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Kulturspezifische Lexik in zweisprachigen Wörterbüchern des Russischen

Titel: Kulturspezifische Lexik in zweisprachigen Wörterbüchern des Russischen

Examensarbeit , 2007 , 93 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Steffen Laaß (Autor:in)

Russistik / Slavistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Zweisprachige Äquivalenzwörterbücher haben die Aufgabe, für lexikalische Einheiten einer Ausgangssprache semantische Entsprechungen in der jeweiligen Zielsprache aufzuzeigen. Im weiteren Sinne geht es um die Übertragung einzelsprachig kodierter Konzepte von einer Kultur in die andere.
Besonders problematisch ist die Übersetzung von Benennungen kulturspezifischer Konzepte (u.a. Realienbezeichnungen), da sie für Angehörige eines anderen Kulturkreises entweder unbekannt oder schwer verständlich sein können.

Die zweisprachige Lexikografie muss deshalb Modelle zur Erklärung und zielsprachigen Wiedergabe derartiger Benennungen entwickeln und in der Mikrostruktur des jeweiligen Wörterbuchs umsetzen.
In dem Beitrag wird die Behandlung von Stichwörtern mit kulturspezifischer Semantik in zweisprachigen Wörterbüchern mit Russisch als Ausgangssprache analysiert und – auch in Abhängigkeit von Wörterbuchtyp und Nutzerkreis – kritisch gewertet.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Einleitung

1. Der Einfluss von Kultur auf Sprache

1.1. Der Kulturbegriff

1.2. Die Klassifizierung von Kulturen

1.3. Das sprachliche Weltbild

1.4. Kulturspezifische Konzepte

1.4.1. Das Konzept – eine Begriffsbestimmung

1.4.2. Die Kulturspezifik von Konzepten

1.5. Realienbezeichnungen

1.5.1. Der Realienbegriff

1.5.2. Realienkategorien – ein Differenzierungsversuch

2. Äquivalenzbeziehungen in der zweisprachigen Lexikographie

2.1. Funktionen der zweisprachigen Lexikographie

2.2. Übersetzen als kultureller Transfer

2.3. Die Darstellung semantischer Sinnrelationen im Wörterbuch

2.4. Äquivalenzstufen bei kulturspezifischem Wortschatz

2.4.1. Der Äquivalenzbegriff

2.4.2. Partielle Äquivalenz

2.4.3. Nulläquivalenz

3. Kulturspezifische Lexik in russisch-deutschen Wörterbüchern

3.1. Die untersuchten Wörterbücher

3.2. Der kulturelle und sprachliche Hintergrund des Wörterbuchbenutzers

3.3. Benutzerhinweise und kulturspezifische Lexik

3.4. Lexikographische Verfahren zur Wiedergabe von russischen Realienbezeichnungen

3.4.1. Transkription

3.4.2. Analogieverwendung

3.4.3. Paraphrase

3.5. Die Wiedergabe von Realienbezeichnungen in russisch-deutschen Wörterbüchern

3.5.1. Geographische Realien

3.5.2. Ethnographische Realien

3.5.2.1. Speisen und Getränke

3.5.2.2. Kleidung und Schmuck

3.5.2.3. Transportmittel

3.5.2.4. Architektur und Wohnen

3.5.2.5. Maßeinheiten und Währungen

3.5.2.6. Folklore und Brauchtum

3.5.3. Gesellschaftspolitische und soziohistorische Realien

3.5.3.1. Territorial-administrative Verwaltungseinheiten

3.5.3.2. Bildung

3.5.3.3. Religion und Kirche

3.5.3.4. Historismen zur Bezeichnung gesellschaftlicher Erscheinungen

3.5.3.5. Historismen zur Bezeichnung von Personen oder Amtstitel

3.5.3.6. Sowjetismen

3.6. Bewertung der angewandten lexikographischen Wiedergabeverfahren

3.7. Einige Vorüberlegungen für die Erstellung eines russisch-deutschen Realienwörterbuches

4. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht metalexikographisch, wie zweisprachige Wörterbücher für das Sprachenpaar Russisch-Deutsch mit Wörtern umgehen, die eine kulturspezifische Semantik aufweisen (insbesondere Realienbezeichnungen). Ziel ist es, die Effektivität verschiedener Darstellungs- und Erklärungsmodelle kritisch zu evaluieren und herauszufinden, inwieweit diese Modelle den Nutzern ein Bewusstsein für die Kulturspezifik vermitteln.

  • Metalexikographische Analyse zweisprachiger Äquivalenzwörterbücher
  • Kulturelle Einflüsse auf Sprache und Begriffsbildung
  • Problematik von Äquivalenzbeziehungen (Teil- und Nulläquivalenz)
  • Lexikographische Wiedergabeverfahren (Transkription, Analogie, Paraphrase)
  • Optimierungsvorschläge für Realienwörterbücher

Auszug aus dem Buch

3.4.1. Transkription

Bei der Transkription wird die lautliche Form des ausgangssprachlichen Wortes mit graphischen Mitteln der Zielsprache wiedergegeben. Durch die Nutzung unterschied-licher Alphabete unterscheiden sich die Lexeme im Sprachenpaar Russisch-Deutsch zusätzlich auch im Schriftsystem. BARCHUDAROW (1979: 103ff.) fügt hinzu:

Dieses Verfahren wird häufig in zweisprachigen Wörterbüchern angewandt, wenn es um die Wiedergabe von äquivalentloser Lexik geht; so finden sich ... als Äquivalente für die russischen Wörter борщ, квас, калач, окрошка, самовар die Transkriptionen Borschtsch, Kwaß, Kalatsch, Okroschka, Samowar, die meist von Erläuterungen, d.h. beschreibenden Übersetzungen begleitet sind ...

