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Veränderte Kindheit und die daraus resultierenden Anforderungen an eine Bewegte Schule zur Prävention von Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen

Title: Veränderte Kindheit und die daraus resultierenden Anforderungen an eine Bewegte Schule zur Prävention von Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen

Examination Thesis , 2005 , 126 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Daniela Kapp (Author)

Pedagogy - Pedagogic Psychology

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Summary Excerpt Details

Mit dieser wissenschaftlichen Arbeit möchte ich die Notwendigkeit des „Bewegten Unterricht“ begründen und die unterschiedlichen Aspekte vorstellen. Der ‚Bewegte Unterricht‘ ist Bestandteil des Konzepts der ‚Bewegten Schule‘, welches in den 80er Jahren in Kooperation einiger europäischer Länder entstanden ist.

Im Hinblick auf die Pisa-Ergebnisse sind vielseitige Konsequenzen für Schule, Unterricht, Lehren und Lernen zu ziehen. Im Rahmenkonzept des Ministeriums für Schule, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW zu Pisa 2000 sind anstehende Veränderungen festgehalten.
Nicht nur der Unterricht soll bewegt sein. Sowohl die Schule, als auch der Unterricht sind in Bewegung, und Bewegung bedeutet auch immer Veränderung. An der Konzeption der flexiblen Schuleingangsphase wird eine Teilaspekt dieser Veränderung deutlich.

Die Heterogenität der Kinder nimmt aufgrund verschiedenster Faktoren immer mehr zu und fordert kompetente pädagogische Leistung von bewegten und beweglichen Lehrerinnen und Lehrern. Auf diesem Hintergrund habe ich mir die Beschäftigung mit dem Thema „Bewegter Unterricht“ zur Aufgabe gemacht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Bewegung

