Unter dem Einfluss des wachsenden Verkehrsaufkommens hat sich im Alpenraum eine Diskussion zwischen verschiedenen Akteursgruppen herausgebildet. Einerseits protestieren Umweltschützer und Anwohner gegen den Verkehr, da er Natur und Lebensumfeld beeinträchtigt oder gar zerstört, andererseits wird er vor allem von Transportunternehmern vorangetrieben, weil die Alpen so günstig, zügig und termingerecht durchquert werden können. In dieser Diskussion spielen die Besonderheiten des Alpenraums eine wichtige Rolle. Das Relief der Alpen hat für den Verkehr eine entscheidende Bedeutung, denn es bestimmt, an welcher Stelle Verkehrswege verlaufen können und an welcher nicht. War es früher beispielsweise nicht möglich, große Steigungen mit der Bahn zu überwinden, so ist dies heute technisch prinzipiell möglich, aber dennoch meist unrentabel. Ein anderer bedeutender Aspekt ist, dass sich der Alpenraum auf mehrere Staaten aufteilt, was eine politische Steuerung der Probleme erschwert, welche der Verkehr mit sich bringt. Auf Dauer beständige Lösungen sind lediglich dann zu erarbeiten, wenn sich die Politik am Leitbild der Nachhaltigkeit orientiert.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Verkehr im Alpenraum. Die Verkehrsarten werden dabei auf den Straßen- und den Schienenverkehr begrenzt, da der Flugverkehr durch die Alpen im Sinne der Problematik nicht besonders beeinflusst und umgekehrt. Der Schiffsverkehr ist in diesem Gebiet ohnehin nur minimal vorhanden.
Nach der Erläuterung wichtiger Begriffe werden das Schienen- und das Straßennetz des Alpenraumes, sowie deren Entwicklung beschrieben, um zu zeigen, unter welchen Voraussetzungen der Verkehr dort stattfindet. Anschließend werden die vier Verkehrsformen dargestellt, die für die Verkehrsprobleme in den Alpen verantwortlich sind. Der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Transitverkehr, der als Hauptverursacher für die Verkehrsprobleme im Alpenraum gilt. Danach wird die Problematik, den Verkehr zu steuern und einige Lösungsansätze dargestellt.
In einem abschließenden Fazit werden die wichtigsten Ergebnisse dieser Arbeit noch einmal gebündelt. Dabei soll eine mögliche Lösung der Probleme umrissen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. TERMINOLOGIE
2.1 NACHHALTIGKEIT
2.2 ALPENQUERENDER VERKEHR
2.3 ALPENTRANSIT
3. VERKEHRSNETZE IN DEN ALPEN
3.1 DAS EISENBAHNNETZ
3.2 DAS STRAßENNETZ
4. DIE VIER VERKEHRSFORMEN
4.1 DER TRANSITVERKEHR
4.2 DER EIGENVERKEHR
4.3 DER TOURISTISCHE VERKEHR
4.4 DER LOKALVERKEHR
5. DIE STEUERUNG DES VERKEHRS UND IHRE PROBLEME
5.1 DAS BEISPIEL ÖSTERREICH
5.2 DAS BEISPIEL SCHWEIZ
6. FAZIT
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung im Alpenraum unter Berücksichtigung der ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen sowie der spezifischen topografischen und politischen Herausforderungen.
- Analyse des Schienen- und Straßennetzes im Alpenraum
- Untersuchung der vier zentralen Verkehrsformen: Transit-, Eigen-, touristischer und Lokalverkehr
- Diskussion der Steuerungsproblematiken des Verkehrs durch Politik und Alpenkonvention
- Vergleichende Betrachtung der verkehrspolitischen Ansätze in Österreich und der Schweiz
- Bewertung der Lösungsansätze zur Verlagerung des Transitverkehrs auf die Schiene
Auszug aus dem Buch
4.1 Der Transitverkehr
In Österreich und der Schweiz besteht der alpenquerende Verkehr zum größten Teil aus dem Transitverkehr. Im gesamten Alpenraum legte dieser im Jahr 2003 1,3 Mrd. km durch Lkw-Transitverkehr zurück, durch den Pkw-Transitverkehr 7 Mrd. km (vgl. BÄTZING 2003:207). Die im Rahmen der Globalisierung zunehmende Verflechtung der Handels- und Produktionsbeziehungen lässt die Menge der Güter, welche über die Alpen transportiert werden, stark ansteigen (vgl. FROMHOLD-EISEBITH 2007:36). Dieses Szenario wird auch für die nächsten Jahre erwartet. Der Transitverkehr im Alpenraum wird demnach auch in Zukunft zunehmen. Aufgrund der Topographie der Alpen konzentriert er sich schon jetzt auf wenige Übergänge. Diese Korridore werden immer stärker ausgebaut, denn sie stoßen bereits heute an die Grenzen ihrer Belastbarkeit. Besonders stark betroffen sind drei Routen (Brenner, Gotthard und Montblanc), die den Hauptteil des gesamten Transitverkehrs aufnehmen (vgl. BÄTZING 2003:206). Durch die Ausbauten wird der Transitverkehr kontinuierlich beschleunigt.
