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Business Angels-Netzwerke: Funktionen, Bedeutung und Potential für innovative mittelständische Unternehmen

Titel: Business Angels-Netzwerke: Funktionen, Bedeutung und Potential für innovative mittelständische Unternehmen

Diplomarbeit , 2006 , 105 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Dipl.-Kfm. Thomas Kasner (Autor:in)

BWL - Unternehmensführung, Management, Organisation

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Zusammenfassung Leseprobe Details

Zu den zentralen Schwierigkeiten der KMU zählen die Beschaffung von langfristigem, risikotragendem Eigenkapital (nachfolgend EK), dessen Kosten, sowie der Ausgleich ihrer häufig mangelhaften betriebswirtschaftlichen Kenntnisse und Kompetenzen. Mittelständische Betriebe stehen deshalb zunehmend vor der Aufgabe, sich nicht mehr ausschließlich über klassische Kredite zu finanzieren, sondern auch EK-Finanzierungen aufzudecken, die sowohl ihren Kapital-, als auch den Beratungsbedarf decken. In erster Linie sind vermögende Privatpersonen, sog. Business Angels, dafür geeignet, diese Defizite im Mittelstand zu schließen. Sie gehen nicht nur EK-Beteiligungen in innovativen mittelständischen Unternehmen ein, sondern engagieren sich darüber hinaus aktiv in Form von unternehmerischen Unterstützungsleistungen. Obwohl das Phänomen Business Angels in Deutschland erst seit wenigen Jahren diskutiert und zunehmend populär wird, ist diese Finanzierungsform keineswegs neu: Bereits Unternehmen wie Ford, Mannesmann, Microsoft oder Amazon wurden in ihrer Anfangsphase von Privatinvestoren unterstützt, wenngleich diese damals noch nicht Business Angels genannt wurden.
Das optimale Zustandekommen zwischen Kapital suchenden Unternehmern und investitionsbereiten Privatinvestoren wird jedoch durch Ineffizienzen des entsprechenden Marktsegmentes behindert. Insbesondere ist der Informationsfluss zwischen beiden Akteuren unzureichend, so dass zahlreiche – wirtschaftlich gesehen notwendige – Investments aufgrund von Informationsdefiziten nicht zustande kommen. Business Angels-Netzwerke (nachfolgend BAN) können als intermediäre Institutionen die Probleme bei der Investitions- und Kapitalsuche von Angels und Entrepreneuren überwinden, sowie die Anzahl und die Effizienz von privaten EK-Beteiligungen steigern.
Die Intention der vorliegenden Arbeit besteht in der Ausarbeitung der Funktionen und Bedeutung, sowie des Potentials dieser BAN für innovative mittelständische Betriebe. Dabei sollen nicht nur die Leistungen der Netzwerke und ihre Notwendigkeit für den informellen Beteiligungskapitalmarkt verdeutlicht werden, sondern in erster Linie ihr Nutzen und ihre Vorteile für den innovativen Mittelstand. Insgesamt greift diese Arbeit eine innovative und aktuelle betriebswirtschaftliche Thematik auf, die insbesondere in Deutschland erst seit wenigen Jahren zunehmend ins Blickfeld der öffentlichen Diskussion rückt und immer noch relativ unbekannt ist.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Business Angels

