus den USA nach Europa und die daraus resultierende finanzielle Abhängigkeit der Schuldnerländer.
3.2 Protektionismus: Hier werden die US-Zollgesetze wie der „Fordney-McCumber-Zollgesetz“ und der „Smoot-Hawley-Act“ als Instrumente der Handelsabgrenzung untersucht.
3.3 Die USA als Verursacher der Weltwirtschaftskrise?: Dieses Kapitel bewertet die Rolle der USA als Hauptakteur, der durch den Börsencrash und die Drosselung der Kapitalströme die Weltwirtschaft maßgeblich destabilisierte.
4. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, wie die US-Machtposition und die protektionistische Politik die globale Krise begünstigten und zu einer weltweiten wirtschaftlichen Desintegration führten.
Schlüsselwörter
Welthandel, Zwischenkriegszeit, Weltwirtschaftskrise, USA, Kapitalexport, Protektionismus, Smoot-Hawley-Act, Fordney-McCumber-Zollgesetz, Gläubigerland, Weltwirtschaft, Agrarkrise, Wirtschaftsgeschichte, Hegemonie, Reparationen, Börsencrash.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Welthandels in der Zeit zwischen dem Ersten Weltkrieg und der Weltwirtschaftskrise mit Fokus auf der zentralen Rolle der USA.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Schwerpunkte liegen auf der wirtschaftlichen Dominanz der USA, deren Kapitalexporten, der protektionistischen Handelspolitik sowie dem Übergang von der europäischen Vorherrschaft zum US-dominierten Wirtschaftssystem.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, den Einfluss der US-Wirtschaftspolitik auf den globalen Welthandel zu ergründen und die Zusammenhänge zwischen dieser Politik und dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine historische und ökonomische Analyse von Fachliteratur, um die strukturellen Faktoren und politischen Maßnahmen der Zwischenkriegszeit zu interpretieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des amerikanischen Kapitalexports, die Auswirkungen des Protektionismus durch Gesetze wie den „Smoot-Hawley-Act“ und eine kritische Auseinandersetzung mit der Rolle der USA als Verursacher der Depression.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Welthandel, Zwischenkriegszeit, Weltwirtschaftskrise, Protektionismus, Kapitalexport und US-Hegemonie.
Warum wird der Kapitalexport der USA als „Pseudostabilisierung“ bezeichnet?
Der Kapitalexport täuschte über die wirtschaftlichen Probleme in Europa hinweg und erzeugte eine Illusion von Gesundheit und Stabilität, die jedoch nicht nachhaltig war und mit dem Versiegen der Ströme in der Krise endete.
Welchen Einfluss hatte der Börsencrash von 1929 konkret auf den Welthandel?
Der Zusammenbruch an der New Yorker Börse verstärkte die bereits vorhandenen Krisentendenzen, führte zu massiven Panikverkäufen und zur drastischen Reduzierung der Importnachfrage, was die globale Wirtschaftskrise weiter eskalierte.
- Arbeit zitieren
- Britta Düvelmeyer (Autor:in), 2007, Die Entwicklung des Welthandels zwischen Weltkrieg und Weltwirtschaftskrise, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/84943