Ein unter ökologischen Gesichtspunkten kritisch zu betrachtender Prozess ist die voranschreitende Verlagerung des Transitverkehrs von der Eisenbahn auf die Straße. Von der damit in Verbindung stehenden Überlastung der Korridore und der Beschleunigung des Transitverkehrs profitieren die Alpen zunehmend weniger, vielmehr werden sie dadurch belastet. Hier ist zu nennen, dass Lkw in Steigungen einen wesentlich höheren Energieverbrauch haben. So ist ihr Schadstoffausstoß in den Alpentälern ca. 3 bis 3,5 Mal höher als im Flachland (vgl. FROMHOLD-EISEBITH 2007:38).
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Die Einleitung umreißt die ökologische und infrastrukturelle Bedeutung des Alpenraums sowie die resultierenden Konflikte durch das wachsende Verkehrsaufkommen und die Notwendigkeit nachhaltiger Lösungen.
2. TERMINOLOGIE: In diesem Kapitel werden die zentralen Begriffe Nachhaltigkeit, alpenquerender Verkehr und Alpentransit definiert, um die Grundlage für die weitere Analyse zu schaffen.
3. VERKEHRSNETZE IN DEN ALPEN: Das Kapitel beschreibt die historische und technische Entwicklung des Eisenbahn- und Straßennetzes und zeigt auf, wie das Relief die Infrastruktur prägt.
4. DIE VIER VERKEHRSFORMEN: Hier werden Transit-, Eigen-, touristischer und Lokalverkehr detailliert analysiert und deren jeweiliger Anteil an den spezifischen Verkehrsproblemen der Alpen untersucht.
5. DIE STEUERUNG DES VERKEHRS UND IHRE PROBLEME: Dieses Kapitel erörtert die politischen Steuerungsversuche, insbesondere durch die Alpenkonvention, und stellt die unterschiedlichen Strategien Österreichs und der Schweiz gegenüber.
6. FAZIT: Das Fazit bündelt die zentralen Erkenntnisse und formuliert Lösungsansätze, insbesondere zur Verlagerung des Verkehrs auf die Schiene und zur Verbesserung der regionalen Erschließung.
Schlüsselwörter
Alpenraum, Nachhaltigkeit, Transitverkehr, Schienenverkehr, Straßenverkehr, Infrastruktur, Alpenkonvention, Verkehrssteuerung, Ökopunkte, NEAT, Eigenverkehr, Umweltbelastung, Mobilität, Alpenländer, Verkehrspolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Herausforderungen einer nachhaltigen Verkehrsentwicklung im sensiblen Ökosystem der Alpen unter Berücksichtigung verschiedener Verkehrsformen.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Netzstruktur, den Auswirkungen des Transit- und Eigenverkehrs, ökologischen Belastungen sowie den Steuerungsmöglichkeiten durch die Politik.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Verkehrsbelastungen im Alpenraum durch politische Maßnahmen und infrastrukturpolitische Weichenstellungen nachhaltig reduziert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird primär verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse geografischer und verkehrswirtschaftlicher Daten sowie der Auswertung bestehender Konzepte wie der Alpenkonvention.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestandsaufnahme der Verkehrsnetze, die Differenzierung der vier Verkehrsarten sowie den Ländervergleich zwischen Österreich und der Schweiz.
Welche Schlagworte charakterisieren die Arbeit?
Transitverkehr, Nachhaltigkeit, Alpenkonvention, Verkehrspolitik und die ökologische Belastungsgrenze des alpinen Raums.
Wie unterscheidet sich die Situation in Österreich von der in der Schweiz?
Während Österreich historisch stärker auf den Straßentransit und dessen Regulierung setzte, verfügt die Schweiz über einen deutlich höheren Anteil des Schienenverkehrs am Alpentransit.
Welche Rolle spielt die Alpenkonvention bei der Verkehrssteuerung?
Sie dient als umfassendes Rahmenvertragswerk, das einen Orientierungsrahmen für eine nachhaltige Transportentwicklung vorgibt und versucht, ökologische Standards länderübergreifend zu etablieren.
- Arbeit zitieren
- Martin Trodler (Autor:in), 2007, Nachhaltige Verkehrsentwicklung im Alpenraum, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/78777