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Ist Willensschwäche möglich? Zur metaethischen Konzeption Richard M. Hares

Titel: Ist Willensschwäche möglich? Zur metaethischen Konzeption Richard M. Hares

Hausarbeit , 2007 , 23 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Vera Ohlendorf (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

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Zusammenfassung Leseprobe Details


Mit dem Phänomen der Willensschwäche bzw. Handeln wider besseres Wissen ist wohl jeder in seiner alltäglichen Erfahrung schon einmal konfrontiert worden. Als „willensschwach“ bezeichnet man im Allgemeinen jemanden, der weiß bzw. zu wissen glaubt, was zu tun gut und richtig ist, es aber nicht tut, obwohl er es tun könnte.
Philosophisch betrachtet wirft Willensschwäche damit eine Reihe von Problemen auf: Ist es überhaupt möglich (und wenn ja, wie ist es möglich?), eine Handlung als gut bzw. richtig zu beurteilen und diesem Urteil trotzdem entgegen zu handeln?
Seit dem platonischen Sokrates ist Willensschwäche immer wieder Gegenstand philosophischer Untersuchungen. Sokrates hatte die Existenz des Phänomens im Ganzen zurückgewiesen, da man stets nach dem Guten strebe und das Wissen darum, was das Gute für einen selbst ist, sehr eng mit dem entsprechenden Handeln verknüpft sei. Nach Sokrates handelt jemand, der etwas Schlechtes tut, nicht dem eigenen besseren Wissen zuwider, sondern er handelt aus Unwissenheit.
Der US-amerikanische Moralphilosoph Richard M. Hare nähert sich im Zuge seiner metaethischen Konzeption des universellen Präskriptivismus dem Problem der Willensschwäche. Er beschäftigt sich dabei mit einer Teilmenge der Phänomene, die unter diesem Begriff subsumiert werden, nämlich mit Fällen, in denen jemand scheinbar einem Moralurteil zustimmt, jedoch nicht diesem Moralurteil gemäß handelt. Da moralische Urteile aufgrund der in ihnen enthaltenen moralischen Wörter wie „sollen“, „gut“ usw. universell präskriptiv, also handlungsanleitend sind, folgt aus „sollen“ bei aufrichtiger Zustimmung zu einem Moralurteil „können“ und die entsprechende Handlung wird auch ausgeführt.
In der vorliegenden Arbeit werde ich zeigen, dass Willensschwäche in der getroffenen Definition mit Hares metaethischer Theorie moralischen Handelns unvereinbar ist. Ich werde zuerst auf die Konzeption des universellen Präskriptivismus eingehen und dann vor diesem Hintergrund seine Ausführungen zur Willensschwäche in den Werken „Freiheit und Vernunft“ und „Moralisches Denken. Seine Ebenen, seine Methoden, sein Witz“ diskutieren.
Abschließend werde ich seine Theorie mit der Konzeption der Willensschwäche bei Sokrates vergleichen und zeigen, dass trotz einiger inhaltlicher Unterschiede Hare Sokrates doch in wesentlichen Punkten folgt.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Universeller Präskriptivismus

1.1.Hares Metaethik als Ansatz analytischer Moralphilosophie

1.2.Kritik an rein deskriptiven und emotivistischen Moraltheorie

1.3.Präskriptivität

1.4.Universalisierbarkeit

2. Moralische Schwäche und Willensschwäche in Freiheit und Vernunft

2.1.Moralische Schwäche

2.2.Willensschwäche

3.Willensschwäche in Moralisches Denken

3.1.Intuitive und kritische Ebene des moralischen Denkens

3.2.Willensschwäche

4. Hares Konzeption der Willensschwäche im Vergleich mit Handeln wider besseres Wissen bei Sokrates

Schluss

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die philosophische Problematik der Willensschwäche im Rahmen der metaethischen Konzeption des universellen Präskriptivismus von Richard M. Hare. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob das Phänomen des Handelns wider besseres Wissen mit Hares Theorie des moralischen Urteilens logisch vereinbar ist oder ob Hare, ähnlich wie Sokrates, dessen Existenz letztlich verneinen muss.

  • Metaethische Grundlagen des universellen Präskriptivismus
  • Differenzierung von moralischer Schwäche und Willensschwäche
  • Analyse des Zwei-Ebenen-Modells moralischen Denkens
  • Vergleich der Hare'schen Position mit der sokratischen Lehre

Auszug aus dem Buch

1.1.Hares Metaethik als Ansatz analytischer Moralphilosophie

Hare bestimmt in seiner Konzeption einer Metaethik die Grundlagen moralischer Urteile. Er stellt die rationale Begründbarkeit moralischer Normen dar und verfolgt damit den Anspruch, die Grundprinzipien moralischen Denkens aufzuzeigen, die alle Menschen, (die über alle relevanten Fakten in einem bestimmten Fall moralischen Urteilens verfügen und klar denken), auf die gleichen Konklusionen festlegen.

