Klimaeffekt, Waldsterben und das zunehmende Ozonloch gelten als die ersten Kennzeichen für den Anfang vom Ende. Unbegrenztes Wachstum in einer für uns begrenzten Welt ist spürbar der falsche Weg. Unerhörter Wohlstand wurde durch wirtschaftliches Wachstum ermöglicht. Die Kluft zwischen Gewinner und Verlierer vergrößert sich, aber eben auch der Zwiespalt zwischen unserem Wissen und dem eigentlich nötigen Handeln. Die als Herausforderung für alle geltende Vision von optimaler Nutzung, der auf der Welt existierenden Ressourcen und der gerechten Verteilung dieser, muss umgesetzt werden.1
Sustainable Development hat als entwicklungspolitisches Konzept mit dem Erscheinen des Brundtland – Berichtes von 1987 eine schon sehr steile Karriere hinter sich. „Vorläufige Höhepunkte seiner Karriere sind die in den Medien breit rezipierten Konferenzen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio und zum Weltklima 1995 in Berlin. Forschungsinstitute wurden und werden gegründet, um sich mit der Umsetzung des Konzeptes zu befassen. Allein die Bandbreite derer, die sich mit Sustainable Development befassen, verweist darauf, daß es diesem Konzept gelingt, zwischen gegensätzlichen Interessen (zumindest scheinbar) zu vermitteln. Ermöglicht wird dies durch umfassende Zielsetzung dieses Konzeptes: Naturschutz und Gerechtigkeit für die heute Lebenden, aber auch für deren Nachkommen.“2
Diese Hausarbeit versucht das Konzept und die Vielzahl der Ideen, Hintergrundannahmen und Handlungsvorschläge darzustellen. Zuerst wird eine Definition von „Sustainable Development“ als Begriff hergeleitet, wobei „Sustainable“ und „Development“ als Fundament für die Herleitung analysiert werden. Dann wird das Konzept Sustainable Development unter ethischen Gesichtspunkten vorgestellt. Dabei wird der Fokus auf die Entwicklung, das Leitbild selbst und die Wege zum Leitbild gelegt. Zum Schluss folgt eine Anwendung auf das Beispiel der Energieversorgung, wie heute Energie aus fossilen Ressourcen gewonnen wird und welche Folgen sich für die Natur daraus ergeben.
Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG
1. Definition „Sustainable Development“
1.1 Definition von „Sustainability“ (Nachhaltigkeit)
1.2 Definition von „Development“ (Entwicklung)
2. Die Entwicklung des Konzeptes zum Leitbild
2.1 “Sustainable Development” als Leitbild
2.2 Wege zum Leitbild „Sustainable Development“ und einfließende ethische Bezüge
3. Energiegewinnung heute und die Auswirkungen auf unsere Ökosysteme
3.1 Energieversorgung und die Folge am Beispiel fossiler Energievorräte
ZUSAMMENFASSUNG
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das entwicklungspolitische Leitbild „Sustainable Development“ unter Berücksichtigung seiner begrifflichen Herleitung, der normativen ethischen Grundlagen und der praktischen Anwendung auf die ökologischen Herausforderungen der modernen Energieversorgung.
- Semantische Analyse der Begriffe „Sustainability“ und „Development“
- Ethische Begründung von Intergenerationalität und globaler Gerechtigkeit
- Kritik an quantitativen Wachstumsmodellen zugunsten qualitativer Zielsetzungen
- Verhältnis von technischem Fortschritt und suffizienzorientiertem Handeln
- Umweltauswirkungen der fossilen Energieerzeugung und der Kernkraft
Auszug aus dem Buch
2.1 „Sustainable Development“ als Leitbild
Um den nachfolgenden Generationen die Ressourcen der Erde nachhaltig zu sichern, musste eine weltweite Strategie entwickelt werden. Ein sofortiger Strukturwandel, der zur Veränderung der gegenwärtigen Wirtschafts- und Lebensstile führt. Das würde unumgänglich mit extrem hohen ökonomischen und sozialen Kosten verbunden sein. Die derzeitige Nutzung der Natur gleicht einer endlichen Zerstörung, einerseits durch Ressourcenabbau und –nutzung, andererseits durch Emission der Schadstoffe. Die Befriedigung der Bedürfnisse, die unser heutiger Lebensstil verlangt, zerstört die Chancen auf einen ebenso hohen Lebensstil der nachfolgenden Generationen und deren Bedürfnisbefriedigung. Der weiterhin voranschreitende technische Fortschritt und diverse Möglichkeiten der Substitution, können den Abbau des natürlichen Kapitals der Welt nicht mehr ausgleichen.