1.1. Verständnis menschlicher Bewegung

1.2. Entwicklung des Verständnisses menschlicher Bewegung

1.3. Bewegungsentwicklung im Kindesalter

1.3.1 Neugeborenen- und Säuglingsalter (1.-12. Lebensmonat)

1.3.2. Kleinkind- und Vorschulalter (1.-7. Lebensjahr)

1.3.3. Schulkindalter (7.-12. Lebensjahr)

1.4. Zusammenfassung

2. Wahrnehmung

2.1. Verständnis von Wahrnehmung

2.2. Grundsätzliches zur Wahrnehmung im Kindesalter

2.3 Neurophysiologische Grundlagen

2.3.1. Weiterleitung von Informationen im Gehirn

2.3.2. Das Zentrale Nervensystem (Aufbau und Funktion)

2.3.3. Die Bedeutung der Wahrnehmung bei der Gehirnentwicklung

2.3.4. Das Sinnessystem (Aufbau und Funktion)

2.3.4.1. Das visuelle System (Sehsinn)

2.3.4.2. Das auditive System (Hörsinn)

2.3.4.3. Das taktile System (Tastsinn)

2.3.4.4. Das kinästhetische System (Körperstellungssinn)

2.3.4.5. Das vestibuläre System (Gleichgewichtsinn)

2.3.4.6 Das olfaktorische System (Geruchssinn)

2.3.4.7 Das gustatorische System (Geschmacksinn)

2.3.5. Der Prozeß der Wahrnehmung

2.3.6. Subjektive Sinneswahrnehmung

2.4. Zusammenfassung

3. Die Verknüpfung von Bewegung und Wahrnehmung

3.1. Der Gestaltkreis von Viktor von Weizsäcker

3.2. Die Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für die kindliche Entwicklung

3.2.1. Ganzheitliche Persönlichkeitsentwicklung

3.2.2. Funktionen der Bewegung nach ZIMMER

3.2.3. Biologische Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung

3.2.4. Bedeutung für die kognitive Entwicklung

3.2.4.1. Die kognitive Entwicklung nach Piaget

3.2.4.2. Bruners Theorie der kognitiven Entwicklung

3.2.5. Bedeutung für die Entwicklung des Selbstkonzepts

3.2.6. Bedeutung für die soziale Entwicklung

3.3. Zusammenfassung

4. Kindheit, Bewegung und Wahrnehmung

4.1. Kindheit heute

4.1.1. Familienstrukturen

4.1.2. Erziehungshaltungen und –verhalten im Elternhaus

4.1.3. Medienkindheit

4.1.4. Konsumverhalten

4.1.5. Inselkindheit

4.1.6. Freizeitverhalten

4.2. Bewegungs- und Wahrnehmungswelt heute

4.2.1. Auswirkungen auf die kindliche Gesundheit

4.2.1.1. Gesundheitsverständnis

4.2.1.2. Aspekte des Gesundheitszustand der Kinder

4.3. Zusammenfassung

5. Ausblick auf das Thema „Bewegter Unterricht“

5.1. Das Konzept der „Bewegten Schule“

5.1.1. Entstehung und Grundidee

5.1.2. Inhalte und Ziele

5.1.3. Bewegter Unterricht im Konzept der Bewegten Schule

5.2. Anforderungen an Unterricht

5.3. Wünsche von Kindern an Unterricht

5.4. Argumente für mehr Bewegung in der Schule

5.5. Motivation und Einstellung der Lehrkraft

5.6. Zusammenfassung

6. Lernen und Schule in Bewegung

6.1. Bewegung, Wahrnehmung und Lernen im historischen Zusammenhang

6.2. Lernen mit allen Sinnen

6.2.1. Lerntheorien

6.3. Offener Unterricht

6.3.1. Das Konzept des offenen Unterrichts

6.3.2. Formen des offenen Unterrichts

6.3.2.1. Projektunterricht

6.3.2.2. Freie Arbeit

6.3.2.3. Wochenplan

6.3.2.4. Werkstattunterricht

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die veränderte Lebenssituation von Kindern und deren negative Auswirkungen auf die Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung. Ziel ist es, die Notwendigkeit des „Bewegten Unterrichts“ im Rahmen der „Bewegten Schule“ theoretisch zu begründen, um geeignete Methoden für einen kindgerechten Unterricht zu finden, der Lernprozesse durch Bewegung und alle Sinne optimiert.

  • Bedeutung von Bewegung und Wahrnehmung für die ganzheitliche Entwicklung.
  • Einfluss gesellschaftlicher Veränderungen auf die kindliche Lebenswelt.
  • Konzept und Ziele der „Bewegten Schule“ zur Prävention von Verhaltensauffälligkeiten.
  • Umsetzung von handlungsorientierten Unterrichtsformen (offener Unterricht).
  • Förderung von Kompetenzen durch Bewegung im Schulalltag.

Auszug aus dem Buch

3.1. Der Gestaltkreis von Viktor von Weizsäcker

Im folgenden sollen zentrale Thesen aus dem bereits erwähnten Buch „Der Gestaltkreis“ vorgestellt werden, die den Zusammenhang von Bewegung und Wahrnehmung konkret darstellen. Für eine detaillierte Darstellung der “Einzelbausteine“ Bewegung und Wahrnehmung soll auf die Abschnitte 1 und 2 verweisen.

Umwelt und Organismus bilden eine Einheit:

Die Verbindung zwischen Mensch und Umwelt findet über die Prozesse von Bewegung und Wahrnehmung statt. Diese treten in unmittelbarer Verflochtenheit auf und werden als senso-motorischer Komplex bezeichnet.

Das Wesen des Lebendigen wurde mit der analytischen Erforschung einzelner Teile dementsprechend nie in seiner Ganzheit gesehen.

Von Weizsäcker gilt als einer der ersten, der die Abkehr vom dualistischen Weltbild (dessen Begründer Descartes war) propagierte. Hier war die strikte Trennung von Körper und Geist, von Ich und Umwelt und von räumlich-körperlicher und geistiger Substanz vorherrschend. Er führte das Subjekt in die Wissenschaft ein, um den vorherrschenden Dualismus zu durchbrechen.

“Es geht also um die Frage, wie und in welcher Weise Subjekt und Objekt, Mensch und Welt aufeinandertreffen. Indem nur die Bedingungen der physikalischen Welt analysiert werden (Objekt), kann die menschliche Existenz nicht ausreichend erklärt werden. Erst die Hinzunahme des Subjekts kann weitere Klärung bringen.“

Zusammenfassung der Kapitel

1. Bewegung: Dieses Kapitel definiert menschliche Bewegung nicht nur als Ortsveränderung, sondern als existentielles Phänomen und grundlegende Lebensäußerung, wobei die motorische Entwicklung im Kindesalter in idealtypische Phasen unterteilt wird.

2. Wahrnehmung: Hier wird Wahrnehmung als aktiver, ganzheitlicher Prozess der Informationsaufnahme und -verarbeitung beschrieben, der zwingend mit Bewegung verknüpft ist und eine fundamentale Rolle bei der Gehirnentwicklung spielt.

