Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union. Sie hat zum Ziel, die wichtigsten Informationen über dieses Thema zusammen zu stellen und die bestehenden Zusammenhänge zu verdeutlichen. Um die außenpolitischen Handlungen der EU, in einer zunehmend globalisierten Welt, zu verstehen sind einige Grundkenntnisse über die GASP unverzichtbar. Ohne sie wird eine vernünftige Bewertung und Beurteilung internationaler Ereignisse, in die die EU involviert ist und das Agieren der EU, sehr schwer.
Die Arbeit basiert auf mehreren Texten über das Thema Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. Zusätzlich sind die im Proseminar „Außenbeziehungen der EU“ gewonnenen Erkenntnisse des Autors mit eingeflossen.
Aufgebaut ist die Arbeit wie folgt: Im ersten Teil werden die Entstehung der GASP und die Umstände die dazu führten dargestellt.
Der zweite Teil beschäftigt sich mit den Zielen, die mit der GASP verfolgt werden und mit den Gefahren denen sich die Europäische Union gegenüber sieht. Außerdem werden die Verknüpfungen zwischen beiden Themen erklärt und Beispiele für Lösungsmöglichkeiten gegeben.
Das dritte Kapitel zeichnet die historische Entwicklung der GASP, beziehungsweise ihrer Vorläufer nach und beschäftigt sich mit den erzielten Fortschritten und den vorgenommenen Veränderungen.
Die an der Ausführung der GASP beteiligten Organe und Institutionen werden im vierten Abschnitt besprochen. Im direkten Anschluss werden die Maßnahmen, die diese Organe treffen können vorgestellt.
Ein näheres Eingehen auf die existierenden Probleme innerhalb der GASP und zwischen der GASP und Drittstaaten findet im fünften Abschnitt statt. Außerdem werden Lösungsmöglichkeiten aufgezeigt oder auf konkreten Handlungsbedarf hingewiesen. Zum Abschluss des Kapitels, aber auch der ganzen Arbeit finden sich am Ende des fünften Abschnittes noch einige abschließende Gedanken, Anmerkungen und Ausblicke.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1.Entstehung der GASP
2.Ziele der GASP und Gefahrenlage
3.Chronologische Entwicklung der GASP
4.Institutionen und Handlungsoptionen
5.Probleme, Perspektiven, Abschließende Betrachtung
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Grundlagen der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union darzustellen, die historischen Beweggründe für ihre Entstehung zu beleuchten und die bestehenden institutionellen Strukturen sowie die damit verbundenen Herausforderungen kritisch zu analysieren.
- Historische Entstehung und sicherheitspolitische Kontextualisierung der GASP
- Systematisierung der ideellen und materiellen Zielsetzungen sowie aktueller Gefahrenlagen
- Chronologische Aufarbeitung der Entwicklung von den Anfängen bis zum Vertrag von Nizza
- Analyse der beteiligten Organe, Institutionen und operativen Handlungsoptionen
- Diskussion von Problematiken wie dem zwischenstaatlichen Charakter und demokratischen Legitimationsdefiziten
Auszug aus dem Buch
1. Entstehung der GASP
Waren die Bemühungen um eine gemeinsame Außenpolitik seit dem Beginn der Europäischen Gemeinschaft und ihrer Vorgängerinstitutionen eher Nebensache und wurden nur gelegentlich intensiviert, um dann bald wieder einzuschlafen, änderte sich dies Ende der 1980er, Anfang der 1990er Jahre schlagartig. Was war passiert? Der Grund liegt in den tief greifenden Umwälzungen der damaligen weltpolitischen Situation. Auslöser aller Entwicklungen war der Zusammenbruch der Sowjetunion und das damit verbundene Ende der Blocksituation, welche die Welt bis dahin in Atem gehalten hatte. Diese neue Situation rief in großen Teilen der Welt – besonders in den vormaligen Sowjetstaaten - Renationalisierungstendenzen hervor. Staatengebilde wie die Tschechoslowakei oder Jugoslawien und in ihnen besonders die einzelnen ethnischen Gruppierungen tendierten zur Aufsplitterung. Aber auch in den anderen Mittel- und Osteuropäischen Staaten erwachte das Nationalgefühl und mit ihm oft auch die Auseinandersetzung um die innenpolitische Richtung und Führung.
Was aber die Mitglieder der Europäischen Gemeinschaft (EG) viel mehr beunruhigte und ein Handeln unausweichlich machte, war die von vielen kritisch beäugte Entwicklung in Deutschland.
