Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Go to shop › Law - Public Law / Administrative Law

Rechtsprobleme des Atomausstiegs

Title: Rechtsprobleme des Atomausstiegs

Diploma Thesis , 2007 , 82 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Lars Peschel (Author)

Law - Public Law / Administrative Law

Excerpt & Details   Look inside the ebook
Summary Excerpt Details

Zunächst wurde die Atomenergienutzung durch den Großteil der Politik unterstützt. Da der Staat die flächendeckende Entwicklung der Energieerzeugung durch Atomkraft nicht vollständig selbst finanzieren wollte, regte er eine enge und langfristig angelegte Zusammenarbeit mit der Energiewirtschaft an. Parallel dazu entwickelte sich eine Anti-Atombewegung. Einen entscheidenden Wandel erfuhr die Meinung größerer Bevölkerungsteile nach dem schweren Unfall im amerik. AKW Three Mile Island nahe Harrisburg 1979. Das öffentliche Bewusstsein öffnete sich nun für die Möglichkeiten eines Unfalls in AKWs. Noch einschneidender war schließlich der Reaktorunfall in Tschernobyl 1986, bei dem einer der 4 Kernreaktoren durch eine Explosion zerstört wurde. Damit bekam die strittige Diskussion über die Atomenergie einen neuen Stellenwert in der Gesellschaft, da deutlich wurde, wie groß das Gefährdungspotential dieser Energieform ist u. welche enormen Schadensfolgen möglich sind. Die Befürwortung der Atomenergie sank zunehmend und die Anti-Atombewegung etablierte sich. Mit dem Wechsel zur rot-grünen Bundesregierung 1998 waren die Weichen für einen Ausstieg aus der Atomenergie schließlich gestellt. Erstmals fand sich die kritische und ablehnende Haltung der Bevölkerung auch in der politischen Mehrheit des Bundestages und den Leitlinien der Regierung wieder. Zu dieser Zeit wurden in Deutschland 19 AKWs, die zwischen 1969 und 1989 ans Netz gegangen waren, betrieben. Mittlerweile ist der Atomausstieg beschlossen, das erste AKW 2003 vom Netz gegangen und die rot-grüne Regierung, deren zu Stande kommen sehr wahrscheinlich die einzige politische Möglichkeit für den Beschluss eines Atomausstiegs war, nicht mehr im Amt.
Ziel dieser Arbeit ist es, die juristischen Probleme und Besonderheiten der Atomenergienutzung und des Atomausstiegs zu untersuchen, um die verschiedenen, rechtlich strittigen Fragen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg zu klären. In wie weit ist die Beendigung der Atomenergienutzung durch eine Vereinbarung der Bundesregierung mit den Energieversorgungsunternehmen und per Gesetz möglich? Welche Inhalte muss ein solches Gesetz haben, wo liegen seine Grenzen? Kann der Ausstieg so geregelt werden, dass er unumkehrbar ist? Der Ausstieg muss mit der Verfassung vereinbar sein. Er darf insbesondere nicht gegen die Prinzipien des Rechtsstaats oder einzelne Grundrechte verstoßen. Darüber hinaus muss er auch mit dem Gemeinschaftsrecht der Europäischen Union in Einklang stehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1 Von der Zukunftstechnologie zum Auslaufmodell

