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Zur Shop-Startseite › Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Kanon und Wert (10 Thesen mit Kommentaren)

Titel: Kanon und Wert (10 Thesen mit Kommentaren)

Wissenschaftlicher Aufsatz , 2001 , 53 Seiten , Note: gedruckt publiziert

Autor:in: Dr. Wolfgang Ruttkowski (Autor:in)

Philosophie - Praktische (Ethik, Ästhetik, Kultur, Natur, Recht, ...)

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Hier werden, aus komparatistischer und ethnopoetischer Sicht (also letztlich vom Standpunkt der „Interkulturalität“) und in der Form von Thesen mit Erläuterungen, die meisten Annahmen der konventionellen Literaturwissenschaft hinsichtlich des Zusammenhangs von ästhetischen Maßstäben und Kanonformation in Frage gestellt.
(IVG-Vortrag, Universität Wien, 14.9.2000; In: Jahrbuch Deutsch als Fremdsprache. Intercultural Studies Bd. 27, München: iudicium 2001, 71-103; und in modifizierter Form in: Acta Humanistica, Foreign Languages and lit. S. No. 28, March 2001, 77-119)

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1) Der Problemkomplex der Kanonformation

2) Es gibt keine universal gültigen ästhetischen Wertkategorien für verschiedene Literaturen

3) Das Wertkriterium der sprachlichen oder inhaltlichen Originalität

4) “Abweichung” als literaturgeschichtliches Faktum

5) Wenn man lange genug sucht, kann man in der Literaturästhetik der verschiedenen Hochkulturen Vorwegnahmen und Analogien zu Beobachtungen und Prinzipien unserer eigenen Poetik finden

6) “Meisterwerke” der Literatur wurden in “östlichen” Kulturen nicht vorwiegend nach ästhetischen Kriterien ausgesucht (“kanonisiert”), sondern nach historischen

7) Auch in unserer eigenen, “westlichen” Kultur wurde Literatur erst ungefähr seit dem Rationalismus (teilweise) nach ästhetischen Kriterien kanonisiert

8) Die kanonisierten Werke verschiedener Literaturen sind auch nicht nach ihrem “allgemeinmenschlichen” Erlebnisgehalt ausgesucht worden

9) Diese Verschiedenheiten in den Gattungen sowie ihr Fehlen in Literaturen weisen auch auf andere Lesegewohnheiten und einen anderen “Erwartungshorizont” hin

10) Wir müssen “nicht nur fragen, ob eine einheitliche Literaturtheorie möglich ist, sondern auch, ob sie wünschenswert ist

Zielsetzung & Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit hinterfragt aus komparatistischer und ethnopoetischer Sicht die konventionellen Annahmen der westlichen Literaturwissenschaft hinsichtlich des Zusammenhangs von ästhetischen Maßstäben und der Bildung eines Literaturkanons.

  • Kulturrelativität ästhetischer Werturteile und Schönheitsbegriffe.
  • Die Problematik eurozentrischer Ansätze in der Kanonforschung.
  • Unterschiedliche Literaturtheorien und Erwartungshorizonte in westlichen und ostasiatischen Kulturen.
  • Die Rolle von Tradition, sozialen Funktionen und individueller Kreativität in der Literatur.
  • Grenzen einer universal gültigen Literaturtheorie und -ästhetik.

Auszug aus dem Buch

KANON UND WERT (10 THESEN MIT KOMMENTAREN)

1) Der Problemkomplex der Kanonformation, wie die “komparative Poetik” und “Ethnopoetik” ihn sehen, hängt sowohl mit dem Wertproblem wie auch mit unserem (verabsolutierten) Schönheitsbegriff zusammen wie die Endpunkte eines Dreiecks (d.h. jeder der drei Begriffe mit den beiden übrigen). Denn wir gehen von der, m.E. falschen, Annahme aus, daß wir nur den Kunstgegenständen “Wert” zugestehen und sie in den Kanon der “Meisterwerke” aufnehmen, die wir zugleich als “schön” bezeichnen. Wer aber an den philosophischen Nutzen des Schönheitsbegriffs nicht glaubt, weil Schönheit kulturrelativ ist, der wird auch weder an absolute (d.h. kulturunabhängige) ästhetische Werte noch an einen allgemeingültigen Kanon literarischer Meisterwerke für Literatur glauben.

Wenn man nicht an die „Existenz“ von ästhetischen Werten glaubt, sondern nur an die von Werterlebnissen, die wir auf gewisse Gegenstände projizieren, dann werden Art und Anlaß unserer Wertprojektionen davon bestimmt, wie wir selbst geartet sind. Jeder projiziert anders und anderes, auf welchen Sachverhalt wir gewöhnlich mit den Begriffen „Geschmack“ und „Erwartungshorizont“ verweisen. Letzterer hängt wiederum zu großen Teilen von der kulturellen Umgebung, die uns geprägt hat, ab. Da diese in verschiedenen Kulturen nicht die gleiche sein kann (sonst sprächen wir eben nicht von „verschiedenen“ Kulturen), können auch (noch) wahrhaft verschiedene Kulturen nicht gleiche Werterlebnisse ermöglichen.

Zusammenfassung der Kapitel

1) Der Problemkomplex der Kanonformation: Dieses Kapitel etabliert den Zusammenhang zwischen Kanon, Wert und Schönheitsbegriff als kulturabhängige Konstrukte.

