Verhaltensprobleme im Kindergärten sind keine Seltenheit und enden im späteren Alter häufig in schwerwiegenden Entwicklungsstörungen. Nachträgliche Behandlungen sind meist mit hohen Kosten und einer schlechten Erfolgsquote verbunden, weshalb diese Arbeit auf die Vor- und Nachteile eines Präventivprogramms eingeht. Schmitz und Röhr-Sendlmeier stellten ihre Studie zu einem sozial-emotionalen Training vor, welches bei Viertklässlern durchgeführt und evaluiert wurde.
Aufgrund der hohen Erfolgsquote und der dafür knappen Trainingsdauer, wird versucht dieses Präventionsprogramm in den Kindergarten zu übertragen und diskutiert, inwieweit das möglich ist. Es wird klar, dass das Training auf jeden Fall angepasst werden muss, aber durchaus in der Lage wäre auch im Kindergartenalter gute Ergebnisse zu erzielen. Dies bedarf jedoch noch weiterer Forschung, um ein fundiertes Ergebnis repräsentieren zu können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Theoretischer und empirischer Hintergrund
Methode und Ergebnisse
Diskussion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Wirksamkeit von sozial-emotionalen Trainingsprogrammen zur Reduzierung von Verhaltensproblemen bei Kindern. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, ob und inwieweit ein speziell für Viertklässler entwickeltes Kurzzeittraining auf die Altersgruppe der drei- bis sechsjährigen Kindergartenkinder übertragen werden kann, um deren soziale und emotionale Kompetenzen zu fördern.
- Analyse von internalisierenden und externalisierenden Verhaltensauffälligkeiten im Kindesalter.
- Untersuchung der Effektivität bestehender Präventionsprogramme wie "Faustlos" und des "FMS-Trainings".
- Diskussion der Bedeutung pädagogischer Qualität und Erziehungspartnerschaften in Kindertagesstätten.
- Evaluation der Übertragbarkeit komplexer Trainingskonzepte auf den Kindergartenalltag.
- Identifikation von Einflussfaktoren auf den Erfolg sozial-emotionaler Fördermaßnahmen.
Auszug aus dem Buch
3 Methode und Ergebnisse
Muriel Schmitz und Una M. Röhr-Sendlmeier untersuchten in ihrer Studie „Sozial-Emotionale Kompetenz: Erprobung eines Kurzzeittrainingsprogramms für Kinder in vierten Klassen“ ein speziell auf Kinder ausgerichtetes Training zur Steigerung ihrer sozial-emotionalen Kompetenzen und prüften die Auswirkungen auf sie. Es wurden für das Training, Schüler aus unterschiedlichen Schulen rekrutiert, damit keine Absprachen der Schüler untereinander möglich waren. Es wurden Daten von 184 Kindern erhoben, welche auf vier verschiedenen westdeutschen Schulen angemeldet waren. Von 177 Kindern gibt es vollständige Daten aller Tests. Das Geschlechtsverhältnis ist mit 87 Mädchen und 90 Jungen sehr ausgeglichen und das Durchschnittsalter betrug 9,7 Jahre. Die Studie wurde randomisiert, wodurch auch mit geringer Teilnehmerzahl ein repräsentatives Ergebnis dargelegt werden konnte (Schmitz & Röhr-Sendlmeier 2016, S. 114-116).
Das Sozial-/Emotionstraining dieser Studie wurde FMS (Friedliches Miteinander in Streitsituationen) benannt. Es waren drei Einheiten zu je 90 Minuten eingeplant, wobei der Zeitraum dazwischen jeweils zwei Wochen betrug. Die Dauer für eine Trainingseinheit ist im Vergleich zu vielen vorrausgegangenen Studien verdoppelt. Das FMS-Training zielt auf drei sozial-emotionale Fähigkeiten ab. Zunächst soll die Sensitivität auf die Emotionen gesteigert werden, dass sie besser auf Emotionen bei sich selber und bei anderen achten können. Auf diesen Aspekt wurde im Vergleich zu Vorläuferstudien deutlich mehr Wert gelegt. Zweitens, soll die Fähigkeit andere Perspektiven einzunehmen gefördert und drittens Wissen über angemessenes soziales Verhalten vermittelt werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Das Kapitel führt in die Thematik der sozial-emotionalen Prävention bei Kindern ein und verdeutlicht die Relevanz frühkindlicher Förderung für die Vermeidung langfristiger Verhaltensstörungen.
Theoretischer und empirischer Hintergrund: Hier werden Definitionen und Formen von Verhaltensauffälligkeiten dargelegt sowie der aktuelle wissenschaftliche Forschungsstand zu Präventionsprogrammen im Kindergarten- und Schulalter analysiert.
Methode und Ergebnisse: Dieser Abschnitt beschreibt detailliert die Durchführung und die Resultate des FMS-Trainings der Studie von Schmitz und Röhr-Sendlmeier bei Viertklässlern.
Diskussion: Abschließend wird kritisch erörtert, inwieweit sich die Ergebnisse auf jüngere Kinder übertragen lassen und welche Faktoren für den Erfolg präventiver Trainings in Bildungseinrichtungen entscheidend sind.
Schlüsselwörter
Sozial-emotionale Kompetenz, Präventionstraining, Kindergarten, Verhaltensauffälligkeiten, Faustlos, FMS-Training, Erziehungspartnerschaft, Emotionsregulation, Verhaltensprobleme, Frühförderung, Soziales Lernen, Wirksamkeit, kindliche Entwicklung, Konfliktlösung, Bildungseinrichtung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob und wie sozial-emotionale Präventionstrainings, die bei Schulkindern erfolgreich sind, zur Förderung der Kompetenzen von drei- bis sechsjährigen Kindern in Kindergärten eingesetzt werden können.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentrale Themen sind die frühkindliche Bildung, die Unterscheidung von internalisierendem und externalisierendem Verhalten, die Rolle der Erzieher und Eltern sowie die Analyse spezifischer Trainingsprogramme.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist die Bewertung der Sinnhaftigkeit und Umsetzbarkeit von Präventionsprogrammen zur Verminderung von Verhaltensauffälligkeiten im Kindergartenalter, basierend auf der Analyse einer Studie von Schmitz und Röhr-Sendlmeier.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, bei der empirische Studien (wie z.B. zum Faustlos-Programm oder der FMS-Studie) herangezogen, verglichen und kritisch diskutiert werden.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden der theoretische Hintergrund von Verhaltensauffälligkeiten sowie die konkrete Methode und die erzielten Ergebnisse einer Kurzzeittrainings-Studie für Grundschulkinder detailliert beschrieben.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Sozial-emotionale Kompetenz, Präventionstraining, Kindergarten, Emotionsregulation, kindliche Entwicklung und Verhaltensauffälligkeiten.
Warum ist eine Übertragung des FMS-Trainings auf Kindergartenkinder herausfordernd?
Die Arbeit stellt fest, dass Kindergartenkinder kognitiv und sozial weniger entwickelt sind als Viertklässler, weshalb das komplexe Training für sie möglicherweise zu anspruchsvoll ist und eine altersgerechte Anpassung erfordert.
Welche Bedeutung kommt der Erziehungspartnerschaft laut der Arbeit zu?
Die Zusammenarbeit zwischen Eltern und Kita ist essenziell, da ein guter Austausch die pädagogische Qualität erhöht und eine effektivere Förderung der kindlichen Entwicklung ermöglicht.
- Quote paper
- Amin Lindenmeier (Author), 2018, Auswirkung eines Trainings zur Entwicklung der sozial-emotionalen Kompetenzen für Viertklässler auf Kindergartenkinder, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/590873