„It was the revolutions in central and eastern Europe in the course of 1989, the unanticipated shift of post-Communist opinion within East Germany towards reunification, and the rapid moves towards German unification which followed in 1990, which forced foreign and security policy on to the […] agenda” (Foster/Wallace 1996, 420)
Besonders die ehemaligen Kriegsgegner Großbritannien und Frankreich waren von der Aussicht auf ein wieder erstarktes Deutschland nicht sehr angetan. Die einzige Möglichkeit die man sah, um über den potentiellen Hegemon in der Mitte Europas nicht die Kontrolle zu verlieren, lag in einer Vertiefung der EG. Diesem Standpunkt schlossen sich bald weitere Mitgliedsstaaten an. (Foster/Wallace 1996, 421) Die deutsche politische Führung wollte, als Gegenleistung für ihren Beitritt zur Europäischen Währungsunion, zum Missfallen der Briten und Franzosen, eine Stärkung der supranationalen Institutionen der EG in Richtung einer politischen Union und die Entwicklung einer „Gemeinsamen Außen und Sicherheitspolitik“.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung skizziert das Ziel der Arbeit, die wichtigsten Zusammenhänge der GASP verständlich darzulegen, und erläutert den strukturellen Aufbau der Untersuchung.
1.Entstehung der GASP: Dieses Kapitel behandelt die weltpolitischen Umbrüche nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion und die deutsche Wiedervereinigung als zentrale Auslöser für die Vertiefung der europäischen Außen- und Sicherheitspolitik.
2.Ziele der GASP und Gefahrenlage: Hier werden ideelle und materielle Interessen der EU gegenübergestellt sowie Bedrohungen wie Massenvernichtungswaffen und regionaler Instabilität erörtert.
3.Chronologische Entwicklung der GASP: Das Kapitel zeichnet den historischen Weg von den frühen Versuchen der europäischen Integration über die Europäische Politische Zusammenarbeit (EPZ) bis hin zu den vertraglichen Verankerungen in Maastricht, Amsterdam und Nizza nach.
4.Institutionen und Handlungsoptionen: Es erfolgt eine detaillierte Beschreibung der beteiligten Organe wie des Europäischen Rates und Ministerrates sowie der verfügbaren Instrumente zur außenpolitischen Gestaltung.
5.Probleme, Perspektiven, Abschließende Betrachtung: Abschließend werden strukturelle Defizite, wie der intergouvernementale Charakter und mangelnde demokratische Legitimation, analysiert und zukünftige Herausforderungen für die EU als globaler Akteur diskutiert.
Schlüsselwörter
GASP, Europäische Union, Außenpolitik, Sicherheitspolitik, ESVP, Maastricht, Integration, Intergouvernementalismus, Konfliktprävention, Institutionen, Europäischer Rat, Souveränität, Krisenbewältigung, Multilateralismus, Geopolitik
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen umfassenden Überblick über die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union, von ihren historischen Ursprüngen bis hin zu ihren aktuellen Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Entstehung der GASP, die strategischen Ziele der Union, die institutionelle Ausgestaltung sowie die Analyse von Problemen wie Souveränitätsfragen und Effizienzdefiziten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die komplexen Zusammenhänge der EU-Außenpolitik zu verdeutlichen und aufzuzeigen, wie die EU versucht, ihrer Rolle als globaler Akteur in einer sich wandelnden Welt gerecht zu werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Auswertung relevanter Fachliteratur sowie den Erkenntnissen aus einem akademischen Proseminar zum Thema Außenbeziehungen der EU.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die Zielsetzungen und Gefahrenanalysen, die Beschreibung der beteiligten Institutionen und deren Handlungsoptionen sowie die kritische Reflexion der aktuellen Problembereiche.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind insbesondere GASP, Europäische Union, Intergouvernementalismus, Sicherheitsstrategie, Institutionen und Krisenbewältigung.
Welche Rolle spielt die NATO in der Argumentation des Autors?
Die NATO dient als Referenzpunkt für die sicherheitspolitische Ausrichtung der EU-Mitgliedstaaten, wobei Spannungsfelder zwischen einer eigenständigen ESVP und der sicherheitspolitischen Tradition (insb. Frankreich vs. Großbritannien) hervorgehoben werden.
Warum wird die "Troika" im Text erwähnt?
Die Troika wird als ein für die Außenvertretung der Union zuständiges Gremium beschrieben, das maßgeblich zur Kohärenz der EU-Außenpolitik beitragen soll.
- Arbeit zitieren
- Torsten Kühne (Autor:in), 2007, Die Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) der Europäischen Union, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/75287