3. Die Verknüpfung von Bewegung und Wahrnehmung: Basierend auf Viktor von Weizsäckers „Gestaltkreis“ wird die Einheit von Mensch und Umwelt durch den sensomotorischen Komplex hergeleitet und dessen große Bedeutung für die ganzheitliche kindliche Entwicklung hervorgehoben.

4. Kindheit, Bewegung und Wahrnehmung: Die Analyse der heutigen Kindheit zeigt eine zunehmende „Verinselung“ und Bewegungsarmut auf, die negative Folgen für die Gesundheit und die psychosoziale Entwicklung der Kinder hat.

5. Ausblick auf das Thema „Bewegter Unterricht“: Das Konzept der „Bewegten Schule“ wird als pädagogische Antwort auf die veränderten Lebensbedingungen vorgestellt, mit dem Ziel, Bewegung als integralen Bestandteil schulischen Lehrens und Lernens zu verankern.

6. Lernen und Schule in Bewegung: Dieser Abschnitt verknüpft historische pädagogische Ansätze zum „Lernen mit allen Sinnen“ mit aktuellen, offenen Unterrichtsformen wie Projektunterricht, Freiarbeit, Wochenplan und Werkstattunterricht.

Schlüsselwörter

Bewegungserziehung, Wahrnehmung, ganzheitliche Entwicklung, Bewegte Schule, bewegter Unterricht, Kindheit heute, sensomotorischer Komplex, offener Unterricht, Projektunterricht, Freiarbeit, Wochenplan, Werkstattunterricht, Lernbiologie, Handlungskompetenz, Selbstkonzept

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der veränderten Kindheit und der Notwendigkeit, Bewegung und Wahrnehmung als zentrale Bestandteile in den Schulalltag zu integrieren, um eine ganzheitliche Entwicklung der Kinder zu fördern.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Felder sind die Bewegungs- und Wahrnehmungsentwicklung im Kindesalter, die Auswirkungen gesellschaftlicher Veränderungen (z.B. Medienkindheit, Verinselung) sowie didaktische Konzepte zur Öffnung des Unterrichts.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist es, die Notwendigkeit des „Bewegten Unterrichts“ theoretisch zu fundieren und aufzuzeigen, wie durch bewegungsorientierte Methoden ein kindgerechtes und effektives Lernen in der Schule ermöglicht werden kann.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse, bei der aktuelle Erkenntnisse aus der Hirnforschung, Entwicklungspsychologie und Pädagogik (wie Piaget, Bruner, Weizsäcker) zusammengeführt werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen (Bewegung, Wahrnehmung, sensomotorische Verknüpfung), eine Analyse der heutigen Kindheitsbedingungen und daraus resultierender Anforderungen an die Schule sowie eine detaillierte Darstellung offener Unterrichtsformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere: Bewegte Schule, ganzheitliche Entwicklung, offener Unterricht, Handlungsorientierung, Sinneswahrnehmung und Selbstkompetenz.

Wie definiert der Autor das Konzept der „Bewegten Schule“?

Die „Bewegte Schule“ wird als ein pädagogisches Prinzip verstanden, bei dem Bewegung zum selbstverständlichen und integralen Bestandteil des schulischen Lehrens und Lernens wird, um der Bedeutung von Bewegung im Selbstkonzept junger Menschen gerecht zu werden.

Welchen Stellenwert haben offene Unterrichtsformen für den Autor?

Offene Unterrichtsformen (wie Projektunterricht oder Freiarbeit) werden als unerlässlich betrachtet, da sie den Kindern Eigenverantwortung und Selbstorganisation ermöglichen und Lernen mit allen Sinnen auf Grundlage ihrer individuellen Bedürfnisse fördern.

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Details

Title
Veränderte Kindheit und die daraus resultierenden Anforderungen an eine Bewegte Schule zur Prävention von Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen
College
University of Duisburg-Essen
Grade
1,7
Author
Daniela Kapp (Author)
Publication Year
2005
Pages
126
Catalog Number
V82344
ISBN (eBook)
9783638859097
Language
German
Tags
Veränderte Kindheit Anforderungen Bewegte Schule Prävention Wahrnehmungs- Verhaltensstörungen
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Daniela Kapp (Author), 2005, Veränderte Kindheit und die daraus resultierenden Anforderungen an eine Bewegte Schule zur Prävention von Wahrnehmungs- und Verhaltensstörungen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/82344
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