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Gibt es genuin politische neben den standardmäßigen ökonomischen Ursachen für Staatsverschuldung?

Titel: Gibt es genuin politische neben den standardmäßigen ökonomischen Ursachen für Staatsverschuldung?

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2004 , 34 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Martin Weber (Autor:in)

Politik - Methoden, Forschung

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Staatsverschuldung hat eine Reihe negativer Folgen, die in der ökonomischen Literatur kaum bestritten werden. So führt die Finanzierung des Defizits zu Zinszahlungen an die Inhaber staatlicher Anleihen, die wiederum aus Steuern bezahlt werden, deren Erhebung zu einer starken Verzerrung wirtschaftlicher Anreize führt. Fraglich ist jedoch, wie diese Schulden abgebaut werden können.

Ein Vergleich der Schuldenstände der OECD-Länder macht deutlich, dass die Höhe der Schuldenstände zwischen den Ländern stark variiert und dass in einigen Ländern die Schulden stetig stiegen, in anderen dagegen das Tempo der Entwicklung wesentlich langsamer war und in Einzelfällen durchaus auch Senkungen zu verzeichnen waren. Eine Analyse politischer Ursachen für diese unterschiedliche Performanz kann eine Antwort darauf geben, inwieweit die politischen Akteure hier überhaupt steuernd tätig werden können.

In Punkt 2 werde ich den Begriff der Staatsverschuldung definieren sowie ihre standardmäßigen ökonomischen Ursachen darstellen und deren Bedeutung anhand empirischer Untersuchungen untermauern. Punkt 3 widmet sich dann den politisch-institutionellen Ursachen der Staatsverschuldung.

Die hierzu von mir behandelten Theorien lassen sich in drei Gruppen einteilen: Eine Gruppe sucht die Ursachen von Staatsverschuldung im demokratischen Prozess des Parteienwettbewerbs, der durch wiederkehrende Wahlen bedingt ist. Die zweite Gruppe sucht die Gründe in den kollektiv-irrationalen Ergebnissen individuell-rationalen Handelns. In einem solchen Dilemma befinden sich beispielsweise politische Akteure, wenn sie aus allgemeinen Steuereinnahmen ihre spezifische Klientel bedienen. Variationen zwischen den Ländern ergeben sich nach diesem Ansatz aus den unterschiedlichen Maßnahmen, dieses Dilemma aufzulösen. Die dritte Gruppe sieht die Ursachen vor allem in der Fähigkeit beziehungsweise Unfähigkeit von Regierungen, auf fiskalische Rigiditäten zu reagieren und versucht damit Variationen zu erklären.

Alle Theorien haben gemein, dass sie im Sinne des Rational Choice Ansatzes den Akteuren rationales, eigennutzmaximierendes Handeln unterstellen. Sehr wahrscheinlich können zentrale politische Variablen wie das Wahlsystem und Institutionen wie Direktdemokratie, aber auch das Verhältnis von Arbeit und Kapital im Zusammenspiel mit der sektoralen Struktur einer Volkswirtschaft und einer unabhängigen Zentralbank die Höhe der Staatsverschuldung wesentlich beeinflussen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Staatsverschuldung: Definition und ökonomische Ursachen

2.1 Ökonomische Ursachen der Staatsverschuldung und ihre Folgen:

3 Politisch – institutionelle Ursachen der Staatsverschuldung

3.1 Der Einfluss von Parteien auf die Staatsverschuldung

3.2 Der politische Konjunkturzyklus

3.3 Die strategische Rolle der Staatsverschuldung

3.4 Der Einfluss der „Größe“ der Regierung auf die Höhe der Defizite

3.5 Institutionelle Unterschiede im Budgetprozess als Ursache für nationale Variationen beim Schuldenstand?

3.5.1 Die Aushandlung des Budgetprozesses

3.5.2 Die Rolle des Parlamentes im Budgetprozess

3.5.3 Die Umsetzung des Haushaltsgesetzes

3.5.4 Hypothesen und empirische Befunde

3.6 Weitere politisch-institutionelle Ursachen

3.6.1 Direktdemokratie

3.6.2 Das Alter der Demokratie

3.6.3 Konzertierung zwischen Arbeit und Kapital

3.6.4 Die Unabhängigkeit der Zentralbank

4 Schlussbemerkungen

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel zu analysieren, ob es neben den ökonomischen Standardfaktoren auch genuin politische Ursachen für Staatsverschuldung gibt. Hierbei wird untersucht, inwieweit politische Akteure durch ihr Handeln und die Gestaltung politischer Institutionen steuernd auf die Verschuldungssituation einwirken können, wobei ein besonderer Fokus auf dem Rational-Choice-Ansatz liegt.

  • Analyse politisch-institutioneller Einflussfaktoren auf das Haushaltsdefizit.
  • Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Wahlsystemen und Regierungsstrukturen.
  • Evaluierung der Auswirkungen von Budgetprozessen und institutionellen Sanktionsmechanismen.
  • Rolle von Direktdemokratie, Korporatismus und Zentralbankunabhängigkeit.
  • Kritische Würdigung des Rational-Choice-Ansatzes in der Politischen Ökonomie.

