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Weibliche Geschlechtskonstruktion(en) im Literatursystem der Klassik am Bespiel von "Iphigenie auf Tauris", "Maria Stuart" und "Die natürliche Tochter"

Title: Weibliche Geschlechtskonstruktion(en) im Literatursystem der Klassik am Bespiel von "Iphigenie auf Tauris", "Maria Stuart" und "Die natürliche Tochter"

Term Paper , 2006 , 36 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Andreas Riemann (Author)

German Studies - Modern German Literature

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Summary Excerpt Details

Viele Interpreten „klassischer“ Dramentexte , die weibliche Herrschaftsausübung themati-sieren, neigen in den meisten Fällen zu Fehldeutungen. Ausgehend von originär männli-chen Machtansprüchen und -kategorien transformieren sie maskuline Herrschaftstinteres-sen auf den Bereich der von den Texte inszenierten weiblichen Vormachtstellung. Am Beispiel von Goethes IAT stellt Wolfdietrich Rasch fest: „Es ist erstaunlich, in welchem Maße bei der Interpretation der ,Iphigenie‘ [dabei] elementare Grundsätze vernachlässigt werden.“ Versteht man also diesen Text als Drama der (weiblichen) „Autonomie“ und Selbstbestimmung, emanzipiert sich das ,Weibliche‘ zwingend vom dominant ,Männlichen‘ und wird dabei gleichrangiges Äquivalent. In der nun folgenden Darstellung möchte ich diese These widerlegen, insofern ich die ,Frau‘ in den Texten DNT, IAT und MS vielmehr als Störung männlicher Machtinteressen sehe, die als Katalysator mangelnder männlicher Herrschaftskompetenz funktionalisiert wird.
Bei den Ausführungen nehme ich im Besonderen Bezug auf Michael Titzmanns Aufsätze zum Literatursystem der Goethezeit, wobei die „Regeln“ zur Bildungs-/Initiationsgeschichte bzgl. der hier zu untersuchenden dramatischen Erzähltexte modifi-ziert und im Hinblick auf den speziell ,weiblichen‘ Untersuchungsgegenstand erst noch „destilliert“ werden müssen. Im Kontrast dazu sollen diesen Regel-Thesen bisherige Inter-pretationsversuche gegenüber gestellt werden. Neben diesem weiblichen Regel-System , das allein auf die textinternen semiotischen Systeme rekurriert und nicht auf einem speziel-len Gender-Ansatz, sollen vor allem Entwicklungen der ,Frauenkonstruktion(en)‘ heraus-gearbeitet werden.
Daran schließt sich ein weiterer Untersuchungsaspekt an: (Wie) Reagieren die Texte auf die veränderten politisch-gesellschaftlichen Strukturen (z.B. in Frankreich; Französische Revolution)? Um eine mögliche Veränderung nachzuvollziehen, wurden die Texte deshalb so ausgewählt, dass zwei (IAT; MS) vor und einer (DNT) nach den französischen Ereignis-sen verfasst worden sind . Aus Gründen der vorgegebenen Seitenzahlen kann jeweils nur ein Text exemplarisch repräsentativ für die anderen als „Beweis“ verwendet werden, mög-liche Systemänderungen und Regularitäten zu belegen. Ausnahmen davon werden in den Anmerkungen erläutert.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Die Frau als Störung männlicher Machtinteressen

II. Dichotome Geschlechterkonstruktion

II.1 Normkonventionen für das ,Weibliche‘

II.2 Normverletzung des ,Weiblichen‘ und Sanktionen

III. Sexuelle Applikationen des ,Weiblichen‘

III.1 Promiskuität

IV. „Dürfen Frauen regieren?“

IV.1 Defizitäre Herrschaftsstrukturen weiblicher Potentatinnen am Beispiel Königin Elisabeths

IV.2 Weibliche Herrschaftslegitimation(en)

V. Selbstbestimmung vs. Fremdbestimmung

V.1 Inszenierung weiblicher Autonomie am Beispiel Iphigenie

V.2 ,Formen‘ und Ursachen der Fremdbestimmung

VI. Entwicklung weiblicher Personenkonstruktion(en) im Literatursystem der Klassik

VII. Das ,Weibliche‘ als Katalysator mangelnder ,männlicher‘ Herrschaftskompetenz

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Konstruktion weiblicher Figuren in Dramen der deutschen Klassik. Dabei wird die zentrale These verfolgt, dass Frauenfiguren in den analysierten Texten nicht als autonome Subjekte fungieren, sondern primär als Störung männlicher Machtinteressen und Katalysatoren männlicher Herrschaftsdefizite dienen.