2) Es gibt keine universal gültigen ästhetischen Wertkategorien für verschiedene Literaturen: Es wird argumentiert, dass sprachliche Unterschiede und kulturelle Kontexte eine universelle Poetik unmöglich machen.

3) Das Wertkriterium der sprachlichen oder inhaltlichen Originalität: Die Fixierung auf Originalität als Qualitätsmerkmal wird als spezifisch westliches und historisch begrenztes Phänomen identifiziert.

4) “Abweichung” als literaturgeschichtliches Faktum: Das Konzept der Abweichung wird als historisches Faktum anerkannt, jedoch als ästhetisches Bewertungskriterium hinterfragt.

5) Wenn man lange genug sucht, kann man in der Literaturästhetik der verschiedenen Hochkulturen Vorwegnahmen und Analogien zu Beobachtungen und Prinzipien unserer eigenen Poetik finden: Es wird aufgezeigt, dass oberflächliche Ähnlichkeiten in Ästhetikkonzepten indischer oder chinesischer Traditionen nicht als Beweis für universelle Gültigkeit taugen.

6) “Meisterwerke” der Literatur wurden in “östlichen” Kulturen nicht vorwiegend nach ästhetischen Kriterien ausgesucht (“kanonisiert”), sondern nach historischen: Kanonisierung im Osten basierte primär auf religiösen und historischen Faktoren, nicht auf ästhetischem Konsens.

7) Auch in unserer eigenen, “westlichen” Kultur wurde Literatur erst ungefähr seit dem Rationalismus (teilweise) nach ästhetischen Kriterien kanonisiert: Es wird dargelegt, dass auch die westliche Tradition lange Zeit anderen Regeln folgte und erst mit der Aufklärung die ästhetische Autonomie zur Norm erhob.

8) Die kanonisierten Werke verschiedener Literaturen sind auch nicht nach ihrem “allgemeinmenschlichen” Erlebnisgehalt ausgesucht worden: Unterschiedliche Wertesysteme bedingen verschiedene Erlebensweisen, die eine universelle menschliche Resonanz bei kanonischen Werken fragwürdig erscheinen lassen.

9) Diese Verschiedenheiten in den Gattungen sowie ihr Fehlen in Literaturen weisen auch auf andere Lesegewohnheiten und einen anderen “Erwartungshorizont” hin: Unterschiede in Gattungen und Rezeptionsweisen verdeutlichen die Schwierigkeit, abendländische Begriffe wie "Literatur" auf andere Kulturtraditionen anzuwenden.

10) Wir müssen “nicht nur fragen, ob eine einheitliche Literaturtheorie möglich ist, sondern auch, ob sie wünschenswert ist: Das Fazit unterstreicht, dass eine universelle Theorie zur Ethnozentrik neigt und die Einzigartigkeit fremder Literaturen verzerrt.

Schlüsselwörter

Kanon, Wert, Ästhetik, Ethnopoetik, Literaturwissenschaft, Weltliteratur, Originalität, Kulturrelativität, Eurozentrismus, Erwartungshorizont, Poetizität, Komparatistik, Kanonisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die Annahme, dass ästhetische Wertmaßstäbe und die Bildung von Literaturkanones universell gültig seien, und widerlegt diese durch einen kulturvergleichenden Ansatz.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Kritik an einem eurozentrischen Kanonbegriff, die Rolle von Kulturrelativität bei der ästhetischen Bewertung von Texten und die Unterschiede zwischen westlichen und ostasiatischen Literaturkonzepten.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass es keine universal gültigen ästhetischen Wertkategorien gibt und dass unser Verständnis von Literatur, Kanon und Originalität tief in westlichen historischen Bedingungen verwurzelt ist.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine komparatistische und ethnopoetische Methode, die mittels Thesen und Kommentaren verschiedene Literaturtraditionen und theoretische Positionen gegenüberstellt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden zehn Thesen entwickelt, die unter anderem die Konzepte von Schönheit, Originalität, Abweichung und die Funktion von Kanones in verschiedenen Kulturen (Indien, China, Japan) im Kontrast zum Westen analysieren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kanon, Wert, Ästhetik, Ethnopoetik, Literaturwissenschaft, Kulturrelativität, Eurozentrismus und Komparatistik.

Warum lehnt der Autor die Übertragbarkeit westlicher Begriffe wie "Literatur" ab?

Weil diese Begriffe an abendländische Traditionen und einen spezifischen Erwartungshorizont gebunden sind, deren unkritische Anwendung auf andere Kulturen zu massiven Fehlinterpretationen führt.

Welche Rolle spielt die "Abweichungspoetik" in der Argumentation?

Der Autor zeigt auf, dass die Abweichungspoetik, die Originalität als universalen Wert setzt, lediglich eine zeitgenössische westliche Perspektive darstellt, die in anderen Kulturen oder historischen Epochen nicht als ästhetisches Prinzip galt.

Ende der Leseprobe aus 53 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kanon und Wert (10 Thesen mit Kommentaren)
Hochschule
Kyoto Sangyo University  (X. Intern. Germanistenkongress, Wien)
Note
gedruckt publiziert
Autor
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2001
Seiten
53
Katalognummer
V7730
ISBN (eBook)
9783638148887
ISBN (Buch)
9783638839037
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kanon Wert Thesen Kommentaren)
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dr. Wolfgang Ruttkowski (Autor:in), 2001, Kanon und Wert (10 Thesen mit Kommentaren), München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/7730
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Leseprobe aus  53  Seiten
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