Auszug aus dem Buch

3.5.1 Die Aushandlung des Budgetprozesses

Schon 1752 erkannte Hume, dass der Einsatz der Staatsschuld für einen Minister sehr verführerisch sei, da es „(...) ihn in den Stand setzt, während seiner Verwaltung den großen Mann zu spielen, ohne das Volk mit Steuern zu überladen, oder eine sofortige Unzufriedenheit gegen sich zu erregen.(...)“.

Zunächst sind also die Interessen der Regierungsmitglieder zu identifizieren, die an der Erstellung des Budgets beteiligt sind.

Differenziert werden muss hier zwischen Premier- und Finanzminister und denjenigen Ministern, die ausgabenintensive Ressorts leiten. Erstere sind nämlich nicht so sehr von Partikularinteressen geleitet wie letztere und daher eher an der Wohlfahrt des gesamten Gemeinwesens interessiert. Das budgetmaximierende Eigeninteresse der ausgabenintensiven Ressortleiter ist darauf zurück zu führen, dass die Ausweitung ihrer Ressourcen wesentlich ihren politischen Erfolg, ihren Einfluss und ihre Machtposition bestimmt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Arbeit führt in die Problematik der Staatsverschuldung ein und stellt die zentrale Forschungsfrage nach den politisch-institutionellen Ursachen für die unterschiedliche fiskalische Performanz von OECD-Ländern.

2 Staatsverschuldung: Definition und ökonomische Ursachen: Dieses Kapitel definiert den Begriff der Staatsverschuldung und beleuchtet klassische makroökonomische Erklärungsfaktoren wie Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Inflationsraten.

3 Politisch – institutionelle Ursachen der Staatsverschuldung: Der Hauptteil analysiert theoretische Ansätze und empirische Befunde zu politischen Determinanten, darunter Parteienwettbewerb, Wahlzyklen, Budgetregeln, Direktdemokratie und Zentralbankunabhängigkeit.

4 Schlussbemerkungen: Die Arbeit fasst zusammen, dass Staatsverschuldung maßgeblich das Ergebnis politischer Entscheidungen zur Überwindung kollektiver Irrationalität ist und bestätigt die Relevanz politischer Institutionen.

Schlüsselwörter

Staatsverschuldung, Haushaltsdefizit, Politische Ökonomie, Rational Choice, Budgetprozess, Institutionen, Wahlsystem, Direktdemokratie, Korporatismus, Zentralbankunabhängigkeit, fiskalischer Unternehmer, Common Pool Dilemma, OECD-Länder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht, ob es über ökonomische Faktoren hinaus genuin politische Ursachen für die Staatsverschuldung gibt.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen der Einfluss politischer Parteien, der Budgetprozess, verschiedene Wahlsysteme und die institutionelle Gestaltung von Regierungsentscheidungen.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist zu klären, inwieweit politische Akteure durch strategisches Handeln und die Wahl institutioneller Rahmenbedingungen die Verschuldung eines Landes beeinflussen können.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich primär auf den theoretischen Ansatz der "Rational Choice"-Theorie und eine vergleichende Analyse politökonomischer Studien.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil behandelt diverse Theorien zu politisch-institutionellen Ursachen, von Parteienwettbewerb und Wahlzyklen bis hin zu spezifischen Haushaltsregeln und Korporatismus.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Begriffe sind Staatsverschuldung, Budgetprozess, Common Pool Dilemma, Rational Choice und politische Institutionen.

Warum wird die Rolle der Zentralbank als wichtig erachtet?

Eine unabhängige Zentralbank erschwert es der Regierung, Schulden durch Inflation zu entwerten, was als Barriere gegen übermäßige Schuldenakkumulation wirken kann.

Welche Bedeutung hat das Wahlsystem für die Verschuldung?

Das Wahlsystem bestimmt maßgeblich die Regierungsform (Koalition vs. Einparteienregierung), was wiederum die Zahl der Vetospieler beeinflusst und die Fähigkeit zur fiskalischen Disziplin steuert.

Ende der Leseprobe aus 34 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Gibt es genuin politische neben den standardmäßigen ökonomischen Ursachen für Staatsverschuldung?
Hochschule
Universität Potsdam  (Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät)
Veranstaltung
Institutionelle Schranken von Staatstätigkeit
Note
1,0
Autor
Martin Weber (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
34
Katalognummer
V80234
ISBN (eBook)
9783638870009
ISBN (Buch)
9783638870023
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Gibt Ursachen Staatsverschuldung Institutionelle Schranken Staatstätigkeit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Martin Weber (Autor:in), 2004, Gibt es genuin politische neben den standardmäßigen ökonomischen Ursachen für Staatsverschuldung?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/80234
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Leseprobe aus  34  Seiten
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