Mitunter erfolgt eine morphonologische Angleichung an die Nehmersprache. Beispielsweise findet sich das deutsche Suffix -e (schwa-Laut) in Lexemen wie Byline (былина), Kopeke (копека) und Datsche (дача), die somit den Status eines Lehnwortes besitzen („assimilierte Transkription“).

Die Transliteration, d.h. die buchstabengetreue Wiedergabe des (in diesem Falle) kyrillischen Alphabets durch lateinische Buchstaben unter Verwendung diakritischer Zeichen, findet in der zweisprachigen Lexikographie keine Anwendung, denn sie ist in der Regel nur in wissenschaftlichen Texten oder als Umschrift im Bibliothekswesen von Relevanz, z.B. Киевская Русь Кievskaja Rus’ oder обломовщина oblomovščina.

Zusammenfassung der Kapitel

0. Einleitung: Die Arbeit untersucht die metalexikographische Darstellung kulturspezifischer russischer Lexik in zweisprachigen Wörterbüchern, um die Effektivität aktueller Wiedergabeverfahren kritisch zu hinterfragen.

1. Der Einfluss von Kultur auf Sprache: Dieses Kapitel erläutert den Zusammenhang zwischen Sprache und Kultur und definiert Begriffe wie Kulturspezifik, sprachliches Weltbild und Realienbezeichnungen aus ethnologischer Perspektive.

2. Äquivalenzbeziehungen in der zweisprachigen Lexikographie: Der zweite Abschnitt analysiert die theoretischen Funktionen der zweisprachigen Lexikographie und behandelt zentrale Probleme wie Übersetzung, Äquivalenzstufen und lexikographische Lücken.

3. Kulturspezifische Lexik in russisch-deutschen Wörterbüchern: Der Praxisteil bewertet an konkreten Beispielen aus sechs verschiedenen Wörterbüchern, wie diese mit kulturell aufgeladenen Begriffen umgehen, und entwickelt Vorschläge für eine verbesserte lexikographische Mikrostruktur.

4. Fazit: Die Arbeit resümiert, dass die kulturelle Spezifik in aktuellen Wörterbüchern noch stärker berücksichtigt werden sollte, insbesondere durch ein System aus Anmerkungen und Erklärungen, um die Rolle als „Kulturdolmetscher“ auszufüllen.

Schlüsselwörter

Kulturspezifische Lexik, Realienbezeichnungen, zweisprachige Lexikographie, Äquivalenzbeziehungen, Translationswissenschaft, Nulläquivalenz, Paraphrase, Analogieverwendung, Transkription, Metalexikographie, Kulturareale, sprachliches Weltbild, Sowjetismen, Historismen, Russische Sprache.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit im Kern?

Die Arbeit befasst sich mit der metalexikographischen Analyse, wie zweisprachige russisch-deutsche Wörterbücher Begriffe mit kulturspezifischer Bedeutung darstellen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Arbeit deckt Themen wie die kulturelle Prägung von Sprache, die Theorie der Äquivalenz in der Lexikographie sowie konkrete Verfahren zur Wiedergabe fremdkultureller Realien ab.

Welches Ziel verfolgt der Autor mit dieser Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu evaluieren, ob die aktuellen Darstellungsverfahren den Nutzern helfen, die Kulturspezifik hinter den Begriffen zu verstehen, und diesbezügliche Defizite in gängigen Wörterbüchern aufzuzeigen.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden angewandt?

Es wird eine metalexikographische Analyse durchgeführt, bei der ein eigens erarbeitetes Korpus von über 250 Stichwortartikeln aus sechs russisch-deutschen Äquivalenzwörterbüchern kontrastiv und bewertend untersucht wird.

Was wird im Hauptteil des Werks behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in die Sprachkultur sowie eine umfangreiche praktische Analyse verschiedener Realienkategorien wie Speisen, Kleidung, soziale Institutionen und Historismen.

Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Realien, Äquivalenz, Nulläquivalenz, Paraphrase, Analogieverwendung und Transkription.

Warum sind Standard-Übersetzungsäquivalente laut Autor oft problematisch?

Der Autor zeigt auf, dass einfache Äquivalente oft wichtige kulturelle Konnotationen verlieren, was dazu führen kann, dass der Nutzer zwar die lexikalische Bedeutung versteht, das zugrunde liegende kulturelle Konzept jedoch falsch oder gar nicht erfasst.

Wie könnten künftige Wörterbücher das Verständnis für die russische Kultur verbessern?

Der Autor schlägt unter anderem die Ergänzung von Stichwortartikeln durch kurze enzyklopädische Infokästen, zusätzliche Paraphrasen anstelle von reiner Transkription sowie die Verwendung von Bildern vor, um dem Nutzer ein lebendigeres Bild der beschriebenen Realien zu vermitteln.

Ende der Leseprobe aus 93 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kulturspezifische Lexik in zweisprachigen Wörterbüchern des Russischen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für fremdsprachliche Philologien)
Note
1,0
Autor
Steffen Laaß (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
93
Katalognummer
V82016
ISBN (eBook)
9783638847629
ISBN (Buch)
9783640146765
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kulturspezifische Lexik Wörterbüchern Russischen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Steffen Laaß (Autor:in), 2007, Kulturspezifische Lexik in zweisprachigen Wörterbüchern des Russischen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/82016
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Leseprobe aus  93  Seiten
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