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Feministische Sprachwissenschaft: Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch

Titel: Feministische Sprachwissenschaft: Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch

Hausarbeit , 2002 , 14 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Cornelia Charlotte Reuscher (Autor:in)

Germanistik - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

1. Was ist feministische Sprachwissenschaft?

Der Begriff „Feministische Sprachwissenschaft“ bezeichnet das Betreiben von Sprachwissenschaft, also die Betrachtung von Sprache als System, aus frauenorientierter Perspektive (Oft wird auch der Terminus „feministische Linguistik“ verwandt, der das gleiche meint.)(1) . Er entstand in den Siebziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts unter dem Einfluss der sich damals konstituierenden Neuen Frauenbewegung. Inhaltlich ging er zurück auf erste Forschungen in den USA, vor allem von Mary Ritchie Key(2) und Robin Lakoff .
Feministische Sprachwissenschaft heute befasst sich mit zwei Gebieten, nämlich zum einen mit der Sprache von Frauen (Wie sprechen Frauen? Wo liegen die Besonderheiten in ihrem Sprachgebrauch im Unterschied zu dem von Männern? Wie hat sich der Sprachgebrauch von Frauen im Laufe der Zeit verändert?), zum anderen mit dem Sprechen über Frauen (Inwieweit wird das weibliche Geschlecht in der gesprochenen und geschriebenen Sprache berücksichtigt? Wie sieht es aus mit der Repräsentation von Frauen in der Deutschen Sprache?). Das eine Gebiet hat also einen eher soziolinguistischen Schwerpunkt, nämlich den des Sprachgebrauchs durch eine bestimmte Gruppe, das andere beschäftigt sich mit der Struktur der Sprache an sich , unabhängig davon, wie, wo und von wem sie gebraucht wird. Man kann hier also von einem strukturalistischen Schwerpunkt sprechen.
In Deutschland wird dieser Ansatz vor allem von Luise Pusch vertreten, der soziolinguistische Ansatz von Senta Trömel-Plötz, aus dem amerikanischen Bereich sei hier noch Deborah Tannen erwähnt, die einige auch gut allgemein verständliche Publikationen zum Thema veröffentlicht hat.
[...]
_____
(1) Samel, Ingrid: Einführung in die feministische Sprachwissenschaft. Berlin, 1995. Diese Arbeit basiert zu großen Teilen auf diesem Buch, daher werde ich der Übersichtlichkeit halber im Folgenden nicht erneut darauf hinweisen.
(2) Key, Mary Ritchie: Male/Female Language. Metuchen, New Jersey, 1975

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Was ist feministische Sprachwissenschaft? – Begriffsklärung

2. Hintergrund

3. Diskriminierung von Frauen im allgemeinen Sprachgebrauch

4. Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch

4.1. Neutralisierung

4.2. Das generische Femininum

4.3. Die Beidbenennung

5. Schlussbetrachtung

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die strukturellen Gegebenheiten der deutschen Sprache im Hinblick auf eine geschlechtergerechte Ausdrucksweise. Ziel ist es, den androzentrischen Sprachgebrauch kritisch zu hinterfragen und verschiedene Ansätze zur sprachlichen Gleichstellung zu analysieren und auf ihre praktische Anwendbarkeit hin zu prüfen.

  • Grundlagen der feministischen Sprachwissenschaft
  • Diskriminierung von Frauen durch das generische Maskulinum
  • Analyse der Neutralisierung als sprachliches Modell
  • Einsatz des generischen Femininums
  • Evaluation der Beidbenennung mittels Binnen-I

Auszug aus dem Buch

4.1. Neutralisierung

Die Idee bei der Neutralisierung ist das Wegfallen der femininen Endung sowie des maskulinen Artikels vor einem Menschen bezeichnendem Substantiv. So hieße es nicht mehr verallgemeinernd „der Student“, sondern „das Student“, wenn beide Geschlechter gemeint werden sollten. Ist eine Studentin gemeint, würde wie folgt formuliert:

Sie ist eine gute Student. Ihre Leistungen sind beachtlich und ihre Professor ist sehr zufrieden mit ihr. Früher war sie übrigens Sekretär bei einer Architekt.12

Pusch argumentiert, das das Suffix –in per se diskriminierend sei, da die Geschlechtsspezifikation nur einseitig funktioniert und das eine Geschlecht das andere vertreten kann. Mit dem Vorschlag der Neutralisation plädiert sie also dafür, strategisch entweder keines oder beide Geschlechter zu benennen.

