Im Focus der Marktforschung steht im Allgemeinen die Forderung die Risiken und Unsicherheiten, die aus den Interaktionen der Marktteilnehmer resultieren, kontrollierbar und planbar zu machen. Hierzu gilt es generalisierbares Wissen zu gewinnen, um so beispielsweise das Konsumentenverhalten zu erklären. Ausgangspunkt des Forschungsprozesses sind meist Hypothesen, die es zu überprüfen gilt.
Die vorliegende Arbeit setzt sich mit dem wissenschfatlichen Forschungsprozess, der Hypothesenbildung und deren empirisch-statister Prüfung auseinander. Somit ist das Ziel den Begriff der Hypothese im Wandel der Zeit kritisch zu beleuchten und daraus mögliche Marketingimplikationen abzuleiten. Es sollen die wissenschaftstheoretischen Positionen vorgestellt und im hin Blick auf das Hypothesenverständnis diskutiert wer-den. Es soll untersucht werden, ob diese Forschungskonzepte als Instrumente für Hypothesenanalyse geeignet sind.
Ein weiteres Ziel dieser Seminararbeit ist es, die in der Marketingpraxis üblichen Methoden zur Konstruktion und zum Testen von Hypothesen zu erläutern. In diesem Zusammenhang wird die besondere Rolle des Signifikanztests für die Marketingpraxis deutlich.
Einführend wird in Kapitel 2 sukzessive die historische Entwicklung der Wissenschaftstheorie beleuchtet. Es werden in diesem Zusammenhang der Empirismus und der Positivismus vorgestellt, die eine empirische Position vertreten. Im nächsten Schritt wird der kritische Rationalismus als eine theoretische Auffassung der Wissenschaftstheorie vor-gestellt. Abschließend sollen die Unzulänglichkeiten dieses Ansatzes diskutiert und die Notwendigkeit eines ganzheitlichen Ansatzes erläutert werden.
In Kapitel 3 werden die Grundlagen des Hypothesentests dargelegt. Vor diesem Hintergrund wird die methodologische und verbale Konstruktion der Hypothese betrachtet. Darauf aufbauend werden die Ablaufschritte des Signifikanztests dargelegt.
Abschließend werden die Inhalte der vorangegangenen Kapitel zusammengefasst und für die Marketingpraxis beurteilt.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hypothesentest im wissenschaftlichen Grundverständnis
2.1 Empirismus und Positivismus
2.2 Kritischer Rationalismus
2.3 Die Forderung nach einem ganzheitlichen Ansatz
3 Grundlagen des Hypothesentest
3.1 Hypothesenkonstruktion
3.2 Der statistische Test von Hypothesen
4 Schlussbetrachtung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den wissenschaftlichen Forschungsprozess, die Hypothesenbildung sowie deren empirisch-statistische Prüfung mit dem Ziel, den Begriff der Hypothese kritisch zu beleuchten und daraus Implikationen für die Marketingpraxis abzuleiten.
- Historische Entwicklung wissenschaftstheoretischer Positionen
- Methoden der Hypothesenkonstruktion und -prüfung
- Rolle und Anwendung des Signifikanztests
- Kausalanalyse als ganzheitlicher Ansatz in der Theorieprüfung
Auszug aus dem Buch
2.1 Empirismus und Positivismus
Der historische Ursprung des empirisch-analytischen Wissenschaftsverständnisses basiert auf dem Empirismus bzw. Positivismus. Dabei bezeichnet der Empirismus eine erkenntnistheoretische Grundhaltung, dass die Erkenntnis aus der Sinneswahrnehmung abgeleitet werden kann. Der Positivismus stützt sich auf der Forderung, die Forschung an dem Tatsächlichen, dem Nachweisbaren, also dem Positiven auszurichten.
Der klassische Empirismus wurde im 17. Jahrhundert begründet und geht wesentlich auf die Arbeiten von Francis Bacon, John Locke, George Berkeley und David Hume zurück. Anfang des 19. Jahrhunderts entstand eine bedeutende wissenschaftlichtheoretische Richtung, der Klassischen Positivismus. Diese Wissenschaftstheorie wird vor allem von den Arbeiten von Auguste Comte und Ernst Mach geprägt.
Den Fokus dieser wissenschaftstheoretischen Positionen bildet die Erfahrung. So sollen die wissenschaftlichen Erkenntnisse an der Erfahrungswelt überprüfbar sein und allgemeine Theorien sollen aus empirischen Beobachtungen abgeleitet werden können. Bei den Theorien liegt das Prinzip des Sensualismus zugrunde. Dieser ist dadurch gekennzeichnet, dass die Beobachtungsaussagen, welche die Grundlage der Wissenschaft bilden, sich durch den Gebrauch der Sinnesorgane bestimmen lassen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung definiert den Forschungsprozess im Marketing und führt in die Notwendigkeit der Hypothesenbildung und deren Überprüfung ein.
2 Hypothesentest im wissenschaftlichen Grundverständnis: Dieses Kapitel erläutert die historischen wissenschaftstheoretischen Grundlagen vom Empirismus über den kritischen Rationalismus bis hin zum ganzheitlichen Ansatz der Kausalanalyse.
3 Grundlagen des Hypothesentest: Hier werden die methodische Konstruktion von Hypothesen sowie der Ablauf statistischer Signifikanztests beschrieben.
4 Schlussbetrachtung: Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Eignung der diskutierten Konzepte für die Marketingpraxis kritisch.
Schlüsselwörter
Hypothesentest, Marketingforschung, Empirismus, Positivismus, kritischer Rationalismus, Wissenschaftstheorie, Signifikanztest, Kausalanalyse, Hypothesenkonstruktion, Falsifizierbarkeit, Verifikation, Messfehler, Statistik, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit behandelt den wissenschaftlichen Prozess der Hypothesenbildung und deren empirische Prüfung im Kontext der Marketingforschung.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die Arbeit deckt die wissenschaftstheoretischen Grundlagen (Empirismus, Positivismus, kritischer Rationalismus), die Methoden der Hypothesenkonstruktion und statistische Testverfahren ab.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine kritische Beleuchtung des Hypothesenbegriffs im Zeitverlauf und die Ableitung relevanter Implikationen für die praktische Marketinganwendung.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden thematisiert?
Im Fokus stehen induktive Verfahren, das Prinzip der Falsifizierbarkeit nach Popper sowie die Kausalanalyse zur Modellierung komplexer Zusammenhänge.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Wissenschaftsauffassungen und die praktische Darlegung der Hypothesenkonstruktion sowie des Signifikanztests.
Welche Schlüsselbegriffe prägen die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Signifikanz, Hypothesenprüfung, Messfehler, Wissenschaftstheorie, Modellkonstruktion und Empirie.
Warum wird der kritische Rationalismus kritisch gesehen?
Der kritische Rationalismus vernachlässigt laut der Autorin Messfehler, was in der empirischen Forschung zu verfälschten Ergebnissen führen kann.
Was ist das Besondere am ganzheitlichen Ansatz nach Bagozzi?
Dieser Ansatz nutzt die Kausalanalyse, um komplexe Messmodelle und Interdependenzen realitätsnah abzubilden und Messfehler explizit zu berücksichtigen.
Wann gilt eine Nullhypothese als abgelehnt?
Eine Nullhypothese wird abgelehnt, wenn das Ergebnis des statistischen Tests unter Berücksichtigung des gewählten Signifikanzniveaus signifikant ist.
- Quote paper
- Ella Jurowskaja (Author), 2007, Hypothesentest - Der Begriff der Hypothese im Wandel der Zeit , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/78432