Untersuchungsgegenstand dieser Hausarbeit sind die Themen Sexualität und Erotik im Mittelalter. Dabei wird auch auf Hartmann von Aues "Iwein" Bezug genommen.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Was bedeutet Erotik? Eine Begriffsdefinition
2. Bedeutung der Sexualität und Erotik im Mittelalter
2.1 Über den Umgang mit der Sexualität in verschiedenen Gesellschaftsschichten
2.2 Die Rolle der Frau im Mittelalter
2.3 Liebesdefinitionen
3. Liebe, Erotik und Sexualität in Hartmann von Aues „Iwein“
4. Schluß
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Darstellung und den Stellenwert von Sexualität und Erotik im Mittelalter und analysiert deren spezifische Ausgestaltung im höfischen Epos „Iwein“ von Hartmann von Aue.
- Begriffsbestimmung von Sexualität und Erotik im historischen Kontext
- Soziale Unterschiede und Geschlechterrollen im mittelalterlichen Alltag
- Die literarische Konzeption der Liebe als „Krankheit“ oder höfisches Ideal
- Analyse erotischer und zwischenmenschlicher Momente in Hartmann von Aues „Iwein“
Auszug aus dem Buch
3. Liebe, Erotik und Sexualität in Hartmann von Aues „Iwein“
„Herr Iwein sah, wo durch ihre zerrissene Kleidung ihr Körper schimmerte. Aus großer Freude küsste er dem Fräulein Mund, Hände und Augen tausendmal. Mit der kostbaren Salbe bestrich sie ihn überall von Kopf zu Füßen. Sie war so voller Hingabe, dass sie das solange tat, bis nichts mehr in der Büchse blieb. Da ergriff ihn die Liebe zu ihr umso heftiger, und ihm wurde so weh nach ihr, dass die Minne niemals größere Gewalt über jemanden erlangt hatte." 25
Dieser Textausschnitt ist manipuliert und kommt in der Form, wie er oben zu lesen ist, natürlich nicht in Hartmann von Aues höfischem Epos ‘Iwein’ vor.
Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Zusammenstellung verschiedener Textstellen, die jedoch, jede für sich genommen, keinen weiteren Veränderungen unterworfen, sondern lediglich aus ihrem textlichen Zusammenhang entfernt und dann zusammengefügt wurden. Der Sinn der Sache liegt darin, aufzuzeigen, in welchem Maße der ‘Iwein’ nicht nur ein Abenteuerroman ist, sondern auch oder vor allem die Liebesbeziehung das Hauptthema darstellt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit stellt das Ziel vor, die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen von Sexualität und Erotik im Mittelalter zu beleuchten und diese Erkenntnisse auf den Roman „Iwein“ anzuwenden.
1. Was bedeutet Erotik? Eine Begriffsdefinition: Dieses Kapitel definiert Erotik als kulturell geprägte Ausdrucksform menschlicher Liebe und unterscheidet sie von rein biologischen Trieben.
2. Bedeutung der Sexualität und Erotik im Mittelalter: Das Kapitel räumt mit romantisierten Vorstellungen des Mittelalters auf und untersucht die Spannung zwischen kirchlicher Moral und tatsächlicher Lebenswirklichkeit.
2.1 Über den Umgang mit der Sexualität in verschiedenen Gesellschaftsschichten: Hier werden die gravierenden Unterschiede im Liebesverständnis zwischen dem Adel und dem einfachen Bauernstand thematisiert.
2.2 Die Rolle der Frau im Mittelalter: Das Kapitel analysiert die untergeordnete soziale Position der Frau und die patriarchalen Machtstrukturen innerhalb von Ehe und höfischer Gesellschaft.
2.3 Liebesdefinitionen: Es wird die Auffassung der Liebe als „Krankheit“ oder Leidenschaft diskutiert, die den Verstand des Liebenden vernebeln kann.
3. Liebe, Erotik und Sexualität in Hartmann von Aues „Iwein“: Dieses Kapitel untersucht konkrete Textstellen des „Iwein“, um die Bedeutung von Schönheit, Erotik und Leidenschaft in Hartmanns Werk nachzuweisen.
4. Schluß: Das Fazit bestätigt, dass „Iwein“ weit mehr als ein Abenteuerroman ist und die Thematisierung der Liebe als zentrales strukturierendes Element fungiert.
Schlüsselwörter
Mittelalter, Sexualität, Erotik, Hartmann von Aue, Iwein, Minne, Geschlechterrollen, Literaturgeschichte, Liebesdefinition, Adel, höfische Dichtung, Körperlichkeit, Leidenschaft, Andreas Capellanus, Subjektivität
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert die Darstellung von Sexualität und Erotik im Mittelalter und untersucht deren literarische Umsetzung im Epos „Iwein“ von Hartmann von Aue.
Welche Themenfelder stehen dabei im Mittelpunkt?
Zentrale Themen sind die soziale Schichtung des Liebeslebens, die Rolle der Frau, die zeitgenössische Definition von Erotik sowie der Konflikt zwischen vernünftigem Handeln und leidenschaftlicher Liebe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es aufzuzeigen, dass der „Iwein“ trotz seiner abenteuerlichen Struktur eine tiefgreifende Beschäftigung mit der Thematik der Liebe und erotischer Anziehung enthält.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit angewandt?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die durch historische Quellen, Lexika und medizinhistorische Interpretationen fundiert wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsdefinition, die gesellschaftlichen Kontexte des Mittelalters und die konkrete Anwendung dieser Erkenntnisse auf Textpassagen aus Hartmann von Aues „Iwein“.
Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit zusammenfassen?
Wichtige Begriffe sind unter anderem Mittelalter, Minne, Sexualität, Geschlechterrollen, höfische Dichtung und Liebeskrankheit.
Wie bewerten zeitgenössische Quellen des Mittelalters, wie die von Andreas Capellanus, die Liebe?
Capellanus beschreibt Liebe als eine Art angeborenes Leiden oder Krankheit, die den Liebenden dazu zwingt, den Verstand zugunsten einer sexuellen Vereinigung zu opfern.
Welche Bedeutung kommt der „Schönheit“ der Frauen in Hartmanns Roman zu?
Schönheit dient als narratives Instrument, um den Leser zu fesseln und Iweins Begegnungen mit Frauen stets in einen erotisch aufgeladenen Kontext zu stellen.
- Quote paper
- Markus Bulgrin (Author), 2001, Sexualität und Erotik im Mittelalter mit Verweisen zu Hartmann von Aues Iwein, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/73055