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Wildnis in der Heldenepik um 1200 - Eine Untersuchung am Nibelungenlied und am Laurin

Titel: Wildnis in der Heldenepik um 1200 - Eine Untersuchung am Nibelungenlied und am Laurin

Magisterarbeit , 2002 , 105 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: M.A. Mirjana Sarac-Petric (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Schon während meiner Gymnasialzeit fand ich Gefallen an der großartig angelegten Geschichte des Nibelungenliedes über minne, êre, triuwe und Tod. Die Faszination, der ich damals erlegen bin, hat mich während meiner gesamten Studienzeit begleitet, so dass für mich klar war, dass ich mich auch in meiner Magisterarbeit mit dem Nibelungenlied auseinandersetzen wollte. Die Wahl des zweiten Werks fiel schnell auf den ´Laurin`, da einerseits das zweite zu untersuchende Werk in irgendeiner Weise mit dem Nibelungenlied in Verbindung stehen sollte und mit der Figur Dietrichs von Bern das Bindeglied zwischen den beiden Werken gegeben war. Andererseits reizte mich die Tatsache, zwei Werke zu untersuchen, die, was den Forschungsstand anbelangt, nicht unterschiedlicher sein könnten, denn während zum Nibelungenlied eine kaum mehr zu überblickende Fülle an Forschungsliteratur besteht, hält sich das Interesse am ´Laurin` deutlich in Grenzen. Sowohl im Nibelungenlied als auch im Zwerg Laurin stößt man auf Naturdarstellungen (unbewohnte Gebiete, dunkle Wälder), mythische Wesen (Zwerge, Drachen, Riesen) und sagenumwobene Gaben (Tarnkappe, Ring, Schwert, Hort), die alle eindeutig dem Bereich des Wilden, Unzivilisierten, Unhöfischen zuzuordnen sind. Beiden Werken ist ebenfalls gemein, dass sich Wildnis und Wildheit nicht nur in diesem außerhöfischen Bereich festmachen lassen, sondern auch Einlass in die höfischen Sphären finden: während sich wilde Gestalten wie der Zwerg Laurin in höfischer Vollendung präsentieren, legen höfisch anmutende Helden und Damen (z.B. Siegfried, Dietrich, Kriemhild) wildes, unhöfisches Verhalten an den Tag; während sich im wilden Wald Plätze verbergen (z.B. Rosengarten), die selbst am Hofe nicht gepflegter sein könnten, offenbaren sich höfische Feste, die als Inbegriff des höfischen Daseins gelten, lediglich als Kulisse für hinterlistige Intrigen und Mordanschläge oder verwandeln sich gar in allgemeine wilde, blutrünstige Schlachten. Wildnis bzw. Wildheit kennt also viele verschiedene Ausprägungen, die sich nicht alle eindeutig dem außerhöfischen Bereich zuordnen lassen. Aufgabe der vorliegenden Arbeit ist es, in den beiden oben genannten Werken die unterschiedlichen Wildnisbzw. Wildheitsdarstellungen aufzuzeigen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

1.1. Das Wortfeld wilde

2. Das Nibelungenlied

2.1. Überlieferung

2. 2. Wildnis und Natur

2.2.1. Die reale Gefahrenquelle

2.2.2. Der Jagdwald

2.2.3. Die Wunderwildnis und ihre Bewohner

2.3. Wildnis und Hof

2.3.1. Das höfische Fest

2.4. Wildnis und Religion

2.5. Wildnis und Heldentum

2.5.1. Siegfried

2.5.2. Brünhild

2.5.3. Hagen

2.6. Wildnis und ihre Grenzen

2.6.1. Dietrich von Bern

3. Laurin

3.1. Überlieferung

3.2. Wildnis und Natur

3.2.1. Der reale Raum

3.2.2. Der Rosengarten

3.3. Wildnis und Religion

3.4. Wildnis, Fest und Kampf

3.5. Wildnis und Heldentum

3.5.1. Laurin

3.5.2. Dietrich von Bern

4. Resümee

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die vielfältigen Erscheinungsformen und symbolischen Funktionen von Wildnis und Wildheit im Nibelungenlied sowie in der Erzählung vom Zwerg Laurin, um aufzuzeigen, wie diese Konzepte die höfische Ordnung herausfordern oder spiegeln.

