In dieser Arbeit werden verschiedene Assetklassen vorgestellt, mit der Intention, deren Vereinbarkeit mit nachhaltigen Anlagestrategien zu beleuchten. Das Ziel dieser Arbeit ist die Entwicklung einer Übersichtstabelle, um Investoren eine anschauliche Zusammenfassung über die Möglichkeiten nachhaltiger Investments zu verschaffen. Dabei werden die aktiven und passiven Ansätze nachhaltiger Investments nicht noch einmal gesondert vorgestellt, sondern deren Kenntnis vorausgesetzt.
Immer mehr Anleger möchten ihr Geld nachhaltig investieren und sind auf der Suche nach entsprechenden Investitionsmöglichkeiten. Dabei ist vielen Investoren nicht bewusst, dass es sich bei nachhaltigen Kapitalanlagen nicht um eine eigene Assetklasse handelt, sondern um bestimmte Anlagestrategien bzw. -ansätze. Diese gilt es dann mit den zur Verfügung stehenden Assetklassen umzusetzen.
Dazu können die gängigen Assetklassen wie Aktien, Anleihen und Investmentfonds zum Einsatz kommen. Es gibt allerdings, insbesondere im Rahmen von Anleihen, bereits Ausprägungsformen, die explizit ökologische oder soziale Nachhaltigkeitsaspekte in der Ausgestaltung berücksichtigen. Hierbei ist die Anwendung von aktiven oder passiven Ansätzen nachhaltiger Investments nicht mehr nötig.
Um entscheiden zu können, welche Anlageformen für einen nachhaltigkeitsorientierten Investor in Frage kommen, ist es wichtig zu wissen, welche Assetklasse mit welcher nachhaltigen Anlagestrategie kombiniert werden kann und ob möglicherweise direkt spezielle Anleihen mit nachhaltigen Ausstattungsmerkmalen eine Option sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Aktien
3 Anleihen
3.1.1 Green Bonds
3.1.2 Social Impact Bonds
4 Investmentfonds
5 Weitere Anlageklassen
5.1.1 Bankeinlagen
5.1.2 Direktinvestments
5.1.3 Mikrofinanz-Investments
5.1.4 Rohstoffe und Derivate
6 Fazit
Zielsetzung und Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht verschiedene Anlageklassen im Kontext nachhaltiger Investments, um deren Eignung für nachhaltige Anlagestrategien zu bewerten und Investoren eine übersichtliche Orientierungshilfe zu bieten.
- Analyse der Vereinbarkeit von klassischen Anlageklassen mit Nachhaltigkeitskriterien.
- Untersuchung von Spezialformen wie Green Bonds und Social Impact Bonds.
- Bewertung der Rolle von Bankeinlagen und Direktinvestments.
- Kritische Betrachtung von Rohstoffen und derivativen Finanzinstrumenten.
- Entwicklung einer systematischen Übersichtstabelle für nachhaltige Investitionsmöglichkeiten.
Auszug aus dem Buch
3.1.2 Social Impact Bonds
Social Impact Bonds (SIB) sind im Rahmen nachhaltiger Investments den Impact Investments zuzuordnen. Demnach wird mit dieser neuen Form von Anleihen angestrebt, durch den Einsatz von Finanzkapital neben einer möglichen finanziellen Rendite auch eine messbare positive gesellschaftliche Wirkung zu erzielen. SIBs sind i. d. R. performancebasiert ausgestaltet, sodass Zins- und Kapitalrückzahlung an den Wirkungsgrad gekoppelt werden. Da es sich bei SIBs um eine „Payment by Results“-Anlageform handelt, ist eine Investition grundsätzlich risikobehafteter als bei herkömmlichen Anleihen. Im Falle einer Verfehlung der vereinbarten Ziele, droht, je nach Vertragsgestaltung, nicht nur ein Renditeverzicht, sondern mitunter auch bereits ein teilweiser oder kompletter Verlust des investierten Kapitals. Dieses zusätzliche Risiko wird dem Investor nicht durch eine höhere finanzielle Rendite vergütet, sondern durch eine mögliche soziale Rendite. Entscheidend für die Glaubwürdigkeit von SIBs ist deren vertragliche Ausgestaltung. Im Folgenden soll das Dienstleister-Modell als beispielhafte Ausgestaltungsform zur Erläuterung des vertraglichen Aufbaus von SIBs dienen.