2.1. Definition und Charakteristika von Business Angels

2.2. Motive privater Risikokapitalgeber

2.3. Business Angels als Anbieter von Eigenkapital

2.4. Business Angels als Anbieter unternehmerischer Unterstützung

2.5. Ineffizienzen des informellen Venture Capital-Marktes

2.5.1. Fehlende Markttransparenz

2.5.2. Vorvertragliche Informationsasymmetrien

3. Innovative mittelständische Unternehmen

3.1. Charakteristika und volkswirtschaftliche Bedeutung

3.2. Finanzierungsbedarf

3.2.1. Die Eigenkapitallücke

3.2.2. Grenzen traditioneller Finanzierungsmöglichkeiten

3.3. Beratungs- und Unterstützungsbedarf

3.4. Business Angels aus Sicht innovativer mittelständischer Unternehmen

4. Business Angels-Netzwerke als Vermittler von (informellem) Beteiligungskapital

4.1. Notwendigkeit und Nutzen von Business Angels-Netzwerken

4.2. Funktionen und Dienstleistungen

4.2.1. Screening

4.2.2. Matching und Vermittlung

4.2.3. Beratung und Fortbildung

4.3. Bedeutung und Potential für innovative mittelständische Unternehmen

4.4. Aufbau und Pflege entsprechender Netzwerke

4.4.1. Organisationsformen

4.4.2. Geographische Ausrichtung und Vernetzung

4.4.3. Mobilisierung der Netzwerkmitglieder

4.4.4. Finanzierung

4.5. Zukünftige Herausforderungen und Verbesserungsmöglichkeiten

5. Business Angels-Netzwerke und Kreditinstitute

5.1. Begründung des Engagements von Banken in Business Angels-Netzwerken

5.2. Vorteile und Risken eines Engagements aus Sicht der Bank

6. Schlussbemerkungen

6.1. Fazit

6.2. Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Funktionen, Bedeutung und das Potenzial von Business Angels-Netzwerken für innovative mittelständische Unternehmen. Dabei wird untersucht, wie diese Netzwerke als intermediäre Institutionen dazu beitragen können, Ineffizienzen auf dem informellen Venture Capital-Markt zu überwinden, die Finanzierungslücke innovativer KMU zu schließen und Beratungsdefizite durch unternehmerische Unterstützung auszugleichen.

  • Charakteristika und Beteiligungsmotive von Business Angels
  • Finanzierungs- und Unterstützungsbedarf innovativer Mittelbetriebe
  • Funktionsweise und Dienstleistungsangebot von Business Angels-Netzwerken
  • Herausforderungen beim Aufbau und der Finanzierung von Netzwerken
  • Synergien und Kooperationsmöglichkeiten zwischen Netzwerken und Kreditinstituten

Auszug aus dem Buch

2.4. Business Angels als Anbieter unternehmerischer Unterstützung

Privatinvestoren unterstützen die Entwicklung und Innovationsvermarktung junger mittelständischer Unternehmen nicht bloß rein finanziell, sondern zusätzlich durch ein aktives Beteiligungsmanagement. Sie stellen neben ihrem Vermögen auch wertzuführende Leistungen, sog. Added Values bereit. Als Added Values bezeichnet man Leistungen, welche einen nachhaltigen Mehrwert im Beteiligungsunternehmen gegenüber einer „gewöhnlichen“ Finanzierungsform schaffen. Dieser Mehrwert entsteht durch das zusätzliche Engagement des Investors – aufgrund seiner beruflichen Qualifikation und Erfahrung – über die bloße Kapitalbeteiligung hinaus und kann den Unternehmenswert nachhaltig steigern. Die eingebrachten und unterstützenden Added Value-Leistungen können eine große Bandbreite annehmen und sich im Zeitablauf teilweise verändern.

„.. offer added value in several ways: recruiting key management; understanding the industry/markets to be served (a network of contacts); serving as a sounding board; devising inventive team-oriented systems; displaying the patience and courage to go the distance; recruiting customers; and, finally, showing the patience, fortitude, and calmness in the face of the emotional roller-coaster ride inherent in start-ups.“

Die wertzuführende Unterstützung kann in Form von beratenden oder funktionalen Tätigkeiten erfolgen. Sie umfasst die strategische Beratung und die spezielle Gründungsberatung, die Hilfestellung bei Marketing- und Vertriebsaktivitäten, den Support bei der Personalsuche und Mitarbeiterführung, die Beratung in Finanzierungsfragen und beim organisatorischen Unternehmensaufbau, das Coaching in strategischen Entscheidungen, sowie die Bereitstellung spezieller Sachmittel und Infrastrukturleistungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die Bedeutung des Mittelstands als "Motor der wirtschaftlichen Entwicklung" dar und führt die Problematik der Eigenkapitalbeschaffung sowie die Rolle von Business Angels als Lösungsansatz ein.

