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Kultur der Gewalt? Der Konflikt auf den Molukken und die Intervention religiöser Gruppen

Titel: Kultur der Gewalt? Der Konflikt auf den Molukken und die Intervention religiöser Gruppen

Magisterarbeit , 2006 , 109 Seiten , Note: 2,0

Autor:in: Sebastian Lamotte (Autor:in)

Politik - Region: Sonstige Staaten

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Auf den Molukken gab es seit geraumer Zeit Spannungen zwischen muslimischen Migranten auf der einen Seite und der indigenen christlichen und muslimischen Bevölkerung auf der anderen Seite. In der Öffentlichkeit wurden die gewalttätigen Auseinandersetzungen, die ab Januar 1999 die Süd-Molukken und ab August 1999 auch den Norden erfassten, vereinfacht als Religionskonflikt zwischen Christen und Muslimen dargestellt. Fraglich ist, ob die Auseinandersetzungen von Beginn an einen religiösen Hintergrund hatten. Aus diesem Grund möchte ich in meiner Arbeit den Konflikt auf den Molukken dahingehend untersuchen, wie sich Christen und Muslime auf den Molukken verhalten haben, welche Faktoren für den Ausbruch und die Verschärfung der Konflikte maßgeblich waren und inwieweit externe religiöse Gruppen als Akteure auftraten. Darüber hinaus ist die Rolle des Militärs von großer Bedeutung.
Durch ähnliche Abläufe und Ursprünge der Gewalt lassen sich die Auseinandersetzungen geographisch in zwei Teile, Nord-Molukken und Süd- und Zentralmolukken, aufgliedern. Während der Ausgangspunkt bei den Konfrontationen auf Halmahera und seinen Nebeninseln Tidore und Ternate ab der zweiten Hälfte des Jahres 1999 in erster Linie in territorialen und machtpolitischen Streitigkeiten zu suchen ist, so ist der Ursprung der Gewalt in Ambon auf den ersten Blick unklar. Auf den Süd-Molukken kämpften zu Beginn Muslime und Christen gemeinsam gegen die eingewanderte Bevölkerung, die sich größtenteils aus Muslimen zusammensetzte und in Folge der Transmigrasi-Politik in den 1970er Jahren auf die Molukken kam. Auch wenn es unterschiedliche lokale Faktoren für die Gewalt auf Ambon und Halmahera gab, so waren die nationalen Faktoren nahezu identisch. Aus diesem Grund werde ich in dieser Arbeit die nationalen Faktoren der Auseinandersetzungen und der Verschärfung der Gewalt in einem Punkt zusammenfassen.
Der Auslöser der Auseinandersetzungen ist nicht einzig auf nationaler oder lokaler Ebene zu suchen. Für den Ausbruch und die Verschärfung der Kämpfe spielten verschiedene Faktoren eine Rolle, die ich in meiner Arbeit aufzählen möchte. Der Schwerpunkt soll aber bei den wichtigsten Gründen der Verschärfung der Gewalt liegen, die aber ohne die Nennung der Anlässe für den Ausbruch nicht auskommen.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Problemstellung

2 Gewalt als konstitutiver Bestandteil der Kultur in Indonesien

3 Hintergründe der Gewalt auf den Molukken

3.1 Geschichte der Molukken

3.2 Die Transmigrasi-Politik der „Neuen Ordnung“

3.3 Stationen der Auseinandersetzungen auf den Molukken

3.3.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken

3.3.2 Nord-Molukken

4 Ausbruch der Gewalt auf den Molukken

4.1 Lokale Faktoren des Ausbruchs der Gewalt

4.1.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken

4.1.2 Nord-Molukken

4.2 Nationale Faktoren des Ausbruchs der Gewalt

5 Verschärfung der Gewalt auf den Molukken

5.1 Zusammenhang von Religion, Identität und Konflikt

5.2 Die Armee als Akteur auf den Molukken

5.3 Religiöse Organisationen als Akteure auf den Molukken

5.3.1 Christliche Organisationen

5.3.2 Muslimische Organisationen

5.4 Lokale Faktoren der Verschärfung der Gewalt

5.4.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken

5.4.2 Nord-Molukken

5.5 Nationale Faktoren der Verschärfung der Gewalt

6 Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht die gewalttätigen Auseinandersetzungen auf den Molukken zwischen 1999 und 2003, insbesondere die Frage, inwieweit diese als Religionskonflikt zwischen Christen und Muslimen zu verstehen sind oder ob andere Faktoren wie politische Instrumentalisierung und sozioökonomische Spannungen maßgeblich waren.

  • Historische und sozioökonomische Hintergründe der Konflikte
  • Die Rolle von Religion und Identität als Mobilisierungsfaktoren
  • Einfluss des Militärs und staatlicher Akteure auf die Konfliktdynamik
  • Die Bedeutung der Transmigrasi-Politik für soziale Spannungen
  • Vergleich der Konfliktverläufe auf den Süd-/Zentral- und Nord-Molukken

Auszug aus dem Buch

3.3.1 Süd-Molukken und Zentralmolukken

Am 19. Januar 1999, einem der höchsten muslimischen Feiertage, Idul Fitri Fest, kam es in Ambon zu einem Streit zwischen einem christlichen Busfahrer und einem buginesischen Moslem an einem Busterminal in Ambon, der in Handgreiflichkeiten ausartete. Immer mehr Menschen beteiligten sich an den Kämpfen und kurz darauf kursierten Gerüchte auf der ganzen Insel Ambon, dass verschiedene Kirchen und Moscheen angezündet worden seien. Vereinfacht gesagt, entwickelte sich so aus einem persönlichen Streit ein Konflikt, der im weiteren Verlauf zwischen den Glaubensgemeinschaften der Christen und der Muslime auf den Molukken ausgetragen wurde. Obwohl sich die Gewalt in den ersten Tagen hauptsächlich gegen das Eigentum zugewanderter Muslime, hauptsächlich Butonesen, Bugis und Makassaris, richtete, schlugen sich die ambonesischen Muslime, aufgrund der scheinbaren religiösen Dimensionen des Konflikts, auf die Seite ihrer Glaubensbrüder und nicht ihrer ethnischen Brüder.