1.2 Aufgabenstellung und Vorgehensweise

2. Die Nutzung der Atomenergie und die freiheitliche Rechtsordnung

2.1 Atomkraft, Sicherungsmaßnahmen und Grundgesetz

2.2 Die Gefahr der Verfassungsentscheidung für die Nutzung der Atomenergie zu friedlichen Zwecken

2.3 Mögliche Rechtsveränderungen für die Mitarbeiter in AKWs

2.4 Auswirkungen des Sicherungssystems auf die Rechte Dritter

2.5 Ergebnis und Bedeutung

3. Die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen

3.1 Erste Schritte der Rot-Grünen Bundesregierung zum Atomausstieg

3.2 Inhalt der Vereinbarung

3.3 Rechtsnatur, Rechtsgrundlage und Rechtsfolgen der Vereinbarung

3.4 Rechtsprobleme der Vereinbarung

3.4.1 Bindung des Initiativrechts der Bundesregierung

3.4.2 Die Vereinbarung und die Bindungswirkung auf den Bundestag

3.4.3 Grundrechtsverzicht der Energieversorgungsunternehmen

3.5 Von der Vereinbarung zum Gesetz

4. Verfassungsrechtliche Probleme des Atomausstiegs

4.1 Grundsätzliche Zulässigkeit eines Gesetzes zur Beendigung der Atomenergienutzung

4.1.1 Rechtliche Verpflichtung zur Nutzung der Atomenergie?

4.1.2 Rückwirkungsverbot des AtG

4.2 Das AtG und die Grundrechte

4.2.1 Grundrechtsfähigkeit der Betreiber von AKWs

4.2.2 Willkürverbot des Gesetzgebers

4.2.3 Schutzbereich der Berufsfreiheit

4.2.4 Schutzbereich des Eigentums

4.3 Das AtG als verfassungsrechtlich zulässiges Gesetz zum Atomausstieg

4.3.1 Das AtG als unzulässiges Einzelfallgesetz ?

4.3.2 Das AtG und die horizontale Gewaltenteilung

4.3.3 Das AtG und die vertikale Gewaltenteilung

4.3.4 Verletzung der Rechtsschutzgarantie durch das AtG ?

4.4 Ergebnis

5. Europarechtliche Probleme des Atomausstiegs

5.1 Vereinbarkeit mit dem EURATOM-Vertrag

5.2 Vereinbarkeit mit dem EG-Vertrag

5.3 Das Wiederaufarbeitungsverbot

6. Fazit und Ausblick

6.1 Zusammenfassung der Ergebnisse

6.2 Umkehrbarkeit des Atomausstiegs und politischer Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die juristischen Herausforderungen im Zusammenhang mit der Nutzung der Atomenergie und dem gesetzlich beschlossenen Atomausstieg in Deutschland. Zentrale Forschungsfrage ist die verfassungsrechtliche und europarechtliche Zulässigkeit der Beendigung der Atomenergienutzung durch eine Vereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen und die darauf basierende gesetzliche Regelung.

  • Verfassungsrechtliche Problematik der Atomenergienutzung und Sicherheitsmaßnahmen
  • Rechtsnatur und Verbindlichkeit der Konsensvereinbarung zwischen Bundesregierung und EVU
  • Vereinbarkeit des Atomausstiegsgesetzes mit Grundrechten der Betreiber (Berufsfreiheit, Eigentum)
  • Europarechtliche Prüfung der Ausstiegsregelungen (EURATOM-Vertrag, EG-Vertrag)
  • Analytik zur Umkehrbarkeit des politischen Atomausstiegs-Prozesses

Auszug aus dem Buch

2.1 Atomkraft, Sicherungsmaßnahmen und Grundgesetz

Wesentliche Themen in der Diskussion um die Atomenergie waren seit den siebziger Jahren mit zunehmender Intensität die Vielzahl von Möglichkeiten des Unfallrisikos und des Missbrauchs der friedlichen Atomkraftnutzung, die daraus resultierenden, immensen Sicherheitsanstrengungen und aus juristischer Sicht die Frage, wie weit es zu rechtfertigen und hinnehmbar ist, die Grundrechte der Mitarbeiter in atomtechnischen Anlagen und der Bevölkerung zum Schutze vor den Gefahren der Atomkraft einzuschränken.

Grundsätzlich gibt es, wie Jungk es ausdrückt, keinen Unterschied zwischen „Atomen für den Frieden“ und „Atomen für den Krieg“. Die lebensbedrohenden Potentiale der Atomkraft können nicht durch den Willen, sie nur zu konstruktiven, friedlichen Zwecken einzusetzen, geändert werden. Jede friedliche Nutzung der Atomenergie kann immer auch zu unfriedlichen Zwecken missbraucht werden. Auch die Befürworter der Atomenergie können nicht bestreiten, dass es nicht komplett gelingen kann alle Gefahren auszuschließen. Das damit bleibende, je nach Sichtweise unterschiedlich große Gefahrenpotential von AKWs und Atommülltransporten, könnte zu derart umfangreichen Schäden führen, wie sie mit anderen Katastrophen, Unfällen oder Anschlägen nicht vergleichbar wären. Eine durch technisches Versagen, menschliche Fehler oder terroristische Aktivität ausgelöste atomare Katastrophe würde aber nicht nur unmittelbar erheblichen Schaden verursachen, auch würden je nach Schwere des Unglücks über Jahrzehnte, Jahrhunderte oder Jahrtausende anhaltende Nachwirkungen durch die radioaktiven Zerfallsvorgänge verursacht. Deshalb muss die Atomenergie wegen ihrer Strahlengefahr für alles Lebendige so streng wie kein wissenschaftlicher Fortschritt zuvor vor dem Menschen selbst sorgfältig und permanent geschützt werden - vor seinen Irrtümern und Schwächen, seiner Machtgier und List, vor seinem Ärger und seinem Hass. Ein absoluter Schutz vor den Gefahren der Atomenergie ist für Jungk nicht ohne die erhebliche Einschränkung von Freiheiten durch massenhafte Verbote, Zwänge und Überprüfungen der Bürger erreichbar. Durch Maßnahmen also, die unsere freiheitliche Gesellschaft verwandeln und ihre Rechtfertigungen in der unbedingten Vermeidung einer atomaren Katastrophe sehen würden. Die Atomkraft bürgt damit neben den Gefahren für Leben aller Art auch eine Gefahr für unsere Freiheit.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Entwicklung der Atomenergienutzung in Deutschland von der Hoffnung auf eine Zukunftstechnologie bis hin zur gesellschaftlichen Ablehnung nach schweren Reaktorunfällen.