2. Business Angels: Hier werden die Definition, Merkmale und Motive von Business Angels als aktive, informelle Risikokapitalgeber erläutert und die Ineffizienzen des Marktes, insbesondere Informationsasymmetrien, aufgezeigt.

3. Innovative mittelständische Unternehmen: Dieses Kapitel beschreibt den spezifischen Finanzierungs- und Beratungsbedarf von KMU und erläutert die Grenzen traditioneller Finanzierungswege, etwa durch Banken.

4. Business Angels-Netzwerke als Vermittler von (informellem) Beteiligungskapital: Im Zentrum stehen hier die Funktionen der Netzwerke (Screening, Matching, Beratung), deren Potenzial für Unternehmen sowie die Herausforderungen bei Organisation und Finanzierung der Netzwerke selbst.

5. Business Angels-Netzwerke und Kreditinstitute: Dieses Kapitel beleuchtet die zunehmende Zusammenarbeit zwischen Banken und Netzwerken, analysiert die Beweggründe der Banken sowie die damit verbundenen Vorteile und Risiken.

6. Schlussbemerkungen: Das Kapitel fasst die zentralen Erkenntnisse der Arbeit zusammen und gibt einen Ausblick auf die zukünftige Entwicklung des informellen Beteiligungskapitalmarktes in Deutschland.

Schlüsselwörter

Business Angels, Business Angels-Netzwerke, Venture Capital, Mittelstand, Eigenkapital, Finanzierung, Innovationsfinanzierung, Informationsasymmetrie, Matching, Screening, KMU, Beteiligungskapital, Start-ups, Added Value, Risikokapitalmarkt.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Rolle von Business Angels und deren Netzwerken als Finanzierungs- und Unterstützungsquelle für innovative mittelständische Unternehmen in Deutschland.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen die Charakteristika von Business Angels, den Finanzierungsbedarf von KMU, Ineffizienzen am Risikokapitalmarkt sowie die Vermittlungs- und Unterstützungsleistungen von Netzwerken.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das primäre Ziel ist die Ausarbeitung der Funktionen, der Bedeutung und der Potenziale von Business Angels-Netzwerken, um die Lücke zwischen Kapitalgebern und innovativen Unternehmen effizienter zu schließen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse zum Thema, ergänzt durch Fachgespräche mit relevanten Vertretern aus der Praxis, um die Lücken in der aktuellen Datenlage zu schließen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Ineffizienzen des informellen Kapitalmarktes (Markttransparenz, Informationsasymmetrien) und zeigt auf, wie Netzwerke diese durch Matching, Screening und Beratung reduzieren können.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Business Angels, Venture Capital, Mittelstand, Finanzierungslücke und informeller Beteiligungskapitalmarkt charakterisiert.

Wie unterscheiden sich Business Angels von institutionellen Venture Capitalists?

Business Angels investieren in der Regel eigene Mittel in Frühphasen, agieren oft stärker "hands-on" mit unternehmerischer Unterstützung und haben häufig niedrigere Renditeerwartungen als institutionelle VCG.

Warum kooperieren Kreditinstitute vermehrt mit Netzwerken?

Kreditinstitute nutzen die Netzwerke, um ihre Firmenkunden bei Finanzierungen zu unterstützen, die für die Bank allein aufgrund von Risiko- und Kostenstrukturen (Basel II) unattraktiv sind, und um sich frühzeitig als Ansprechpartner für wachsende Unternehmen zu positionieren.

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Business Angels-Netzwerke: Funktionen, Bedeutung und Potential für innovative mittelständische Unternehmen
Hochschule
Philipps-Universität Marburg  (Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Betriebswirtschaftslehre der Banken)
Note
1,7
Autor
Dipl.-Kfm. Thomas Kasner (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
105
Katalognummer
V76410
ISBN (eBook)
9783638733922
ISBN (Buch)
9783638735360
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Business Angels-Netzwerke Funktionen Bedeutung Potential Unternehmen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Dipl.-Kfm. Thomas Kasner (Autor:in), 2006, Business Angels-Netzwerke: Funktionen, Bedeutung und Potential für innovative mittelständische Unternehmen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76410
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Leseprobe aus  105  Seiten
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