Viele Bewohner von Ambon-Stadt stammen von den umliegenden Inseln. Dies begünstigte die Expansion der Auseinandersetzungen auf die benachbarten Lease-Inseln (Haruku, Saparua und Nusalaut), Seram und Buru. Im März 1999 erreichte die Gewalt die Südostmolukken mit der Insel Kei. Am 31. März 1999, drei Tage nach dem muslimischen Idul Adha Festes und zwei Tage vor Karfreitag, brachen Kämpfe zwischen benachbarten Dörfern in Tual auf den Ost-Südost Molukken aus. „Die schnelle Ausbreitung des für Ambon-Stadt nicht ungewöhnlichen Zwischenfalls vom 19.1.1999 ist für Christen wie Muslime Beweis dafür, dass er Teil eines größeren Szenarios ist, das lange vorher geplant war und auf das verschiedene Ereignisse im Vorfeld bereits hingewiesen haben.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Problemstellung: Einführung in die komplexe ethnisch-religiöse Ausgangslage auf den Molukken und die Forschungsabsicht, die Faktoren hinter den Auseinandersetzungen zu beleuchten.

2 Gewalt als konstitutiver Bestandteil der Kultur in Indonesien: Theoretische Untersuchung, ob Gewalt in Indonesien tief in der politischen Kultur und Tradition verwurzelt ist.

3 Hintergründe der Gewalt auf den Molukken: Analyse der kolonialen Geschichte, der Transmigrasi-Politik unter Suharto und ein Überblick über die Konfliktphasen auf den verschiedenen Inselgruppen.

4 Ausbruch der Gewalt auf den Molukken: Detaillierte Darstellung der lokalen und nationalen Faktoren, die zum Ausbruch der bewaffneten Konflikte führten.

5 Verschärfung der Gewalt auf den Molukken: Untersuchung der Radikalisierung durch religiöse Organisationen, die Rolle des Militärs sowie der Einfluss von Propaganda und Medien auf die Konfliktdynamik.

6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Konfliktursachen, die sich als Mischung aus lokalen Spannungen, politischer Instrumentalisierung durch Eliten und der Eigendynamik religiöser Identitätsstiftung erweisen.

Schlüsselwörter

Molukken, Ambon, Indonesien, Religionskonflikt, Transmigrasi-Politik, Laskar Jihad, Militär, Identität, Gewalt, Ethnizität, Suharto, Religion, Radikalisierung, Konfliktforschung, Islamisierung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit im Kern?

Die Arbeit analysiert die Ursachen und die Eskalationsfaktoren der gewaltsamen Konflikte auf den Molukken zwischen 1999 und 2003 und hinterfragt die verbreitete Darstellung als reinen Religionskrieg.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die Untersuchung deckt die Geschichte der Region, staatliche Umsiedlungsprogramme, die Rolle des Militärs, religiöse Mobilisierung sowie lokale soziale Strukturen ab.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit fragt, wie sich die Konflikte entwickelten, welche Akteure maßgeblich beteiligt waren und inwieweit Religion lediglich als Instrument zur Mobilisierung in einem komplexen machtpolitischen Gefüge diente.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine politikwissenschaftliche Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Literatur, Berichten internationaler Organisationen, Internetquellen und zeitgenössischer Dokumentation basiert.

Welche Schwerpunkte bilden den Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil konzentriert sich auf die Phasen des Gewaltausbruchs und deren Verschärfung, wobei insbesondere die Rolle von Externen, die Bedeutung von Symbolik und der Einfluss ethnischer und religiöser Identität detailliert betrachtet werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?

Zentrale Begriffe sind Molukken, Ambon, Laskar Jihad, Transmigrasi, Identität, politisches Militär und religiöse Mobilisierung.

Welche Rolle spielt das Militär bei der Verschärfung des Konflikts?

Das Militär wird als Akteur beschrieben, der das Sicherheitsvakuum und die Unruhen teilweise nutzte, um eigene ökonomische und politische Interessen zu sichern oder von Reformforderungen abzulenken.

Wie bewertet die Arbeit die Rolle der "Laskar Jihad"?

Die Gruppe wird als entscheidender Eskalationsfaktor eingestuft, die durch ihre Ankunft aus Java und ihren radikalen, auf den "Heiligen Krieg" ausgerichteten Ansatz den Konflikt maßgeblich gewalttätiger gestaltete und religiös auflud.

Ende der Leseprobe aus 109 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kultur der Gewalt? Der Konflikt auf den Molukken und die Intervention religiöser Gruppen
Hochschule
Universität Münster  (Institut für Politikwissenschaft)
Note
2,0
Autor
Sebastian Lamotte (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2006
Seiten
109
Katalognummer
V68364
ISBN (eBook)
9783638594486
ISBN (Buch)
9783638866415
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kultur Gewalt Konflikt Molukken Intervention Gruppen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sebastian Lamotte (Autor:in), 2006, Kultur der Gewalt? Der Konflikt auf den Molukken und die Intervention religiöser Gruppen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/68364
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Leseprobe aus  109  Seiten
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