  • Phänomenologie des "Wilden" im mittelhochdeutschen Bedeutungskontext.
  • Die Darstellung von Naturraum und Wunderwildnis in der Heldenepik.
  • Das Spannungsfeld zwischen höfischer Zivilisation ("höveschheit") und wildem Verhalten.
  • Die Rolle mythischer Wesen und magischer Gegenstände als Katalysatoren der Handlung.
  • Der Einfluss von religiösen Differenzierungen auf die Wertung des Charakters.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die reale Gefahrenquelle

Obwohl die Natur in den Werken des Mittelalters zumeist als realer Raum entkonkretisiert und in ihrer symbolischen Funktion verfügbar gemacht wird, gibt es und gab es auch zur damaligen Zeit Wildnis, deren einzige Funktion darin besteht, zwei Orte miteinander zu verbinden. Findet diese Art von Wildnis Einlass in das Nibelungenlied? Wenn ja, wie wird sie dargestellt?

Im Hochmittelalter noch wurde der Wald, der sich über weite Teile Europas erstreckte, als bedrohliche Wildnis gesehen. Da er unmittelbar an die von Menschenhand geschaffene Kulturlandschaft grenzte, die durch Städte, Burgen, Dörfer und urban gemachtes Land gekennzeichnet war, und die mittelalterlichen Menschen es noch nicht gelernt hatten, die Natur vollkommen zu beherrschen, standen sie „dem Wald eher feindlich als freundlich gegenüber; verbreitet waren Ängste vor seinen realen und irrealen Gefahren (Furcht, von wilden Tieren oder dämon. Wesen angegriffen zu werden, in die Irre zu gehen, von umstürzenden Bäumen erschlagen zu werden, im Winter zu erfrieren usw.). Bei Fahrten in benachbarte Siedlungen wurde daher eine Durchquerung des W.es nach Möglichkeiten vermieden und der Wasserweg bevorzugt. Der Wald war siedlungsfeindlich.“ Er markierte die Grenze im rechtlichen und im gesellschaftlichen Sinne, da seine Bewohner entweder aus der Gesellschaft ausgestoßene (z.B. Kranke, Aussätzige, Verbrecher), oder freiwillig aus der Welt flüchtende Menschen (z.B. Einsiedler) waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung legt das Interesse an der Heldenepik dar und definiert "Wildnis" als ein komplexes Spannungsfeld zwischen höfischer Kultur und unzivilisierten Kräften.

1.1. Das Wortfeld wilde: Dieses Kapitel erörtert die etymologische Breite des mhd. Begriffs "wilde" und seine Bedeutung als Gegenbegriff zur sozialen, höfischen Ordnung.

2. Das Nibelungenlied: Eine allgemeine Einführung in die handschriftliche Überlieferung und Entstehungsgeschichte des Epos.

2.1. Überlieferung: Detaillierte Betrachtung der Manuskriptsituation und Begründung der Wahl der Bartsch-Ausgabe für die Analyse.

2. 2. Wildnis und Natur: Untersuchung der Wald- und Naturdarstellungen hinsichtlich ihrer Funktion im Epos.

2.2.1. Die reale Gefahrenquelle: Analyse des Waldes als lebensfeindlichem Raum, der zwischen zivilisierten Herrschaftszentren liegt.

2.2.2. Der Jagdwald: Beleuchtung der Jagd als ritterliche Betätigung und die Rolle des Waskenwaldes als Schauplatz.

2.2.3. Die Wunderwildnis und ihre Bewohner: Untersuchung der mythischen Elemente und deren Interaktion mit der menschlichen Welt.

2.3. Wildnis und Hof: Erörterung der Präsenz des Wilden innerhalb der höfischen Sphäre und des Begriffs der "höveschheit".

2.3.1. Das höfische Fest: Analyse der Hoffeste als Orte, an denen sich Schein und Sein sowie soziale Spannungen manifestieren.

2.4. Wildnis und Religion: Auseinandersetzung mit der Einteilung in Christen und Heiden und der Bedeutung religiöser Praxis.

2.5. Wildnis und Heldentum: Untersuchung heldischer Identitäten und deren Defizite im Umgang mit dem Wilden.

2.5.1. Siegfried: Analyse der ambivalenten Rolle des Helden zwischen mythischer Kraft und höfischer Idealisierung.

2.5.2. Brünhild: Untersuchung der "übermenschlichen" Kraft Brünhilds und ihrer gesellschaftlichen Normabweichung.

2.5.3. Hagen: Beleuchtung der Figur Hagens als "wilder Ritter" und Träger der tragischen Handlung.

2.6. Wildnis und ihre Grenzen: Zusammenfassende Betrachtung der zerstörerischen Dynamik zwischen höfischen Werten und wilden Trieben.

