Die sprachlichen Fähigkeiten der Kinder und Jugendlichen haben einen großen Einfluss auf deren Erfolg beim Lernen in der Schule und über schulisches Lernen hinaus.
Sprache, Lernen, Denken, Verstehen hängen eng zusammen.
Die Sprache ist das Medium, in dem sich das Lernen überwiegend vollzieht.
Denken, Handeln und Verstehen sind von Sprache begleitet und beeinflusst und entwickeln sich im Schulalter in Wechselwirkung mit der sprachlichen Entwicklung der Lernenden.
Sprachliches Lernen im Schulalter ist eng mit der sozialen und kognitiven Entwicklung der Kinder und Jugendlichen verknüpft. Es baut auf vorhandenem Wissen und Können auf. Es aktiviert beim Verstehen wie beim Formulieren dieses Wissen und Können und erweitert es dabei. Gesprächskompetenz ist der vielleicht wichtigste Teil der sozialen Kompetenz.
Sie ist heute mehr denn je eine Schlüsselqualifikation, in den meisten Berufen und im privaten Alltag unentbehrlich. Sie umfasst so unterschiedliche Fähigkeiten wie die, sich in der Interaktion situations- und partnergerecht zu verhalten, sich selbst angemessen darzustellen, seine Gesprächs- und Handlungsziele im Auge zu behalten, aber auch aufmerksam zuzuhören, Äußerungen der Gesprächspartner richtig zu interpretieren und aufzunehmen.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
Einleitung
1. Kompetenzerwerb
2. Sachbezogenes Sprechen
2.1 Gründe für verständliches Informieren
3. Sprachliche Richtigkeit
4. Standards im RLP
5. Fünf Selbst entwickelte Übungen zum sachbezogenem Sprechen
Klasse 2/ 3
5.1 Beschreiben von Vorgängen und Gegenständen
5.1.2 Vorgangsbeschreibung
5.1.3 Gegenstandsbeschreibung
Klasse 4/5
5.2 Vortragen:
5.3. Bildbeschreibung
5.4 Sachbezogenes spontanes Sprechen
6. Schlussbemerkung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung des sachbezogenen Sprechens als zentrales Element für die Entwicklung sprachlich-kommunikativer Kompetenz bei Schülern und stellt praxiserprobte Übungsformate für verschiedene Klassenstufen vor.
- Förderung rhetorischer Fähigkeiten im schulischen Kontext
- Methodik des sachbezogenen Sprechens (Beschreiben, Erklären, Vortragen)
- Umsetzung von Bildungsstandards aus dem Rahmenlehrplan (RLP)
- Integration von praktischen Sprechübungen in den Unterricht
- Bedeutung der sprachlichen Angemessenheit und Richtigkeit
Auszug aus dem Buch
5.1.2 Vorgangsbeschreibung
Vorgangsbeschreibungen haben eine reine Zweckform. Sie beschreiben einen häufigen Gebrauch bei z.B.: Gebrauchs- u. Bedienungsanleitungen; Arbeitsanleitungen (Einbau, Aufbau etc.).
Zum Inhalt und Aufbau lässt sich sagen, dass sie an einen bestimmten Personenkreis von Interessenten gerichtet sind, die sachliche Informationen erhalten wollen. Sie zeugen von Exaktheit und haben keine übertriebene, sinnlose Genauigkeit (Gegenstand nicht aus den Augen verlieren). Die Gliederung vollzieht sich in Sinnabschnitte, die den einzelnen Phasen des Arbeitsvorganges entsprechen. Wichtig ist zudem eine strenge Ausrichtung am zeitlichen Ablauf des Vorganges. Zur Beachtung der Sprachform muss darauf Rücksicht genommen werden, dass man keine persönlichen Spuren erzählender oder schildernder Stilformen mit einbringt. Bevorzugt (der Kürze willen) sollten viele Substantive benutzt werden. Adjektive verwendet man hierbei zur genauen sachlichen Unterscheidung, wobei Verben der Bewegung zur lebhaften Darstellung dienen. Auch sollte eine Kenntnis bestimmter Fachausdrücke vorliegen. Gleiche Satzanfänge und Widerholungen (dann) sollten vermieden werden. Kurze Hauptsätze und wenige Nebensätze (so dass; damit ..) sind beim Satzbau erforderlich.