2. Die Nutzung der Atomenergie und die freiheitliche Rechtsordnung: Dieses Kapitel erörtert die verfassungsrechtliche Dimension der Sicherheitsanforderungen bei der Nutzung von Atomkraft und analysiert die daraus resultierenden Spannungsfelder für die Grundrechte.

3. Die Vereinbarung zwischen der Bundesregierung und den Energieversorgungsunternehmen: Der Autor untersucht die rechtliche Einordnung der Konsensvereinbarung und analysiert die politische Dynamik sowie die Bindungswirkungen gegenüber Bundestag und Wirtschaft.

4. Verfassungsrechtliche Probleme des Atomausstiegs: Ein Schwerpunkt der Arbeit, der die Zulässigkeit des Atomausstiegsgesetzes unter Berücksichtigung von Grundrechten, Gewaltenteilung und dem Schutzbereich des Eigentums detailliert prüft.

5. Europarechtliche Probleme des Atomausstiegs: Das Kapitel befasst sich mit der Vereinbarkeit des deutschen Ausstiegs mit dem EURATOM-Vertrag, dem EG-Vertrag und den europäischen Grundfreiheiten.

6. Fazit und Ausblick: Diese abschließenden Ausführungen fassen die rechtliche Zulässigkeit des Atomausstiegs zusammen und diskutieren die Frage der juristischen und politischen Umkehrbarkeit der getroffenen Leitentscheidungen.

Schlüsselwörter

Atomausstieg, Atomgesetz, Grundrechte, Rechtsstaat, Energieversorgung, Konsensvereinbarung, Berufsfreiheit, Eigentumsschutz, Europarecht, Euratom-Vertrag, Verhältnismäßigkeit, Sicherheit, Rechtsweg, Kernenergie, Umkehrbarkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit beschäftigt sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und Schwierigkeiten beim Atomausstieg in Deutschland, insbesondere unter verfassungsrechtlichen und europarechtlichen Aspekten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Sicherheitsaspekte der Atomkraft, die rechtliche Natur der zwischen Staat und Energieunternehmen getroffenen Vereinbarungen sowie der Schutz von Grundrechten wie Berufsfreiheit und Eigentum gegenüber gesetzlichen Regelungen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es, die strittigen juristischen Fragen im Zusammenhang mit dem Atomausstieg zu klären und zu prüfen, ob die Beendigung der Atomenergienutzung durch Gesetz mit der Verfassung und dem Gemeinschaftsrecht vereinbar ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt primär die juristische Analyse und Dogmatik, indem sie Gesetze, Verfassungsbestimmungen und europarechtliche Verträge im Licht der Rechtsprechung (insbesondere des Bundesverfassungsgerichts) und der Fachliteratur auslegt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Grundrechtsverträglichkeit der Atomkraftnutzung, die rechtliche Analyse der Konsensvereinbarung, die verfassungsrechtliche Prüfung des Atomausstiegsgesetzes und die europarechtliche Untersuchung der Ausstiegsregelungen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Atomausstieg, Grundrechte, Konsensvereinbarung, Verhältnismäßigkeit, Eigentumsschutz und Europarecht.

Wie bewertet der Autor die Konsensvereinbarung rechtlich?

Der Autor ordnet die Vereinbarung als politisch motiviertes "Gentlemen’s Agreement" ein, das rechtlich nicht bindend ist, aber als gesetzesvorbereitende Absprache fungiert.

Ist der Atomausstieg nach Ansicht des Autors rechtlich unumkehrbar?

Nein, der Autor betont, dass es im Rechtsstaat keine unumkehrbaren Gesetze gibt und ein späterer Gesetzgeber den Ausstieg theoretisch mit entsprechender Mehrheit revidieren könnte.

Wie steht es um die Grundrechtsfähigkeit der AKW-Betreiber?

Der Autor führt aus, dass die Betreiber grundsätzlich als grundrechtsfähig anerkannt sind, wobei bei Großkonzernen der soziale Bezug des Grundrechtsschutzes variieren kann.

Excerpt out of 82 pages  - scroll top

Details

Title
Rechtsprobleme des Atomausstiegs
College
University of Applied Sciences Berlin
Grade
2,0
Author
Lars Peschel (Author)
Publication Year
2007
Pages
82
Catalog Number
V78114
ISBN (eBook)
9783638780841
Language
German
Tags
Rechtsprobleme Atomausstiegs Atomausstieg
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lars Peschel (Author), 2007, Rechtsprobleme des Atomausstiegs, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/78114
Look inside the ebook
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
  • Depending on your browser, you might see this message in place of the failed image.
Excerpt from  82  pages
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Payment & Shipping
  • About us
  • Contact
  • Privacy
  • Terms
  • Imprint