2.6.1. Dietrich von Bern: Dietrich wird als Ausnahmeerscheinung charakterisiert, die das "Wilde" kontrollieren kann.

3. Laurin: Einführung in die Dietrichepik und die spezifischen Besonderheiten des Laurin-Stoffes.

3.1. Überlieferung: Überblick über die Manuskriptlage und die verschiedenen Fassungen des Laurin.

3.2. Wildnis und Natur: Analyse der Wildnisdarstellung in Bezug auf das "Laurin"-Abenteuer.

3.2.1. Der reale Raum: Betrachtung der geografischen Einbettung von Bern und Tirol.

3.2.2. Der Rosengarten: Der Rosengarten als locus amoenus und Wunderwildnis zugleich.

3.3. Wildnis und Religion: Analyse der religiösen Komponente und der Kritik am Heidentum im Laurin.

3.4. Wildnis, Fest und Kampf: Untersuchung der Umdeutung höfischer Feste in gewaltsame Konflikte.

3.5. Wildnis und Heldentum: Bewertung des Heldentums in Laurin im Kontrast zum Nibelungenlied.

3.5.1. Laurin: Laurin als "kleiner Held" und ambivalente Zwergengestalt.

3.5.2. Dietrich von Bern: Dietrichs Heldentum unter der Bedingung der aventiure.

4. Resümee: Zusammenführung der Ergebnisse: Wildnis ist sowohl realer Raum als auch Spiegel innerer Protagonistenzustände.

Schlüsselwörter

Nibelungenlied, Laurin, Wildnis, Wildheit, höveschheit, Rittertum, Heldentum, Wunderwildnis, Naturdarstellung, Mittelalter, ritterliche Tugenden, Siegfried, Dietrich von Bern, höfische Kultur, heidnisch-christliche Dichotomie.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Magisterarbeit untersucht die Darstellung und Funktion von "Wildnis" und "Wildheit" im Nibelungenlied sowie im Laurin-Epos des Mittelalters.

Welches sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Felder sind die Bedeutung der Natur als realer und symbolischer Raum, die höfische Lebensform ("höveschheit") und deren Konfrontation mit dem Wilden sowie die heldische Identität.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie die Dichter dieser Werke Wildnis-Motive nutzen, um soziale Ordnung und das Tugendsystem des hohen Mittelalters zu reflektieren und zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin wählt eine literaturwissenschaftliche Analyse, die historisch-kulturelle Kontexte (wie Rittertum, Minne, religiöse Prägung) einbezieht, um die Handlungen und Symbolik der Figuren zu deuten.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in zwei große Analyseteile: Zuerst das Nibelungenlied (mit Fokus auf Natur, Hof, Religion und Helden) und anschließend den Laurin (mit ähnlicher thematischer Struktur).

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie "höveschheit", "Wildnis", "Wunderwelt", "Heldentum" und "Siegfried" charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Wildnisdarstellung in Laurin vom Nibelungenlied?

Während im Nibelungenlied Wildnis oft als existenzielle Bedrohung außerhalb der Höfe fungiert, wird der Laurin eher als fantastische "Wunderwildnis" (wie der Rosengarten) konzipiert, die jedoch moralisch hinterfragt wird.

Welche Rolle spielt Dietrich von Bern in der Arbeit?

Dietrich fungiert als Kontrastfigur: Er gilt als einziger Held, der die "wilde" Kraft in sich beherrschen kann, und wird somit als Idealbild eines "beherrschten" ritterlichen Menschen dargestellt.

Ende der Leseprobe aus 105 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wildnis in der Heldenepik um 1200 - Eine Untersuchung am Nibelungenlied und am Laurin
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für Mediävistik)
Note
2,0
Autor
M.A. Mirjana Sarac-Petric (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
105
Katalognummer
V70248
ISBN (eBook)
9783638615334
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wildnis Heldenepik Eine Untersuchung Nibelungenlied Laurin Thema Das Nibelungenlied
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Mirjana Sarac-Petric (Autor:in), 2002, Wildnis in der Heldenepik um 1200 - Eine Untersuchung am Nibelungenlied und am Laurin, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/70248
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Leseprobe aus  105  Seiten
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