Hare steht mit seiner Theorie in der Tradition analytischer Philosophie, die im Zusammenhang mit dem linguistic turn entstand und das Nachdenken über Sachprobleme methodisch als Reflexion über die menschliche Sprache als Grundlage des Denkens begreift. Sachfragen werden in Begriffsfragen transformiert. Auf dem Gebiet der Metaethik steht damit die Analyse von Ausdrücken im Vordergrund, die in moralischen Urteilen verwendet werden. Hare untersucht insbesondere, welche Bedeutungen Ausdrücke wie „gut“, „sollen“, „richtig“ usw. innerhalb moralischer Urteile haben. Metaethik ist ein normativ neutraler Teilbereich der Ethik, der der normativen bzw. angewandten Ethik vorgelagert ist.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung führt in die historische und philosophische Problematik der Willensschwäche ein und skizziert das Ziel der Arbeit, Hares Theorie des universellen Präskriptivismus auf deren Vereinbarkeit mit diesem Phänomen zu prüfen.

1. Universeller Präskriptivismus: Dieses Kapitel erläutert die Grundlagen von Hares Metaethik, insbesondere die Merkmale der Präskriptivität und Universalisierbarkeit moralischer Sprache.

2. Moralische Schwäche und Willensschwäche in Freiheit und Vernunft: Hier wird untersucht, wie Hare in seinem frühen Werk das Problem der Willensschwäche als physische oder psychische Unfähigkeit definiert und kritisch hinterfragt.

3.Willensschwäche in Moralisches Denken: Dieses Kapitel analysiert das Zwei-Ebenen-Modell des moralischen Denkens und prüft, ob die Unterscheidung zwischen intuitiver und kritischer Ebene eine konsistente Erklärung für willensschwaches Handeln bietet.

4. Hares Konzeption der Willensschwäche im Vergleich mit Handeln wider besseres Wissen bei Sokrates: Der Vergleich verdeutlicht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Hare und dem Sokratischen Ideal, wobei beide dazu neigen, die Existenz echter Willensschwäche zu leugnen.

Schluss: Das Fazit fasst zusammen, dass Willensschwäche im Rahmen des universellen Präskriptivismus inkompatibel bleibt und die menschliche Sprache lediglich Möglichkeiten zur Abweichung bietet, ohne das System in Gänze zu gefährden.

Schlüsselwörter

Willensschwäche, universeller Präskriptivismus, Richard M. Hare, Moralurteil, Akrasia, Handeln wider besseres Wissen, Metaethik, analytische Philosophie, Universalisierbarkeit, Präskriptivität, Freiheit und Vernunft, Moralisches Denken, Sokrates, moralische Schwäche, psychische Unfähigkeit

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert, ob das Phänomen der Willensschwäche, also das Handeln entgegen dem eigenen besseren Wissen, mit der metaethischen Theorie von Richard M. Hare vereinbar ist.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen der universelle Präskriptivismus, die Struktur moralischer Urteile sowie die Unterscheidung zwischen psychischer Unfähigkeit und moralischer Schwäche.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist aufzuzeigen, dass Hares Theorie bei genauerer Betrachtung keine echte Willensschwäche zulässt, da eine aufrichtige Zustimmung zu einem moralischen Urteil handlungsleitend sein muss.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt die Methode der analytischen Philosophie und Metaethik, um Hares Konzepte begrifflich zu analysieren und sie in den Kontext klassischer philosophischer Positionen zu stellen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Hares Werken „Freiheit und Vernunft“ sowie „Moralisches Denken“ und schließt mit einem Vergleich zu Platons Dialog „Protagoras“.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind Willensschwäche, Universeller Präskriptivismus, Akrasia, Moralurteil und das Zwei-Ebenen-Modell moralischen Denkens.

Wie unterscheidet Hare zwischen psychischer und physischer Unfähigkeit?

Hare grenzt beide als Hindernisse ab, wobei er bei psychischer Unfähigkeit eine teilweise Abschwächung des präskriptiven „Sollens“ annimmt, was jedoch innerhalb seiner eigenen Theorie als problematisch und teils inkonsistent erscheint.

Was bedeutet das „Janus-Köpfige“ moralischer Wörter bei Hare?

Damit ist die Doppelnatur moralischer Begriffe gemeint, die sowohl eine deskriptive als auch eine präskriptive Dimension besitzen, wodurch die Sprache für subjektive Bedeutungsverschiebungen anfällig wird.

Warum kommt die Arbeit zum Schluss, dass Willensschwäche bei Hare unmöglich ist?

Da Hare eine interne Verbindung zwischen moralischem Urteil und Handeln postuliert, resultiert eine Abweichung von diesem Urteil zwingend daraus, dass kein echtes, vollumfängliches moralisches Urteil vorlag.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Ist Willensschwäche möglich? Zur metaethischen Konzeption Richard M. Hares
Hochschule
Universität Leipzig  (Institut für Sozialwissenschaften und Philosophie)
Note
1,3
Autor
Vera Ohlendorf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
23
Katalognummer
V75240
ISBN (eBook)
9783638797900
ISBN (Buch)
9783638822596
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Willensschwäche Konzeption Richard Hares
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Vera Ohlendorf (Autor:in), 2007, Ist Willensschwäche möglich? Zur metaethischen Konzeption Richard M. Hares, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/75240
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Leseprobe aus  23  Seiten
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