Fortbildungen in der Pflege nehmen eine wichtige Stellung im Rahmen der Bewältigung von sich verändernden gesellschaftlichen, strukturpolitischen und technischen Anforderungen ein. Allerdings blieb die Frage, welche berufsspezifischen Fortbildungen für die MitarbeiterInnen der Pflege notwendig sind um diesen Anforderungen gerecht zu werden, bisher im Sinne einer organisierten und geplanten Fortbildungsbedarfsbestimmung unbeantwortet. Da der Pflegeprozess als systematische, zielgerichtete und problemlösende Arbeitsweise beschrieben wird, wurde dieser zur Ermittlung des Fortbildungsbedarfes herangezogen.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, wie eine mögliche Vorgehensweise zur Bestimmung des Fortbildungsbedarfes unter Anwendung des Kybernetischen Regelkreises aussehen könnte.
Inhaltsverzeichnis
1 EINLEITUNG
2 ROLLE VON FORTBILDUNGEN IN DER PFLEGE DER GEGENWART
2.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
2.2 FORTBILDUNGEN ALS INSTRUMENT ZUR PROFESSIONALISIERUNG
2.3 FORTBILDUNG ALS GESETZLICHER AUFTRAG
2.4 FORTBILDUNGEN ALS REAKTION AUF DEN GESELLSCHAFTLICHEN WANDEL
2.5 FORTBILDUNGEN ALS INDIKATOR DER ARBEITSZUFRIEDENHEIT
2.6 PERSPEKTIVEN FÜR DIE ZUKUNFT
3 DER KYBERNETISCHE REGELKREIS IM PFLEGEPROZESS
3.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG UND GRUNDLAGEN DES PFLEGEPROZESSES
3.2 STRUKTUR DES KYBERNETISCHEN REGELKREISES IM PFLEGEPROZESS
3.2.1 Die 6 Schritte
3.3 CHARAKTERISTIKA DES PFLEGEPROZESSES
3.4 VORTEILE UND KRITIK AN DER ANWENDUNG DES PFLEGEPROZESSES
4 KONZEPTE IN ANWENDUNG
4.1 BEGRIFFSBESTIMMUNG
4.2 KONZEPTE ZUR ERMITTLUNG DES FORTBILDUNGSBEDARFES
4.2.1 Konzept des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern
4.2.2 Rahmenkonzept der Landesverwaltung Brandenburg
4.2.3 Anwendung in der Pflege
5 BESTIMMUNG DES FORTBILDUNGSBEDARFES IN DER PFLEGE
5.1 DER KYBERNETISCHE REGELKREISES ALS GRUNDLAGE
5.1.1 1. Phase – Informationssammlung
5.1.2 2. Phase - SOLL-IST-Abgleich
5.1.3 3. Phase - Zielsetzung
5.1.4 4. und 5. Phase - Planung und Durchführung
5.1.5 6. Phase - Evaluation
5.2 FIKTIVES BEISPIEL PRAKTISCHER ANWENDUNG
6 ZUSAMMENFASSUNG UND KRITISCHE BELEUCHTUNG
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, wie eine systematische Vorgehensweise zur Bestimmung des Fortbildungsbedarfs in der Pflege durch die Anwendung des Kybernetischen Regelkreises gestaltet werden kann, um den Anforderungen an die Professionalisierung gerecht zu werden.
- Rolle und Bedeutung von Fortbildungen in der modernen Pflege
- Grundlagen des Kybernetischen Regelkreises und dessen Übertragung auf den Pflegeprozess
- Analyse bestehender Konzepte zur Bedarfsermittlung aus verschiedenen Verwaltungsbereichen
- Entwicklung eines 6-Phasen-Modells zur strukturierten Fortbildungsbedarfsbestimmung
- Demonstration der praktischen Anwendbarkeit anhand eines Fallbeispiels
Auszug aus dem Buch
5.1.1 1. Phase – Informationssammlung
Die erste Phase wird, wie im Regelkreissystem üblich, durch die Informationssammlung gebildet. Die Informationssammlung wird definiert als „systematisches und zielgerichtetes Zusammentragen von Fakten, …“
Analog einer Informationssammlung zur Erstellung einer Pflegeplanung könnten die Elemente einer Informationssammlung aus der Beobachtung, dem Gespräch und der Konsultation gebildet werden.
Das Ziel der Informationssammlung zur Ermittlung des Bedarfes an Fortbildungen ist die Feststellung des IST-Zustandes in Bezug auf die Kenntnisse und Fähigkeiten der Dipl. Pflegeperson.
