Diese Arbeit bietet einen Überblick über die Entwicklung der Agrarpolitik seit den 60er Jahren. Hierbei wird auf die wesentlichen Veränderungen eingegangen, wie die Sicherung der Lebensmittelversorgung nach dem zweiten Weltkrieg bis hin zu Unterstützungzahlungen für den ökologischen Anbau von Produkten, wobei die Agenda 2000 einen bedeutenden Teil ausmacht. Im Zuge der Integration neuer Länder in die Europäische Union bietet das Kapitel 3 einen Überblick der landwirtschaftlichen Integrationsprogramme. Anschließend werden die Preismechanismen der gemeinsamen europäischen Agrarpolitik erläutert und es werden die am häufigsten zum tragen kommenden Instrumente vorgestellt. Dem Fazit vorausgehend, werden die Kosten kurz beschrieben, die sich aus der GAP ergeben, die in nicht unwesentlichem Maße den Haushalt der Europäischen Union ausmachen und immer wieder kontrovers diskutiert werden, allen voran in Großbritanien.
Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG
2. ENTWICKLUNGSPHASEN DER GAP NACH DEN RÖMISCHEN VERTRÄGEN
2.1 Einkommensorientierte Agrarpolitik (1962-1977)
2.2 Wechselnde Ausrichtung (1978-1984)
2.3 Milchquotenregelung und Stabilisatorenregelungen (1984-1992)
2.4 Agrarreform der Europäischen Gemeinschaft (seit 1992)
3. AGENDA 2000
4. DIE TRANSFERPROGRAMME PHARE, ISPA UND SAPARD
5. DER PREISMECHANISMUS DER GAP
i. Zielpreisfestsetzungen
ii. Interventionspreise
iii. Exportunterstützungen bzw. Ausgleichszahlungen
6. EINGE AUSGEWÄHLTE INSTRUMENTE DER AGRARPOLITIK
6.1 Die Ausgleichszahlungen
6.2 Importquoten bzw. Mengensteuerungspolitik
6.3 Zölle
6.4 Nicht tarifäre Handelshemmnisse
7. VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KOSTEN
8. AUSBLICK DER AGRARPOLITIKAUSGABEN
9. FAZIT
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung, die Mechanismen und die ökonomischen Auswirkungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union. Dabei wird untersucht, wie sich die politische Zielsetzung von der reinen Produktionssteigerung hin zu einer marktorientierten und ökologisch nachhaltigeren Agrarwirtschaft entwickelt hat und welche finanziellen sowie volkswirtschaftlichen Folgen diese Politik für den EU-Haushalt und die internationalen Märkte hat.
- Historische Phasen der GAP seit den Römischen Verträgen
- Strukturelle Reformen wie die MacSharry-Reform und die Agenda 2000
- Funktionsweise des Preismechanismus und protektionistischer Instrumente
- Volkswirtschaftliche Kosten und Externalitäten der Agrarsubventionen
- Die Rolle der EU-Transferprogramme bei der Osterweiterung
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Die Agrarpolitik ist aus einer Sozialphilosophie entstanden, deren Ursprung nicht eigentlich wirtschaftlicher oder rationaler Art ist. In dieser Philosophie lässt sich eine Idealisierung vergangener Zeiten finden, welche romantische Züge aufweist.“1 Der Artikel 3 der Europäischen Verfassung gibt einen Überblick der gemeinsamen Politikbereiche der EU. In der Geschichte verfolgte man die Entwicklung einer Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik, der Entwicklung eines gemeinsamen Marktes, der Festlegung von Wettbewerbsregeln, einer gemeinsamen Handelspolitik sowie einer gemeinsamen Regionalpolitik, mit dem Ziel in Europas Entwicklung voranzubringen.2
Im Gegensatz zur heutigen Zeit, in der Bauern eher eine Minderheit darstellen, waren zu Beginn des letzten Jahrhunderts noch rund 60 Prozent der kontinentalen Beschäftigten im primären Sektor tätig. So arbeiteten nach dem 2. Weltkrieg in Deutschland noch 25 Prozent, in Frankreich und Italien sogar 36 respektive 46 Prozent in der Landwirtschaft.3 In der Phase der Nachkriegszeit war Europa einheitlich von Mangel an Nahrungsmitteln geprägt. In fast allen Ländern wurde in den folgenden Jahren Instrumente eingesetzt, die dazu dienten, die Nahrungsmittelproduktion zu steigern und die Nachfragesituation zu verbessern. Selbst in Großbritannien, das bis dato industriell am weitesten entwickelt war, setzte man auf eine gezielte Erhöhung der Subventionierung von Agrarprodukten.4
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG: Darstellung der historischen und philosophischen Ursprünge der GAP sowie der Zielsetzungen der europäischen Integration nach 1945.