Dieser Vorschlag stieß jedoch auf große Kritik, die soweit ging, dass er sogar als „verrückt“ bezeichnet wurde.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Was ist feministische Sprachwissenschaft? – Begriffsklärung: Das Kapitel führt in die Entstehungsgeschichte der feministischen Sprachwissenschaft ein und unterscheidet zwischen dem soziolinguistischen und dem strukturalistischen Forschungsansatz.

2. Hintergrund: Es wird der Übergang von der "Defizithypothese" früherer Sprachforschungen hin zu modernen Ansätzen wie der Differenz- und Code-Switching-Hypothese beleuchtet.

3. Diskriminierung von Frauen im allgemeinen Sprachgebrauch: Der Fokus liegt auf der strukturellen Ungleichbehandlung der Geschlechter im Deutschen, insbesondere durch das generische Maskulinum und den androzentrischen Sprachgebrauch.

4. Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch: In diesem Hauptteil werden drei Modelle – Neutralisierung, generisches Femininum und Beidbenennung – anhand konkreter Textbeispiele kritisch auf ihre Praxistauglichkeit hin untersucht.

5. Schlussbetrachtung: Das Kapitel resümiert, dass Sprache unsere Weltsicht konstruiert und unterstreicht die Relevanz der feministischen Linguistik als kritisches Instrument zur Aufdeckung gesellschaftlicher Missstände.

6. Literatur: Dieses Verzeichnis listet die verwendeten Fachpublikationen und Internetquellen auf.

Schlüsselwörter

Feministische Sprachwissenschaft, geschlechtergerechtes Deutsch, generisches Maskulinum, Neutralisierung, generisches Femininum, Beidbenennung, Binnen-I, androzentrischer Sprachgebrauch, Linguistik, Defizithypothese, Sprachstruktur, Gleichberechtigung, Soziolekt, Sprache und Geschlecht, Sprachveränderung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, inwiefern die deutsche Sprache durch ihre Struktur Frauen benachteiligt, und diskutiert Möglichkeiten, eine geschlechtergerechtere Sprache zu etablieren.

Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?

Die zentralen Themen sind die historische Entwicklung der feministischen Sprachforschung, die Analyse der Diskriminierung durch das generische Maskulinum und die praktische Erprobung verschiedener Sprachmodelle.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das primäre Ziel ist es, sprachliche Strategien für ein geschlechtergerechtes Deutsch aufzuzeigen und deren Wirkung auf die Lesbarkeit und Akzeptanz zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin folgt einem strukturalistischen Ansatz, indem sie linguistische Gegebenheiten analysiert und theoretische Modelle der Sprachveränderung auf konkrete Textbeispiele anwendet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil befasst sich mit drei spezifischen Modellen: der Neutralisierung von Substantiven, der Einführung eines generischen Femininums und der Beidbenennung (unter anderem mittels Binnen-I).

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem feministische Sprachwissenschaft, geschlechtergerechtes Deutsch, generisches Maskulinum, Binnen-I und androzentrischer Sprachgebrauch.

Welche Kritik wird am Modell der "Neutralisierung" geäußert?

Die Neutralisierung wird als problematisch angesehen, da sie im Singular zwar funktioniert, bei der Pluralbildung jedoch oft wieder in das gewohnte, maskuline Muster zurückfällt oder als unnatürlich empfunden wird.

Warum wird die Beidbenennung als einzige Lösung im Alltag gesehen?

Obwohl die Beidbenennung oft als umständlich gilt, ist sie laut Arbeit der einzige der vorgestellten Ansätze, der in der mündlichen Umgangssprache eine gewisse Verbreitung gefunden hat.

Ende der Leseprobe aus 14 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Feministische Sprachwissenschaft: Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch
Hochschule
Universität Hamburg
Veranstaltung
Einführung in die Sprachwissenschaft
Note
1,0
Autor
Cornelia Charlotte Reuscher (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2002
Seiten
14
Katalognummer
V60170
ISBN (eBook)
9783638539159
ISBN (Buch)
9783640859061
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Feministische Sprachwissenschaft Vorschläge Deutsch Einführung Sprachwissenschaft
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Cornelia Charlotte Reuscher (Autor:in), 2002, Feministische Sprachwissenschaft: Vorschläge für ein geschlechtergerechtes Deutsch, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/60170
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Leseprobe aus  14  Seiten
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