Die Klassifikation von Informationen sieht die Einteilung in objektive und subjektive Informationen vor, wobei objektive Informationen keine Interpretation benötigen, da sie messbar sind. Subjektive Informationen können als Mitteilungen persönlicher Art (persönliche Eindrücke, Erlebnisse, Emotionen) durch die Befragten verstanden werden.
Für ein standardisiertes Vorgehen zum Einholen der benötigten Informationen und zur entsprechenden Dokumentation könnte die Anwendung eines Fragebogens hilfreich sein.
Die Erfassung von Daten zum Ausbildungsstand (Weiter- und Sonderausbildungen) und die Fortbildungsdokumentation könnten ein Grundgerüst zur Befragung bilden.
Zusammenfassung der Kapitel
1 EINLEITUNG: Die Einleitung beleuchtet die Notwendigkeit systematischer Fortbildungsbedarfsbestimmung in der Pflege als Reaktion auf veränderte Anforderungen und identifiziert einen Mangel an standardisierten Vorgehensweisen.
2 ROLLE VON FORTBILDUNGEN IN DER PFLEGE DER GEGENWART: Dieses Kapitel erörtert Fortbildungen als Instrument der Professionalisierung, als gesetzliche Verpflichtung, als Antwort auf gesellschaftlichen Wandel sowie als Einflussfaktor auf die Arbeitszufriedenheit.
3 DER KYBERNETISCHE REGELKREIS IM PFLEGEPROZESS: Es werden die theoretischen Grundlagen des Pflegeprozesses unter Einbeziehung von Systemtheorie, Entscheidungstheorie und Kybernetik dargelegt und der Regelkreis als methodisches Grundprinzip analysiert.
4 KONZEPTE IN ANWENDUNG: Dieses Kapitel exploriert existierende Bedarfsermittlungskonzepte aus der öffentlichen Verwaltung, um implementierbare Elemente für den Bereich der Pflege zu identifizieren.
5 BESTIMMUNG DES FORTBILDUNGSBEDARFES IN DER PFLEGE: Auf Basis der theoretischen Vorüberlegungen wird ein 6-Phasen-Modell zur strukturierten Bestimmung des Fortbildungsbedarfs entwickelt und anhand eines fiktiven Praxisbeispiels verdeutlicht.
6 ZUSAMMENFASSUNG UND KRITISCHE BELEUCHTUNG: Abschließend wird die Arbeit reflektiert und die Anwendbarkeit des modifizierten Kybernetischen Regelkreises kritisch hinterfragt.
Schlüsselwörter
Pflegeprozess, Fortbildungsbedarf, Kybernetischer Regelkreis, Professionalisierung, Bedarfsbestimmung, Qualifikationsanalyse, Mitarbeitergespräch, Bildungscontrolling, Arbeitszufriedenheit, Gesundheits- und Krankenpflege, Fortbildungsplanung, Ist-Soll-Analyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung einer systematischen Vorgehensweise zur Ermittlung notwendiger Fortbildungen für Pflegefachkräfte unter Nutzung des Kybernetischen Regelkreises.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Zentrale Themen sind die Professionalisierung der Pflege, die theoretische Verankerung des Pflegeprozesses, Methoden der Bedarfsanalyse und die praktische Planung von Bildungsmaßnahmen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist die Erarbeitung eines strukturierten 6-Phasen-Modells, das es Vorgesetzten ermöglicht, den individuellen Fortbildungsbedarf ihrer Mitarbeiter zielgerichtet und nachvollziehbar zu bestimmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Literaturrecherche und explorative Analyse vorhandener Konzepte aus der öffentlichen Verwaltung, um diese auf den Pflegekontext zu adaptieren und in einen kybernetischen Regelkreis zu integrieren.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung des Regelkreises, die Untersuchung bestehender Konzepte und die detaillierte Darstellung des entwickelten 6-Phasen-Modells sowie dessen Erprobung an einem fiktiven Beispiel.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Pflegeprozess, Kybernetischer Regelkreis, Fortbildungsbedarfsbestimmung und Professionalisierung geprägt.
Wie trägt der Kybernetische Regelkreis konkret zur Bedarfsbestimmung bei?
Er dient als strukturelles Grundgerüst, das von der Informationssammlung über den Ist-Soll-Abgleich bis zur Evaluation alle notwendigen Schritte abbildet, um eine zielorientierte Planung zu gewährleisten.
Welchen Stellenwert nimmt das Mitarbeitergespräch in diesem Modell ein?
Das Mitarbeitergespräch ist als zentrales Instrument für die Informationssammlung und Bedarfsermittlung vorgesehen, um einen Abgleich zwischen gefordertem und vorhandenem Qualifikationsprofil zu ermöglichen.
- Quote paper
- Michael Wagner (Author), 2006, Bestimmung des Fortbildungsbedarfes in der Pflege, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/69275