Das Konzept des Sustainable Developments glänzt durch die Konkretisierung, vor allem hinsichtlich des Zeitmanagements. Man unterscheidet explizit zwischen Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung und dem Weg bzw. dem Zeitpfad um dieses Leitbild zu verwirklichen.
Die Weltkommission für Umwelt und Entwicklung, die sogenannte Brundtland- Kommission, definierte 1987 den Brundtland- Bericht und beschreibt ihr Leitbild wie folgt: „Unter ’dauerhafter Entwicklung’ verstehen wir eine Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generationen entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen. Die Forderung, diese Entwicklung ’dauerhaft’ zu gestalten, gilt für alle Länder und alle Menschen. Die Möglichkeit kommender Generationen, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, ist durch Umweltzerstörung in den Industrienändern ebenso gefährdet wie durch Umweltvernichtung durch Unterentwicklung in der Dritten Welt.“
Zusammenfassung der Kapitel
EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die ökologische Dringlichkeit nachhaltigen Handelns und führt in die Zielsetzung ein, das Konzept des „Sustainable Development“ theoretisch und anhand von Energieversorgungsbeispielen zu analysieren.
1. Definition „Sustainable Development“: Dieses Kapitel widmet sich der etymologischen und begrifflichen Klärung von „Sustainability“ sowie der kritischen Auseinandersetzung mit dem Fortschrittsbegriff „Development“.
2. Die Entwicklung des Konzeptes zum Leitbild: Hier wird die Etablierung des Nachhaltigkeitsleitbildes im wirtschaftswissenschaftlichen Kontext sowie dessen ethische Fundierung durch Gerechtigkeitsnormen dargelegt.
3. Energiegewinnung heute und die Auswirkungen auf unsere Ökosysteme: Der Abschnitt verknüpft die Theorie mit der Praxis und verdeutlicht am Beispiel fossiler Energieträger die Belastungsgrenzen natürlicher Ökosysteme.
ZUSAMMENFASSUNG: Die Arbeit schließt mit dem Fazit, dass eine ganzheitliche Transformation ökonomischer und sozialer Prozesse unter Berücksichtigung intergenerationaler Gerechtigkeit zwingend notwendig ist.
Schlüsselwörter
Sustainable Development, Nachhaltigkeit, Entwicklung, Brundtland-Bericht, Naturkapital, fossile Energieträger, intertemporale Gerechtigkeit, Ökologie, Ressourcenökonomie, Umweltpolitik, Suffizienz, Energieversorgung, globale Gerechtigkeit, Wirtschaftswachstum, interpersonelle Gerechtigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entstehung, Definition und Bedeutung des Leitbildes „Sustainable Development“ (nachhaltige Entwicklung) und dessen Anwendung auf globale ökologische Probleme.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zu den Schwerpunkten zählen die Begriffsdefinition von Nachhaltigkeit, die ethischen Implikationen für heutige und zukünftige Generationen sowie die Auswirkungen der modernen Energieerzeugung auf das Naturkapital.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage der Arbeit?
Das Ziel ist es, das Konzept „Sustainable Development“ als normatives Leitbild darzustellen und aufzuzeigen, wie gesellschaftliche Werturteile und ökonomische Notwendigkeiten in Einklang gebracht werden können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin nutzt eine theoretische Literaturanalyse, um den Diskurs um Nachhaltigkeit zu systematisieren und diesen anschließend auf ökologische Herausforderungen anzuwenden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine begriffliche Fundierung, eine ethische Analyse der Leitbildentwicklung und eine praxisorientierte Untersuchung der Energieversorgung unter dem Aspekt der Ressourcenschonung.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Sustainable Development, intertemporale Gerechtigkeit, Naturkapital, fossile Energievorräte und Suffizienz.
Wie definiert der Brundtland-Bericht den Begriff „dauerhafte Entwicklung“?
Er definiert sie als eine Entwicklung, welche die Bedürfnisse heutiger Generationen befriedigt, ohne dabei die Möglichkeiten kommender Generationen zu beeinträchtigen, ihre eigenen Bedürfnisse selbst zu bestimmen.
Warum reicht technischer Fortschritt allein laut der Autorin nicht aus?
Technik wird zwar als notwendig erachtet, aber nur im Zusammenspiel mit einer Veränderung der Lebensstile und einem Suffizienzansatz kann die ökologische Krise effektiv bewältigt werden.
- Quote paper
- Anja Penndorf (Author), 2006, Sustainable Development - Leitidee von internationalen umwelt- und entwicklungspolitischen Programmen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/70158