2. ENTWICKLUNGSPHASEN DER GAP NACH DEN RÖMISCHEN VERTRÄGEN: Chronologische Analyse der Agrarpolitik von der einkommensorientierten Phase über die Mengensteuerung bis hin zur Agrarreform ab 1992.
3. AGENDA 2000: Beschreibung des Aktionsprogramms zur Vorbereitung der EU-Osterweiterung und der Neuausrichtung der Agrarfinanzen.
4. DIE TRANSFERPROGRAMME PHARE, ISPA UND SAPARD: Erläuterung der Finanzhilfen zur wirtschaftlichen Integration und Anpassung der Beitrittsländer an das Gemeinschaftsrecht.
5. DER PREISMECHANISMUS DER GAP: Untersuchung der Instrumente zur Preisstabilisierung, wie Zielpreise, Interventionspreise und Exportstützungen.
6. EINGE AUSGEWÄHLTE INSTRUMENTE DER AGRARPOLITIK: Detaillierte Betrachtung von Ausgleichszahlungen, Importquoten, Zöllen und nicht-tarifären Handelshemmnissen.
7. VOLKSWIRTSCHAFTLICHE KOSTEN: Bewertung der Wohlfahrtsverluste durch Protektionismus sowie Kosten durch externe ökologische Effekte.
8. AUSBLICK DER AGRARPOLITIKAUSGABEN: Analyse der finanziellen Obergrenzen für den Haushalt bis 2013 und der Entkoppelung von Zahlungen.
9. FAZIT: Zusammenfassende Einschätzung der zukünftigen Herausforderungen unter dem Einfluss internationaler Handelsabkommen und ökologischer Anforderungen.
Schlüsselwörter
Gemeinsame Agrarpolitik, GAP, Agrarsubventionen, Europäische Union, Marktpreis, Interventionspreise, Protektionismus, Agenda 2000, Strukturfonds, Direktzahlungen, Agrarhaushalt, Handelshemmnisse, Lebensmittelproduktion, nachhaltige Entwicklung, Welthandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union, von ihrer historischen Entstehung bis hin zu ihrer aktuellen Ausgestaltung und zukünftigen Herausforderungen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der GAP, die verschiedenen Reformschritte, den Preismechanismus für landwirtschaftliche Erzeugnisse sowie die ökonomischen und ökologischen Auswirkungen dieser Politik.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, die Funktionsweise der Agrarpolitik zu durchleuchten und aufzuzeigen, wie protektionistische Maßnahmen das Marktgeschehen beeinflussen und welche finanziellen Folgen dies für den EU-Haushalt hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte politik- und finanzwissenschaftliche Analyse, die ökonomische Theorie (Marktmechanismen, Wohlfahrtsökonomie) mit historischen Daten und offiziellen EU-Dokumenten verknüpft.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Entwicklung, die spezifischen Transferprogramme für Beitrittsländer, die detaillierte Beschreibung der Preismechanismen und Instrumente (wie Zölle und Quoten) sowie eine volkswirtschaftliche Kosten-Nutzen-Analyse.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie GAP, Subventionen, Marktallokation, Protektionismus und EU-Agrarhaushalt charakterisiert.
Welche Rolle spielt die "Cross-Compliance" Regelung?
Cross-Compliance verknüpft EU-Direktzahlungen an Landwirte mit der Einhaltung von Standards in den Bereichen Umwelt, Lebensmittelsicherheit und Tierschutz, um ökologische Nachhaltigkeit zu fördern.
Warum wird im Fazit die Situation der Entwicklungsländer thematisiert?
Das Fazit beleuchtet die Auswirkungen des europäischen Agrarprotektionismus auf den Welthandel, da hohe europäische Subventionen den Marktzugang für ärmere Länder erschweren und deren ökonomische Entwicklung behindern können.
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- Christian Altrichter (Author), 2005, Die gemeinsame europäische Agrarpolitik, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/70364