In der vorliegenden Hausarbeit befasse ich mich mit dem 2. Merseburger Zauberspruch und dem Trierer Pferdesegen (2. Trierer Spruch). Ich beginne mit einer einführenden Schilderung der althochdeutschen Zaubersprüche und unterschiedlichen Ansätzen in der Forschungsliteratur. Danach folgt eine nähere Betrachtung des Merseburger Zauberspruches. Anhand einer selbst gewählten Gliederung, wird der Spruch genauer auf Besonderheiten untersucht werden. Anschließend folgt die ausführliche Auseinandersetzung des Trierer Pferdesegens, um danach die beiden Zaubersprüche miteinander vergleichen zu können. Dabei wird näher auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede eingegangen. Im Résumé fasse ich die Ergebnisse der Hausarbeit noch einmal abschließend kurz zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. VORBEMERKUNG
2. ALTHOCHDEUTSCHE ZAUBERSPRÜCHE
2.1. EINLEITUNG
3. DER ZWEITE MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH
3.1. DER ALTHOCHDEUTSCHE ZAUBERSPRUCH
NORMALISIERTE WIEDERGABE:
3.2. TYP DES ZAUBERSPRUCHES
3.3. EINTEILUNG DES 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCHES
3.4. DAS GESETZ DER DREIHEIT IM 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH
4. DER TRIERER PFERDESEGEN
4.1. ZWEITER TRIERER SPRUCH – DER ALTHOCHDEUTSCHE SEGEN
4.2. TYP DES 2. TRIERER PFERDESEGENS
4.3. EINTEILUNG DES TRIERER PFERDESEGENS
5. VERGLEICH DES 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCHES MIT DEM TRIERER PFERDESEGEN
5.1. GEMEINSAMKEITEN ZWISCHEN DEM 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH UND DEM TRIERER PFERDESEGEN
5.2. UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEM 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH UND DEM TRIERER PFERDESEGEN
6. FAZIT
7. BIBLIOGRAPHIE:
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zweiten Merseburger Zauberspruch und den Trierer Pferdesegen, um durch einen detaillierten Vergleich Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Struktur, Typologie und Inhalt dieser althochdeutschen Quellen aufzuzeigen.
- Analyse der althochdeutschen Zaubersprüche und deren Einordnung in die Forschungsliteratur.
- Strukturelle Untersuchung des Zweiten Merseburger Zauberspruchs und Anwendung des Gesetzes der Dreiheit.
- Darstellung des Trierer Pferdesegens als christlicher Analogiezauber.
- Direkter Vergleich beider Sprüche hinsichtlich Motivik, formaler Gliederung und ihrer Funktion als Heilzauber.
Auszug aus dem Buch
3.4. Das Gesetz der Dreiheit im 2. Merseburger Zauberspruch
Die Zahl drei spielte neben anderen bestimmten Zahlen (z.B. 13 als Unglückszahl) eine bestimmte Rolle im Aberglauben. Drei, laut Meyer eine Zahl der Götter, nimmt somit auch im 2. Merseburger Zauberspruch eine große Position ein.
Schon in der Einleitung in den 1. und 2. Versen werden drei Namen erwähnt: Phol, Wodan und Balderes. Diese Namen (außer der ungeklärte Name Phol vermutlich germanische Götter) werden charakteristisch für einen Wanderzauber schon ganz zu Anfang genannt.
Der Zauber, den der 2. Merseburger Zauberspruch in der Beschwörung beschreibt, wird erst von Sinthgunt und Sunna gesungen, danach bemühen sich Frîja und Volla um die Verletzung. Aber erst beim dritten Mal, bei Wodan gelingt der Zauber endlich. Dabei wird die dreimalige Wiederholung des Zaubers durch die gleichzeitige Wortwiederholung von thû biguolen unterstrichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. VORBEMERKUNG: Einführung in das Thema der althochdeutschen Zaubersprüche sowie Erläuterung der methodischen Vorgehensweise bei der Untersuchung der beiden ausgewählten Texte.
2. ALTHOCHDEUTSCHE ZAUBERSPRÜCHE: Theoretische Einordnung von Segenssprüchen und Beschwörungsformeln nach unterschiedlichen Forschungsansätzen.
3. DER ZWEITE MERSEBURGER ZAUBERSPRUCH: Detaillierte Analyse der Überlieferung, des Typs als Heilzauber, der formalen Gliederung und der Bedeutung der Zahl Drei.
4. DER TRIERER PFERDESEGEN: Untersuchung dieses christlich geprägten Analogiezaubers hinsichtlich seiner Struktur und seiner Funktion als Heilungssegen.
5. VERGLEICH DES 2. MERSEBURGER ZAUBERSPRUCHES MIT DEM TRIERER PFERDESEGEN: Systematische Gegenüberstellung der beiden Sprüche zur Herausarbeitung ihrer Gemeinsamkeiten und Unterschiede.
6. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung des Vergleichs, wobei die Unterschiede als gravierender bewertet werden als die formalen Übereinstimmungen.
7. BIBLIOGRAPHIE:: Auflistung der im Rahmen der Hausarbeit verwendeten wissenschaftlichen Fachliteratur.
Schlüsselwörter
Althochdeutsch, Zweiter Merseburger Zauberspruch, Trierer Pferdesegen, Heilzauber, Analogiezauber, Historiole, Incantacio, Beschwörung, Wandertypus, Germanische Götter, Christus, Dreizahl, Pferdekrankheit, Literaturwissenschaft, Mediävistik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit im Kern?
Die Arbeit behandelt den Vergleich zweier spezifischer althochdeutscher Texte: des Zweiten Merseburger Zauberspruchs und des Trierer Pferdesegens.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Die Untersuchung konzentriert sich auf die Typologie der althochdeutschen Zaubersprüche, deren formale Unterteilung in erzählende und beschwörende Teile sowie deren Funktion als Heilzauber.
Was ist das primäre Ziel dieser Untersuchung?
Ziel ist es, durch einen systematischen Vergleich der beiden Zaubersprüche herauszufinden, ob eine inhaltliche oder strukturelle Verwandtschaft besteht oder ob die Ähnlichkeiten lediglich auf allgemeinen Gattungsmerkmalen basieren.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt die literaturwissenschaftliche Analyse und den komparativen Vergleich der Texte auf Basis etablierter mediävistischer Forschungsliteratur.
Was wird schwerpunktmäßig im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die detaillierte Analyse der Merkmale beider Sprüche (wie das Gesetz der Dreiheit oder die Einteilung in Historiola und Incantacio) sowie deren anschließende vergleichende Gegenüberstellung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Analogiezauber, Heilzauber, Wandertypus, germanische Götterwelt und christliche Segensformen des Mittelalters.
Warum spielt die „Zahl Drei“ eine so große Rolle für das Verständnis des Zweiten Merseburger Zauberspruchs?
Die Dreiheit dient als strukturelles Ordnungsprinzip, das sich von der Nennung der Götter bis hin zur dreimaligen Wiederholung des Beschwörungsvorgangs durch verschiedene Akteure zieht.
Worin liegt der entscheidende Unterschied zwischen dem Merseburger Zauberspruch und dem Trierer Pferdesegen?
Der wesentliche Unterschied liegt in der zugrunde liegenden Weltanschauung: Während der Merseburger Zauberspruch auf heidnisch-germanische Gottheiten setzt, ist der Trierer Pferdesegen christlich geprägt und ruft Christus als Heiler an.
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- Stefanie Börtz (Author), 2007, Der Zweite Merseburger Zauberspruch, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/84709