  • Analyse der dichotomen Geschlechterkonstruktion im Literatursystem der Klassik.
  • Untersuchung von Normkonventionen und den Sanktionen bei deren Verletzung.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der Frage weiblicher Herrschaftsfähigkeit.
  • Abgrenzung von Selbst- und Fremdbestimmung der weiblichen Protagonistinnen.
  • Analyse von Entwicklungen der Personenkonstruktion im Vergleich der Dramen.

Auszug aus dem Buch

II. Dichotome Geschlechterkonstruktion

Um eine „harmonische“ Weltordnung langfristig stabil halten zu können, ziehen alle behandelten Textsysteme scharfe Grenzen zwischen ,Mann‘ und ,Frau’ insofern, als die unterschiedlichen Geschlechter diametral zueinander semantisiert werden. Konstant appliziert das ,Weibliche‘ negative Dimension: Neigung, Schwäche, Neugier, Schein, Raserei und Trieb, während das ,Männliche‘ eher als Positiv-Folie gegenüber dem geschlechtlichen Komplementär funktioniert, indem ihm Macht, Ansehen, Einfluss, Schutz, Sorgfalt und Erhabenheit zugeschrieben wird. Geschlechterrollen bleiben somit feste, konstante Größen, die in ihrer Quasi-Unabänderlichkeit später zu den zentralen Konflikten führen.

Nehmen Frauen männliche Merkmale an, wird dieser „Schein-Zustand“ vom Text überaus deutlich sanktioniert. Wenn in DNT Eugenie wiederholt der „ritterlichen Übung“ (I,6; V. 596) frönt, mit „überkühne[m] Mut“ (I,6; V. 589) auf ihrem Pferd nur mit Männern auf der königlichen Jagd reitet und mit allen dabei versammelten „hocherhabenen, hochbeglückten Männern/ Gewalt`ges Ansehn [und], würd`gen Einfluß“ (I,6; V. 503f.) teilen will, nimmt sie entgegen der Textkonvention männliche Merkmale an und wird als „Strafe“ dafür bis an die Grenze des Reichs versetzt. Wenn Texte solche Norm-Brüche derart rigide sanktionieren, spricht man von einer dichotomen Geschlechterkonstruktion, die dadurch definiert sein soll, dass ,Mann‘ und ,Frau‘ konstante Handlungs- und Merkmalsmuster einhalten müssen.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Die Frau als Störung männlicher Machtinteressen: Die Einleitung hinterfragt gängige Interpretationen, die Frauen in klassischen Dramen als autonome Subjekte sehen, und führt die These der Frau als Störfaktor ein.

II. Dichotome Geschlechterkonstruktion: Dieses Kapitel legt dar, wie die untersuchten Texte starre, gegensätzliche Geschlechterrollen etablieren und Normabweichungen strikt sanktionieren.

III. Sexuelle Applikationen des ,Weiblichen‘: Hier werden die restriktiven Vorgaben an weibliche Sexualität analysiert, wobei Promiskuität als schwere Normverletzung identifiziert wird.

IV. „Dürfen Frauen regieren?“: Dieses Kapitel untersucht die Herrschaftsstrukturen und Legitimationsfragen weiblicher Protagonistinnen, insbesondere am Beispiel von Königin Elisabeth.

V. Selbstbestimmung vs. Fremdbestimmung: Es wird analysiert, inwieweit die Autonomie der Frauenfiguren im Kontext der vorgegebenen Sozial- und Naturordnungen lediglich eine Illusion oder Fremdbestimmung darstellt.

