Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Staat und Industrialisierung in Sachsen 1815-1830

Title: Staat und Industrialisierung in Sachsen 1815-1830

Term Paper , 2007 , 22 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Toni Jost (Author)

History of Europe - Modern Times, Absolutism, Industrialization

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Die Bedeutung des Staates für das Gelingen der Industrialisierung, dieses umfassenden technologischen, ökonomischen und sozialen Wandlungsprozesses, wird seit dem Beginn der Beschäftigung mit diesem Thema kontrovers diskutiert und hat bis heute, vergegenwärtigt man sich die Bemühungen von Entwicklungsländern ihre Wirtschaften zu modernisieren, nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Nachholprozesse sind kein Phänomen der Gegenwart. Im Vergleich zu England befanden sich die deutschen Staaten zu Beginn des 19. Jahrhunderts in einer ähnlichen Situation wie die im Aufholen begriffenen Staaten heute: erdrückende Konkurrenz, gesellschaftlicher und politischer Traditionalismus und Unsicherheit ob des einzuschlagenden Weges aus der Rückständigkeit. Deshalb erscheint es lohnend, in die Anfänge der deutschen Industrialisierung zurückzuschauen und dabei die Rolle des Staates zu untersuchen. Dabei soll die These überprüft werden, dass Sachsen in dieser Phase Laissez-faire-Politik betrieb, die sich fördernd auf die wirtschaftliche Entwicklung auswirkte. Diese Aussage ist eine bewusste Zuspitzung des Forschungstrends. Die These impliziert nicht nur Zurückhaltung des Staates bei Eingriffen in die Wirtschaft, sondern behauptet, dass das Laissez-faire eine bewusste Entscheidung der Obrigkeit war. Folglich sind vier Fragen zu beantworten: Erkannte der Staat die Tatsache, dass die heimische Wirtschaft in immer größeren Rückstand zu England und Preußen geriet? Entspricht die sächsische Wirtschaftspolitik dieser 16 Jahre den Kriterien des Laissez-faire? Förderte sie die Industrialisierung, wobei hier noch einmal zwischen direkter (etwa finanzielle Unterstützung) und indirekter Förderung (Maßnahmen, deren Adressaten nicht oder nicht ausschließlich die Unternehmer waren und Unterlassungen, die dennoch positiv auf die Industrie wirkten) unterschieden werden muss, und war das Laissez-faire tatsächlich eine bewusste Entscheidung der Regierung?

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Ausgangsbedingungen Sachsens nach dem Wiener Kongress

3 Maßnahmen zur Gewerbeförderung

3.1 Konzessionen und Privilegien

3.2 Finanzielle Bezuschussungen

3.3 Beschaffung von ausländischem Know-how

3.4 Straßenbau und Bildungswesen

3.5 Rahmengesetzgebung

4 Arbeiter/Handwerker und Staat

5 Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit untersucht die staatliche Wirtschaftspolitik des Königreichs Sachsen in der Frühphase der Industrialisierung zwischen 1815 und 1830. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob die sächsische Regierung eine bewusste Laissez-faire-Politik verfolgte oder ob das staatliche Handeln eher merkantilistisch geprägt und unkoordiniert war.

  • Analyse der staatlichen Einflussnahme auf die sächsische Wirtschaft nach 1815.
  • Untersuchung verschiedener Förderinstrumente wie Konzessionen, Subventionen und Know-how-Transfer.
  • Bewertung der Rolle des Staates bei der Rahmengesetzgebung und Infrastrukturentwicklung.
  • Betrachtung des Verhältnisses zwischen Staat, aufkommender Arbeiterschaft und traditionellem Handwerk.

Auszug aus dem Buch

3.3 Beschaffung von ausländischem Know-how

Das Bild der unkoordinierten Wirtschaftspolitik wird beim Streben nach ausländischem Know-how noch einmal unterstrichen. Die drei Wege, die dabei beschritten wurden – Anwerbung von Fachpersonal, Finanzierung von Auslandsreisen und Beschaffung von Maschinen – zeugen erneut von einem althergebrachten Denken, dass der Staat die heimische Wirtschaft zu lenken habe. Durch diese Spionagetätigkeit sollte erreicht werden, dass die sächsischen Industriellen Anschauungsmaterial und technische Unterstützung erhielten, während das für Auslandsreisen Unterstützung zahlende Sachsen selbst auf dem neuesten Stand der technologischen Entwicklung bleiben wollte. So wurde 1830 der Chemnitzer Christian Schönherr mit 200 Talern bezuschusst nach Belgien geschickt, um unter anderem „von Zeit zu Zeit über seine Wahrnehmungen in mechanisierten Werkstätten des Auslandes und sonst. Zeichnungen und Notizen einzusenden.“ Da die beschatteten Länder aber zügig die Gefahren dieser „Studienreisen“ erkannten und Ausländern den Zugang zu den Maschinen verwehrten und man darüber hinaus allzu oft nicht in der Lage war, die englischen Pläne wirklich nachzubauen, ging man in Sachsen frühzeitig dazu über, auch ausländische Techniker ins Land zu holen, die ihr Wissen verkauften und dafür protegiert wurden. Maschinen selbst zu importieren war aufgrund des englischen Ausfuhrverbots noch schwieriger, dennoch gelang es nicht selten, dass betriebsbereite Maschinen Sachsen auf dunklen Kanälen erreichten.