Im Dienstleister-Modell werden Zins- und Tilgungsleistung an den Wirkungsgrad gekoppelt, indem eine Drittpartei (zumeist aus dem öffentlichen Sektor) mit einem Dienstleister einen „Payment by Results“-Vertrag abschließt. Die Investoren leisten ihre Einlage an den Dienstleister, der damit direkt das Investitionsvorhaben realisiert. Bei Zielerreichung wird das eingesetzte Kapital und die vereinbarten Zinszahlungen von der Drittpartei an den Dienstleister gezahlt, der das Geld an die Investoren weiterreicht. Zur Sicherstellung einer objektiven Impact-Messung wird i. d. R. ein unabhängiger Evaluierer von der Drittpartei integriert, auf dessen Gutachten die Rückzahlungshöhe basiert. Allerdings lässt sich jede der beteiligten Parteien ihre Leistung vergüten, wodurch Transaktionskosten entstehen, die die Rendite belasten.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung verdeutlicht, dass nachhaltige Geldanlagen keine eigene Assetklasse darstellen, sondern Anlagestrategien erfordern, die auf klassische Assetklassen angewendet werden.
2 Aktien: Dieses Kapitel erläutert die Rolle von Aktieninvestments als integraler Bestandteil nachhaltiger Portfolios und beleuchtet deren Eignung für aktive sowie passive Anlagestrategien.
3 Anleihen: Das Kapitel differenziert zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen sowie speziellen Instrumenten wie Green Bonds und Social Impact Bonds, die direkt ökologische oder soziale Ziele adressieren.
4 Investmentfonds: Hier wird aufgezeigt, wie Investmentfonds als Vehikel dienen können, um nahezu alle nachhaltigen Anlageansätze abzubilden und eine einfache Risikodiversifikation zu ermöglichen.
5 Weitere Anlageklassen: Dieser Abschnitt behandelt Bankeinlagen, Direktinvestments, Mikrofinanz-Investments sowie Rohstoffe und Derivate hinsichtlich ihrer Kompatibilität mit Nachhaltigkeitsanforderungen.
6 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass für fast alle gängigen Assetklassen nachhaltige Implementierungsmöglichkeiten existieren, während Rohstoffe und Derivate kritisch zu betrachten sind.
Schlüsselwörter
Nachhaltige Investments, Assetklassen, Aktien, Anleihen, Green Bonds, Social Impact Bonds, Investmentfonds, Bankeinlagen, Direktinvestments, Mikrofinanz-Investments, Rohstoffe, Derivate, ESG-Integration, Impact Investing, Nachhaltige Anlagestrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie Anleger verschiedene klassische Anlageklassen wie Aktien, Anleihen und Fonds nutzen können, um ihr Geld nachhaltig anzulegen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Themen sind die Vereinbarkeit von Finanzinstrumenten mit ökologischen und sozialen Zielen sowie die Anwendung verschiedener Anlagestrategien.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, Investoren eine übersichtliche Zusammenfassung darüber zu geben, welche Assetklassen sich mit welchen nachhaltigen Strategien kombinieren lassen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine strukturierte Analyse und Gegenüberstellung von Assetklassen und deren Kompatibilität mit nachhaltigen Anlageansätzen, visualisiert in einer Übersichtstabelle.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung einzelner Anlageklassen (Aktien, Anleihen, Fonds, etc.) und deren spezifische Vor- und Nachteile im Kontext der Nachhaltigkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Nachhaltige Investments, Assetklassen, ESG-Integration und Impact Investing.
Warum sind Social Impact Bonds als besonders risikoreich eingestuft?
Sie sind performancebasiert; bei Nichterreichen der vereinbarten sozialen Ziele droht ein teilweiser oder vollständiger Verlust des eingesetzten Kapitals.
Wie bewertet der Autor den Einsatz von Derivaten?
Der Autor sieht rein spekulative Derivate kritisch, erkennt aber an, dass sie zur Absicherung realwirtschaftlicher Kontrakte legitim sein können.
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- Anonym (Author), 2018, Anlageklassen im Kontext nachhaltiger Investments. Übersicht über nachhaltige Investitionsmöglichkeiten, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/593489