VI. Entwicklung weiblicher Personenkonstruktion(en) im Literatursystem der Klassik: Das Kapitel vergleicht die Texte zeitlich und zeigt auf, dass sich zwar Details wandeln, die zugrundeliegenden Machtstrukturen jedoch konstant bleiben.

VII. Das ,Weibliche‘ als Katalysator mangelnder ,männlicher‘ Herrschaftskompetenz: Abschließend wird resümiert, dass die weibliche Figur lediglich zur Sichtbarmachung männlicher Herrschaftsdefizite dient, bevor die Ordnung reetabliert wird.

Schlüsselwörter

Klassik, Drama, Geschlechterkonstruktion, Dichotomie, Weiblichkeit, Herrschaftslegitimation, Selbstbestimmung, Fremdbestimmung, Normverletzung, Sanktion, Iphigenie auf Tauris, Maria Stuart, Die natürliche Tochter, Machtmonopol, Autonomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die Inszenierung und Konstruktion weiblicher Figuren in Dramen der deutschen Klassik, insbesondere in Goethes "Iphigenie auf Tauris" und "Die natürliche Tochter" sowie Schillers "Maria Stuart".

Welche sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Im Zentrum stehen die dichotome Geschlechterkonstruktion, die Frage nach weiblicher Selbst- und Fremdbestimmung, Herrschaftslegitimationen sowie die Rolle der Frau als Störfaktor innerhalb männlich dominierter Machtsysteme.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, die These zu widerlegen, dass weibliche Figuren in diesen Dramen autonome Subjekte sind, und stattdessen nachzuweisen, dass sie als Katalysatoren männlicher Herrschaftsdefizite funktionalisiert werden.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer literaturwissenschaftlichen Textanalyse, die insbesondere auf semiotische Systeme und Konventionen (Regeln) innerhalb des Literatursystems der Klassik zurückgreift.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert Normkonventionen und Sanktionen, sexuelle Aspekte ("Promiskuität"), die Problematik der legalen Ehe, Fragen der Herrschaftsfähigkeit von Frauen sowie die Unterscheidung von Selbst- und Fremdbestimmung.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Klassik, Geschlechterkonstruktion, Dichotomie, Herrschaftslegitimation, Selbstbestimmung, Fremdbestimmung, Normverletzung, Sanktion.

Wie wird das Verhalten von Iphigenie im Drama "Iphigenie auf Tauris" bewertet?

Die Arbeit argumentiert, dass Iphigenies Handeln nicht als echte Autonomie zu werten ist, sondern als eine Form der Fremdbestimmung durch numinose Anordnungen und patriarchale Machtansprüche, die den Anschein von Autonomie nur aufrechterhält.

Warum scheitert die Herrschaft von Königin Elisabeth in "Maria Stuart" laut dem Autor?

Elisabeths Herrschaft bleibt defizitär, weil sie als Frau männliche Herrschaftsmerkmale übernimmt, ohne jedoch als Frau eine dauerhafte dynastische Kontinuität garantieren zu können, und da sie unfähig ist, zwischen "Wahrheit" und "Täuschung" zu unterscheiden.

Welche Funktion hat die "Natur" in diesen Dramentexten?

Die "Natur" fungiert als höchste Norminstanz, die geschlechtsspezifische Eigenschaften festschreibt und ein normgemäßes Verhalten der Frauenfiguren fordert, um die Stabilität des männlichen Herrschaftssystems zu gewährleisten.

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Details

Title
Weibliche Geschlechtskonstruktion(en) im Literatursystem der Klassik am Bespiel von "Iphigenie auf Tauris", "Maria Stuart" und "Die natürliche Tochter"
College
University of Passau
Grade
1,0
Author
Andreas Riemann (Author)
Publication Year
2006
Pages
36
Catalog Number
V76202
ISBN (eBook)
9783638815451
Language
German
Tags
Weibliche Geschlechtskonstruktion(en) Literatursystem Klassik Bespiel Iphigenie Tauris Maria Stuart Tochter
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Andreas Riemann (Author), 2006, Weibliche Geschlechtskonstruktion(en) im Literatursystem der Klassik am Bespiel von "Iphigenie auf Tauris", "Maria Stuart" und "Die natürliche Tochter", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/76202
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