Eine Zusammenstellung der für die Beschaffung von Know-how bereitgestellten Gelder liegt nicht vor, einzig die Ausgaben für Auslandsreisen werden zwischen 1815 und 1832 auf 5578 Taler beziffert. Verallgemeinert man die Unterstützung für Schönherr (200 Taler) und Haubold (300 Taler), so wurden jährlich ein bis zwei Auslandsreisen mitfinanziert. Trotz der fehlenden Datenbasis für die weiteren Aufwendungen lässt sich aus den anekdotischen Ausführungen Kiesewetters und Forbergers schließen, dass der Staat der Einfuhr von Wissen grundsätzlich positiv gegenüberstand und dies auch wohlwollend förderte. Wie bereits im 18. Jahrhundert maß sich Sachsen also die Rolle des Instrukteurs der heimischen Wirtschaft bei.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung definiert den zeitlichen Rahmen (1815-1830) und die Forschungsfrage, ob Sachsen eine Laissez-faire-Politik betrieb oder merkantilistische Strukturen beibehielt.

2 Ausgangsbedingungen Sachsens nach dem Wiener Kongress: Dieses Kapitel skizziert die politische und wirtschaftliche Lage Sachsens nach den territorialen Verlusten und der konservativen Restaurationspolitik unter Friedrich August I.

3 Maßnahmen zur Gewerbeförderung: Hier werden die verschiedenen staatlichen Instrumente – von der Konzessionsvergabe über finanzielle Zuschüsse bis hin zur Infrastrukturpolitik – analysiert und auf ihre Wirkung hin geprüft.

4 Arbeiter/Handwerker und Staat: Das Kapitel beleuchtet das Verhältnis des Staates zu den Arbeitern und Handwerkern und zeigt auf, dass der Staat bei sozialen Konflikten einseitig zugunsten der Unternehmer intervenierte.

5 Schluss: Das Fazit stellt fest, dass die sächsische Wirtschaftspolitik weitgehend unkoordiniert war und trotz einzelner liberaler Ansätze eher eine Fortführung des Merkantilismus darstellte.

Schlüsselwörter

Wirtschaftsgeschichte, Sachsen, Industrialisierung, 19. Jahrhundert, Staat, Laissez-faire, Merkantilismus, Frühindustrialisierung, Wirtschaftsförderung, Konzessionen, Zunftwesen, Fabrikwirtschaft, Industrialisierung, Zollpolitik, Wirtschaftsreformen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Rolle des Staates bei der Industrialisierung Sachsens zwischen 1815 und 1830 und hinterfragt die These einer Laissez-faire-Politik.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Im Zentrum stehen die staatliche Gewerbeförderung, die Infrastrukturpolitik, der Umgang mit Know-how-Transfer sowie das Verhältnis zwischen Staat, Arbeiterschaft und traditionellem Handwerk.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Es soll geklärt werden, ob die sächsische Wirtschaftspolitik dieser 16 Jahre tatsächlich liberalen Kriterien entsprach oder ob sie weiterhin merkantilistischen Mustern folgte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung erfolgt durch die Analyse historischer Quellen und Sekundärliteratur zur Wirtschaftsgeschichte, untergliedert in verschiedene Bereiche staatlicher Wirtschaftsförderung.

Was steht im Hauptteil im Fokus?

Der Hauptteil analysiert detailliert die staatlichen Eingriffe, wie die Vergabe von Privilegien, finanzielle Bezuschussungen und die gezielte Beschaffung ausländischen technischen Know-hows.

Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit am besten?

Die wichtigsten Begriffe sind Industrialisierung, Merkantilismus, Laissez-faire, Wirtschaftspolitik und das Königreich Sachsen im frühen 19. Jahrhundert.

Wie bewertet der Autor den Erfolg des "Mitteldeutschen Handelsvereins"?

Der Autor sieht die Gründung zwar als wichtigen Meilenstein, stellt aber fest, dass er die Erwartungen an eine Vereinheitlichung des Wirtschaftsraumes nicht erfüllen konnte.

Warum war der Einfluss des Staates auf die Industrialisierung laut dem Autor eher gering?

Der Autor argumentiert, dass die bereitgestellten staatlichen Mittel im Vergleich zum Gesamtkapitalbedarf der Industrie vernachlässigbar waren und eine kohärente Konzeption fehlte.

Wie veränderte sich die Haltung zur Reformpolitik nach 1830?

Die Septemberaufstände von 1830 markieren den Wendepunkt, nach dem eine neue Elite um Bernhard August von Lindenau den Staat stärker im Sinne preußischer Vorbilder reformierte.

Excerpt out of 22 pages  - scroll top

Details

Title
Staat und Industrialisierung in Sachsen 1815-1830
College
Technical University of Chemnitz
Course
HS Der entfesselte Prometheus - Wirtschaftsgeschichte Sachsens im Zeitalter der Industrialisierung
Grade
1,0
Author
Toni Jost (Author)
Publication Year
2007
Pages
22
Catalog Number
V80610
ISBN (eBook)
9783638874663
ISBN (Book)
9783638874960
Language
German
Tags
Staat Sachsen Wirtschaftsgeschichte Liberalismus
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Toni Jost (Author), 2007, Staat und Industrialisierung in Sachsen 1815-1830 , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/80610
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  22  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint