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Frauen in der türkischen Re-Islamisierungsbewegung

Title: Frauen in der türkischen Re-Islamisierungsbewegung

Term Paper , 2006 , 25 Pages , Grade: 2-

Autor:in: Lena Marie Hahn (Author)

History - Miscellaneous

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Summary Excerpt Details

Die zunehmende Präsenz des Islams im öffentlichen Leben – in den Ländern mit muslimischer Bevölkerungsmehrheit sowie in den Minderheitengemeinden in den westlichen Ländern – erweckt etwa seit den 1970er Jahren ein stetig zunehmendes Interesse der Medien und der westlichen Öffentlichkeit. Während zuvor europäische und amerikanische Wissenschaftler im festen Glauben an den linear-evolutionären Fortschritt und die wissenschaftliche Aufklärung den Religionen tendenziell ein langsames aber stetiges Versinken in der Bedeutungslosigkeit vorausgesagt hatten, belehren die Muslime sie überall auf der Welt eines Besseren, indem sie ihren Glauben immer mehr zum sichtbaren Gegenstand des täglichen Lebens und auch der Politik machen.
Eine besonders hervorstechende Rolle spielen dabei die muslimischen Frauen. Das islamischste aller Kleidungsstücke, das Kopftuch, ist zu einer Art Flagge der islamistischen Bewegungen geworden. Dies muss nicht verwundern, ist die Verschleierung doch auf den ersten Blick und schon von weitem zu erkennen. Vor allem wird sie von den Frauen – und ihren männlichen Mitstreitern – oft als bewusstes Symbol der Entscheidung für eine explizit islamische Lebensweise dargestellt.
Die oben beschriebenen Entwicklungen gelten, wie gesagt, tendenziell für die gesamte muslimische Gesellschaft in allen Ländern. Die Türkei stellt dabei keine Ausnahme dar, doch handelt es sich hier um einen besonders interessanten Fall – hat sich die Republik doch in ihrer Verfassung streng dem Laizismus verschrieben. Umso ausgeprägter lässt sich der zunehmende Erfolg islamistischer Bewegungen und Parteien beobachten und interpretieren.
Diese Arbeit widmet sich speziell der Rolle der Frauen in den islamistischen Bewegungen. Welchen Stellenwert haben sie gegenüber ihren männlichen Kollegen? Welche Aufgaben erfüllen sie noch, abgesehen von der Flaggenwirkung ihrer Kleidung? Welche Ziele verfolgen sie? Sind es die gleichen wie die der Männer? Wie lauten ihre Argumente, wie sehen sie sich selbst? Diese Fragen sollen in dieser Arbeit untersucht und möglichst beantwortet werden.
Denn möglicherweise sind die traditionellen Antworten, die nahe liegenden, längst überholt. Die aktiv islamistische Frau ist aus dem Schatten der Bedeutungslosigkeit des häuslichen Bereichs – den die (männliche) islami(sti)sche Ideologie ihr explizit zuweist – hinausgetreten und übernimmt eine deutliche eigene Rolle in der Verbreitung und Verwirklichung ihrer religiösen und politischen Vorstellungen. Diese Entwicklung möchte ich mit dieser Arbeit verfolgen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Der Rahmen

1. Begriffsdefinitionen

2. Ein kurzer geschichtlicher Aufriss der türkischen Republik

3. Die Rolle der Frau in der türkischen Republik

III. Hauptteil

1. Die Re-Islamisierung der Bevölkerung und der Aufstieg der islamistischen Parteien

2. Islamistische Frauen

3. Frauen in den islamistischen Parteien

4. Zwischen Religiosität und Feminismus

III. Fazit

1. Zusammenfassung

2. Kommentar

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die Rolle muslimischer Frauen innerhalb der Re-Islamisierungsbewegung in der Türkei. Ziel ist es, den Stellenwert, die Aufgaben und die Selbstwahrnehmung dieser Frauen im Kontext des politischen Islam zu analysieren und dabei die Spannung zwischen traditioneller Religiosität und moderner (akademischer) Bildung zu beleuchten.

  • Historische Entwicklung der Laizität in der Türkei
  • Die symbolische Bedeutung des Kopftuchs als politisches Statement
  • Weibliche Teilhabe und Aktivismus in islamistischen Parteien
  • Konfliktlinien zwischen islamischem Rollenverständnis und individuellen Lebensentwürfen
  • Der Einfluss sozioökonomischer Faktoren auf die Radikalisierung bzw. Re-Islamisierung

Auszug aus dem Buch

2. Islamistische Frauen

Zunächst stellt sich die Frage, was das für Frauen sind, die sich wieder verschleiern und sich für Islamismus und Re-Islamisierung einsetzen. Nilüfer Göle zeigt, dass es sich zum Großteil um Frauen aus einfachen Verhältnissen handelt, die aus ländlichen Gebieten stammen und nach der Migration in die großen Städte Zugang zu höherer Bildung erlangt haben. „Aber sie lehnen die traditionellen Interpretationen des Islam ab, unterschieden sich von ihren Familien sowohl in der Art, den Islam zu leben, als auch durch ihr hohes Bildungsniveau. Sie sind das neue Gesicht des städtischen, gebildeten und militanten Islam.“22 Feride Acar bestätigt dies mit den Ergebnissen ihrer Studie.

Auch die von ihr interviewten Frauen kommen fast ausschließlich aus traditionsverhafteten ländlichen Familien der unteren Mittelschicht. Allerdings weist sie darauf hin, dass – bis auf eine Ausnahme – die Mütter der von ihr interviewten verschleierten Studentinnen keine Kopftücher tragen.24 Die von Jenny B. White untersuchten islamischen Aktivistinnen entstammen alle dem ärmlichen Istanbuler Vorort Ümraniye, einem Viertel, das in den 1970er Jahren durch Migration aus den ländlichen Gebieten aus dem Boden gewachsen ist.25 White bekräftigt ihre eigenen Beobachtungen mit einem Zitat aus einem von Göles früheren Werken, das sich ganz ähnlich auch in „Republik und Schleier“ findet: „Nicht die Randgruppen der Gesellschaft, die keine Ausbildung erhalten haben, schließen sich den Islamisten an, sondern ganz im Gegenteil jene, die die Voraussetzungen zum Universitätsstudium erworben haben und in der Zukunft die Fachkräfte des Landes sein werden.“

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die globale Zunahme islamischer Präsenz seit den 1970er Jahren und führt die spezielle Forschungsfrage zur Rolle der Frau innerhalb der türkischen Re-Islamisierungsbewegung ein.

II. Der Rahmen: In diesem Kapitel werden grundlegende Begriffe wie Islamismus und Fundamentalismus definiert sowie die historische Entwicklung der türkischen Republik und der Frauenrolle seit 1923 dargelegt.

III. Hauptteil: Der Hauptteil analysiert den politischen Aufstieg islamistischer Parteien, das Profil der dort aktiven Frauen sowie den Spannungsfeld-Charakter zwischen religiösen Anforderungen und feministischen Emanzipationsbestrebungen.

III. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und reflektiert die zwiegespaltene Lebensrealität der untersuchten Frauen sowie die Herausforderungen einer wissenschaftlichen Analyse dieses hochaktuellen Themas.

Schlüsselwörter

Türkei, Islamismus, Re-Islamisierung, Kopftuch, Frauenrolle, Laizismus, Politische Partizipation, Identität, Geschlechtertrennung, Fundamentalismus, Moderne, Emanzipation, Nilüfer Göle, Wohlfahrts-Partei, Aktivismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die gesellschaftliche und politische Rolle von Frauen in der türkischen Re-Islamisierungsbewegung und deren Umgang mit traditionellen religiösen Werten in einer modernen, säkularen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung der Türkei, der Rolle des Kopftuchs als Symbol der Identität, der Partizipation von Frauen in islamistischen Parteien und dem Konflikt zwischen Religion und Feminismus.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, welchen Stellenwert Frauen in islamistischen Bewegungen haben, welche Ziele sie verfolgen und inwiefern sich ihr Selbstverständnis von den traditionellen Erwartungen ihrer männlichen Mitstreiter unterscheidet.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine historisch-soziologische Analyse, die auf einer Literatur- und Quellenstudie (darunter Fallstudien von Nilüfer Göle, Feride Acar und Jenny B. White) basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit der Aufweichung des Laizismus, dem Aufstieg islamistischer Parteien (z. B. Wohlfahrts-Partei, AKP) und den spezifischen sozioökonomischen Hintergründen der muslimischen Aktivistinnen.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind Re-Islamisierung, Laizismus, Kopftuchdebatte, islamistische Identität, geschlechtsspezifischer Aktivismus und politische Repräsentation.

Inwiefern unterscheidet sich die 'neue' Verschleierung (tesettür) vom klassischen Kopftuch?

Das tesettür wird von den Trägerinnen als bewusstere, zielgerichtetere Form der islamischen Identität wahrgenommen, die über den traditionellen, unhinterfragten Gebrauch des klassischen Kopftuchs hinausgeht und einen politischen Kommentar darstellt.

Welchen Stellenwert haben Frauen in islamistischen Parteien wie der Wohlfahrts-Partei?

Frauen fungieren als wichtige Aktivistinnen und Aushängeschilder der Parteien, insbesondere bei der Wählerwerbung, werden jedoch bei der Besetzung höherer Ämter meist ausgeschlossen.

Warum betrachten die interviewten Frauen das Studium trotz konservativer Rollenvorstellungen als wichtig?

Das Studium wird weniger als Karriereschritt, sondern als Möglichkeit zur Wissenserweiterung gesehen, um Kinder besser im Sinne des Islams zu erziehen und um der begrenzten häuslichen Welt zu entkommen.

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Details

Title
Frauen in der türkischen Re-Islamisierungsbewegung
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Türkei, Deutschland und Islam
Grade
2-
Author
Lena Marie Hahn (Author)
Publication Year
2006
Pages
25
Catalog Number
V80350
ISBN (eBook)
9783638870962
Language
German
Tags
Frauen Re-Islamisierungsbewegung Türkei Deutschland Islam
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Marie Hahn (Author), 2006, Frauen in der türkischen Re-Islamisierungsbewegung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/80350
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