Sachorientiertes Sprechen findet im Tempus Gegenwart statt. Vorgangsbeschreibungen, die nicht für z.B. Gebrauchsanleitungen eingesetzt werden (Beschreibung eines alltäglichen Ablaufs), können selbstverständlich von obigem Muster abweichen (Nebensätze, treffende Adjektive und Verben, erzählende Stilform). Übungen zur Vorgangsbeschreibung lassen sich bestens mit einer Erweiterung des Wortschatzes kombinieren. Durch die Beschreibung eines sich wiederholenden Vorganges müssen die Schüler/innen eine Vielzahl unterscheidender und unterschiedlicher Verben, Adjektive und Substantive benutzen. Es kommt darauf an, dass die Schüler/innen neben einer inhaltlich einigermaßen richtigen Beschreibung die Form einhalten: Zeitstufe, Reihenfolge, Trennung von Wichtigem und Unwichtigem, Übersichtlichkeit der Darstellung, genauer und abwechselungsreicher Einsatz von treffenden Wörtern.
Zusammenfassung der Kapitel
Kompetenzerwerb: Dieses Kapitel erläutert die Bedeutung sprachlich-kommunikativer Kompetenz als Schlüsselqualifikation und zeigt auf, wie theaterpädagogische Ansätze und gezielte Redeanlässe die rhetorischen Fähigkeiten fördern.
Sachbezogenes Sprechen: Das Kapitel definiert sachbezogenes Sprechen als bewusste Verbalisierung von Inhalten, Material oder Erkenntnissen und betont die Notwendigkeit von Unterstützung durch Lehrkräfte bei der Strukturierung.
Sprachliche Richtigkeit: Hier wird das Ziel der sprachlichen Richtigkeit als unterrichtliche Leitfunktion hervorgehoben, wobei zwischen der Korrektur bei Referaten und der Angemessenheit in Alltagssituationen unterschieden wird.
Standards im RLP: Es werden die Anforderungen des Rahmenlehrplans für die Jahrgangsstufen 4 und 6 detailliert aufgelistet, um die Lernziele im Bereich Sprechen und Zuhören transparent zu machen.
Fünf Selbst entwickelte Übungen zum sachbezogenem Sprechen: In diesem praktischen Teil werden konkrete Unterrichtsideen für verschiedene Klassenstufen vorgestellt, die unstrukturiert in den Schulalltag eingebettet werden können.
Schlussbemerkung: Die Arbeit schließt mit dem Plädoyer, den Übergang von der Alltags- zur Fachsprache kontinuierlich zu begleiten und Fehler als produktive Lernchancen zu nutzen.
Schlüsselwörter
Sachbezogenes Sprechen, Kommunikative Kompetenz, Rhetorik, Deutschunterricht, Vorgangsbeschreibung, Gegenstandsbeschreibung, Vortragstechnik, Bildungsstandards, Sprachliche Angemessenheit, Mündliche Sprachhandlung, Sprecherziehung, Sprachliche Richtigkeit, Unterrichtsplanung, Aktives Zuhören, Differenzierung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Bedeutung des sachbezogenen Sprechens als eine der grundlegenden Fähigkeiten zur Ausbildung der kommunikativen Kompetenz bei Schülerinnen und Schülern.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die theoretischen Grundlagen des sprachlichen Lernens, die methodische Förderung rhetorischer Fähigkeiten, die Umsetzung curricularer Standards und die praktische Gestaltung von Unterrichtsübungen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Lehrerinnen und Lehrer durch eine gezielte Übungsfolge die Redefähigkeit und Ausdrucksstärke von Schülern in verschiedenen Kontexten systematisch fördern können.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse fachdidaktischer Literatur, der Auswertung von Rahmenlehrplänen sowie der Entwicklung und Reflexion eigener, praxisorientierter Übungsszenarien für den Deutschunterricht.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden neben den theoretischen Grundlagen zu Kompetenzerwerb und sprachlicher Richtigkeit konkrete Übungen zur Vorgangs- und Gegenstandsbeschreibung, zum Vortragen, zur Bildbeschreibung und zum spontanen Sprechen vorgestellt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit ist durch Begriffe wie sachbezogenes Sprechen, kommunikative Kompetenz, Rhetorik, schulisches Lernen und Sprachhandlung gekennzeichnet.
Warum betont die Autorin die Bedeutung des Übens bei der Vorgangsbeschreibung?
Das Üben ist essentiell, um den Wortschatz zu erweitern und die Fähigkeit zu trainieren, Inhalte exakt, zeitlich geordnet und strukturiert – unter Verzicht auf unwichtige Details – darzustellen.
Wie soll laut der Autorin mit Fehlern im spontanen Sprechen umgegangen werden?
Spontane Äußerungen, besonders bei jüngeren Schülern, sollten nur sehr behutsam korrigiert werden, um den Redefluss und die Gesprächsfreude nicht zu hemmen.
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- Anne Klein (Author), 2007, Die Bedeutung des sachbezogenen Sprechens für die Ausbildung sprachlich-kommunikativer Kompetenz, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/81445